Posts by Deluxe

    Es kommt ja noch viel schlimmer...


    Die Ersatzteilkataloge und ihre redaktionelle Pflege waren, vorsichtig ausgedrückt, eine ziemliche Katastrophe.

    Und nicht nur beim Trabant. Das selbe beim Wartburg.


    Es gibt kaum eine Primärquelle zum Thema, die soviele Fehler enthält wie die Ersatzteilkataloge. Falsche Nummern, falsche Bezeichnungen, fehlende Baugruppen, falsch dargestellte Montagefolgen - alles reichhaltig vorhanden. Dazu kommen übersprungene Weiterentwicklungen, weil es gar nicht jedes Jahr einen neuen Katalog gab. In den 80er Jahren wurde gleich über mehrere Jahre die Neuauflage weggelassen - obwohl es wegen der größeren Menge an Veränderungen dringend nötig gewesen wäre. Da wurde gespart - oder es war zuwenig Papier da, kein Material, keine Leute - wie üblich eben. Mit Glück gab es ein paar Ergänzungsblätter ohne Zeichnungen, aber das war's dann auch schon.

    Weswegen ich die Ersatzteilkataloge selbst nur mit äußerster Vorsicht verwende.


    An die Fehlerquote der Ersatzteilkataloge kommt nur noch das Weber-Vergaserhandbuch in der DDR-Fassung heran. Nicht ohne Grund gab es dazu eine mehrseitige (!) Berichtigung als Einlegeblätter. :hmm:

    Jepp - Lenksäulen der alten Bauform - das vulkanisierte Gelenk ist gerne (auch schon mal ab-) gerissen. Musste ich am 66er letztes Jahr wg. deutlicher Rissbildung auch gg. die Hardyscheiven-Version ersetzen (Sicherheit geht in dem Falle vor Originalität ;)).

    Mein 66er fährt auch mit Hardyscheibe.

    Hatte noch eine Zeit lang eine große Schelle um den rissigen Gummipöpel gelegt, aber letztlich möchte ich gern gesund ankommen. Und die über 50 Jahre alte Gummimischung hat ihre Grenznutzungsdauer wirklich erreicht.

    Ich fahr ja auch nicht mit rissigen Reifen von 1966 rum.


    Bei kommenden Projekten werd ich wahrscheinlich von vornherein Hardyscheibe verbauen. Selbst sehr gute Gummipöpel aus Lagerbestand bekommen im Betrieb nach kurzer Zeit Risse.

    Einen Stand- bzw. Liegeschaden hab ich heute auch zerlegt.

    P65, Baujahr 1976, Nummer 65-223522

    Laufleistung unbekannt, Lagerzeit unbekannt, Lagerort Scheunen-Anbau, nicht ganz trocken aber auch nicht ganz naß. Lag auf irgendeinem Haufen Zeug, hab ich irgendwann mal geborgen.


    Kolben in den Zylindern festgegammelt.
    Alle Lager fest.

    Kolbenbolzen fest.

    Kurbelwelle im Gehäuseoberteil festgewachsen.

    Wegen der Stärke der Rostschicht ging ein Drehschieber nicht von den Stiften runter.

    Zylinder 2 mit zwei Zylinderkopfbolzen M12 ausgestattet.

    Vollschaftkolben mit Nadellagern, alte Wellenausführung passend zum Baujahr.

    Köpfe muß schonmal einer gewechselt haben - da waren welche mit 18er Kerzen drauf.

    Im Gehäuseunterteil tote Käfer, Spinnen und eine dicke Lage Dreck.


    In dem Gammelmaß ist es mir noch nie untergekommen.


    Vergleichsweise wenig Ölkohle, Kolben punktuell am Schaft stark korrodiert, aber ansonsten Laufbuchsen und Kolbenschäfte mit wenig Verschleißbild. Allzu viel wird der vermutlich gar nicht gelaufen sein, vermute ich. Aber das nützt nun auch nichts mehr.


    Die Originalwelle des 89ers hat nach 39.000km ihr Leben ausgehaucht. Allerdings war das 2015 - und bis ich das Auto 2007 kaufte, hatte es erst 13.000km auf der Uhr. War also mehr ein Standzeug. Bei mir stand er von 2012 bis 2014 auch nochmal zwei Jahre, hatte nach der Wiederinbetriebnahme sofort ein Lagergeräusch, das es beim Abstellen noch nicht gab. Kondenswasser-Rostschaden, vermute ich. Daraus schließe ich eher nicht auf die Allgemeinheit.

    Die regenerierte Welle jetzt 42.000km.


    Die WE-Wellen sollten ja laut damaligen Veröffentlichungen 100.000km halten. Und ich vermute, das haben die häufig auch geschafft - als der ganze Krempel noch nicht so alt war. Als mein Vater seinen 87er anno 1991 mit 65.000km verkaufte, klang der wie ein neuer. Davon gibts sogar noch eine Tonaufnahme.


    standard :

    Wie war das damals so im Werkstattalltag? War da irgendwas auffällig?

    Mal ein Praxisbeispiel...

    Die ersten Geräusche waren nach etwa 5000km Laufleistung wahrnehmbar.


    Schumann-Kurbelwelle, regeneriert 2015

    Laufleistung 42.000km, Alltagsbetrieb ganzjährig.

    Der Motor ist ausschließlich mit Addinol MZ 406 gefahren worden, immer 1:50, die ersten beiden Tankfüllungen 1:40, im Motor alles ölig.

    Ölkohleablagerungen: quasi keine - daran wird es also nicht gelegen haben. Bliebe die Qualität der Lager selbst, die im Verdacht steht.


    Schwungradseite: Lagerkäfig zerfallen

    Mittellager: eins mit massiver Geräuschbildung, eins noch einigermaßen normal

    Riemenscheibenseite: Lager schwergängig


    Als Müller Freiberg noch Wellen machte, hat er mir mal erzählt, daß er in regelmäßigen Abständen Lager in Fraureuth bestellt.


    Wo kommen die heute her?

    Bestellen die jetzt alle Regenerierer in Zwickau?


    Meine letzte Schumannwelle hat nach 5000km angefangen, Geräusche zu machen. Jetzt fliegt sie erstmal raus. :traurig:

    Ich würde wetten, daß die und andere Zeichnungen im Staatsarchiv Chemnitz liegen. Aber nicht einzeln, sondern in dicken Mappen voll Unterlagen.

    Wenn ich mal wieder dort bin, schaue ich nach - aber das wird dauern.


    Ich muß mir ohnehin das ganze Zeug mal stückweise ansehen - aber das ist Arbeit für Monate.

    Ein Wundermittel für Dachhimmel sind diese feuchten Baby-Pflegetücher. Klingt komisch, funktioniert aber.

    Bei meinem 70er hat das damals für enormen Reinigungseffekt (war ein Raucherauto) gesorgt.

    Aggressiv ist es nicht, aber es nimmt den Dreck weg.


    Müßte ich beim 66er auch mal machen...

    Als nationaler Gedenk- und Feiertag wäre der 9.11. durchaus geeignet. Nicht trotz, sondern wegen seiner ambivalenten Geschichte.


    Der 9.10. hätte uns auch recht gut angestanden. Immerhin entschied sich an dem Tag in Leipzig, in welche Richtung sich der Herbst 1989 überhaupt entwickeln würde. Wer 36 Jahre lang den 17. Juni als Staatsfeiertag beging, der hätte auch mit dem 9. Oktober leben können, denke ich.


    Der 3.10. hingegen ist als Datum für mich bedeutungslos, da er ein, besonders vom Bundeskanzler forcierter, letztlich willkürlich festgelegter Tag war, der vor allem eine Aufgabe hatte:

    Einen 41. Jahrestag der DDR zu verhindern.


    Der für mich persönlich wirkliche Nationalfeiertag wird der Tag sein, an dem sich die Deutschen nach einer ausgiebigen öffentlichen Diskussion und viel Volksbeteiligung endlich eine neue, echte Verfassung geben und die Übergangslösung Grundgesetz zu den anderen historischen Akten legen...

    Entweder Leichtbau oder viel passive und aktive Sicherheit. Beides zusammen geht nicht.


    Der SUV hat unbestritten enorme Vorzüge:

    Viel Platz, viel Sicherheit für die Insassen, ordentliche Anhängelasten...


    Daß man das mit Nachteilen erkauft, steht außer Frage. Die bewegten Massen sind eigentlich indiskutabel und ein kleinerer Unfallgegner zieht schon aufgrund der Massendifferenzen immer den kürzeren.

    Bleibt nur, selbst auf SUV umzusteigen, um die mathematische Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, aus Unfällen gut rauszukommen. Sagt einer, der mit Kind und Kegel alltäglich Trabant fährt. Tja...

    So mancher SUV ist angesichts seiner Leermasse sogar untermotorisiert, das muß man auch sehen.


    Relativ ist der Verbrauch der Autos seit 80 Jahren stets gesunken. Absolut braucht ein heutiger Benziner nicht wesentlich weniger als ein DKW F8 von 1939. Nur daß er das bei deutlich mehr Leistung und mehr Gewicht macht. Ökologisch keinerlei Vorteil, nur rechnerisch. 10 Liter Erdöl sind und bleiben 10 Liter Erdöl, egal ob man damit 700kg oder 2,5t bewegt.

    Der Barkas stand im Laufe seiner Produktionszeit mehrfach ernsthaft zur Disposition.

    Die Stückzahlen waren selbst unter DDR-Bedingungen indiskutabel und unwirtschaftlich.


    Was ihn immer wieder gerettet hat war der Mangel an Import-Alternativen. Durch die Bilanzierungen im RGW konnte nicht einfach irgendwo gekauft werden. Und NSW-Importe in solchen Größenordnungen standen ohnehin nicht zur Debatte.