Stema - Entwicklung von HP 280 - 350 - 400 - 401 - 402 - 410

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  • Die Informationen in den Beiträgen stammen von:


    - Stema (Entwicklungsingenieur Kießlich)

    - Prospekte

    - Fahrzeugbriefe

    - Typenschilder

    - Recherchen



    Änderungen und Ergänzungen sind möglich. Ergänzende Hinweise sind erwünscht.

    Wozu Ventile? 0,6 EDS Hemi


    Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".


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  • Ich stelle hier mal die Entwicklung der Stema-Anhängerfamilie chronologisch mit Änderungen zwischen den verschiedenen Modellen (primär mit Blechwanne) vor.


    Für die Torgauer - Werdauer -Weimarer HP 300 - HP 400 - Familie gibt es ein eigenes Thema.


    HP 280



    1969 begann das Stanz- und Emaillierwerk Großenhain mit der Entwicklung eines Kleinanhängers für PKW. Vorrangig ging es dabei um die Bedarfsdeckung für diesen bisher nicht bedienbaren Bedarf.


    Grundlage war ein Rohrrahmen, der mittels LKW-Federanschlaggummielementen und Blechprofil-Querlenkern mit anfangs Schubkarrenreifen / - felgen eine Blechwanne trug.


    Erste Handmuster hatten noch eine einfach gesickte Wanne, diese wurde mit der Serieneinführung 1970 auf 2 Sicken umgestellt.





    Tatsächlich ging der Anhänger nach seiner Typisierung im Dezember 1969 mit der bekannten Wanne mit 2 Sicken in Serie. Die Vorstellung erfolgte in KFT und DDS.



    Die kurze Variante mit dem Kastenmaß von 100 x 100 cm wurde durch die Höhe einer Normgarage bei einer Hochkantlagerung bedingt.


    Kurzzeitig danach wurde die "lange" Variante mit dem Kastenmaß 130 x 100 cm vorgestellt und parallel angeboten.



    Die Radlagerung erfolgte in der Felge, welche mit einer Kronenmutter auf dem mit dem Querlenker verschweißten Achsstumpf gesichert wurde.


    Erhältlich als HP 280 / 11 und HP 280 / 11-1





    Von dieser eher ungünstigen Radlagerung wurde ab ca. 1973 abgegangen nun gab es Vierlochfelge auf einer Radnabe.



    In dieser Zeit kam es auch zu einer Veränderung der Rückleuchtenkombination.



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  • HP 350


    1974 wurde der Nachfolger HP 350.01 typisiert und eingeführt, welcher nun für über 10 Jahre das Gros der Produktion darstellen wird.





    Im Gegensatz zur Wanne, die mit Ihren Leuchtelementen einstweilig gleich blieb, war ein neuer Profilrahmen mit gezogen Längslenkerachsen die größte Neuerung.



    Mit der laufenden Produktion wurden (vermutlich auch im Sinne der Exportorientierung) Änderungen und Erweiterungen vorgenommen.


    Neben der Einführung eines Deckels zeichneten sich gegen 1978 weitere Änderungen in der Optik ab.


    Die recht kosten- und montageaufwandsintensiven Einzelleuchten wurden nur durch IKA - Einheitsdreikammerleuchten ersetzt, beim Übergangsmodell auf der über die Gesamtbreite reichenden Nummernschildbeleuchtung montiert.




    Der in kleiner Serie gebaute HP 350 mit herausnehmbarer Heckklappe wurde lt. Prospekt mit runden Einheitsleuchten ausgerüstet, es kamen aber auch die üblichen Rechteckleuchten zum Einsatz.




    Ab 1979 wurde die Breite der Nummernschildbeleuchtung reduziert, erst mit einer glatten Nummernschildbeleuchtungspaneele. diese wurde dann mittig tiefergezogen, um den ECE Leuchtvorschriften Genüge zu tun.




    Für den Export kamen andere Leuchten von Jokon (aus dem NSW) zum Einsatz, die Anhänger wurden dort unter anderem mit der Handelsmarke Pouch vertrieben


    (hier fehlt noch ein Bild)

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  • Weiterhin wurde erstmals eine (recht aufwendig befestigte) Heckklappe für die Wanne verbaut, um die Beladbarkeit zu verbessern.

    Die Befestigung (durch Unterschieben) war nötig, da Anhänger und Nummernschild immer fest miteinander verbunden sein mussten.






    Die HP 350 waren nun auch mit Deckel erhältlich. Hierbei waren die ersten Deckel aus GFK, später wurde auf Blechdeckel umgestellt. Es war sowie als Erstausstattung (keine Löcher für Planenknöpfe in der Wanne gestanzt) als auch Nachrüstlösung.

    Während der GFK-Deckel sich als etwas labil und nackt präsentierte, trug der Blechdeckel häufig einen Einheits-Dachgepäckträger.





    Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch die Scharnierlösung.


    Während die ersten Handmuster noch mit außenliegenden Scharnieren bspw. vom CT 6-1 ausgerüstet wurden, kamen danach innenliegende Scharniere zum Einsatz, welche bei der Uni Dresden von einem Fachmann für Kinematik entworfen wurden.


    Diese haben 3 Nachteile: relativ aufwendige Herstellung, Beschädigung des Transportgutes sowie eine vorgegebene Beladung von rechts.




    Daher wurde eine neue Lösung erarbeitet, diese ist außenliegend, weniger herstellungsintensiv leichter zu montieren (hier am Beispiel eines HP 401).



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  • Abgesehen von der Möglichkeit der normalen Flachplane bestand auch hier die Möglichkeit, eine Hochplane einem Hochspriegelgestell zur Transportraumvergrößerung zu nutzen.



    Die zweite Eigenschaft, die mit dem HP 280 eingeführt wurde, ist die Möglichkeit, den Anhänger hochkant entweder auf einem Lagergestell (Rohraufnahme, HP 280) oder zwei Kippbügeln (HP 350-402) zu lagern.




  • HP 400


    Parallel zum HP 350 begann Mitte der 70er Jahre die Weiterentwicklung bzw. die Neuentwicklung des Nachfolgers.

    Hauptaugenmerk sollte hierbei lt. Entwicklungsingenieur die Massereduzierung sein.

    Leider stellte sich in den Fahrtests heraus, dass die projektierte Achskonstruktion zu labil war.

    Daher wurde hier nachgebessert. Dies führte ironischerweise zu einem der stabilsten Fahrwerke in dieser Anhängerfamilie, leider stieg die Bauhöhe zu stark an und die angestrebte Gewichtsreduktion wurde nicht erreicht.

    Auch führten die verkürzten Achsschenkel zu einem, gemessen am relativ weichen HP 350, hoppeligem Fahrverhalten.




    Der Fahrwerksbock




    Weitere Unterschiede sind folgende:


    - Wanne mit Quer- statt Längssicken

    - Verlegung der Leuchten unter die Wanne an den Rahmen

    - Anderer Kantenradius an den GfK-Radkästen





    1981 kam es nochmals zu Modifikationen, die GFK-Kotflügel wichen runden Schmutzfängern aus Stahlblech.


    Dadurch sank die Bruch- und Splitterneigung, dafür kam leider die Korrosionsgefahr an diesem Bauteil dazu.

    Später kamen hier die Feuerverzinkung als Rostvorsorge zum Einsatz.




    Verfügbar waren auch hier wieder Flachplane, Hochplane und Deckel.

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  • HP 401


    Da die Weiterentwicklung des HP 350 mit dem HP 400 als unbefriedigend gelten durfte, wurden bei der nächsten Weiterentwicklung mehrere Punkte aus dem Lastenheft umgesetzt:


    - verbessertes Fahrwerk

    - geringeres Gewicht

    - variable Aufbauten


    Die Änderung des Fahrwerkes in ein Schräglenkerfahrwerk ist vor folgendem technischen Hintergrund zu sehen: Das Aufsteigen der Achse bei einer Unebenheit erfolgt hier zusammen mit einer Sturzänderung im Rahmen einer Bogenbewegung. Dies bedingt lt. Stema ein ruhigeres Fahrverhalten.



    Gleichzeitig sorgt der neue Rahmen durch eine Unterteilung in die geschraubten Deichselstreben - Fahrwerksrahmen - Heckteil für den Vorteil, als palettentransportfähige Versandeinheit mit wenig Aufwand zerlegt exportiert zu werden.




    Die tatsächlich erreichte Gewichtsreduzierung ist in sofern gelungen, dass durch die Einsparung der Anhänger selbst mit Blechdeckel und Heckklappe 100 kg wiegt - ein Orientierungspunkt war bspw. der Mitbewerber im NSW Fa. W. Heinemann mit dem Z1 / 40, Norauto NOR 45, ERKA und ERDÉ.





    Interessant sind auch Zweifarblackierungen, die (scheinbar nur) für Prospekte geschaffen wurden (biberbraun war damals vermutlich schon etwas out):



    Eine Variabilität der Aufbaus bedeutete zweierlei:


    - die bereits bekannte Wanne wurde in 2 Ausführungen hergestellt - mit Heckklappe und ohne. Das war durch die Befestigung des Nummernschildes am Rahmen wie schon beim HP 400 jetzt problemlos möglich.

    - neben dem Rahmenkasten mit Zinkblechbeplankung gab es nun auch den Rahmenkasten mit Holzbeplankung - für den Export mit einer Kunstharz-Holzfaserstoffmischplatte, welche in der Nähe von Neustrelitz hergestellt wurde. (siehe oben).





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  • HP 402


    Als Ergänzung gab es für den Export (konkret nachweisbar: Frankreich) noch die Variante HP 402. 1987 typisiert, kam es vermutlich nur zu einer sehr geringen Menge an Inlandsverkäufen.


    Hauptunterschied ist die 5x8" - Bereifung und die daraus resultierenden breiteren Kotflügel....


    Die Beschaffung der Sondergröße im VEB Pneumant Reifenwerk Fürstenwalde war wohl aufwändig und langwierig, dazu kamen Probleme mit dem Rundlauf dieser Reifen. Letztendlich war dies eine Reaktion auf die Forderung nach einer etwas "kraftvolleren" Optik, die Zuladung leidet eher und der Preis wird dadurch auch nicht kleiner.









    Wer so einen Anhänger sucht, wird tendenziell eher in Frankreich fündig.


    bspw. https://www.leboncoin.fr/recherche/?text=stema


    Beispiele von 2018.




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