Beiträge von Postkugel

    Tim,


    der von Dir geschilderte Zusammenhang ist mir beim Betrieb der "Barthelbombe" (DDR Benzinkocher "Juwel") bewusst geworden. Dieser neigt sehr gern zum Verstopfen (Verkoken des Steigrohres) gleich nach dem Vorheizen, aber nur, wenn man die Feinheiten der Bedienung nicht kennt.


    Wichtig ist dort, dass man die Vorheizzeit bei Kraftstoffen, welche einen hohen Anteil langkettiger Kohlenwasserstoffe besitzen (bspw. Siedegrenzbenzin 100/140, Tankstellenbenzin ja nach Herkunft->"Russenbenzin" (Ostfinnland!) brennt sehr gut, ist aber diesbezueglich eine Katastrophe!), kurz haelt. Beim Kocher sollte man den Kraftstoffhahn oeffnen, sobald halbwegs genuegend Druck aufgebaut ist, dass er mit Brennen beginnt. Sonst kommt es zu den gefuerchteten Ablagerungen.


    Beim 2T-Trabimotor passiert nach meiner Hypothese im Kurbelgehaeuse das Selbe, und zwar nach dem Abstellen eines heissen Motors. Ich bin mir des Problems bei meinen Untersuchungen zu Heisstartproblemen so richtig bewust geworden, weil dann die Wandfilmeffekte im Kurbelhaus aufgrund der fehlenden Fahrtwindkuehlung signifikant zunehmen.


    Im brandenburger Flachland laesst sich das vermutlich nur im Anhaengerbetrieb reproduzieren, aber hier im Harz oder in den Alpen gelingt es auf Anhieb. Deshalb lasse ich inzwischen einen sehr heissen Motor vor dem Abstellen 2-3 Minuten im Standgas nachlaufen. Nach Stadtverkehr oder im Winter ist das natuerlich nicht notwendig.

    Fuer die SY360/1 kann man als Ersatz "Irgendwas" nahemen, es muss lediglich die Strombelastbarkeit und die Spannungsfestigkei stimmen (eine 1N4148 ist dann doch ein bisschen zu schwach).


    Bei den EInpressdioden gibt es ebenfalls einen Ersatztyp (BYX 21), wird aber m.E. nur noch in einer Polaritaet gefertigt (fragt mich jetzt bitte nicht ob A oder K am Gehaeuse).


    Ich habe gerade nochmal geschaut: Diodec hat auch noch Einpresdioden im Programm, die BYX sind wohl noch schwerer zu bekommen, wie die SY. Jedenfalls sind die Teile keine Mangelware.

    Oh, das wird aber jetzt hier politisch. Alsooo, pschhhht! :thumbsup:


    Man kann es zwar keiner Firma vorwerfen, wenn sie ihr Produktportfolio weiter entwickelt, denn es ist schon ein Unterschied, ob ich nur meine Leute ernaehren muss oder profitable Liebhaberei betreibe.


    Allerdings finde ich es schade, wenn man ein Produkt einfach so aufgibt, ohne wenigstens den Versuch zu starten, einen Nachproduzenten zu finden. Und der haette sich in Sachen Zuendspulen bestimmt gefunden, da bin ich mir ganz sicher.

    Allerdings muss zur Ueberpruefung der Geberfunktion die Spannung am Signalausgang des Gebers (Klemme 7g) gegen +12V (Klemme 15g) und *nicht* gegen Masse geprueft werden, weil der Geber das Signal gegen Masse schaltet.


    Super Schaltplan, so schoen wuerde der bei mir sicher nicht aussehen :D

    Ganz allgemein, ohne dass ich jetzt auf einen konkreten Hersteller eingehen will: Es wird viel von Flexibilitaet, Industrie 4.0 usw. geredet. Schaut man dann aber mal *richtig* hinter die Kulissen, findet man oft propritaere, auf Grossmengen hin opimierte Fertigungslinien. Die Fertigungs- und Finanzierungsplanung im Zulieferbereich der Automobilindustrie laeuft nicht selten so ab, dass die Investition auf 4-6 Jahresvertraege durchgerechnet sind, Da mal eben 1-2 Gitterboxen eines anderen Produktes mit durchlaufen zu lassen, ist kaum moeglich, zumal dann, wenn noch eine Bank ihre Finger mit im Spiel hat.

    Mit dem Vorwiderstand schuetzt Du die EBZA, *aber*:


    Der hoehere ohmsche Anteil verringert Deine Zuendspannungsreserve. Die "blauen" sind schon ohne den Vorwiderstand etwas schlechter wie die originalen Zuendspulen, koennen jedoch mit ihrem grossen Strom noch einiges herausholen. Zudem erwaermen sich die Spulen im Betrieb mit der EBZA recht stark, was deren Zuendenergie weiter abnehmenn laesst. Mit vorgeschaltetem Widerstand muesstest Du etwa auf dem Niveau der kleinen 12V-Spulen herauskommen. Habe ich noch nicht getestet, kann mir das aber gut vorstellen. Ich werde diese Kombination bei Gelegenheit mal durchmessen.


    Damit kann man zwar fahren, aber optimal ist das nicht.


    Aber eigentlich gehts hier wohl um Schwingungsdaempfer...

    Die Kette ist immer so stark, wie ihr schwaechstes Glied. Nimm Dir mal ein Datenbbaltt eines x-beliebigen Transistors und schau Dir dort an, welche Parameter unter "Absolute Maximum Ratings" genannt werden. Es genuegt nicht, wenn nur ein Parameter erfuellt wird, es darf kein einziger ueber/unterschritten werden! Daneben sind dann noch die Betriebsparameter auf der folgenden Seite incl. der dort angegebenen Toleranzen einzuhalten. Ich denke, der Vergleich mit dem Reifen trifft es.


    Glaube nicht, dass es so einfach war, die MBZA auf die jetzt mit der blauen Serie moeglichen 5A zu trimmen. Ich habe dazu eine ganze Reihe von Versuchsmustern gebraucht, die ich nicht mit den Augen und Gehoer (irgendwie faengt bei mir ab ca. 15 Bilder/s "Kino" an) sondern mit dem Oszi untersucht habe. EInige interessante Sachen finden in Zeitraeumen von wenigen µs statt! Und letztendlich hat sich ein "Aussenseiter" qualifiziert, dessen Beschaffung hierzulande nicht gerade trivial ist.

    Wenn ich mal eine EBZA repariere, verbaue ich als Ersatztransistoren fuer die Endstufe Teile, welche 10A (Peak 15A) aushalten. Und trotzdem gehen die nur bis 3,5A zu belasten. Obwohl die nichtmal vom Erich handgeschnitzt sind sondern vom boesen Klassenfeind aus laufender Fertigung stammen...

    Hoffentlich hast Du ein geeichtes Messgeraet. 2-3 10tel sind fuer ein Wald- und Wiesenmultimeter schon eine Herausforderung. Also Nullabgleich nicht vergessen.


    Und bitte die Spulen im kalten Zustand messen. Der Primaerwiderstand steigt im Betrieb um gut und gern 0,5 Ohm.

    @TV Danke fuer das Zitat. :)

    Also die NGK sind vergleichbar der Beru ZS106, haben 3,8Ohm

    Falsch. Laut Datenblatt haben die ZS106 3,3 Ohm. :tkopf:


    Das macht nach Eva Zwerg einen Kaltprimaerstrom von 4,3 A, was fuer die EBZA definitiv zu viel ist :dududu:


    Ein weiterer Nachteil der Ersatzspulen besteht auch in deren meist geringeren Induktivitaet im Vergleich zum Original. Ich habe von den ZS106 zwar noch kein Oszillogramm erstellt (wenn mir mal einer ein Exemplar zukommen laesst, mache ich das gern und stelle die Ergebnisse der Oeffentlichkeit zur Verfuegung), aber hatte schon allerhand andere Typen auf dem Seziertisch. Bspw. duerfte die 9 224 771 008 von Bosch der zitierten ZS106 recht nahe kommen. Deren Funkenbrenndauer liegt aber nur bei 2,5 ms, waehrend es die Originalspulen auf 3,1 ms bringen. D.h., wir liegen mit der ZS106 wahrscheinlich auf dem Niveau der kleinen 12V-Zuendspulen aus DDR-Produktion (Moped, Wartburg).


    Selbst die sog. "blauen" Bosch mit ihrem doch recht grossen Primaerstrom (fuer die EBZA vollkommen ungeeignet) , schaffen mit 2,9 ms nicht ganz die selbe Funkenbrenndauer wie die Originalspulen, aber das liegt m.E. noch im Toleranzbereich. Deshalb ist dieser Typ fuer mich auch die erste Wahl, wenn es um Ersatzzuendspulen geht - natuerlich ein entsprechendes Zuendsteuergeraet vorausgesetzt, welches mit den hohen Primaerstrom auch umgehen kann.


    Zwar laeuft der Motor auch mit einer auf 2,5 ms reduzierte Funkenbrenndauer erst einmal. Das Problem lauert an anderer Stelle: Der Trabantmotor hat grundsaetzlich ein Heisstartproblem, weil das Gemisch wg. Wandfilmeffekten im Kurbelgehaeuse dabei stark ueberfettet. Benutze ich jetzt Zuendspulen mit geriger Induktivitaet, so reicht deren Zuendspannungsreserve oft nicht aus, um dieses fette Gemisch noch zuverlaessig zu zuenden (das ist auch der Grund, warum im Rennsport sehr gern die VW-Kompaktzuendmodule eingesetzt werden).


    Auch andere Probleme im Hochspannungteil, wie sie nach meiner Erfahrung leider an jedem zweiten Trabi anzutreffen sind, sogen dann zusammen mit ungeeigneten Zuendspulen fuer "derfekte Zuendkerzen".Und dieses Fehlerbild ist echt zum Haareausreissen: Sprit ist da und bei rausgeschraubten Kerzen auch ein Funke. Aber der Motor will einfach nicht anspringen...


    Also mein Angebot steht: Ich schaue mir die ZS106 gern mal genauer an, wenn ich ein Exemplar davon erhalte.

    Und wenn es nur ein Stück passendes Kabel aus einem alten Kabelbaum ist...



    Unsinn. Kabel / Leitungen gibt es in saemtlichen kunterbunten Farben aus laufender Fertigung. OK, nicht vielleicht als Meterstuecke. Aber wer da Bedarf hat, kann mir schreiben. Auch Schrauben muss man nicht horten, der gut sortierte Normteilehandel hat alles, was das Herz begehrt.

    Tscha, das ist das Leid, welches man ertragen muss, wenn man zwischen Baum und Borge steht.


    Meine Motorenteile reichen bspw. fuer den Eigenbedarf locker zu. Nur kann ich niemanden mit versorgen. Wer also mehr machen will, wie seinen eigenen Motor ueberholen, steht irgend wann vor der Teilefrage. Und damit auch vor der Investitionsfrage. Mit der Trabitronic war ich auch irgendwann einmal an so einem Punkt. Heute bin ich froh, mich fuer die gewerbliche Schiene entschieden zu haben. Damit stehen mir ganz andere Moeglichkeiten offen und ich habe Zugriff auf Teile und Verfahren, welche Conrad & Co. nicht bereit halten. Es gibt etliche Zulieferer, die erst einmal nach der Gewerbeanmeldung rufen, ehe sie einAngebot schicken.


    Ich denke, jeder der langfristig fuer andere Leute Motoren bauen will, muss ueber kuerz oder lang investieren und mit anderen kooperieren. Es lohnt!

    Und alle reden von Industie 4.0. Losgroesse 1 ist angesagt. Und das zum Serienpreis. Auf der Hannover-Industrriemesse wurde das doch von unserer Obrigkeit gross herumgetoent. Also Butter bei die Fische! Oder sind wir hierzulande tatsaechlich rueckschrittlicher, wie uns die Grosskopferten weismachen wollen? Nur warme Luft oder was?


    Naja, ich gehe jetzt mal den E-Van eines sueddeutschen Herstellers bestellen. Brauche eine neue Familienkutsche. Ich nehme aber erst einen ab Seriennummer 1000001. Den davor bekommt schliesslich 2020 die Bundestante. Hat sie (naja, so aehnlich :doof:) gesagt.


    PS: Mei, bin ich mal wieder zynisch...

    Ein Handler ist (meist) kein Hersteller und ein Hersteller kein Haendler. Die Logistik ist eine komplett andere und davon abzuweichen, ist wirtschaftlicher Unfug. Und das sich Haendler fuer ein Grossprojekt zusammentun, ist aufgrund der Wettberwerbssituation abwaegig.


    Der Privattrabantfahrer wird immer an die wenigen Kolben herankommen, die er alle Jubeljahre mal fuer die Ueberholung eines Motors braucht. Da gibt es noch genuegend Altbestaende. Anders sieht es mit Leuten aus, die gewerblich Motoren ueberhoen. Da muss man sich dann irgendwann einmal ueberlegen, ob man eine entsprechende Investition taetigt, sein Geschaeftsmodell aufgibt oder konsolidiert. Wer ernten will, muss auch saeen.


    Aber manches mal ist es natuerlich zum Maeusemelken: Ich hatte neulich auch die Situation, dass ich 1,5 KEuro hatte in ein 30 Cent-Teil investieren koennen, von dem ich im Jahr 3 Stueck brauche. Man kann dann nur schauen, dass man Alternativen findet. Wenn dann aber wer fuer das 30-Cent Teil plotzlich 80 EUro verlangt, kommt man doch wieder ins gruebeln. Ich hasse es, einzukaufen....