Beiträge von Marlene

    Hier dann mal die versprochenen Bilder. Haus Nr. 6 ist kurz vor der Fertigstellung, die beiden Nachbarhäuser hätte ich für Abrißkandidaten gehalten, doch der Investor macht sich ernsthaft die Mühe, sie zu rekonstruieren. Mit ihren eingestürzten Decken und leeren Fensterhöhlen hätten sie die perfekte Kulisse für einen Kriegs- oder Horrorfilm abgegeben. Siehe auch das abfotografierte SW-Bild (aufgenommen mit Agfa Billy Record in 6x9 im letzten Jahr). Übrigens auch das Eckhaus zur Zietenstraße wird vom selben Investor saniert. Fehlt noch ein derzeit leerstehendes Haus - man kann es kaufen. Wer traut sich? und das Haus links neben der Nr. 6, von dem nur noch die Erdgeschoßmauer steht. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber freue, daß diese Wunden im Fleisch meiner neuen Heimatstadt endlich geschlossen werden. Weiter so! Kann man da nur sagen.


    Schieberuckeln hat man doch nur bei zuwenig Gas. Ich merke immer wieder, wenn ich mal jemanden meinen Trabi fahren lasse, der nur moderne Autos kennt, daß die Leute die richtige Technik nicht beherrschen. Die nehmen das Gas zu weit zurück. Im dritten immer mit genügend Gas fahren und bei Erreichen der Wunschgeschwindigkeit entweder in den vierten schalten und den Freilauf nutzen oder, wenn die Geschwindigkeit dafür zu gering ist, eben den Leerlauf wählen. Das ist doch das schöne, daß ein Zweitakter eben anders gefahren werden muß als die Viertakter.

    Letztlich muß es jeder selbst wissen. Vom rein rationalen Standpunkt aus betrachtet, ist der Trabant schlecht. Er ist langsam, klein, wartungsintensiv und nicht besonders crashsischer. Aber das ist uns allen ja schließlich mehr oder weniger egal, sonst würden wir ihn nicht lieben. Heizerling Wo kommst Du denn her? Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen User in Deiner Nähe, der Dich mal auf ne Fahrt mitnimmt. Für mich ist es so: Man muß so ein Auto im wahrsten Sinne des Wortes "erfahren", um zu merken, ob es was für einen ist.

    Zum Denkmalschutz möchte ich aber mal zu bedenken geben, daß es nur dem Umstand zu verdanken ist, daß die Wende kam, daß überhaupt soviel alte Bausubstanz überlebt hat. Was wäre denn z.B. mit der Erfurter Innenstadt passiert, wenn es die Wende nicht gegeben hätte? Richtig, Abriß und Platte. Und das wäre mit einem Großteil der DDR heute auch so. Entweder wäre er in sich zusammengefallen oder abgerissen und durch Betonbauten ersetzt worden. Bei allem Verständnis dafür, daß man über den Verlust historischer Bausubstanz traurig ist: Es ist auch eine ganze Menge an Gebäuden gerettet worden, die die DDR nicht überlebt hätten. Ich mach Euch nachher mal ein "Foto des Tages" von der Sebastian-Bach-Straße hier in Chemnitz. Die ach so bösen Investoren tun nämlich auch was für den Erhalt eigentlich abgeschriebener Buden. Aber einen Goldesel hat halt keiner daheim zu stehen...

    Bei mir sind auch immer Schräubchen übrig, wenn ich was zusammengebaut habe (neulich war sogar noch der Kupplungsautomat samt Scheibe übrig, als ich den Motor wieder drin hatte). Nur weiß ich ums verplatzen nicht, wer die mir immer hinlegt ;-)

    Hallo,

    das ist halt so ne Sache. Wenn Du bereit bist, mit den Einschränkungen, die sich aus der geringen Motorleistung ergeben, zu leben und bereit bist, ein hohes Maß an Eigenarbeit zu leisten (Werkstatt hat mein Fuhrpark zuletzt in der Mitte der 1990er Jahre gesehen, hat heute keinen Sinn mehr), dann kann das was werden. Biste denn schon mal am Steuer eines Trabis gesessen? Probiere das mal. Ferner ist es halt schwer, ein vernünftiges Exemplar zu akzeptablem Preis zu finden. Viele wollen einem ihre verbastelte, runtergerittene Rostlaube für 2500 EUR aufwärts andrehen. Steuer kostet 153,- EUR im Jahr. Versicherung habe ich gestaunt: Ich habe für Dich mal so ein Vergleichsportal aufgerufen: Wenn Du mit 18 das Auto auf Dich versicherst, kostet der Trabi bei angenommenen 10.000 km Jahresfahrleistung und vorherigem begleitetem Fahren ab 17 mindestens runde 400 EUR im Jahr, der kleinste IVer Golf aber 1.300,00 EUR. Das ginge also zugunsten des Trabant aus. Wenn Du auf Mama/Papa versichern kannst, wirds vielleicht billiger.

    Tatsache ist: Bis ein altes Auto zuverlässig läuft, mußt Du einiges an Liebe reinstecken, denn in aller Regel verkauft niemand seinen perfekt gepflegten/gewarteten und wöchentlich bewegten Trabant, sondern Du bekommst irgendeinen Scheunenfund, der ewig rumgestanden hat oder einen rasch über die (einäugige bis blinde) HU geprügelten Blender, an dem sofort, wenn Du vom Hof bist, die ersten Ausfälle auftreten. Als ich meine Autos gekauft habe, da wurden die noch normal gefahren, entsprechend normal war auch der Zustand. An so ein Fahrzeug kommt man heute kaum noch ran.

    Fazit: Wenn Du Dich für einen Trabant (oder ein anderes Auto aus der automobilen Steinzeit) entscheidest, entscheidest Du Dich für ein Hobby, das den Nebennutzen hat, daß man damit auch noch fahren kann. Meistens jedenfalls :-) Du entscheidest Dich nicht für ein ganz normales Auto, an dem man nebenbei auch noch schrauben kann, das wären dann eher die 90er Jahre Gölfe, Opels usw.

    Viel Erfolg!

    Rolf

    Ich habs nachgeschaut und konnte deswegen die Preisdifferenz nennen. Die sehen halt einfach blöd aus, schwarz und klein. Das wäre für mich schon ein Ausschlußkriterium, egal, wie gut oder schlecht die laufen. Unterbrecherzündung dürfte mit allen Spulen irgendwie laufen, die die richtige Betriebsspannung haben.

    Getreu der Losung "Überholen ohne einzuholen" würde ich mir lieber Gedanken über E-Antrieb mit Brennstoffzelle machen. Spritkühlung ist sowas von 20. Jahrhundert...

    Du wolltest ja unbedingt so einen altertümlichen Blockvergaser drin haben. Nun bezahlst Du das halt mit einem etwas grobschlächtigen Regelverhalten des Chokes. Wie elegant sich dagegen der vielgescholtene 28 H1-1 mit seinem stufenlosen choke regeln läßt... ;-)

    Schön. Der pfälzer Dialekt der Westverwandschaft in Wittstock erinnert mich an meine Studienzeit in Mainz. "Do vorne links... De Schubbo mitm Stecke..."

    Und in Potsdam wird die BZ noch druckfrisch sofort auf der Straße aufgeschlagen. Sowas sieht man heute nicht mehr. Ob es heute noch so viele Radfahrer im Wittstocker Verkehr gibt? Und sooo viele schöne originale Ostautos mit echter Patina ;-)

    Mmm. Augenzeugenberichte sind ja schön und gut, aber das ist bald dreißig Jahre her. Da gibt es enorme Unsicherheiten gerade darüber, wann was eingeführt wurde usw. Wenn uns heute einer fragt, wie wir irgendwas vor 28 Jahren gemacht haben, dann werden wir in vielen Fällen Schwierigkeiten haben, uns überhaupt daran zu erinnern, DASS wir das gemacht haben, geschweige denn, wie genau. Da sind Sachbeweise wie das Video oder eben der augenscheinlich nicht getauchte Dachrahmen zuverlässiger. Nicht umsonst gilt vor Gericht der Zeuge als das schlechteste Beweismittel, weil enorm fehleranfällig. Archivalien wären gut, z.B. Berichte über die Einführung der Tauchanlage, Meldungen über häufige Störungen, betriebliche Weisungen usw. Aber das wird alles entsorgt worden sein.

    Dirk 72 : Ärgerlich. Die Typen sind auch nur so frech, weil sich keiner die Arbeit macht, nen Anwalt zu beauftragen. Du kannst nämlich Deine Auslagen durchaus ersetzt verlangen, weil der Verkäufer die Pflicht hat, Dich rechtzeitig zu informieren, daß erstens am Abholtag noch andere kommen und der Wagen möglicherweise zuvor verkauft wird bzw. wenn er denn verkauft ist, Dir das rechtzeitig mitzuteilen. Früher nannte man das culpa in contrahendo, deutsch: Vorvertragliches Verschulden. Heute ist es in §§ 311 Abs. 2, 280 Abs. 1, 241Abs. 2 BGB geregelt. Aber wie gesagt: Wer hat schon Lust, diesen Aufwand zu treiben?

    Neee. Was hat denn die Grenze mit der Machtergreifung zu tun? ... Übrigens auch interessant die Erlebnisse der Schleswig-Holsteiner mit den Autoaufbrüchen und Diebstählen nach der Grenzöffnung. Das kenn' ich doch irgendwoher?

    Wenn auch einen Tag verspätet: Zwei wie ich finde beeindruckende Dokumentationen zur ehemaligen innerdeutschen Grenze. 1978 war ich drei Jahre alt und habe in der Zeit von Winter 78/79 bis zur Grenzöffnung einen guten Teil meiner Kindheit unmittelbar an diesem Bauwerk verbracht. Noch heute ist es ein seltsames Gefühl, wenn ich die Straße von Hessen nach Thüringen oder umgekehrt befahre, die für das Kind praktisch das Ende der Welt bedeutete. Daß ich überhaupt und immer noch Trabant fahre, dürfte auch damit zusammenhängen...






    Naja, im WHIMS steht aber auch nichts über schlecht passende Nachbauteile. Da erlebt man leider manchmal allerhand. Das Forum ist m.E. dazu da, genau das, was man nicht aus Büchern lernen kann, zu liefern: Erfahrung. Z.B. mit problematischen Teilen. Und über den gern gehörten Verweis auf die "Fachwerkstatt" kann man auch leider nur noch leise seufzen. Viele von denen haben schon ewig keine Trommelbremse mehr gesehen. Es war der Pfusch solcher Werkstäten, der mich vor Jahrzehnten schon, bewaffnet nur mit dem WHIMS, auch an der Bremse arbeiten ließ. eigentlich wollte ich das nicht, aber nach ein paar werkstattmäßig für die HU "geputzten" Radbremszylindern habe ich die Sache lieber selbst in die Hand genommen.

    Zur Sache: Gleiche mal Deine Arbeit mit dem WHIMS hier ab:

    http://trabitechnik.com/index.…rr%C3%A4der%20auswechseln

    Hast Du die Nachstellung der Handbremse gelöst? (Punkt 2 des Einbaus) Manchmal müssen auch die Backen bloß etwas ausgerichtet werden, damit die Trommel drüberpaßt.

    Fg601 Das ist mir schon klar, daß ein Kraftfahrzeug immer Emissionen verursacht. Vom Standpunkt eines Radfahrers in der Stadt ist aber ein Elektroauto oder ein Hybride wesentlich angenehmer als ein "moderner" Diesel. Ganz ehrlich: Ich fahre lieber hinter nem W50, als hinter so einem modernen Rußzerkleinerer. Den Ruß vom w50 habe ich nachher im Taschentuch, die Euro5 Partikel in der Lunge ;-)