Rettung eines völlig maroden Post-Kombis, oder aus 2 mach1

  • Etwas Chaotisch ist die Arbeitsweise schon.

    Auf die Passgenauigkeit der Türen und Heckklappe bin ich auch gespannt.

  • Etwas? Na du bist gut. 🤣

    Das blanke Chaos stellenweise.

    Aber ich tanze auch nicht nur auf einer Hochzeit, da bleibt das leider nicht aus.


    Nein, haben die Haube nicht drauf gesetzt. Im Nachhinein haben wir uns geärgert. Wobei wir natürlich ordentlich Maß genommen haben und es mir auch immer noch ein absolutes Rätsel ist wie sich das dort oben so weit verzogen haben kann.


    Man lernt eben nie aus...


    Ärgerlich sind nur die Lacknacharbeiten an der fertigen Karosse.


    Ich habe jetzt mal die Bilder überprüft.


    Das Spaltmaß hat ganz sicher vorher schon nicht gestimmt ist nur bei dem Gesamtzustand einfach nicht auf gefallen. Ganz gut sieht man es auf dem 1. Bild hier im Thema. Die Motorhaube liegt links fast an während es rechts fast 2 cm sind.


    Ich gehe also von einem Vorschaden aus welcher jedoch nicht ersichtlich war bei der Instandsetzung.

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  • Manche Dinge muß man eiskalt durch Schmerz lernen... Aber ich glaube, das kennen wir alle. ^^Ich auf jeden Fall... :wechgeh:

  • Ja war echt bitter. :D


    Aber was solls, beim nächsten mal weiß ich es besser.


    Heute war dann endlich die Hinterachse dran. Erstmal haben wir soweit alles zerlegt. Bis auf die Radlager. Die blieben an ihrem Platz, wurden ordentlich gesäubert und bekamen neues Fett.



    Dann wurde der lose Rost und die Oxidschichten abgenagelt und neue Gummis eingesetzt. Am Ende bekamen sie eine ordentliche Wachsdusche.


    Die Federbeine wurden zerlegt und auf Funktion getestet. EinStoßdämpfer war nicht mehr so fit und wurde gegen einen besseren getauscht. Die Aluhülsen waren noch gut und konnten wiederverwendet werden. Wir haben uns für Federbeine von der Limo entschieden weil bei diesen der Federteller ca 2 cm tiefer sitzt und wir eine dezente Tieferlegung anstreben. Vorne hat er schon eine neue 70er Feder drin. Und hinten haben wir noch eine Windung bei den Federn weg genommen. Mal sehen wie s am Ende aussieht.



    Natürlich wurde auch der Unterboden im Bereich der Hinterachse ordentlich gereinigt und versiegelt.

  • Bis zu dem Punkt Radlager erstmal drinne lassen wäre ich so auch rangegangen aber nur damit beim Strahlen die Lagersitze nicht beschädigt werden. Dann ein ordentlicher Lackaufbau und eine Hohlraumversiegelung.

    Was soll denn das da mit dem Wachs bringen? Vor Rost schützt es nicht und Aussehen ist auch Sche...

  • Und genau dort treffen mal wieder 2 Ansichten aufeinander.


    Ich finde es nämlich nicht notwendig die Querlenker ab zu strahlen und zu lackieren. Des weiteren spricht nicht die Bohne dagegen Radlager, insofern sie noch in Ordnung sind zu reinigen und neu zu fetten. Das hält noch ewig.


    Und wieso in aller Welt soll das Wachs nicht halten? Ich arbeite damit schon eine sehr lange Zeit . Und wo das einmal ordentlich aufgetragen wurde ist es mit dem Rost für Jahre erledigt!


    Und wen interessiert bitte das Aussehen eines Unterbodens??

  • Den Einen oder Anderen....

  • Soll ja auch so sein.


    Wenn man sich ein Schmuckstück über Jahre aufbaut und am Ende sogar vom Unterboden essen kann.


    Meinen größten Respekt dafür!


    Und natürlich nutzt ein solcher dieses Stück Handwerkskunst nicht für alltägliche Fahrten bei jeglichen Bedingungen. Das ist nachvollziehbar.


    Und genau das sollte es eben auch bei unserer Art und Weise sein.


    Wir fahren unsere Trabis im Alltag bei Wind und Wetter. Das würde uns wehtun wenn wir dafür ein bis auf die letzte Schraube originalgetreues Exponat nehmen würden. Denn das macht man einfach nicht!


    Und genau deswegen genügt das unseren Ansprüchen völlig.

  • Was für'n Wachs ist das?


    Ich hätte mir ja die Gelegenheit nicht entgehen lassen, wenigstens mal die Lagerböcke der Stoßdämpfer abzuschrauben (falls da noch was schraubt) und neue Schrauben einzusetzen. So schön wie jetzt kommt man ja später nicht mehr dran.

    Wie hören sich die Lenker von innen an? Konserviert ihr die noch von innen?

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Das stimmt.


    Die Schrauben hätte man mal ersetzen können. Jedoch weiß man auch nicht ob man in Zuge dessen was weg reißt. Mir macht es jetzt aber auch keine Bauchschmerzen dass ich sie nicht angefasst habe.


    Also gerasselt hat jetzt erstmal merklich nix, wobei ich da auch nicht explizit drauf geachtet habe.


    Von innen haben wir sie nicht konserviert. Bohrt man in dem Fall einfach ein Loch und los gehts?

    Ist es denn ein bekanntes Problem dass die Lenker aufgrund von Korrossion brechen?


    Ich nehme zum konservieren Wachs aus der Kartusche. Auftrag erfolgt mittels Druckluftpistole. Mal von Mercedes direkt und mal von Petec. Die Wachse sind von der Verarbeitung und Zusammensetzung gleichwertig und Jahrzehnte im Autobau bewährt.


    Wer mal in einem W201 oder W124 die Spritzwand säubern wollte weiß wovon ich rede. :D


    Das schöne an dem Wachs ist ja dass man bei der Konsistenz zu erst denkt wie soll das halten und wäscht sich das nicht ab? Aber keinesfalls. Schon nach einer halben Stunde bekommt man Probleme wenn man es noch nicht vom Auto, der Haut oder dem Werkzeug entfernt hat. Da helfen nur harte Sachen.


    Es krabbelt am Anfang durch den Luftdruck und das flüssige auch wunderbar bis in die letzte Ecke und Falz.

    Und mit der Zeit wird es eine richtig zähe Schicht welche zwar von Außen trocken jedoch extrem zäh, widerspenstig und doch flexibel ist. Und es kaschiert aufgrund seiner Transparenz keinen Rost.

  • Von innen haben wir sie nicht konserviert. Bohrt man in dem Fall einfach ein Loch und los gehts?

    Bei der Schraubenfeder-Ausführung sollte eigentlich schon ab Werk eine Konservierungsbohrung an der Unterseite des Lenkers vorhanden sein. Auf deinem Foto kann ich jedoch keine erkennen, dann gab es sie wohl nicht immer. Also kannst du sie entweder selber setzen, oder du konservierst durch die Gewindebohrungen der Lagerböcke der Stoßdämpfer.


    Apropos Lagerbock: sehe ich da noch eine festgerostete Mutter vom Stoßdämpfer dran pappen? =O

    Ist es denn ein bekanntes Problem dass die Lenker aufgrund von Korrossion brechen?

    Wenn du mal durch ältere Themen hier stöberst, wirst du feststellen, dass es kein Einzelfall ist, dass dünngerostete Fahrwerksteile eben auch mal brechen.


    Insbesondere wenn das Fahrzeug über Jahrzehnte in einer Wiese festgewachsen ist, ist zu erwarten, dass außer Blätterteig nicht mehr viel übrig ist. Aber bei dir wird ja sicher das Wachs die tragende Funktion übernehmen.


    Hast du die Gummis an den Lenkeraugen eigentlich mit eingewachst? Wenn ja, verträgt sich das? Wie sehen die Augen unter den Gummis aus? Ist da noch Material übrig?

  • Man mag ja zu dem Projekt stehen wie man will. Und auch Low-Budget-Aktionen haben ihre Berechtigung.


    Aber spätestens beim Umgang mit den Hinterachsen ist für mich ein Punkt erreicht, wo der Faktor Sicherheit ins Spiel kommt und sträflich vernachlässigt wird.

    Über 30 Jahre alte Achskörper von innen unbehandelt und von außen nur halbherzig überzupönen kann ggf. auch dann zu schweren Unfällen führen, wenn man nur sonntags fährt und nicht bei Wind und Wetter.


    Der Erfahrungsschatz mit weggefaulten Achskörpern ist auch hier im Forum reichlich nachlesbar. Ich finde, hier wurde an der falschen Stelle gespart, gepaart mit einer gewissen Naivität hinsichtlich der Frage, wen das Auto untenrum denn interessiert. Aller 2 Jahre den Prüfingenieur, soviel ist sicher.


    Ich würde die Achsen nochmal hernehmen und gründlich machen. Incl. Hohlraumversiegelung. Bohrung am tiefsten Punkt anbringen, wie beim 1.1er serienmäßig. Konservieren kann man sie auch ohne diese Bohrung, aber es geht um den Wasserablauf.

  • Es sind übrigens nicht die Lenker des alten Post Kombis.


    Da wir die Bodengruppe ersetzt haben sollte das klar gewesen sein.


    Dann setz ich halt noch eine Bohrung und konserviere diese bevor ich hier noch gesteinigt werde.


    ...ich sag da jetzt nichts weiter zu. Habt ihr wieder was gefunden für den Pranger, bravo


    Übrigens habe ich wie geschrieben die Lenker mit Luftdruck ab genagelt. Das ist eine ziemlich grobe aber gute Methode Oxidschichten zu entfernen. Wären sie irgendwo bedenklich dünn gerostet gewesen hätte ich das gesehen.


    Und was für eine fest gerostete Mutter? Die Mutter vom Federbein ist fest gepunktet. Guten Morgen.


    Am Lenker war insgesamt bis auf den Oberflächenrost nichts in der Tiefe an gegangen. Selbst die dünnen Gummihalter waren noch vollumfänglich in Schuss. Was ja wohl ganz klar für den guten Gesamtzustand spricht.


    Und klar verträgt sich das Gummi mit dem Wachs. Dank Druckluftauftrag beinhaltet dieses keine Lösungsmittel und ist Reaktionsneutral. Warum also nicht?

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  • ...ich sag da jetzt nichts weiter zu. Habt ihr wieder was gefunden für den Pranger, bravo

    Ganz ehrlich, wer so zart besaitet ist, das er mit konstruktiver Kritik an diesen Pfuschbeiträgen nicht umgehen kann, der sollte lieber sein Tun für sich behalten und nicht öffentlich machen. Aber vielleicht verbreite doch alles auf Facebook, da bekommst du mit Sicherheit den Zuspruch und die Bestätigung, die du dir hier erhofft hattest.

  • Jaja. Wissen wir alle dass du das gerne hättest.


    Wird aber nicht passieren.


    Und es gibt einen Unterschied zwischen.


    Konstruktiver Kritik / Äußerungen wie“aber bei dir wird ja sicher das Wachs die tragende Funktion übernehmen“


    Mario-P50K

    Einfach auch mal fair bleiben bitte


    Und ständig diese Facebookphrase zu wiederholen bringt auch nix, zumal ich explizit erwähnt hatte dass ich dort nicht bin.

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  • Das mit den Dreieckskenkern und Hohlraumkonservierung ist mir neu, war für mich bisher völlig unbekannt.

    Mitlesen bildet. :)


    Aber wenn diese Lenker die Löcher ab Werk noch nicht haben, ist das Konservieren dann wirklich nötig? Ist der Hohlraum nicht kommplett dicht geschlossen? Wenn ja, dürfte sich da innen doch kein Rost bilden.

    Jetzt hab Ihr mich ja auf was gebracht und muss die Tage mal gucken wie es bei mir aussieht.

    Hat jemand ein Foto vom Loch ab Werk?


    Und wenn man da jetzt was reinpumpt, was nimmt man da am besten? Und das Loch bleibt einfach auf oder wird mit einem Gummipropfen verschlossen?... Danke für die viele Fragen. ;)

    Man erfährt doch immer wieder mal Sachen außerhalb der bekannten Fachliteratur (oder man hat es bisher überlesen).

  • Doch dort kann sich Rost bilden.


    Jedoch nur oberflächlich durch Kondenswasser. Es ist beinahe unmöglich dass alleine dadurch ein Lenker so sehr weggammeln kann dass dieser bricht.


    Bei besagten Lenkern handelt es sich um Lenker welche so verrostet sind dass von außen schon Wasser den Weg in das Innere findet. Und dann hat man natürlich verloren.


    Wenn man sie konservieren möchte dann natürlich mit Hohlraumwachs oder Fett. Und wenn man die Löcher an den tiefsten Punkt macht und sie ordentlich mit konserviert werden können sie offen bleiben.


    Jedoch ist gegen einen passenden Verschlussstopfen auch nichts zu sagen.

  • Naja man hat immer mal wieder Lenker, bei denen sich innen massenhaft Blätterteig befindet, so richtig dicke Schollen. Das Problem ist, es gibt kleine Öffnungen; groß genug, damit Wasser und Luftfeuchte eindringen können, aber nicht groß genug, damit das auch wieder abtrocknen kann. Und man sollte eine auch nur dezent erhöhte Feuchte im Inneren nicht unterschätzen, wenn die jahrzehntelang wirken kann.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")