Lackreparaturarbeiten

Alle Infos zum Vorverkauf findet Ihr im Blogeintrag:

http://pf31.pappenforum.de/blog/entry/69-vorverkauf-pappenforum-ifa-kalender-2021/
  • Moin,


    ich möchte an meinem Delphingrauen 88er Universal ein paar kleine Roststellen und Kratzer im Duroplast beseitigen. Ich habe hier im Forum gefunden, dass man möglichst 2K-Lack benutzen soll. Für Delphingrau wurde hier bereits Standox Standofleet N3/N210 als passend erwähnt. Diesen Lack möchte ich auch gern verwenden, nur habe ich absolut keine Ahnung vom Lackieren. Ich habe ein paar Fragen zum Vorgehen.


    1. Ich benötige sicherlich auf dem Blech eine Art Grundierung und auch auf dem Duroplast eine Art Haftvermittler. Gibt es da empfehlenswerte Produkte?

    2. Härter kaufe ich ebenfalls von Standox nach Herstellerempfehlung. Aber brauche ich Klarlack?

    3. Brauche ich Füller?

    4. Ist der Lack überhaupt mit Pinsel und Rolle verarbeitbar? Im Datenblatt steht nur was von Spritzpistoleneinstellungen.


    Sorry für die etwas plumpen Fragen, aber ich bin bei dem Thema etwas überfordert. Vielleicht kann mir jemand ein paar Tipps geben. Gern auch Links wo ich mich selbst belesen kann. Vielen Dank schonmal.


    Gruß, Felix

  • Wenn du damit überfordert bist, Tipp, lass es.

    Du kannst alles am Trabant mit Epoxygrund vorbereiten. Füller brauchst du dann, wenn der EP nach dem schleifen nicht glatt wird.

    Die Frage ist, wie gut soll es werden. Manchmal ist es vielleicht besser, eine ganze Flanke plus Front in einem durchzulackieren, anstatt sich über unzählige Schatten freuen zu müssen.

    Klarlack brauchst du nicht. Einblenden und Co ist ohnehin was für den Profi.

  • Es kommt dann auch noch auf die Größe der zu reparierenden Stellen an. Kleine Kratzer und Steinschläge kann man mit einem Spitzen Pinsel mit Lack auffüllen und nach Aushärtung schleifen und Polieren. Bei größeren Flächen muss man abwägen ob smart repär oder Komplettlackierung.

  • Naja, es ist ein Alltagsauto mit hunderten Kratzern. Natürlich hätte ich gern eine wunderschöne Komplettlackierung, aber das lohnt sich für mich aktuell nicht. Ich möchte damit auch die nächsten Jahre im Alltag fahren. Wenn die Kinder mal aus dem Gröbsten raus sind, kann es gern auch optisch ansprechend werden. Aktuell habe ich aber an die Optik keinen großen Anspruch. Dennoch habe ich aber ein paar kleinere Roststellen die ich jetzt behandeln muss, bevor daraus mehr wird. Ich brauche also eh einen Lack in Wagenfarbe. Und wenn ich einen Lack in Wagenfarbe habe, kann ich auch zumindest die ganz großen Kratzer im Duroplast ausbessern. Es geht dabei nicht darum, dass die Kratzer in ihrer gesamten Tiefe aufgefüllt sind und alles perfekt aussieht, sondern nur darum dass da eine halbwegs passende Farbe drauf ist und auch nach dem Waschen noch drauf bleibt.


    Ok, ich lese hier mal neben "lass es sein" raus, dass ich bei meinem Anspruch keinen Füller brauche und Klarlack schon gar nicht. Als Grundierung auf den nackten leicht angeschliffenen Duroplaststellen und auf dem nackten rostfreien Blech einfach einen beliebigen Epoxygrund oder den von Jim Panse empfohlenen Universalprimer von Duli. Sollte ich dann neben dem gründlichen Reinigen der Oberflächen und der vom Hersteller vorgegebenen Verarbeitungstemperaturen und Trocknungszeiten noch etwas beachten?


    Vielen Dank schon mal für die konstruktiven Antworten.


    Gruß, Felix

  • Die Roststellen kannst du entweder leicht anstrahlen, geht mit ner Kreismittelpistole ganz gut, oder du nimmst Fertan. Anwendung wie auf der Flasche beachten. Damit kommst du noch einige Zeit hin, ohne, dass du dir das Blech ruinierst.

  • Fertan ist dünnflüssig und kriecht somit in die engsten Stellen. Es gehört zu mein Standartassortiment, wenn ich mal schnell was antippen will. Aber es dehnt etwas aus, ist ein Elend auf Baumwolle und Fingern und man muß es wieder mit Wasser abspülen wenn man weiter was drauf anbringen will. Außerdem hält es nicht ewig, da setze ich mehr auf Noverox. Was davon überflüssig auf der Roststelle zurückbleibt läßt sich mit Terpentin abwaschen.

    Neulich habe ich welche Kleinteile ein Bad mit Rustyco gegeben. RTFM, und es gab mir ein dermaßen erfreuliches Ergebnis, daß ich mich auch eine kg Rustycon Gel (für Sachen die nicht in einem Eimer passen) zugelegt habe, jedoch noch nicht verwendet.

    Nach dem Rostentfernen kann gespachtelt werden, der Spezialladen hier hat mit Mipa P85 verkauft, und da steht auf der Anleitung, daß man es nicht auf säurehaltige Entroster auftragen soll: "Nicht auf thermoplastischen oder säurehaltigen Produkten (Reaktionsprimer) verarbeiten."

    Da muß also noch was dazwischen.


    Ich habe diesen Sommer kurz vor der Hitzewelle angefangen eine kleine Roststelle an der Brille zu behandeln: am Ende war der ganze 601 eingepackt, alle Aluleisten ab und war ich überall tätig. Man sieht ständig eine nächste Stelle. Ich habe da mit Sprühdosen meine Fehler gemacht (da gibt es viel zu lernen und zu üben), eigentlich soll der Wagen jetzt komplett nachpoliert werden. Aber wo das Poliergerät meiner Wahl zZ ausverkauft ist, laß ich der Lack mal ruhig ausharten. Denn gerade polieren soll auch gelernt sein.


    Was auch immer du machst: fange mit der Ankauf von Nitrylhandschuhe an.

  • Geräte mit Strahlmittelrückführung

    Für Punktstrahlen gibt er mehrere Pistolenvarianten.

    Dieses Gerät hat mir in der Wirkung etwas enttäuscht. Gut, es kostete nur ein Zehner.

    Als ich mit ein derartige Pistole "mit Tüte" den Boden machte, hatte ich die Idee daß dieser Baumwolltüte nur zur Dekoration dran hing. Handfeger und Blech waren hilfreicher. Aber besonders der runde 'Nozzle' (vierte von links) gab gute Resultate.


    Willst du mit Vorsicht heran gehen, ist eine Soda-Strahlpistole zu erwägen.

    Es geht zwar nicht so schnell wie auf die Youtubevideos, aber wenigstens spült man den Staub einfach mit Wasser weg.

    Nur braucht man bei Strahlarbeiten mehr als nur eine Strahlpistole und Strahlmittel ...

  • Also Fertan kann ich wie die Vorredner auch nur empfehlen. Damit habe ich mal viel in einer Gärtnerei gearbeitet, gerade in den Treibhäusern war es immer warm und feucht. Das Zeug lässt sich gut verarbeiten und wirkt.

    Muss bei mir auch noch einige Stellen damit behandelt.

    Für was hast Du Dich jetzt bei Deinem Lack entschieden?

  • Moin,


    das mit dem Fertan ist nicht so meins. Ich glaube gern, dass das gut funktioniert. Aber ich habe dann doch Bedenken, dass man bei einer nicht korrekten Anwendung womöglich sogar mehr Schaden anrichtet als es nützt. Ich habe mich daher zum Lackieren für folgende Produkte entschieden:


    https://www.korrosionsschutz-d…lus-mit-sandrueckfuehrung


    https://www.prosol-farben.de/p…dynacoat-2k-epoxy-primer/


    http://www.safonov-autolack.co…_020311000_i57_1772_0.htm


    Da die Temperaturen aber gerade nach unten gehen, muss ich den Teil, der nur die Optik betrifft leider aufschieben. Wenn der Nachwuchs es zulässt wird das hoffentlich in der nächsten Saison nachgeholt.


    Teile meines Unterbodens, die Einstiege, ein paar kleine Stellen am Bodenblech von oben, sowie die zwei üblichen Stellen im Frontscheibenrahmen verlangen aber jetzt sofort eine Maßnahme. Ich habe bereits alles freigelegt und das Auto gerade auf der Seite liegen. Es ist nichts durch und es blättert auch noch nichts. Da das Auto von innen mit Mike Sanders vollgepumpt ist, gehe ich davon aus, dass es tatsächlich alles nur oberflächlich ist. Aber ich habe dennoch keine Lust zu warten bis geschweißt werden muss. Daher habe ich mich als Sofortmaßnahme für einen Kompromiss entschieden. Das hat jetzt nicht mehr viel mit dem Lackierthema zu tun, aber ich kann ja mal kurz meinen Plan vorstellen:


    Ich befreie den Unterboden so gut es mit vertretbarem Heimaufwand geht von allen losen Schichten, strahle die Roststellen und behandle alle dann blanken Blechstellen mit diesem Produkt:


    https://timemax.de/verkauf-und…max-produkte-paint-repair


    Danach trage ich auf dem kompletten Unterboden dieses Produkt in zwei Schichten auf:


    https://timemax.de/verkauf-und-preise/timemax-produkte-color


    Der Hersteller gibt an, dass man diesen Unterbodenschutz auch auf festen alten Schichten und sogar direkt auf Rost auftragen kann. Die Produkte kann man laut Hersteller auch bei etwas niedrigeren Temperaturen noch sehr gut verarbeiten. Zudem schnitt die Marke in einem Test von der Zeitschrift Oldtimermarkt zum Thema Unterbodenkonservierung extrem gut ab. Ich habe vor, diese Arbeiten innerhalb dieser und der nächsten Woche abzuschließen. Das dürfte also Temperaturtechnisch noch passen. Klar ist das nicht der optimale Aufbau für den Unterboden, aber mehr ist wie ich weiter oben schrieb, zeitlich gerade nicht drin. Es ist ein Kompromiss zum Erhalt des Zustands bis zur vollständigen Restauration in ein paar Jahren.


    Von der Farbe Paint-Repair habe ich soviel bestellt, dass ich das auch für das Bodenblech von oben, den Scheibenrahmen und die Einstiege verwenden kann. Sie ist laut Datenblatt bis -5°C verarbeitbar. Wenn das Auto nächste Woche also wieder auf den Rädern steht, kann ich die Stellen dennoch mehr oder weniger ohne Zeitdruck bezüglich der fallenden Temperaturen verarbeiten. Sobald es meine Zeit und die Temperaturen dann wieder zulassen, kann ich die Stellen die man sehen kann - also Hauptsächlich die Einstiege mit dem oben genannten Primer und Decklack nochmal ordentlich machen. Dabei tupfe ich dann auch gleich wie ursprünglich geplant, die Kratzer im Duroplast aus.


    Ich habe jetzt ca. eine Woche sehr gründlich recherchiert und gegrübelt wie ich mit meinem aktuellen Zeitbudget das Fahrzeug am besten über die nächsten Jahre rette und da kam eben dieser Plan bei raus.


    Gruß, Felix

    Edited once, last by FelixBRB: Rechtschreibung ().

  • Also Fertan kann ich wie die Vorredner auch nur empfehlen.

    nicht so schnell, ich mache ja ein Vorbehalt:

    Fertan ist dünnflüssig und kriecht somit in die engsten Stellen. Es gehört zu mein Standartassortiment, wenn ich mal schnell was antippen will.

    Fertan ist für mich kein langfristiges Produkt. Laut Herstellerangaben schützt es ohne weitere Behandlung gerade ein halbes Jahr. Dazu schließen diese säurehaltige Produkte manche Nachbehandlung aus.

    Stöber hier mal durch:

    Roest test

    Korrosionsschutz-Depot

    Rostschutzmittel fürs Auto: Test - autobild.de

    Der Rostschutztest | Fett oder Wachs?