Beiträge von Gunnar

    Ich finde was ganz anderes interessant: der Scheinwerfer ist offensichtlich fest montiert, trotzdem liegt mit der LED die Hell-Dunkel-Grenze ganz eindeutig höher. Würde für mich bedeuten, die Lampengeometrie ist unzureichend.


    Ansonsten bleibe ich dabei: auch bei korrektester Einstellung läßt es sich (z.B. am Berg) nie ganz verhindern, daß ich den Gegenverkehr auch mit Abblendlicht voll blende. Wenn der Gegenverkehr dann mit der LED mehr als doppelt so stark geblendet wird wie mit der H4, dann ist klar, daß der dann erstmal nur Sterne, aber keine Straße mehr sieht.

    (und daß die Blendung im an sich nicht beleuchteten Bereich auch größer ist, wurde ja auch eindeutig gemessen)


    offtopic

    Aber vielleicht brauchen wir demnächst gar keine Scheinwerfer mehr, wenn die ultra-hyper-super-Sommerzeit ganzjährig eingeführt wird. Dann ist's bis nachts um 2 taghell ;)

    Dumm nur, daß die Schulkinder dann nicht nur im Winter, sondern auch im Frühling und Herbst im Dunkeln zur Schule gehen müssen, aber das ist für die Befürworter der ganzjährigen SZ ja offensichtlich kein Problem... :doh:

    offtopic Ende

    Auf den Bildern von heute ist zwar alles hübsch und in Ordnung, aber es wirkt irgendwie erdrückend, weil mittlerweile so gut wie jede Lücke zugebaut ist. Auf den Bildern von damals ist alles etwas luftiger ... als Kriegsfolge gerade in den 60ern sicher oft unfreiwillig, aber der Stadtlandschaft tun solche Freiflächen schon ganz gut.

    Wenn ich das hier so lese, bekomme ich den Eindruck, ich müßte wohl voll der Held sein :grinsi: immerhin fahre ich Scharnierwellen seit 2007 im Alltagsbetrieb. Grob geschätzt 250000km mit 2 Sätzen.


    Ich sag mal so: man gewöhnt sich an alles, Übung ist alles, dann gehen auch nachfetten und Manschette montieren fix von der Hand.

    Am Lenkrad darf nix wackeln, sonst stimmt die Schmierung nicht (zu wenig oder ungeeignetes Fett). Wenn was wackelt, sind es (bei mir bisher immer) ziemlich deutliche Querschwingungen, merkt man gut im Gasfuß, kam bisher immer von den inneren Antrieben. Flattern im Lenkrad gibts eigentlich nur, wenn die Schmierung außen am Gelenk nicht stimmt. Hatte ich bisher nur einmal bei ner Überführungsfahrt.

    Ich persönlich bin ja der Meinung, das eigentliche Problem sind die Gleitsteine am inneren Antrieb. Seit ich dort konsequent und sehr reichlich mit LM47 schmiere, laufen die Scharnierwellen - für ihre Verhältnisse - eigentlich ganz gut. Immerhin seit 160000km...

    Ja und? Mich fragt auch keiner, ob ich mich durch die super tollen Xenon- und LED-Funzeln geblendet fühle. Und? Soll die Antwort jetzt sein, daß sich jeder nen Sportplatzflutlicht aufs Dach schraubt und sich freut, daß er alle anderen jetzt noch mehr zurück blendet? Das ist doch Käse...


    Ein vernünftiger Ingenieur muß doch einen Scheinwerfer zustande kriegen, der gutes Licht gibt, ohne massiv zu blenden, alles andere ist doch nen Armutszeugnis! Hell kann jeder, das rechtfertigt nicht die hohen Preise, die in Dtl. und Europa dafür verlangt werden. Für gutes Geld MUSS aber auch ingenieursmäßige Intelligenz drin stecken, ansonsten ist das nur überteuertes blendendes Geraffel.

    Aber man müßte doch mit einem Belichtungsmesser an einer weißen Normwand im definierten Abstand ganz gut messen können, welcher Scheinwerfer wie viel in den Bereich über der Hell-Dunkel-Grenze feuert.

    Ach ab 80km/h schon? Das ist ja noch krimineller, als ich dachte...


    Beim TÜV fällt man durch, wenn die Einstellung nicht stimmt, aber ob die Scheinwerfer sich beim Fahren von alleine hochschrauben, interessiert kein Aas mehr. Ist doch krank...

    Doch, auch "einfach nur zu hell" hat was mit blenden zu tun, weil eben das Auge unweigerlich auf das hellste Objekt adaptiert und man nichts anderes mehr sieht. Genau deswegen gibt es Obergrenzen für die Wattzahl von Scheinwerferglühlampen. Es geht eben auch nicht darum, ob irgendwelche anderen schlecht eingestellten Scheinwerfer blenden (das ist ja klar) sondern wie stark ich durch einen korrekt eingestellten (z.B. LED-) Scheinwerfer in meiner Sicht beeinträchtigt werde.


    Wenn ich mal von mir ausgehe:

    ich blende nur auf, wenn der Gegenverkehr nicht abblendet. Wenn ich sehe, daß der Gegenverkehr Abblendlich an hat und mich quasi serienmäßig gewollt blendet (das kann man mMn sehr gut unterscheiden) dann blende ich auch nicht auf. Wozu auch?

    Man kann es dem Verbraucher auch kaum verübeln, daß er gutes Licht toll findet. Bis zu einem gewissen Grad kann man Blendung ja auch durch eigene Helligkeit ausgleichen, aber nicht 1:1; ich empfinde das als eine sehr kontraproduktive und gefährliche Entwicklung.

    Witzig ist auch, daß 100W-Lampen verboten sind. Warum? Weil sie blenden könnten? Pffff :bäh:

    (jetzt konnte ich mir so einige Gedanken doch nicht verkneifen; falls es zu viel offtopic ist, bitte nicht einfach löschen, sondern mir Gelegenheit lassen, den Text in ein anderes Thema zu kopieren)


    Richtig, normalerweise dürften richtig eingestellte Scheinwerfer gar nicht blenden. Tun sie in der Praxis aber trotzdem, und zwar zu oft. Vom Gefühl her (mit ner Messung *) kann ich leider nicht dienen) sogar umso schlimmer, je moderner die Fahrzeuge sind.

    *) Messungen sollte man aber auch nicht überbewerten. denn ob man sich geblendet fühlt, kann mit ner Messung eh nur sehr begrenzt abgebildet werden. Wenn sich aber immer mehr Fahrer geblendet fühlen, sollte man das ernst nehmen und die Messungen/Prüfungen kritisch kontrollieren, statt einfach immer leistungsfähigere Scheinwerfer zu entwickeln.


    Zum Thema Blendung:

    a) Fakt ist: ein Lichtstrahl (ich nehm jetzt mal einfach dieses Modell) blendet uns nur, wenn er direkt in unser Auge fällt. Wandert er an uns vorbei, dürfte er uns eigentlich nicht blenden, aber

    b) unser Auge adaptiert bei Dunkelheit unwillkürlich auf den hellsten Gegenstand, in dem Falle also auf die Lichtquelle.


    Und nun fangen die Probleme an.

    c) Aus stylischen Gründen werden Scheinwerfer immer kleiner, bisweilen sind's nur noch kleine Linsen oder Leuchtpünktchen. Ich laß jetzt das physikalische Fachzeugs mal größtmöglichst weg, aber vereinfacht kann man sagen: je kleiner die Lichtquelle (der Scheinwerfer), desto heller muß sie leuchten, um die gleiche Lichtmenge auf die Straße/auf die Fläche zu bringen. Falls also unser Auge mal direkt von einem Strahl aus so einer kleinen ultrahellen Lichtquelle getroffen wird, ist die Blendung zwangsweise extrem groß, weil das Auge sehr viel stärker adaptieren muß als bei einer dunkleren Quelle.

    d) Die stärkere Blendung ist nicht nur für den Moment sehr unangenehm, sondern auch danach noch sehr gefährlich, weil das Auge auch umso länger braucht, um wieder auf die dunkle Umgebung zurück zu adaptieren.

    e) Das hängt jetzt auch mit a) zusammen. Zu hoch eingestellte Scheinwerfer blenden, klar. Aber Scheinwerfer leuchten nie nur in eine Richtung, sondern streuen auch immer. Das ist notwendig, um nicht nur einen Punkt, sondern eine Fläche auszuleuchten, sonst könnte man nicht fahren. Wenn ich mir aber bei modernen Autos, die vor mir fahren, anschaue, wie weit die nach links und rechts alles ausleuchten - und zwar mit so gut wie unverminderter Helligkeit - und wenn ich z.B. an Schallschutzmauern oder Brückenpfeilern sehe, wie hoch die Scheinwerfer auch seitlich alles ausleuchten, komme ich einfach nur ins Zweifeln über die Rechtmäßigkeit, mit der solche Scheinwerfer eine Zulassung tragen.

    --> Fazit für mich: moderne Scheinwerfer erzeugen (gewollt) sehr viel mehr Streulicht, aber nicht unkontrolliert, sondern gezielt in bestimmte Richtungen. Das verbessert die Sicht, aber erhöht die Blendung.


    Wenn trabantfahrer nun sagt, bei Nässe geht mit LEDs nicht so viel Licht "verloren" wie mit Glühlampe, dann stützt das meine Überlegung eigentlich. Ein Lichtbündel aus optimal gerichteten Strahlen müßte bei nasser, also glatter Oberfläche einfach vom Auto wegreflektiert werden (siehe Halogenlicht). Wird aber trotzdem noch genügend Licht zum eigenen Auge zurück reflektiert, können die Lichtstrahlen nicht sehr gut gerichtet gewesen sein, sondern waren einigermaßen diffus.


    Für mich heißt das:

    auch korrekt eingestellte Scheinwerfer blenden, wenn sie (von den Herstellern zwecks Fahrbahnausleuchtung) gewollt viel Streulicht erzeugen und noch dazu aufgrund der kleinen Baugröße sehr hohe Lichtintensitäten mit sich bringen.

    Sogar mehr noch: eine andere, etwa niedrigere Scheinwerfereinstellung, kann an dieser ganzen Problematik nicht das geringste ändern.


    Für mich bleibt das alles teilweise eine technische Fehlentwicklung. Mit Scheinwerfern, die in jeder Situation hell und weit in alle Richtungen die Fahrbahn ausleuchten, läßt sich eine Blendung des Gegenverkehrs nicht vermeiden.


    Anmerkung 1:

    auch solche Entwicklungen wie Autobahnlicht halte ich für mehr als fragwürdig. Mit welcher Berechtigung wird hier der Lichtkegel angehoben? Es ist doch klar, daß dadurch alle Vorausfahrenden verstärkt geblendet werden. Wer erteilt dafür Zulassungen und nimmt also die Blendung anderer bewußt in Kauf?


    Anmerkung 2:

    die Sache mit der Adaption (siehe b) scheint ebenfalls sehr gern ignoriert zu werden. Stichwort intelligentes Fernlicht, das sich dort ausschaltet, wo ein Fahrzeug ist, aber links und rechts weiter leuchtet. Wenn hinter mir ein solches Fahrzeug ist, sehe ich natürlich sehr viel schlechter, weil mein Auge auf die hellen Bereiche links und rechts neben mir adaptiert, nur in meinem eigenen Lichtkegel sehe ich kaum noch was.

    Ich würde ja jetzt einfach mal frech behaupten, das beschriebene Verhalten liegt nicht an der Lichtfarbe, sondern daran, daß LED-Scheinwerfer durch die größere Lichtintensität mehr blenden.

    Man müßte mal die Gegenprobe machen mit deutlich zu hoch eingestelltem Glühlampen-Abblendlicht... :/