Beiträge von Deluxe

    So - es gibt mal wieder etwas zu berichten. Habe mich entschieden, dieses Jahr die kleine Motorrevision durchzuführen. Kopfdichtung war nach 11 Jahren sowieso fällig, weil sie langsam wieder durchdrückte. Die Ölwannendichtung auch, also komplett raus das Gerät.


    In den Laufbuchsen sieht man noch den Kreuzschliff. Aber auf der Suche nach einem Nebengeräusch fand ich eine deutlich zu lockere Ölpumpenkette. Dazu die Simmerringe der beiden Kurbelgehäuseflansche - zumindest einer davon sifft ganz ordentlich.
    Bei der Gelegenheit hab ich mir auch den Kopf mal näher angesehen - zumindest neue Schaftdichtungen und Hydrostößel sind fällig.


        


    Da ich das aber noch nie gemacht habe und mir ein wenig die Erfahrung fehlt, folgende Fragen:


    Wieviel radiales Spiel des Ventils im Sitz ist normal?
    Was verschleißt eher - das Ventil oder der Sitz? Ich hab erst ein Ventil ausgebaut, aber das hat schon ein wenig fühlbaes Spiel und ist auf der Oberseite auch ziemlich dick verkokt. Außerdem sieht und fühlt man am Ventilschaft eine Art feine Kante - kann also eingelaufen sein. Ersetzt man im Zweifelsfall die Ventile oder ist das zwecklos, weil sowas eher am Sitz liegt?


    Ich möchte jetzt nicht für 2500€ eine komplette Motorkur beim Profi machen lassen...die ist dran, wenn das Auto nochmal grundhaft gemacht wird. irgendwann wird das kommen - aber nicht jetzt. Deshalb bleibt es bei der kleinen Version, aber immerhin die.

    Wenn manche wüßten, an wieviel sinnvollen Dingen die Händler kein Interesse haben und lieber eine Lücke im Sortiment lassen...wie schnell dort aufgegeben wird, weil man ein einziges Mal eine Absage oder einen zu hohen Werkzeugpreis von einem potentiellen Hersteller gehört hat...


    Wenn überhaupt manche wüßte, wie es hinter den Kulissen zugeht, dann wäre dieser Thread hier längst in eine andere Richtung gelaufen und von Händlern überhaupt keine Rede mehr.
    Weil das für solche Unternehmungen schlichtweg die falschen Partner sind.


    Oder anders ausgedrückt:
    Die meisten Händler sind für solche Aktionen schlichtweg zu klein. Die Jahresumsätze reichen einfach nicht, um zusätzlich zu allen anderen Kosten auch noch derart teure Nachfertigungen vorzufinanzieren.

    Zusammentun wollen und werden sie sich nicht.

    Zwar reden sie miteinander, wenn sie sich sehen - aber das Konkurrenzdenken ist viel stärker ausgeprägt als man denkt.


    Und der eine Händler, der immer den Eindruck vermittelt als sei Geld sein kleinstes Problem, hat sich

    a.) schon anderweitig engagiert und dort mit Sicherheit allerlei Finanzmittel investiert

    b.) ist bei dem auch nicht alles Gold was glänzt

    c.) muß der Eindruck, den er in der Öffentlichkeit macht auch nicht zwingend mit den Tatsachen übereinstimmen


    Und dann ist da noch ein anderes Phänomen...

    Auf dem Treffen steht der Stand unserer ungarischen Freunde. Alles kauft dort ein - massenhaft. Ist auch logisch, denn die Preise sind Dumpingpreise.

    Dann kommen die selben Leute, teilweise mit den vollen Tüten vom Ungarn noch in der Hand, an die Stände der deutschen Händler und beklagen sich dort über die Qualität des "Ungarn-Drecks", den sie verkaufen.

    Was soll man dazu sagen?


    Es geht auch darum, daß die Kunden made in Germany kaufen, aber nicht made in Germany bezahlen wollen.

    In unzähligen Fällen wurde gejammert, daß dies oder jenes Teil aus Fernost- bzw. Osteuropa-Neuproduktion nix taugt. Fertigt man es dann in Deutschland nach und verlangt den entsprechenden Preis, braucht es plötzlich niemand mehr. Auch eine Tatsache.


    Lange Rede kurzer Sinn:
    Wer Motorenteile neu fertigen lassen will, der sollte Geld in die Hand nehmen, das Risiko auf sich nehmen und mit guten Partnern aus der Industrie loslegen.

    Aber auf die Händer zu warten ist unrealistisch.

    Oder - als Alternative - man bringt sich selber ein.

    Wanni hatte ohnehin schon ein riesengroßes Personalproblem in diesem Jahr - auch ich habe jegliche Teilnahme abgesagt, weil ich mich einfach nicht zerteilen kann. Mossi und Anne fehlten, viele andere auch.


    Selber die Kriterien überarbeiten, selber einen Kenntnisstand aufbauen, der eine solche Bewertung überhaupt zuläßt und dann selber mitmachen - das ist eine durchaus überdenkenswerte Möglichkeit für alle, die Verbesserungsbedarf bei der Bewertung sehen.


    Oder die ganze Bewerterei einfach weglassen.
    Das wäre am schonendsten für all die Leute, die von Famile und Beruf mehr als beansprucht werden und sich anschließend ihre extrem knappe Freizeit mit solchen Tätigkeiten füllen, wofür sie zu guter letzt auch noch kritisiert werden, weil der eine oder andere über seine Platzierung enttäuscht ist.

    Oder - als Alternative - man bringt sich selber ein.

    Wanni hatte ohnehin schon ein riesengroßes Personalproblem in diesem Jahr - auch ich habe jegliche Teilnahme abgesagt, weil ich mich einfach nicht zerteilen kann. Mossi und Anne fehlten, viele andere auch.


    Selber die Kriterien überarbeiten, selber einen Kenntnisstand aufbauen, der eine solche Bewertung überhaupt zuläßt und dann selber mitmachen - das ist eine durchaus überdenkenswerte Möglichkeit für alle, die Verbesserungsbedarf bei der Bewertung sehen.


    Oder die ganze Bewerterei einfach weglassen.
    Das wäre am schonendsten für all die Leute, die von Famile und Beruf mehr als beansprucht werden und sich anschließend ihre extrem knappe Freizeit mit solchen Tätigkeiten füllen, wofür sie zu guter letzt auch noch kritisiert werden, weil der eine oder andere über seine Platzierung enttäuscht ist.

    Natürlich gibt's die...


    Die technischen Präferenzen nämlich.

    Zwischen 1970 und 1983 hat sich insgesamt am wenigsten geändert. Und was sich geändert hat, war mehr Kosmetik. Sitze, Innenausstattung usw. Ok, die große Heizung.


    Ab 1984 kamen nochmal die größeren Sachen - beginnend im Oktober 1983 mit 12V-Elektrik. 1984 neue Gelenkwelle, Vergaser 28H1-1, Mäusekino, Motor letzte Entwicklungsstufe mit neuer Kurbelwellenlagerung, Kolbenringabdichtung, masssereduzierten Kolben usw. 1985 EBZA, später Schraubenfeder usw.


    Wenn man halbwegs faire Vergleichsmöglichkeiten haben will, ist diese Sortierung am sinnvollsten. Die barocken 60er-Jahrgänge zusammen, die Jahre des "langen Marschs im Tritt auf der Stelle" (Zitat: Peter Kirchberg) zusammen und dann das "innovative Zeitalter" ab 1984 bis 1990 in einer Gruppe.


    Das ist durchaus sinnvoll.

    Natürlich gibt's die...


    Die technischen Präferenzen nämlich.

    Zwischen 1970 und 1983 hat sich insgesamt am wenigsten geändert. Und was sich geändert hat, war mehr Kosmetik. Sitze, Innenausstattung usw. Ok, die große Heizung.


    Ab 1984 kamen nochmal die größeren Sachen - beginnend im Oktober 1983 mit 12V-Elektrik. 1984 neue Gelenkwelle, Vergaser 28H1-1, Mäusekino, Motor letzte Entwicklungsstufe mit neuer Kurbelwellenlagerung, Kolbenringabdichtung, masssereduzierten Kolben usw. 1985 EBZA, später Schraubenfeder usw.


    Wenn man halbwegs faire Vergleichsmöglichkeiten haben will, ist diese Sortierung am sinnvollsten. Die barocken 60er-Jahrgänge zusammen, die Jahre des "langen Marschs im Tritt auf der Stelle" (Zitat: Peter Kirchberg) zusammen und dann das "innovative Zeitalter" ab 1984 bis 1990 in einer Gruppe.


    Das ist durchaus sinnvoll.

    Ich habe am vergangenen Wochenende alle Treffen Treffen sein lassen und mich meinem 1.1er gewidmet. Nachdem die Kopfdichtung nach immerhin 11 Jahren im Einsatz langsam Öl durchließ, die Ölwannendichtung inkontinent war und auch sonst ein bißchen Pflege angeraten scheint, Motor und Getriebe ausgebaut.

    Heute begonnen, den Kopf zu zerlegen.

    Die Ventilkeile zicken zwar ein wenig, aber zu guter letzt gehen sie dann doch raus.


    Immerhin sieht man in den Laufbuchsen immer noch den Kreuzschliff. Bei mir knapp 70.000km, bei Alexxx nach dessen Aussage zuvor etwa 80.000km.
    Ganz ordentlich, würde ich meinen.
    Kettenspiel der Ölpumpe ist auch viel zu groß - noch ein Grund, jetzt mal tätig zu werden.


    Ventilschaftdichtungen und Hydrostößel neu, vielleicht gleich neu einschleifen und alles mal wieder chic machen.


    Naja - und eigentlich bin ich ja bei der Vorbereitung einer größeren Rußland-Reise im Niva, aber dazu gibt's die Tage mehr an anderer Stelle...

    Ich fahre seit 20 Jahren ausschließlich originale Korkdichtungen und habe nie Probleme damit gehabt. Man darf sie nur nicht austrocknen lassen - dann schrumpfen sie und werden unbrauchbar.

    Über Kolben der Firma Fischer hört man bei weitem nicht nur Gutes...


    Tja, wenn die Händler an einem Strang ziehen würden...

    Das werdet Ihr nicht erleben.

    Es gibt hier und da kleinere Zusammenarbeiten, die sich oft nur daraus ergeben, daß einer die Werkzeuginitiative ergreift, das vorfinanziert und dann die anderen mit den Teilen beliefert. Aber oft genug läßt auch jeder sein eigenes Werkzeug bauen.

    Es gibt untereinander bisweilen ein beinahe schon krankhaftes Konkurrenzdenken, wo der eine dem anderen nicht das Schwarze unterm Fingernagel gönnt. Betrifft nicht alle, aber eine wirkliche Zusammenarbeit der 4-5 großen Anbeiter wird es dadurch leider nicht geben.


    Ich könnte auf Anhieb mindestens 5 Problemteile nennen, die keine Problemteile mehr wären, wenn die Händler mal miteinander reden und etwas anschieben würden. Aber daran glaube ich nicht mehr, denn ich bin zu dicht dran.

    Kupplungsbeläge sind nicht gleich.

    601 hat 160er Scheibe, 1.1 hat 180er. Und das Bohrbild ist auch noch unterschiedlich.


    Das Geräusch sind die Bremsklötzer der Scheibenbremse. Neue Formfedern drauf, dann sollte es aufhören - zumindest für eine gewisse Zeit. Je nachdem, wieviel Spiel die Beläge im Träger haben, kann man statt einer auch mal zwei Formfedern pro Klotz verbauen.


    Erfahrungsgemäß kommt das Klappern nach einiger Zeit wieder. Vor allem bei Nachbaubelägen, die man erst auffeilen muß damit sie überhaupt beweglich in den Sattel passen.

    Siehste Tim, auch Du siehst hier eine Tuning vs. Original-Diskussion.

    So wie Franky, der sich angegriffen fühlt.


    Aber eine solche Diskussion gabs hier gar nicht. Die wird nur hineininterpretiert. Und das zeigt, daß es in Wahrheit um etwas ganz Anderes geht. Um gekränkte Eitelkeiten nämlich.


    Hier ging es eigentlich um eine Bestandsaufnahme von Tatsachen. Wie diese Tatsachen subjektiv empfunden werden, ob ich nun mit meiner Annahme Recht habe daß originale 1.1 in der Minderheit sind oder nicht, ist dabei erstmal zweitrangig.


    Hier gab es aber an keiner einzigen Stelle einen Angriff auf Franks Projekt oder aufs Tuning allgemein - das könnt Ihr nun wirklich nicht behaupten. Deswegen finde ich eine Reaktion, in der Worte fallen wie Diskriminierung, einfach ein bißchen übertrieben. Insbesondere vor dem Hintergrund, daß im selben Atemzug wie beiläufig erwähnt wird, daß sich solche Projekte ja viele gar nicht leisten können. Wenn es in diese Richtung geht, wird's in Sachen Diskussionskultur schwierig. Weil sich nämlich der Verdacht einschleicht, daß es weniger um die Sache, als mehr um den Anspruch auf Anerkennung für eingesetzte Investmittel geht. Und das führt am Ziel ja doch relativ weit vorbei, würde ich meinen.


    Jedes Projekt führt zu Lob und zu Kritik. Egal ob Autos, Bauwerke oder eine neue Zeitschrift oder sonstwas. Damit muß man leben.
    Hier hat niemand Franks Projekt schlechtgemacht. Aber Meinungen müssen schon noch erlaubt sein.

    So, wie man es andernorts ertragen muß, daß ein Original-Instandsetzungsprojekt als inkonsequent bewertet wird weil man die Pappen drangelassen hat oder man dabei erwischt wird, wie falsch eingehängte Rückzugsfedern auf einem Foto ins Oldtimermagazin gerutscht sind... :zwinkerer::lach:


    Habt Euch liebt jetzt. :sonnenblume:

    Man kann sich auch 'reinsteigern...


    Niemand hat hier über Tuning geschimpft.


    Und diskriminiert wurde schon überhaupt niemand.


    Bisher ging es um die sachliche Analyse der Tatsachen - und die sind wie oben beschrieben. Weil der 1.1 nunmal die Möglichkeiten bietet.

    Wo ist da die Diskriminierung?

    Originale 1.1er sind definitiv die absolute Minderheit unter den 1.1ern und unter den Trabant überhaupt.

    Es geht nicht um Wertung dabei, sondern das ist eine Tatsache.


    Weil der 1.1er einfach mehr Möglichkeiten bietet, ihn auf ein Motorisierungsniveau zu heben, das mehr Spaß macht und alltagstauglicher ist als Serienzustand.


    Das ist eben so. Deswegen ist die Behauptung, es gäbe genug originale, einfach falsch. Es gibt fast gar keine mehr. Meinen inbegriffen. Der ist auch nicht original im engen Sinne.

    Beim 601 ist die Quote höher. Aber von dem gab es auch fast 3 Millionen Exemplare.

    Was immer man unter der Haube werkeln läßt...

    Nie - aber wirklich niemals - würde ich mich von der Serienfelge und der sonstigen Serienoptik des 1.1 verabschieden wollen. Daß es unter der Haube dadurch Grenzen gibt, die dem einen oder anderen nicht weit genug gesteckt sind, ist mir bewußt.


    Meiner ist mittelfristig nochmal grundsätzlich fällig. Nach 11 Jahren im Einsatz bei mir muß der Unfallschaden an der Front, den einer der sieben Vorbesitzer erzeugt hat, mal wirklich professionell gemacht werden. Und in dem Zusammenhang wird es auch nochmal Lack geben (müssen).
    Aber außen'rum immer schön 1.1 Stino. Gibt doch sowieso kaum welche.

    Die überwiegende Mehrheit aller 1.1 ist doch umgebaut - mehr oder weniger konsequent, aber verändert. Einen schicken Serien-1.1 sieht man im Straßenverkehr doch faktisch nie. Und selbst auf Treffen sind sie die absolute Ausnahme.