Beiträge von Postkugel

    Ein Handler ist (meist) kein Hersteller und ein Hersteller kein Haendler. Die Logistik ist eine komplett andere und davon abzuweichen, ist wirtschaftlicher Unfug. Und das sich Haendler fuer ein Grossprojekt zusammentun, ist aufgrund der Wettberwerbssituation abwaegig.


    Der Privattrabantfahrer wird immer an die wenigen Kolben herankommen, die er alle Jubeljahre mal fuer die Ueberholung eines Motors braucht. Da gibt es noch genuegend Altbestaende. Anders sieht es mit Leuten aus, die gewerblich Motoren ueberhoen. Da muss man sich dann irgendwann einmal ueberlegen, ob man eine entsprechende Investition taetigt, sein Geschaeftsmodell aufgibt oder konsolidiert. Wer ernten will, muss auch saeen.


    Aber manches mal ist es natuerlich zum Maeusemelken: Ich hatte neulich auch die Situation, dass ich 1,5 KEuro hatte in ein 30 Cent-Teil investieren koennen, von dem ich im Jahr 3 Stueck brauche. Man kann dann nur schauen, dass man Alternativen findet. Wenn dann aber wer fuer das 30-Cent Teil plotzlich 80 EUro verlangt, kommt man doch wieder ins gruebeln. Ich hasse es, einzukaufen....

    Kann mir jemand sagen, wie stark eine neue Hinterfeder (Blattfeder) fuer den Kombi gesprengt sein muss?


    Hintergrund: Ich habe hier eine als werksneu deklarierte Feder (8 Lagen, die 3 unteren 6mm stark, die anderen 5mm, Sprengung 19,5 cm, Ausfuehrung mit Plastigzwischenscheibe zw. den beiden unteren Lagen) und als Vergleich eine zu DDR-Zeiten regenerierte Feder, die 12 Jahre in meinem Kombi gelaufen ist, welche 9 Lagen besitzt (alle Lagen 5mm) und deren Sprengung im ausgebauten Zustand immer noch 23,5cm betraegt, obwohl das Fahrzeug bei Beladung doch recht stark durch hing.


    Nun habe ich Angst, dass die neue Feder zwar neu ist, es sich dabei jedoch um eine Tieferlegungsfeder handelt. Kann mir also jemand das SOLL-MAss bezueglich der Sprengung nennen?

    Wenn's aus dem Inneren des Motors kommt, hilft am Besten: Zerlegen. Alles andere ist Zeitverschwendung. Da koennen wir hier noch so viel herumlabern, vom Schwaetzen wird's nicht besser.


    Einzig, ich wuerde zuvor mal kontrollieren, das nicht die Schleuderscheibe zw. Keikriemenscheibe und Kurbelgehaeuse Spiel hat. Ist mir mal vor 'zig Jahren passiert, weil ich die Keilriemenscheibe etwas dick mit 2K-Lack lackiert hatte. Der Lack hat dann bei Waeme nachgegeben und es gab Luft. Ich musste lediglich die Mutter der Keilriemenscheibe etwas nachziehen, und schon war das Klackergeraeusch verschwunden.

    Ein paar Denkanstoesse:


    Luefterrad der Lima schleift an der Mutter von der Aufhaengung?


    Alle Anbauteile abbauen (incl. Lima und Kuelluftgehaeuse). Motor ohne Anbauteile starten und im Leerlauf tuckern lassen. Keine Angst, 1 Minute haelt der das problemlos aus. Die Zeit reicht, um herauszufinden, ob das Klackern von einem Anbauteil kommt oder aus dem Inneren des Motors.


    Dann systematisch weiter suchen. Geraeuschdiagnosen ueber das Internet sind ansonsten eine recht fruchtlose Sache. Das kannst Du selbst am Besten.

    Sooo, das Raetsel ist geloest: Der Schaltfinger war falsch herum auf der Welle montiert (vgl. Hegau's Anleitung auf Seite 66 u. 67). Der Finger ist (zumind. bei meinem Getriebe) nicht gerade sondern nach einer Seite in achsiale Richtung geneigt (irgendwie sieht der Finger auf Hegau's Bildern gerade aus...).


    Ich hab den Finger jetzt so herum montiert, dass er in Richtung der Schaltwellen geneigt ist. Damit ist das Problem behoben.


    Zuvor war er in Richtung Gehaeusewand geneigt. Zieht man in dieser falschen Einbaulage die Schaltstange ganz heraus, um in den 3. Gang zu schalten, dann rutscht der Finger ein Stueck weit aus der Schaltgabel heraus und verklemmt sich zw. Gabel und Getriebegehaeuse. Das lustige ist, dass man dennoch ganz normal schalten kann und wenn man die Schaltstange nicht ganz bis zum Anschlag heraus zieht, merkt man auch nichts. Deshalb ist mir bei der Montage auch nichts aufgefallen....


    @Hegau

    Evtl. solltest Du diesen Hinweis noch in Deine Anleitung mit aufnehmen. Ich bin sonst bestimmt nicht der letzte, dem das passiert :schock:

    Nachdem wir mal ein Gussmodell vom Drosselbody des Einspritzers gemacht hatten und sogar ein Angebot vom Werkzeugbau vorliegt, stelle ich mir die Kolbenhestellung nicht sooo schwierig vor, wenngleich eine kostenguenstige Umsetzung dieses Projektes sicherlich einige Erfahrung auf diesem Gebiet benoetigt. Den Investaufwand schaetze ich mal so auf 10-15 T Euro (je nach vorhandener Erfahrung im Gussbereich und der Nutzung des "Eda-Effektes" bei den notwendigen Werkzeugmaschinen).


    Allerdings befuerchte ich, dass bei einer derartigen Kleinmenge unter einem EVP-Stueckpreis von 100 Euro nicht viel gehen wird. Nicht vergessen: Davon gehen dann ca. die Haelfte an Vater Staat und den Handel. Und die Teile fuer 50 Euro in Kleinserie herzustellen, ist schon recht sportlich. Und da sind wir auch schon wieder bei der Konkurrenz in Form von Altbestaenden. Ich denke, die Sache wird evtl. in 10 Jahren mal interessant.

    Ehrlich gesagt ich will nicht wissen wie die dann aus schauen, viele deutsche Firmen bekommen das nicht mal geregelt,

    Das muss heissen "viele deutsche Firmen bekommen das nicht mehr geregelt." Dieses Land befindet sich doch in vielerlei Hinsicht im Sturzflug. Dekadenz lass gruessen. Wenn das so noch ein paar Jahre weiter geht, dann lachen uns die Chinesen so laut aus, dass man es bis hierher hoert.

    Und man sollte auch nicht vergessen, dass mikroprozessorbasierende digitale Zuendungen noch ein paar andere Dinge abseits der Zuendwinkelverstellung mitbringen, wenn man mal eine Serien-EBZA gegenueber stellt:

    - Ruhestromabschaltung

    - alternative Zuendspulen

    - erweiterte Diagnosemoeglichkeiten

    - begrenzung der Spulenladezeit (damit weniger Erwaermung der Spulen -> mehr Zuendenegrie, geringere Alterung der Spulen)

    - ggf. Leerlaufstabilisierung

    - geringere Nebenschlussempfindlichkeit


    reicht das? Ich denke jedenfalls, selbst ohne "fuehlbare" Mehrleistung lohnt das schon.


    Man sollte nicht vergessen: Es geht bei einer modernen Zuendanlage nicht so sehr um Mehrleistung, sondern um die Verbesserung der Alltagstauglichkeit.

    Aenderungen an der Motormechanik oder der Abgasanlage zielen zwar nicht in eine voellig andere, aber auch eben meist auch nicht in die selbe Richtung.

    PS: Ich gebe Frank uebrigens Recht. Der "Hebel" Kraftstoff ist bezueglich der Motorleistung wesentlich wirkungsvoller wie eine Verstellung des Zuendzeitpunktes. Beim EInspritzer habe ich zum Schluss auch mehr an den EInspritzwerten wie an den Zuendwinkeln herumgestellt. Was ich aber niemals mache, ist Leistungsklingeln auf dem Wege von mehr Kraftoff zu bekaempfen, wenn es durch eine kleine Zuendwinkelkorrektur auch geht. Diese "fuehlt" man hinsichtlich der Motorleistung nicht - den denkbaren Mehrverbrauch durch ein fetteres Gemisch aber schon. Spaetestens beim Blick ins Portmonee nach dem naechsten Besuch einer Tankstelle.

    Eine Zündkurve brauche ich nur um an einem Motor Klingeln zu vermeiden, wenn es denn nicht mit Sprit weg geht.

    Dein Denkansatz ist falsch herum. Feuer loescht man nicht mit Benzin, auch wenn das grundsaetzlich geht. Ich denke, darin liegt Dein Problem mit dem variablem ZZP innerhalb der gesamten Abstimmung.


    Leistung wird zunaechst mit Kraftstoff erzeugt. Klingeln dann ueber den ZZP vermieden. Sorum wird ein Schuh draus.


    Bei einem passenden ZZP klingelt der Motor selbst bei Supermagermix, sofern der "Rest" passt, definitiv nicht. Das kann ich dir gern am Einspritzer vorfuehren. Da kann ich sowohl in Richtung "zu fett" als auch "zu ager" gehen. In beiden Faellen fehlt spuerbar Leistung, aber Klingeln tut da nichts.


    Warum soll ich denn unnoetig teures Benzin vergeuden, wenn es auch durch eine simple Verstellung des ZZP (ohne Nennenswerten Leistungsverlust) geht?

    Aber egal,erst muss man mal was sehen, bislang gab es ja nur Ankündigungen und es wäre nicht das erste mal wenn es dabei bleibt.

    Das liegt einfach daran, dass viele den Aufwand unterschaetzen, welcher notwendig ist, um von einem Labormuster zu einem Serienprodukt zu kommen.


    Ich plaudere jetzt mal aus dem Naehkaestchen: Wenn man es bis zu einem passabel funktionierenden Muster geschafft hat, liegen noch etwa 2/3tel des Weges vor einem. Mit etwas Erfahrung kann man das Verhaeltnis auf 50:50 bringen, aber das erfordert bereits bei der Entwicklung ein gewisses Vorausdenken, wozu es wiederum Erfahrung bedarf.

    Wenn "die guten Originalen" so betonhart sind, dann kann man die Ersatzgummis doch gleich aus Beton machen :D EInfach eine Form bauen und giessen. Da kosten dann 500 Stueck soviel wie ein LAgerexemplar :thumbup:


    Ich habe oben einen Link zu vernuenftigen Teilen gesetzt. M.E. erledigt sich damit jegliche weitere Diskussion ueber Butter- und Betongummi. Im uebrigen war der DDR-Gummi so dolle auch nicht immer. Selbst im Neuzustand. Die originalen Lenkmanschetten waren nicht selten nach ca. 4 Jahren rissig. Ok, osteuropaeische NAchfertigungen schaffen das tlw. schon nach einem Jahr 8o


    Wenn sich also hierzulande jemand den Aufwand macht, mit entsprechendem Fachwissen was Vernuenftiges herzustellen, sollte man das unterstuetzen und die uralt-Lagerware nur noch im Ausnahmefall verwenden.

    Oelquellen :D :
    - Kolbenringabdichtung
    - Vergaserueberlauf
    - undichtes Getriebe (Abschlussdeckel, Stehbolzen hinterer Haltewinkel, Tachowellenanschluss, ueberfuelltes Getriebe, Wellendichtringe)
    - Zylinderkopfdichtungen
    - selten: Zylinderfussdichtungen, Kuerbel/Getriebegehaeuse


    Durch die Luftstroemung im Motorraum wird alles schoen verteilt, dass es oft schwer faellt, die Ursache ausfindig zu machen. Von irgendwelechen "Dichtsaetzen" rate ich ab. Besser die genannten Punkte abarbeiten.


    Ach ja: Wenn Motor und Getriebe schon eine "Kruste" angesetzt haben, moechte ich den Wartungszustand des Fahrzeuges besser nicht kennen...