Gleichlaufgelenkwellen instand setzen.

  • Genau darauf will ich ja hinaus ;)

    Soll ich dir mal einen gebrauchten Stern schicken? Aber sowas hast du sicher auch selber?

    Ich kann bestenfalls eine Bügelmessschraube ranhalten.


    Zuminest den Kugel nach zu urteilen gabs da wohl eher keine Sortierung so wie bei den Nadeln.

    Unsere Messinge tut sich ziemlich schwer, aber wir haben schon mal soviel raus bekommen, das die Flächen von Stern zu Aussengelenk von Tasche zu Tasche sich unterschiedlich einarbeiten. Wenn alles in Flucht steht, also im Geradeauslauf, entsteht an der Kugelkontaktfläche in Laufrichtung zunehmend ein Tal an Stern und Aussengelenk. Bei den 3 Gelenken die wir jetzt gemessen haben, war der Verschleiß bei Gelenk 1 zwischen 2/100 - 4/100, bei der 2 gleichmäßig ca 6/100 und die 3 die hatte schon fühlbar Spiel bei 7/100 - 1/10.


    Bei den Kugeln waren Maßabweichungen von Gelenk zu Gelenk 4/1000 und 7/1000, wobei die Kugeln Gelenkweise bei 1-2/1000 lagen, also Verschleißmässig am unauffälligsten zum Rest


    Wenn wir das ganze in Diagramme geschoben bekommen, werde Ich das ganze nochmal genauer machen.


    Auf jeden Fall haben mir die Messungen gezeigt, das die Bauteile zueinander unterschiedlich einlaufen und somit bei Zusammenbau alles wieder an seine Stelle sollte, wo es vorher war

  • Danke. :) Jetzt wäre noch die spannende Frage, ob ansatzweise die Laufleistung bekannt ist?

  • Das 1. Gelenk war noch recht neu , stammte aus einer 89er Limo mit 30tkm, die anderen 2 sind von der Laufleistung unbekannt, die 3 war auf jeden Fall als auffällig eingestuft, hatte Ich selber gewechselt wegen Knackgeräuchen.

  • Klasse was ihr hier zusammengetragen habt! Wirklich ein spannendes Thema. Aber unterm Strich kann man wohl sagen, dass es für den Hobbyschrauber nicht messbar ist und es bei der Regel bleibt: Wenn keine Knackgeräusche auftreten und beim Zerlegen keine Beschädigungen sichtbar sind, können sie weiter verwendet werden. So werde ich es dann auch halten.


    Ich habe mir inzwischen auch das Video bei YouTube angeschaut. Eine Frage hätte ich dazu noch. Der Protagonist macht da recht wenig Fett in das Außengelenk, ist das korrekt so? Ich dachte bisher man müsse schon wenigstens den halben Hohlraum in der Achsmanschette mit Fett füllen. Reicht das wirklich so aus, wie da im Video? Und wie sieht es beim Innengelenk aus?

  • In der Manschette nützt es wenig. Ich mache die Glocke fast voll und presse dann sachte die Welle rein, analog wie beim Außengelenk beschrieben.

    So schmiert sich das quasi selber , weil es beim reindrücken überall hin will.......

    Wenn die Welle dann etwa mittig drin steckt die Glocke nochmal voll machen und die Manschette rüber ziehen. Der Rest verteilt sich dann drin von selbst.

  • Die Manschette würde ich auch richtig voll machen denn durch die Rotation fliegt das Fett dorthin und am Gelenk fehlt es dann eventuell.

  • Schlimmstenfalls kommt das was zuviel ist wieder raus. Bei Scharniergelenkwellen drückts das Fett dann durch die Gleitbuchse, dort wäre es auch die einzigste Variante mittels Fettpresse zuviel hinein zu drücken das die Manschette platzen könnte. Bei den anderen Gelenken bekommt man soviel gar nicht hinein.

  • Die Spekulationen über die Fettmengen erübrigen sich, da die Angaben in der Reparaturanleitung stehen. Ich wiege das Fett immer mit einem Joghurt-Becher o.ä. ab, so dass das Volumen im Außengelenk gut gefüllt ist. Im Video denke ich auch, dass zu wenig Fett drin ist, aber das kann auch täuschen.

  • Moin,


    Die Spekulationen über die Fettmengen erübrigen sich, da die Angaben in der Reparaturanleitung stehen.

    Dort finde ich nur, dass im Becher vom Achswellenrad 60g rein sollen. Für das Außengelenk bleibt die Reparaturanleitung leider eine Angabe schuldig. Oder hast du da ein anderes Dokument als ich? Ich mache das jetzt nach euren Angaben hier und Gefühl voll. Aber ich hatte mich gewundert, dass ich das im Handbuch nicht finde.


    Dann noch eine Frage zu den Schellen. In der Reparaturanleitung steht (ich zitiere nicht wörtlich, sondern aus dem Gedächtnis), dass keine verzinkten Schellen sondern nur Edelstahlschellen verwendet werden dürfen. Ich habe das leider erst gelesen, als ich mir schon passende Ohrschellen (vormals hier auch als Lochbandschellen bezeichnet) besorgt hatte. Leider muss ich nun feststellen, dass diese Ohrschellen aus verzinktem Stahl bestehen. Gilt die Aussage aus dem Reparaturhandbuch ganz allgemein für alle Schellentypen oder speziell für die origiginalen Bänder die so dünn sind und scharf geknickt werden? Ich kann mir schon vorstellen, dass die Verzinkung der Ohrschellen an der Stelle wo man mit der Zange ansetzt auch etwas leidet und es dort dann bevorzugt zu rosten anfängt, aber dann wären verzinkte Ohrschellen ja generell sinnfrei. Was meinen denn die Experten hier?


    Gruß, Felix

  • Die ab Werk verwendeten Bänder aus dem System Ligarex gibt auch aus verschiedenem Material, genau wie die (universalen) Ohrschellen.

    Ob Korrosion an der Stelle ein ernstes Problem ist, da wäre ich mir nicht sicher. Aber angesichts des geringen Preisunterschieds fiel mir die Entscheidung leicht.

  • An den alten Manschetten sind Spannbänder aus Stahl verzinkt. Die Aussage bei neueren darf man nur Edelstahl nehmen ist technisch schwer nachvollziehbar.


    Die Angaben zur Fettfüllung sind leider widersprüchlich. Für Außen gibt es keine und für innen sagt die Rep.Anleitung 60g, die SRI 530 sagt 80g .....was also nun ...70g vielleicht als goldene Mitte....

  • Es gibt sehr wohl eine Angabe für das Außengelenk! Und zwar in der bereits erwähnten 1.1-Reparaturanleitung.


    Für die Verwendung rostfreier Spannbänder kann ich mir auch keine Erklärung herleiten. Beim Überfliegen o.g. Anleitung habe ich auch keinen einschränkenden Hinweis auf das Material gefunden.

  • Du hast Recht, an die habe ich gerade nicht gedacht. Wäre aber auch zu einfach die Menge hier zu nennen....8o


    Da steht 80g aufgeteilt in 40g ins Gelenk selber und 40g in die Manschette.

  • Ich habe die Menge bewusst hier nicht nochmal hingeschrieben. Einerseits soll dass hier kein zweites Reparaturhandbuch sein, andererseits sind die Mengen (bspw. auch für das 1.1-Innengelenk) im Gesamtprozess der Instandsetzung nur einzelne Bausteine. Die andere Bausteine sind aber auch wichtig, die dann hier fehlen würden (und vllt. zu Fehlern führen).

  • Moin,

    Es gibt sehr wohl eine Angabe für das Außengelenk! Und zwar in der bereits erwähnten 1.1-Reparaturanleitung.

    Vielen Dank für den Hinweis. Leider habe ich hier nur die Anleitung für den 601er, da ich ja auch keinen 1.1er habe. Gibt es die 1.1er Anleitung vielleicht irgendwo online? Damit wäre wohl allen am besten geholfen.


    Vielen Dank euch allen. Dann verwende ich einfach meine verzinkten Bänder.


    Gruß, Felix

  • Asche auf mein Haupt. Manchmal bin wirklich sehr offline - was ich nicht im Regal stehen hab, kann ich auch nicht lesen. Ja natürlich, ich hätte einfach selbst Googlen können. Ich gelobe Besserung!


    Gruß, Felix

  • Ich mag es auch am liebsten auf originalem DDR Papier lesen. Da bin ich mir dann auch am sichersten das da nicht schon irgendeiner was dazugedichtet hat.