CO2-Steuer-2021

  • Entschuldigung, aber beinahe 3% 1er-Abis sind sozusagen die Hyperinflation. Das widerspricht auch der eigentlichen Funktion des Abiturs, nämlich die hochschulreifen Schüler von den nicht hochschulreifen zu unterscheiden. Es geht doch nicht um die 1er, sondern insgesamt sind es zuviele, für die das Abitur mit 2 oder 3 möglich geworden ist.


    Oder etwas vereinfacht ausgedrückt: Wenn jeder Depp Abitur machen kann, ist es kein höherer Abschluß mehr. Die Hochschulen quellen über von Leuten, die irgendwas studieren wollen, gleichzeitig fehlen Lehrlinge in fast allen normalen Berufen. Das ist eine ganz üble Entwicklung, eigentlich. Für die Zukunft einer Gesellschaft ist das keine Perspektive.

  • Die katastrophale Rückgang des Unterrichts spielt also auch bei euch. Vor Allem in den Großstädten können Lehrer und Pflegepersonal sich keine Wohnung mehr leisten, und wegen dieses miese Gehalt und die andauernde Unterrichtsexperimente gibt's auch kaum Nachwuchs. Die Hälfte der heutige Lehrer geht demnächst in Rente, das die dann anreichern können mit Nachhilfestunden für die Kindern der Eltern die sich das leisten können.

    Im niederländischen Fernsehen läuft zZ eine Serie über gleiche Chancen im und nach dem Unterricht. Ein der Akzente liegt auf ein besonders kluges Grundschulmädchen, Arbeiterklasse, das bei ihren Großeltern lebt weil Mutti dauernd krank ist. Sie ist die Einzige die das Diabitikermeßgerät von Opa versteht, die beide Alten sind gerade noch nicht ganz analphabetisch und das ganze quaranänierte Land sitzt mitweinend vor der Glotze.


    Zur Zeit spielt in den NL auch ein großes Skandal um das Steueramt und Kitagelder. Eigentlich müßte die heutige Regierung vollständig zurücktreten. Hat nur kaum noch Sinn, denn in März wird wieder gewählt. Dennoch fürchte ich, daß das Stimmvieh dann wieder die gleiche Fehler macht, die sie schon seit eh macht: Es leckt die Hand, die ihnen das Essen wegnimmt. Weil es für diesen einen winzig kurzen Moment in der Wahlkabine selber diesen Hand sein will.

    Und so schleppt diese Masse Idioten der Rest auch mit...

  • Das Problem haben wir eher nicht. Die meisten Lehrer werden (mit Ausnahmen in einigen wenigen Bundesländern) meiner Meinung nach vergleichsweise gut bezahlt, haben einen sehr sicheren Job und es gibt auch sehr viele junge Leute, die Lehrer werden wollen. Natürlich gibt es auch chronische Mangelfächer, aber im Allgemeinen würde ich behaupten, dass wir aktuell genügend Interessenten für die Lehrerausbildung haben.


    Um zurück zum Thema zu kommen: Irgendwas muss meiner Meinung nach CO2-mäßig geschehen. Die Umsetzung der Steuer ist sehr fragwürdig, das gebe ich zu. Aber insgesamt ist Autofahren im Vergleich zum ÖPNV in Deutschland viel zu günstig. Es kann nicht sein, dass man aus Kostengründen lieber das eigene Auto benutzt anstatt in den Bus oder den Zug zu steigen, selbst wenn die Fahrzeit gleich ist. Das Problem kann man nur lösen, indem der ÖPNV noch mehr bezuschusst wird und/oder eben Autofahren verteuert wird.

  • Das Problem kann man nur lösen, indem der ÖPNV noch mehr bezuschusst wird und/oder eben Autofahren verteuert wird.

    Verteuern hat einen sehr, sehr langen Bart, es wird in der breiten Masse immer sehr positiv aufgenommen. Wir zahlen doch gerne mehr. Kennen ja gar nichts anderes mehr, als immer teurer. Tja und die Bezuschussung, wer zahlt die denn? Der Weihnachtsmann? Natürlich würde die breite Masse gern auch mal auf der Seite der Einnehmenden sitzen. Geld fühlt sich in der eigenen Tasche immer am besten an.

  • Das Grundübel ist wie immer und überall, daß man entweder kapitalistisch, also profitorientiert wirtschaften kann ODER ökologisch.


    Beides zusammen geht nicht. Und solange Buslinien und Bahnen um jeden Preis rentabel fahren müssen, braucht mir vom angeblich zu billigen Autofahren keiner etwas zu erzählen.

  • Müssen sie das? Also hier in Hessen werden sie landesweit massiv bezuschusst (aktuell 800 Mio. € pro Jahr). Gemeinsam mit dem vorher festgelegten Zuschuss aus öffentlichen Mitteln müssen die Verkehrsbetriebe aber dann auf eigene Rechnung fahren.


    Und zurück zur Steuer: Wir haben hier aktuell (testweise) ein Landesticket Hessen, was den Landesbediensteten kostenlos zur Verfügung gestellt wird und eben die kostenlose Nutzung des ÖPNV in Hessen ermöglicht. Das kostet das Land 30€ pro Person im Monat. Ich halte das durchaus für diskussionswürdig, ob man das nicht auch irgendwie pauschal in Deutschland für alle einführen will. Die 30€ würde ich sehr gerne dafür ausgeben, gerne auch einkommensabhängig gestaffelt oder durch die neue CO2-Steuer finanziert. Das Problem ist natürlich, dass die Landbevölkerung das mittragen muss und auch dann hoffentlich mal in den dort sonst immer komplett leer verkehrenden Bus einsteigen sollte. Im Moment ist meine Erfahrung im ländlichen Bereich, dass die Fahrt mit dem ÖPNV eher immernoch als "sozialer Abstieg" wahrgenommen wird.

    Edited 6 times, last by Des ().

  • Man ist übrigens auf dem Weg CO₂ als Flugzeug-Brennstoff zu gewinnen: https://www.nature.com/articles/s41467-020-20214-z

    Aber ich glaube kaum, daß man dann diesen Steuern rückerstattet bekommt.

    Ich denke mal mit dem Artikel bist du einem Aprilscherz aufgesessen.

    Meines bescheidenen chemischen Kenntnissstands nach ist CO2 schon das Endprodukt einer Verbrennung. Mehr als 2 Sauerstoffatome bekommst du nicht dran an ein Kohlenstoffatom.

    Man könnte eventuell aus Kohlenmonoxid noch Kohlendioxid machen.

  • Hier noch ein Beitrag zum Unterthema Schule.


    Ein Bekannter erzählte mir kürzlich, dass eine Lehrerin der hiesigen Grundschule ihre

    Schüler aufgefordert hätte, die Eltern zu bitten, sich mehr um die Schulausbildung ihrer

    Kinder zu kümmern.


    Und jetzt kommt es : " Sonst könnt ihr später nur noch Handwerker werden "


    Wenn Lehrer sowas sagen, braucht man sich nicht mehr zu wundern, dass Alle und

    Jeder nur noch ins Büro gehen.

    In den Medien ist fast ausschliesslich die Rede davon, und Leute die in Fabriken oder

    Werkstätten arbeiten kommen da garnicht vor.

  • Mich interessiert die neue Kfz-Steuer nicht, weil mein jüngstes Auto von 1989 ist.

    Erst wenn sich an dieser Besteuerung, die nach wie vor nach Hubraum erfolgt etwas ändert, dann werde ich aufhorchen.


    Was die Steuer jetzt mit dem Abitur zu tun hat :schulterzuck:

  • Ich würde gerne OPNV nutzen, es geht aber nicht!

    - keine Anbindung, weder Bus noch Bahn

    - unzuverlässig, in der Bahn fängt man schon vor der Abfahrt des Zuges mit Schwitzen an weil man um seinen Anschluss fürchten muß

    - viel zu teuer! Das Monatsticket in Halle/S is weit 3fach über deinem Wert


    Also wie zum Kuckuck soll ich es machen?


    Ich sag mal so: früher sind die Schichtzüge bis ins Werk gefahren! Pünktlich, voll und immer!

  • Wenn z. B. Ferien sind fährt von der eh schon sehr überschaubarem Anzahl an Bussen in unserem Ort nur noch die Hälfte. Da ich als Handwerker auch so einiges an Werkzeug benötige wird es da auch recht schwierig und rein von der Zeit her benötige ich von mir zu Hause bis zur jeweiligen Baustelle mit den öffentlichen fast die doppelte Zeit.

    Es müsste sich grundsätzlich mit der arbeiterei was ändern das man nicht mehr so weite Wege fahren muss.

  • Ach ja, die Öffentlichen....

    Die benutze ich notgedrungen schon von Montag bis Freitag. Am Wochenende kann ich dann zum Glück das Auto nehmen. Und brauche es auch. Selbst wenn ich da aus Gewohnheit mit Bus und Straßenbahn fahren wollte, ginge es nicht, da so früh aus meinem rostocker Randgebiet noch nichts fährt, außer ein Nachtbus um 3.00Uhr, statt wie sonst üblich um 4.30Uhr.

    Und mit steigenden Energiepreisen, Strom, Diesel ect..werden die Tickets auch teurer. Da stellt sich für viele erst gar nicht die Frage das Auto stehen zu lassen, selbst wenn sie bereit wären auf die Bequemlichkeit des Autos zu verzichten.

  • Das Problem eines kostenloses Nahverkehrs auf dem Land: Die Verbindungen sind manchmal so umstaendlich, dass der Zeitverlust den monetaeren Gewinn nicht aufwiegt. Ich braeuchte jeden Tag etwa eine Stunde laenger. Selbst wenn ich mir fuer diese Stunde nur 10 Euro gebe, ist das immer noch teurer wie der Wert eines geschenkte Bustickets. Auch wird der Busfahrer kaum einen Umweg ueber den Baumarkt machen, weil ich dort noch 3 Saecke Zement einladen muss.


    In Frankreich war man da manchenorts konsequnt und hat den oeffentlichen Nahverkehr komplett abgeschafft (was ich auch nicht gut finde). Das Auto hat auf dem Lande oftmals einfach den besseren Nutzwert. Die "Haltestellendichte" ist quasi unendlich und gegenueber einer Leerfahrt mit Bus/Bahn, oder wenn ich dann nachher doch noch mal extra wg. meinen 3 Saecken Zement mit dem Auto losfahren muss, statt diese auf dem Arbeitsweg gleich mitzunehmen, auch die oekologischere Alternative.

  • ÖPNV ist dann attraktiv, wenn man das vorhandene und bezahlte Auto stehenlassen kann und dabei sowohl finanziell spart als auch zeitlich nichts Wesentliches einbüßt.


    Auf meinem Dorf gibts eine Bushaltestelle. Die gehört sogar zu meinem Grundstück und ich bekomme dafür Pacht von der Gemeinde.


    Aber dort halten nur Schulbusse. Früh einer, nachmittags drei. Ans Liniennetz ist der Ort gar nicht angeschlossen. Die Bahnstrecke ist stillgelegt, selbst in der früheren Kreisstadt nebenan hält kein Zug mehr.


    Also fahren alle Auto. Ganz einfach.

  • Solange sie denn noch Auto fahren können.....

  • Man ist übrigens auf dem Weg CO₂ als Flugzeug-Brennstoff zu gewinnen: https://www.nature.com/articles/s41467-020-20214-z

    Die Rechnung geht nicht auf. Ernsthaft!


    Außerdem hantieren die da mit Dihydrogenmonoxid. Das ist sehr gefährlich. Das ist der Hauptbestandteil von saurem Regen, wird in großen Mengen in Kernkraftwerken verwendet und selbst der Eisenhut, Europas giftigste Pflanze, besteht zu einem Großteil aus dieser Chemikalie.

  • Auf dem Land ist das mit den Busverbindungen ist natürlich insgesamt schwierig und ich habe auch nie behauptet, man kann sie immer nutzen. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass wenn der Bus dann doch mal passend fährt, die Leute trotzdem aus Bequemlichkeit / Unwissenheit über den Busfahrplan oder aufgrund der Kosten das eigene Auto nehmen. Meine (hier begrenzte) Erfahrung zeigt aber auch, dass Leute plötzlich doch mal gelegentlich einsteigen, wenn der Bus kostenlos ist, und das Auto stehen lassen. Und gerade wenn keiner mitfährt, tun sich die Verkehrsbetriebe und die Politik schwer, die Linien zu verstärken. Ich bin davon überzeugt, dass die Busse auch auf dem Land spürbar voller wären, wenn sie pauschal finanziert werden würden.


    Ein komplett kostenloser/pauschal finanzierter ÖPNV bevorteilt aufgrund des Angebots natürlich die Stadtbevölkerung. Auch nutzen die Leute ihn unterschiedlich stark, daher ergeben sich eben Preise von 30€ pro Monat, auch weil die Leute in Deluxe's Dorf weniger Bus fahren werden als zB die Menschen in Berlin. Aber gerade in den Städten kann es einfach nicht sein, dass das Auto für den Einkaufsbummel in der Umweltzone attraktiver ist als die Bahn, die quasi direkt in der Fußgängerzone hält. Insbesondere Einzelfahrten sind hier einfach zu teuer. Die Niederlande machen Parken in der Stadt einfach absurd teuer, das ist auch ein Ansatz, den man wählen kann.