Lebensdauer, Laufleistung und Identifizierung des Trabant Zweitakt Motors

  • Da gehe ich vollkommen mit. Sieht man ja weiter vorne bei früheren Bildern, dass bei modernen Ölen die Verkokungen deutlich weniger sind.


    Bleibt noch die Frage ob die permanente axiale Belastung beim Kuppeln nicht auch dazu beiträgt.:/

    Siehst du vollkommen richtig, die axiale Belastung ist auch heute bei aktuellen Motoren noch ein Problem mit Schaltgetrieben

  • Fahrfusshebel, ich habe bei div. Ausbaulagern mal nachgesehen, abgebrochen sind eigentlich nirgends Laschen.

    Die sind wenn dann sämtlichst aufgebogen und teils wie hier an den blanken Stellen am Gegenring zu sehen angescheuert.

    Auch hab ich noch einen Käfig von einem anderen schmutzigen Lager zerlegt und es war innen viel Borke.


    Spannend wäre tatsächlich mal eine Welle die im letzten Jahrzehnt gemacht wurde und ihre Kilometer jetzt weg hat. So eine würde ich gerne mal zerlegen. Ich denke Verkokungen vom Sprit sind auch wegen der Gehäusetemperaturen heute noch ein Thema.


    Ich hab noch eine Welle zum zerlegen nächste Woche, da ist der Käfig noch neben dem Lager lose drin, also noch nicht zerbrochen. Mal sehen wie da die Nasen sind.

    Edited 2 times, last by Tim ().

  • ... sind die abgebrochenen Laschen das Ergebnis von Vibration und hohem Temperaturwechsel. Neue Wellen, mit gutem Öl und Kraftstoff gefahren, haben das Problem genau so.

    Der Theorie folgend müssten dann Lager aus anderen 2T Motoren (MZ, Wartburg) ähnlich aussehen. Vielleicht hat da jemand einen Vergleich?

  • Spannend wäre tatsächlich mal eine Welle die im letzten Jahrzehnt gemacht wurde und ihre Kilometer jetzt weg hat.

    klingt fast so als wenn ich meinen Motor jetzt doch mal zerlegen sollte. War vor 8 Jahren ne neue ddr-welle, und hat jetzt irgendwas bei ca. 40-50tkm gelaufen.

    Leichte Geräusche macht sie schon, weshalb ich eh mit dem Gedanken spiele den Motor zu machen. Damit der neue sich dann kaputt stehen kann ^^

  • Wenn du schreibst eine DDR Welle dann ist die ja nicht in den letzten 10 Jahren neu gemacht worden.

  • Wenn die axialen Kräfte dafür sorgen dann wie?

    - die Kugeln müßten tiefe Anlaufspuren in Kraftrichtung auf den Käfig hinterlassen

    - die Gegenseite vom Käfig müßte "anliegen" -> sonst könnte die auseinandertreibende Kraft nicht wirken


    - ja die Welle wird axial verschoben, es liegt aber noch ein "Puffer" dazwischen (Wangenatmung)


    Ich würde in Richtung Fertigungstoleranzen gehen. Die DDR Lager waren nicht das Maß der Dinge, da hat man lieber FAG oder Japanimport gewählt.

    Einfluss Lagersitze? Wellenschlag?


    Kann man es eingrenzen welches der beiden Lager betroffen ist? Wie rum ist es montiert?


    Leider wird das für uns alles nur Spekulation bleiben. Schön ist zu sehen, welche Schäden wie auftreten

  • Kann man es eingrenzen welches der beiden Lager betroffen ist? Wie rum ist es montiert?

    Ich wage da nicht so richtig einzugrenzen, aber in meiner Wahrnehmung ist es oft (wenn nicht sowieso beide Seite gefetzt sind) das Lager auf der Seite von Zyl. 1 so wie bei dieser Welle:



    Für das Wierum gibt es offenbar kein System. Ich habe mal div. hingestellt, und alle mit den Nasen im Käfig nach links zeigend.

    Wie man aber sieht ist der Verdrehsicherungsstift mal rechts, mal links. Kann montiert dann also sowohl als auch sein.


    Auch das Schwungradlager sind die Nasen mal links, mal rechts (oben die 3). Zu sehen an der Nut.


  • Man grübelt ja über manch geschriebenes hier...


    Zu finden hier bei Schaeffler

  • Leider kann ich bei der gezeigten Welle nicht mehr nachvollziehen ob die Klammern aufgebogen waren, oder sich durch Bruch verabschiedet haben.


    Der Teil mit den Nasen ist vollständig nicht mehr vorhanden.

    Der im montierten Zustand noch zu sehende Käfigteil einseitig ist alles was übrig ist.



    Die Rückseite hat punktuelle Scheuerstellen.



    Warum? Offensichtlich (ich kenne die Vorgeschichte nicht) wurde der Motor nach dem Knall nicht gleich abgestellt.


    Er lief noch min. so lange, dass die andere Seite vom Käfig ganz brechen und sich verflüchtigen konnte (das geht ganz sicher nicht von einer Minute Motorlauf) und der Rest Käfig sich bis an den Mitteldichtring gemacht hat und dort eine dem seitlichen Umfang folgende Scheuerstelle hinterlassen hat. Auch hat es ihn schief gedrückt, was ich aber leider nicht bildlich gut erkennbar darstellen kann.



    Interessant an dieser Welle noch, ein unteres Pleuellager hatte eine fehlende Walze. Die war definitiv nicht drin.



    Ist so gelaufen, ohne das man dadurch einen Schaden erkennen kann.

  • Guten Morgen, hab diesen thread gerade verfolgt und passend dazu Fotos von meiner KW, die ich gerade eben ausgebaut habe.

    Bj 89, 45.000 km gelaufen.

    Die Welle hab ich so wie auf den Fotos aus dem Gehäuse genommen. Ich denke mal, es ist verwunderlich das die sich überhaupt noch gedreht hat.

  • Selbst mit zwei defekten Mittellagern kann der Motor noch eine ganze Weile laufen. Besonders, wenn man unsensible Ohren hat. Mit der Zeit zerlegt es dann auch noch das Lager 1. Inder Folge übernimmt der Abschlussdeckel und die Schwungscheibe die Lagerungsfunktion ganz oder teilweise. Wer die veränderten Laufgeräusche bis dahin ignoriert, tut das mitunter auch weiter. Der Motor macht es, wie wir alle: Wir leben, bis zum Schluss.

  • Die vom Käfig befreite Murmelsammlung macht Geräusche, festgehen müssen die nicht. Den meisten Schaden machen i.d.R. die hochwandernden Käfigfragmente, oben an der Zyl.garnitur. Kolbenböden und Köpfe sehen oft wie mit einem kleinen Maschinengewehr beschossen aus - und die nagelnde Geräuschkulisse dazu ist ggf. auch mächtig gewaltig.

  • Als ich den Wagen vor 4 Monaten gekauft habe, musste der Motor ihn noch 1000 Meter zu seinem neuen zu Hause bringen. Im stand waren die Geräusche zwar auch nicht schön aber ließen nur auf ein defektes Lager schließen. Während der Fahrt hörte es sich eher an als ob die 26 PS Turbo aufgeladen sind. Rauschen, Rasseln und Schaben. Hab dann über die Wochen hinweg nen Austauschmotor fertig gemacht,per Hand und kleinen Bürsten gereinigt, mit neuer KW, neuen Drehschiebern, neuen Labyrinthringen. Läuft auch gut. Und nun möchte ich halt den dazugehörigen Motor wieder flott machen.

  • Ich habe Fotos zugespielt bekommen mit interessanten Schadensbildern.


    Hier wurde eine Innenhülse für ein 3mm Nadellager auf einen unrunden Zapfen aufgezogen. Ergebnis, die Hülse ist gebrochen und das Nadellager ist dann fest gefahren.




    Das Zweite ist das worauf ich mehr oder weniger gewartet habe. Wobei ich ja annahm das es eher abreißt.


    Da gibt es jemanden der offenbar die Pleuel mit einer Innenhülse repariert.


    Zuerst hat sich die Reparaturhülse gelößt und sich in die äußere Hubscheibe eingearbeitet:



    Und auf dem Hubzapfen selber ist jetzt alles nur noch eine "Masse".



    Ich rechne ihm an das er versucht hat Teile zu retten. Leider war aber von Anfang an klar, dass das nicht lange hält.

    Dummerweise ist damit nun nicht nur die Hubzapfenscheibe schrott, sondern die äußere Hubscheibe gleich mit.

    Schade.....:(

    Edited 2 times, last by Tim ().

  • Tja, wenn man so mitbekommt, wie die Beiden auf diversen Social Media-Plattformen gehypt werden, muss man sich wundern, dass die Beschwerden nicht offenkundiger ausfallen. Dass das nicht halten kann, sieht man auf dem Video selbst als technisch nicht versierter Laie.

    Ist etwas zur Laufleistung des Motors bekannt?

  • Interessant wäre zu erfahren, wieviele auf diese Art instand gesesetzte Welle schon unterwegs sind.


    Es ist echt Wahnsinn auf was man mittlerweile beim Wellenkauf achten muss. Ungarn, angeblich neu und dazu die A-Team Zauberwellen...

  • ...Dass das nicht halten kann, sieht man auf dem Video selbst als technisch nicht versierter Laie...

    Kann es sein, dass Du Dich damit etwas zu weit aus dem Fenster lehnst?

    Diese Idee reiht sich in andere Lösungsversuche ein. Vor 1990 hat man versucht effektiv mit dem vorhandenen Material umzugehen, heute gibt es wirklich wenig oder nichts Bezahlbares.

  • Kann es sein, dass Du Dich damit etwas zu weit aus dem Fenster lehnst?

    Möglich, ich bin kein Motorenbauer. Mir hat allerdings das Video bei seiner Veröffentlichung zur Entscheidung gereicht, sowas nicht zu erwerben. Auch wenn Du "ein besseres Pleuel für Geld nicht koofen kannst..." Ob das von Tim gezeigte Bild einen Einzelfall darstellt, kann ich nicht beurteilen, aber es zeigt (und offensichtlich nicht nur) mir, dass meine Intention nicht ganz falsch war.

    Die Idee mag per se nicht schlecht sein, aber wieviele Millimeter Reswandungsstärke verbleiben im konkreten Fall? Zwei? Zudem sieht es auf dem Video zumindest so aus, als ob die Hülse nicht richtig mittig und bündig sitzt. Kann aber durch die ungünstigen Lichtverhältnisse auch täuschen.

  • Mir liegt auch so ein zerstörtes Pleuel vor. (Ich meine, das Bild auch schon einmal gezeigt zu haben.) Es gibt öffentlich zugängliche Abhandlungen zu Schäden an Wälzlagern. Die zeigen und rechnen viel. Aber am konkreten Beispiel, dass wie in "unserer Branche", erst vorliegt, wenn das Lager zerstört ist, kann man leider nur noch wenig sehen.

    Der von Tim gezeigte Hubzapfen kann der Auslöser gewesen sein, muss es aber nicht. Bei mir ist vor geraumer Zeit eine Kurbelwelle mit Nadellagerung im Pleulfuß gelandet, die hat nach ca. 2tkm Geräusche gemacht. Der Pilot hat den Motor sofort stillgelegt und zerlegt. Dabei ist ein defekter Nadelkäfig in einem Pleuel aufgefallen. Bei der Zerlegung wurde dann sichtbar, dass das andere Pleuel eher der Unruhestifter war. Denn dort war der Innenring gerissen und auch der Käfig hatte erste Brüche. Der Hubzapfen war eher unauffällig. An der Form des noch vollständigen Nadelkranzes habe ich dann erkannt, dass diese weder von SKF noch von INA waren. FG601 hatte vor einigen Wochen ebenfalls ein Foto von diesen nicht identifizierten Nadelkränzen gepostet. Ich sage mal so, der Preisunterschied zu Nonames ist schon beachtlich.

    Aber zu bedenken ist auch stets, dass nicht bekannt ist, welchen Anteil diese frühen Totalausfälle an der Gesamtzahl der so gefertigten Kurbelwellen haben und ob sich das in Zahlen wirklich von den Serienwellen abhebt.

    Ganz anders sehe ich den Vergleich der "Aufdornung" der Hubzapfen nach der Technologie aus der DDR und das Abschleifen/-drehen der Hubzapfen, um mit einem Innenring wieder auf das Normalmaß zu kommen. Wie sich die Belastbarkeit von unterschiedlichen runden Querschnittsformen darstellt, lernen heutzutage wahrscheinlich schon Metallbauer. Mit dem Wissen sollte dann klar sein, dass die Verkleinerung des Außendurchmessers in die Hose gehen wird. Die "Aufdornung" erscheint mir eigentlich nur als eine unökonomische Spielerei.