kleine Schwedentour

  • Das ruhige Gemüt sollte man mitbringen ...



    Hier ist weniger ein Problem, Berlin ist über 20x soweit weg, wie Schweden.


    Und wer will schon zu den Buletten? 😈

  • Die Pansinette und ich haben eine Bootsfahrt nach Island und die Färöer auf der Wunschliste. Eigentlich möchte ich da mit 'ner Pappe die Ringstraße 1 rund. Aber alleine nach Hirtshals Havn sind es schon tausend Kilometer.

  • Ganz ehrlich, wenn ich könnte, ich würde sofort wieder einsteigen und nach Schweden fahren. Schwedenurlaub mit dem Trabant ist wirklich null Problem und Entspannung pur, vernünftiger Wartungszustand vorausgesetzt.


    Beim nächsten Mal werden's bestimmt auch nicht nur 2716 km ;-) und vielleicht noch ein kleiner Anhänger mit Deckel, mal sehen :-)

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Ich fürchte, die tausend Kilometer die wir dann von den Katzen entfernt sind, spielen auch mit. Dabei bin ich kein Fernfahrer (mehr).

  • Wenn mich meine Frau wegen Haustieren am Reisen hindern wollen würde, dann würde ich sie vor eine ganz klare Wahl stellen. Und zwar bereits rechtzeitig vor Anschaffung der Tiere.

    ;-)


    PS: In meinem Elternhaus hat es früher immer Katzen gegeben. Trotzdem war es eher unkompliziert, einmal im Jahr auch mal für ein paar Wochen zu verreisen. Es fand sich immer jemand, der die Tiere in der Zeit versorgte.

  • Ich hatte es nicht erwähnen sollen, es gibt ja ein Haustierthread.

    Hier Schweden.

  • Ankunft im letzten Quartier.

    Bilder vom Haus selbst zeige ich hier mal nicht, das wäre dem Besitzer vielleicht nicht recht. Haben wir über AirBNB gebucht. Der Besitzer ist mitten im Umbau, von außen sah das Haus schon ziemlich abenteuerlich aus, aber von innen war alles piekfein und sehr gemütlich :-)


    Blick aus dem Schlafzimmer:

    Sehr süßes Folen.

    Bei der Ankunft war es schon ziemlich spät, ungefähr 20 Uhr, deswegen haben wir uns nur die Füße noch etwas vertreten und die unmittelbare Umgebung inspiziert. Essen hatten wir kurz vor der Ankunft noch eingekauft, da blieben fürs Abendbrot keine Wünsche offen.


    Sofort nach der Ankunft tauchte auch ein kleines süßes Kätzchen auf, sehr anhänglich und zahm, aber gepflegt und wohlgenährt. Die verschaffte sich auch durchs offene Fenster Zugang zum Haus, während wir am Abendbrotstisch saßen und fand es gar nicht nett, daß wir sie umgehend wieder nach draußen beförderten ;-) Am nächsten Abend war sie aber wieder da und wartete auf Leckerchen...


    Hinterher teilte uns der Hausbesitzer mit, daß das auf jeden Fall nicht seine Katze wäre. Die hat also gelernt, daß Urlauber oft spendabel sind :-D

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  • O, diese dumme Menschenlogik!

    Alles in ihr Revier gehört die Katze. Auch der Hausbesitzer, sein Haus, die dort verbleibende Gäste UND deren Essen.

    So schwierig ist das doch nicht? 😼

  • Die Pansinette und ich haben eine Bootsfahrt nach Island und die Färöer auf der Wunschliste. Eigentlich möchte ich da mit 'ner Pappe die Ringstraße 1 rund. Aber alleine nach Hirtshals Havn sind es schon tausend Kilometer.

    Würde ich jederzeit wieder machen :love: Wobei es abseits der Ringstrasse mitunter ordentlich unter dem Auto rumpelt.


    Bei mir ist Hirtshals noch eine Tankfüllung weiter ;)

  • Nach dem ersten Ausschlafen im letzten Quartier begann der Tag recht träge. Es hätte sicherlich auch ein gemütlicher Gammeltag werden können, aber der Hausherr hatte allerlei Prospekte bereit gelegt, darunter auch ein Elchpark.


    Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir keinen Elch gesehen - für Mensch, Maschine und Tier sicherlich die optimale Variante - aber nun recherchierten wir doch mal. Es gab sogar 2 Attraktionen: einmal direkt bei uns um die Ecke eine Elch-Safari und etwa 20km entfernt in Ellinge einen kleineren Elchpark.

    Natürlich stießen wir auch schnell auf Google-Rezensionen, die sehr durchwachsen waren. Manche schwärmten regelrecht, andere äußerten heftige Kritik (keine Rückzugsorte für die Tiere, unfreundliches Personal, unsaubere Gastronomie etc.pp.)

    Uns ist schon klar, daß ein Leben im Tierpark nicht mit einem Leben in freier Wildbahn vergleichbar ist, insbesondere hinsichtlich Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten. Andererseits sind viele Tiere in Tierparks auch gar kein wildes Leben mehr gewöhnt. Kurz und gut, ohne die pro-und-kontra-Zoo-Diskussion hier zu führen, das wird bisweilen ja schon intensiv genug diskutiert: wir gehen gerne in Zoos, aber nur, wenn wir den Eindruck haben, daß die Tiere zufrieden sind. Da gabs auch schon Negativbeispiele, wo wir auch nicht mehr hingehen.


    Insofern nahmen wir die Rezensionen also durchaus ernst, entdeckten aber auch Widersprüche bzw. daß in ein und derselben Bewertung mit zweierlei Maß gemessen wurde. Also in dubio pro reo und selber ein Bild machen.


    Ziel für diesen Tag: die Elch-Safari.

    Eigentlich wollten wir mit so einer Tschu-Tschu-Bahn (gibts dafür eigentlich auch einen Fachbegriff?) durchs Gehege fahren, aber die waren bis zum späten Nachmittag ausgebucht, also doch mit dem eigenen Wagen. Wollte ich zwar eigentlich nicht, immerhin zuckelt man da ewig im Schritttempo dahin, aber im Endeffekt hat's dem Wagen auch über 40min nix ausgemacht. Keine Zündaussetzer, kein Qualmen, Kupplung habe ich auch nur wenig gebraucht, konnte im 1. Gang auch in niedrigen Drehzahlen ganz entspannt schleichen. Vernünftige Vergasereinstellung braucht man halt ;-)


    An der Kasse kurze Frage, woher wir kämen und dann gab's eine kurze Einweisung per Zettel:


    Und dann gings direkt ins Gehege:


    Für die anderen Gäste schienen plötzlich nicht mehr die Elche die Attraktion zu sein, sondern der Trabant auf Elchpirsch :-D


    Erster Eindruck: recht viel Platz, viel Unterholz. Die Tiere schienen auch entspannt, waren die Geräusche und Abgase also anscheinend gewohnt und ließen sich nicht großartig beeindrucken, wenngleich man doch merkte, daß sie das Trabant-Geräusch dann doch nicht gewohnt waren...


    Also rein ins Bison-Tal:


    Und dann auch schon der erste Kollege Elch aus nächster Nähe:

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  • Im Großen und Ganzen waren die Elche tiefenentspannt. Eine Situation gabs, da haben sich ein paar halbstarke Jungtiere erschreckt und sind plötzlich quer über den Weg geflitzt. Sowas kann natürlich schief gehen und die Versicherung zahlt dann auch nicht, weil man auf eigene Gefahr dort unterwegs ist. Ich bilde mir aber ein, daß das alles halb so wild ist, wenn man genügend Platz zum Vordermann läßt und ganz langsam unterwegs ist. Die Tiere sind ja auch nicht blöd und suchen sich dann schon die Lücken zum Rückzug. Manche fahren aber regelrecht in Kolonne da durch, das ist dann natürlich blöd, wenn da eine Mauer aus Autos vor den Elchen steht...



    "Was'n das für'n komisches Auto??" :-D

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  • Sozusagen den Elchtest wiederholt ;-)

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Im Schneckentempo quasi...


    Nach der Elchsafari gings noch in den Tierpark nach Traryd. Hierzulande würde man es Nutztiergarten nennen. Bezahlung des Eintritts auf Vertrauensbasis, da kein Personal vor Ort; alles sehr gepflegt und in Ordnung.



    Direkt am See gelegen:



    Und da wir natürlich nur ein paar Brocken Schwedisch verstehen und ganz schnell da rein wollten, hatten wir ganz hastig den am Eingang angeschlagenen Preis in die Kasse gesteckt und dann nix wie rein. Fast am Ende unseres Rundgangs entdeckten wir dann noch ein anderes Schild mit den tatsächlichen Eintrittspreisen und dann wurde klar, daß wir am Eingang die Jahresgebühr für die Mitgliedschaft im Verein geblecht hatten :-D

    Waren aber auch nur 12€. Die werden's gut gebrauchen können ;-)

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  • Der letzte Abend im letzten Quartier, wieder mit der anhänglichen, aber unbekannten Katze.

    Und hier der Gartenblick:

    In den Häusern im Hintergrund verbrachten Dänen ihre Ferien. War aber nur an den Kennzeichen zu erkennen, ansonsten bewegten die sich irgendwie nie aus der Hütte raus, guckten aber jedes Mal skeptisch-interessiert, wenn das ostgermanische Mobil vorbei tuckerte.


    An dem Tag hatte ich auch den Keilriemen mal nachgespannt. Den hatte ich unmittelbar vor Reisebeginn erneuert und nun war er auffällig wenig gespannt. Das blieb aber der einzige Eingriff am Auto, ansonsten hätte ich gefühlt noch bis zum Nordkap so weiterfahren können.

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  • Und dann war er schließlich gekommen, der letzte Tag unter blau-gelber Flagge.

    Wir hatten die Nachtfähre gebucht und somit reichlich Zeit, immerhin blieben auf direktem Wege nur etwa 200km bis Trelleborg. Also erstmal schön ausschlafen und in Ruhe frühstücken. Gegen 11 waren wir dann startklar.


    Erstes Etappenziel: erstmal wieder ein kleines Stück gen Norden, etwa 40km nach Hamneda den dortigen "Ellinge Älgpark" besuchen. Glücklicherweise auch einen Parkplatz mit Schatten ergattern können, um die Eisfüllung der Kühlbox nicht über Gebühr zu strapazieren.


    Beim Einlaß im Elchpark bekommt man ein Bündel Birkenzweige, offensichtlich mögen die Elche das zarte Grün sehr.

    Entgegen diverser Rezensionen machten die Elche keinen verstörten Eindruck, sondern schienen recht ausgeglichen. Etliche, wenn nicht sogar alle Elche werden vmtl. dort geboren sein und kennen nix anderes. Natürlich sind die Rückzugsmöglichkeiten im laufenden Betrieb nicht riesig, aber wären sie das, dann würde man vmtl. auch keinen Elch zu Gesicht bekommen, was den Besuchern dann sicher auch nicht recht wäre. Aber wie gesagt, die Tiere machten einen entspannten Eindruck.


    Meister Gunnar im Zweikampf mit nordischem Vieh...


    Auch ein Kalb gabs zu "sehen". Das hörte allerdings auf Mamas Anweisungen und tarnte sich im Gras.


    Die Bemühungen, Mama Elch mit saftigen Birkenzweigen an den Zaun zu locken, erforderten sehr viel Geduld, fruchteten dann aber doch, auch zur Freude der umstehenden Besucher.


    Leider gab es dann auch ganz clevere Besucher, die Mama Elch unbedingt mit eigenem Obst füttern wollten, obwohl das natürlich strengstens untersagt ist. Leider waren das auch noch Landsleute. Manche scheinen sich keine Vorstellung davon zu machen, was ungewohnte Nahrung mit Tieren anrichten kann.

    Glücklicherweise rührte Mama Elch das Obst nicht an.

    Junior Elch blieb auch unbeeindruckt in Deckung.


    Hier nochmal eines der tiefenentspannten Exemplare:


    Also uns hat's gut gefallen. Überschaubarer Tierpark ... wie man allerdings in 15min da durchsprinten will, wie manche Bewertungen kritisieren, blieb uns schleierhaft.


    Wenn man mit Kindern dort ist, könnte es allerdings eine Herausforderung sein zu erklären, was es mit den Elchburgern auf sich hat, die es im Restaurant gibt :-D


    Neben allerlei Klimbim kann auch das Elchfleisch dort tiefgekühlt erworben werden. Unsere Kühlbox war aber für was anderes reserviert.

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  • Wie gesagt, in Hamneda, wo auch der Elchpark ist, gibt es einen sehr empfehlenswerten Fischladen: Bolmen-Fisk.

    Dort gibt es leckeren Brathering und genau dafür war ein Großteil der Kühlbox reserviert. Zuhause angekommen konnte ich immerhin fast 4 Wochen allabendlich schlemmen ;-)


    Als Kühlbox haben wir eine passive gewählt, weil die üblichen elektrischen Spieledinger nicht wirklich kühlen, eine Kompressorkühlbox aber die GLM in der Kombination mit ständigem Abblendlicht vielleicht überfordert hätte. War mir auch zu teuer.

    Mit einer Eisladung hat die Kühlbox eigentlich von morgens bis abends ganz gut gekühlt.

    Problem ist nur, daß man in Schweden keine Eiswürfel bekommt, weder an der Tankstelle, noch im Supermarkt. Scheint absolut nicht üblich zu sein. Wir hatten zwar Kühlakkus, aber für den letzten Tag mußte das ganze Fischzeug sowie Filmjölk etc. incl. Fährfahrt und Heimreise immerhin gut 28 Stunden in der Kühlbox bleiben. So hatten wir im Tiefkühlschrank noch zusätzliche Eisklötze produziert und mit in die Box gepuzzelt. Ausgerechnet der letzte Tag in Schweden und die 6...7 Stunden von Rostock bis nach Hause waren nämlich heiß, war also eine gute Bewährungsprobe für die Kühlbox, die sie aber bestanden hat.


    Mit der Ladung Fisch an Bord sollte es dann zur Sommerrodelbahn nach Örkelljunga gehen. Dort angekommen stellten wir aber fest, daß mittlerweile Helmpflicht eingeführt wurde. Da man nicht weiß, was man sich mit den Kollektivhelmen sonst noch so auf den Kopf pflanzt, verzichteten wir auf den Spaß und machten an einer Fischtreppe Rast, die sogar noch herrlichen Schatten bot.

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  • Jetzt mal im Ernst, war das wirklich eine kleine schwedentour?;)


    Schöne Bilder, bekommt man glatt selber Lust. (Darf man eigentlich zur Zeit? Oder haben wir aus Deutschland wieder Einreiseverbot?)

  • Also in meinem Maßstab war das nur eine kleine Tour.

    Wie gesagt nur 2716km und nur 8 Tage, im schwedischen Maßstab nur bißchen im Süden rumgetümpelt. Früher in Familie sind wir meist 3 Wochen gefahren und haben bis hoch zum Nordkap alles erkundet. Das sind dann schon größere Touren ;-)


    Momentan dürfte man, Reisewarnung gibts keine. Meine Mutter ist seit Sonnabend dort, besucht ihre Freundin in Lappland. Momentan ist sie in Dalarna, gestern Abend 20 Uhr -2°C, bei ihrer Freundin wohl schon 15cm Schnee.

    Gut, daß ich ihr vor der Abreise noch neue Winterschlappen montiert hab :-D

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  • Spätestens, wenn die Carola-Sch...e irgendwann mal vorbei ist, schippern wir auch mal rüber (sicherlich aber eher mit dem Westblech - meine Frau ist etwas weniger asketisch veranlagt...:wacko:).

    Unsere Ferienwohnung wird jedenfalls schon ausgebaut (der Sohn von Freunden ist dorthin ausgewandert und hat ein sehr nettes Anwesen erworben (nur gut 6000qm wohl - für schwedische Verhältnisse also relativ beengt :lach:).