Instandsetzung der Rücklichter P50/60

  • Guten Tag allerseits,


    die Restaurierung meines 600er Kombis hat unlängst begonnen und die Liste der Baustellen wird länger und länger. Ein Punkt von vielen ist das wieder Hübschmachen meiner Rückleuchten. Ich besitze noch die rot-orangenen Leuchten mit original DDR-Aufdruck und behandle sie deshalb auch wie zwei Schätze. Leider sind im Laufe der Jahre und den unzähligen Lackierungen, die die beiden schon mit gemacht haben, immer wieder ordentliche Lackspritzer auf die Rückleuchten gekommen, oder es wurde einfach über den Rand lackiert. Das sieht unschön aus, vor allem wenn das Fahrzeug Pastellblau wird und die Rückleuchten grüne und rote Ränder haben.


    Wie bekomme ich diesen Lack wieder entfernt?


    In einigen Autoforen wird immer wieder von Nagellackentferner gesprochen, da sich in diesem Aceton befindet. Das soll wohl Lack entfernen. Allerdings warnen viele davor, dass das Aceton den Kunststoff angreift und gerade meine Jahrzehnte alten Rücklichtkappen haben mit Sicherheit einiges ihrer Widerstandskraft verloren. Ich möchte um Gotteswillen verhindern, dass sie trüb oder sogar brüchig werden.


    Stand jemand schon vor denselben Problem? Ich denke solche Spritzer können schnell geschehen und sind für jeden ärgerlich. Leider kann ich auch nicht sagen, auf welcher Basis die Lackierung ist.


    (Ps.: Sollte es einen Thread zu diesem Thema bereits geben, bitte ich um Vergebung und um ein Verlinken, damit ich entsprechenden finde. Meine Suche ergab kein Ergebnis.8o)


    Viele Grüße an alle Trabi und Oldtimerfahrer

    Otto und Anke

  • Eine scharfe Kattermesserklinge und behutsam die Farbe damit runter Schaben. Anschließend den Kunststoff mit einer Schreifpaste und Lackpoliur wieder auf Hochglanz bringen.

    Auf keinen Fall mit scharfen Lösungsmitteln.

  • Würde ich auch sagen, nur dass es Cut und nicht Kat heißt. Schönes Denglisch, Cuttermesser.


    Aceton oder auch Nitroverdünnung ist absolut tabu für Kunststoff! Er wird häufig davon angelöst. Durchgetrockneten Lack bekommst du mit weniger aggressiven Mitteln aber nicht mehr angelöst. Also muss mechanisch entfernt werden.



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Tipp von mir, lass die einfach im Regal liegen und nimm die Richtigen. Dein Kombi hat durchgehend orange Kappen. Gibts sogar oft als Neuware und wird auch nachproduziert.

  • Ich weiß ja nicht ob der kunststoff so unterscheidet zu denn vom 601,

    ich hab damals meine eingefärbten 601 Rücklichter einfach in Bremsflüssikeit gebadet (kann auch alte sein) und gereinigt mit bremsenreiniger.

    Danach waren sie frei von jeglichen farben.

    Viele Menschen wurden dazu erzogen, nicht mit vollem Mund zu sprechen. Aber sie scheuen sich nicht, es mit leerem Kopf zu tun (Orson Welles)

  • TV P50

    Changed the title of the thread from “Instandsetzung der Scheinwerfer” to “Instandsetzung der Rücklichter P50/60”.
  • Das ist ein Tip, den ich mir mal merke, danke. Würde ich dennoch vorher “an unauffälliger Stelle“ ausprobieren.


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Bremsflüssigkeit mag vielleicht gehen, aber Bremsenreiniger würde ich auf keinen Fall nehmen, denn der ist reines Aceton und löst Kunststoff an.

  • denn der ist reines Aceton

    Das stimmt mit Sicherheit nicht!

    Allerdings könnte Aceton enthalten sein, da hast du Recht. Habe selbst nie darüber nachgedacht und irgendwie auch noch niemals Probleme bei Gummi- und Kunststoffteilen gehabt. Vielleicht habe ich zufälligerweise Aceton-freien zuhause, die gibt es ja auch.


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Reines Aceton? Wo hast du das wieder her? Wenn viel drin ist dann ist es immernoch unter 50%, eher um die 40%.

    Die meisten sind heute sowieso acetonfrei....Gesundheit und so.

    Du musst die Schalen schon im Reiniger der dann auch Aceton enthalten muss, über Nacht baden um den Kunststoff zu beschädigen.


    Ablaugen könnte noch gehen. Ich probier das die Tages mal aus.

  • Wie Fahrfusshebel schon schrieb gehören die zweifarbigen nicht an ein Kombi. Diese gab es nur bei den sehr frühen Baujahren an der Limousine.

    Vielleicht tauscht ja jemand mit dir.

  • Eintauschen werde ich die nicht, denn die rot-orangenen Leuchten sind sehr selten. Die orangen Rückleuchten bekommt man an jeder Ecke. Da werde ich mich bedienen und die orangenen Rücklichtkappen anbauen. Ich will den Wagen so original wie nur möglich aufbauen. Ich habe vor kurzem auch eine Anfrage an das August-Horch Museum gestellt, wie ein 63' Kombi (er hat keinen Zierstreifen) lackiert hätte sein können, denn man findet dazu nichts im Internet. Leider habe ich bis dato keine Antwort erhalten und so wird er höchstwahrscheinlich pastellgrau und pastellblau.

  • Wenn er keinen Zierstreifen hat, hat er auch nur eine Farbe. Im Normalfall Pastellgrau oder Marmorweiß.

  • Aber nicht 63.

  • Du musst die Schalen schon im Reiniger der dann auch Aceton enthalten muss, über Nacht baden um den Kunststoff zu beschädigen.

    Also reines Aceton greift denn Kunststoff an und löst ihn auf/an, auch wenn man nur überwischt.


    Vielleicht nicht von heut auf morgen aber es passiert.

    Habe auf arbeit mit Kunststoffen zu tun und daher weiß ich das. Kann natürlich auch am kunststoff liegen aber unbedingt testen würde ich es nicht :D


    Und ja das mit dem aceton im bremsenreiniger hatte ich nicht bedacht ;)

    Viele Menschen wurden dazu erzogen, nicht mit vollem Mund zu sprechen. Aber sie scheuen sich nicht, es mit leerem Kopf zu tun (Orson Welles)

  • Das ist ja auch bekannt.........der Kunststoff muss nicht mal mit dem Aceton in Berührung kommen, da reichen die Dämpfe.

    Ich habe so das letzte Ultraschalgerät geschrottet. Ich hab nach dem Bad die Flüssigkeit (reines Aceton) in der Schale gelassen und nicht wie sonst sofort wieder raus. Am nächsten Tag war der Deckel weich und innen wie eine Tropfsteinhöhle. Die Hälfte vom Deckel war "runtergeregnet" und hat die Schale dauerhaft verklebt. Habs entsorgt.......

  • Seitdem der Herr Neuber nicht mehr im Museum tätig ist, kann man das AHM eigentlich vergessen. Der hatte noch was für die kleinen Kriecher wie uns übrig. Jetzt ist es nur noch reine Vermarktung....