Bremsflüssigkeit wechseln

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  • Da es zu zweit eh einfacher zu machen ist findest du ja vielleicht jemanden der das schonmal gemacht hat und dir hilft?!

    Spielt eigentlich keine Rolle ob er sich dabei mit dem Trabant auskennt da das Prinzip immer das gleiche ist.

  • Moin,


    als Dankeschön für die Info in diesem Thread, dass der Trabi mit DOT 4 gebremst wird, möchte ich mal ein bisschen Fachwissen dalassen, da hier zwar scheinbar jeder Schrauben kann, aber anscheinend kaum jemand Ahnung von dem hat, was er da macht ;-)

    Warum wechselt man Bremsflüssigkeit überhaupt? Bremst doch meistens jahrelang.....
    ->Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, d.h. sie zieht Wasser, welches durch Kunststoffteile wie den Ausgleichbehälter und Gummiteile, wie die Bremsschläuche, diffundiert.

    Steigt der Wasseranteil, sinkt der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit, bis sie irgendwann (in Extremsituationen) aufkocht und sich Luftbläschen im System bilden.
    Das hat dann zur Folge, dass man beim Bremsen keinen Druck mehr aufbauen kann, da sich Luft komprimieren (zusammendrücken) lässt.
    Des Weiteren erhöht die Feuchtigkeit in der Bremsflüssigkeit die Korrosion im System.

    Haupt- und Radbremszylinder sind innen blankes Metall. Da setzen sich mit der Zeit tatsächlich Rostpickel ab. Und wenn die Kolben der Radbremszylinder festgammeln, kommt das meist auch daher, dass die Flüssigeit nicht regelmäßig gewechselt wurde.

    DOT 3, DOT 4, DOT 5 oder DOT 5.1 ..... was denn nu? Egal oder?
    Bei manchen Autos ja, bei anderen NEIN!
    Es gibt Systeme (Hersteller-/Modellabhängig), die vertragen nur die Bremsflüssigkeit, die vom Hersteller freigegeben ist.
    Im Bremssystem gibt es nicht nur die Bremsschläuche, die aus Gummi sind!
    Der Hauptbremszylinder hat Gummimanschetten verbaut, genauso die Radbremszylinder (oder Gummidichtringe).

    Bei Verwendung der falschen Flüssigkeit kann es passieren, dass die Gummiteile aufquellen (kann auch passieren, wenn Öl ins System gelangt), was umfangreiche Reparaturen nach sich ziehen kann.

    Ausführen des Bremsflüssigkeitswechsels:

    Kann man machen, wie oben beschrieben. Beim "manuellen" Vorgang mit zwei Mann, sollte man tatsächlich darauf achten, dass das Bremspedal nicht zu schnell und zu oft von ganz oben nach ganz unten getreten wird. Es SETZEN sich Rostpickel im Hauptbremszylinder ab, die im Normalbetrieb kein Problem darstellen, nun aber die Manschetten beschädigen können.

    Ein Entlüftergerät ist natürlich die bessere Variante. Kostet aber, wenn man was Vernünftiges kauft, ab 500,-

    Lohnt also nicht unbedingt. Inzwischen gibt es relativ erschwinglich Sauggeräte (meist im Motorradbereich). Mit einem Sauggerät kann man unter ständigem Nachgießen, die Bremsflüssigkeit durch das System saugen. Abschließend sollte man noch zwei-/dreimal (bei jedem Entlüfternippel) das System über das Pedal entlüften.

    "Einkammergeräte", also Geräte, in die die Bremsflüssigkeit gefüllt wird und wo Druck (i.d.R. Luftdruck) direkt auf die Flüssigkeit gegeben wird, um sie durch das Bremssystem zu drücken (so auch die oben beschriebene Variante mit dem modifizierten Deckel und Luftdruck in den Ausgleichbehälter) sind "auf deutsch" für´n Arsch!
    Kompressorluft ist in den meisten Fällen sehr feucht und man belastet damit gleich die neue Bremsflüssigkeit.


    "Wenn die Schläuche am Ausgleichbehälter 0,5 bar (atü) nicht standhalten, sind sie eh schrott"

    Mag sein, hat aber für den Bremsbetrieb keine Relevanz, solange sie dicht sind!

    Der Ausgleichbehälter samt Anschlussleitungen ist und bleibt im Bremsbetrieb drucklos und sorgt lediglich dafür, dass Bremsflüssigkeit ins System gelangt, wenn der Verschleiß an der Bremse es erforderlich macht, mehr Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen, oder wenn beim Lösen der Bremse Flüssigkeit aus dem System wieder zurück in den Behälter "fließt".


    Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.


    Gruß


    Guido

  • Von Kompressorluft war hier nicht die Rede.Hier ging es um einfache Pumpsysteme.Also ist Wasser in der Druckluft Geschichte.:thumbup:

  • ->Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, d.h. sie zieht Wasser, welches durch Kunststoffteile wie den Ausgleichbehälter und Gummiteile, wie die Bremsschläuche, diffundiert.

    Du solltest aber schon dazu schreiben welche der aufgeführten Flüssigkeiten diese Eigenschaft hat.

    Ich habe in zwei meiner Trabis und meinem Wohnwagen z.B. Bremsflüssigkeit die nicht hygroskopisch ist.

    DOT 3, DOT 4, DOT 5 oder DOT 5.1 ..... was denn nu? Egal oder?

    Du stellst diese Frage in den Raum, aber du beantwortest sie meiner Meinung nach leider mit deinem Text nicht?

    Oder soll die Antwort sein: immer nur die Flüssigkeit verwenden die der Hersteller vorschreibt?


    In meiner etwa 25 Jahre andauernden Beobachtung am Trabant ist es auch so, dass bei ständig bewegten Systemen mit DOT4, es kaum bis keine Korrosion innerhalb der Zylinder gibt. Wenn dann ist die Korrosion in dem Bereich aushalb des Druck/Flüssigkeitsystems, sprich es ist z.B. vor den Kolben.

  • s.o.


    Meine Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Perfektion ;-)

  • Ich habe bisher zwar noch nie so die Bremse entlüftet sondern immer auf die einfache Weise mit dem Pedal, aber trotz alledem ist an meinem Kompressor ein Wasserabscheider und dieser dürfte dafür gedacht sein das die Luft die er abgibt auch nicht mehr Luftfeuchtigkeit enthält als die normale Raumluft.

  • Aber auch ein Wasserabscheider soll entwässert werden. Dabei können solche Teile auch mal nachlassen. Aber für das Trabantische Bremssystem gibt ein Kompressor doch viel zu viel Druck? Mann soll es wenigstens bis 1½ bar herunterdrosseln, ist meine persönliche Erfahrung.

    Ich habe mal eine Anlage von der Garage borgen dürfen, die stand auf 2 bar, und das war schon zu viel. Ich lag beim Hinterrad und wartete bis etwas kam, und da pinkelte es am HBZ schon literweise heraus.

    Ich habe da noch zwar ein Easy Bleed, aber ziehe es dennoch vor, mich von den lieblichen Füßlein meiner Pansinette assistieren zu lassen. <3

  • ...

    bis sie irgendwann (in Extremsituationen) aufkocht und sich Luftbläschen im System bilden.

    ...

    Wo kommen die Luftbläschen her? :/

  • Als Luftblasen würde ich es nicht bezeichnen sonder als Wasserdampfblasen. Ich denke auch das es auch nur eine kurzzeitige Erscheinung ist. Sobald die Bremsflüssigkeit wieder abgekühlt ist, wird es wieder zu Wasser und dürfte dann wieder normal Bremsen sofern es sich nicht erneut erhitzt.

  • Deswegen die Frage. Das Wasser verändert den Siedepunkt der Bremsflüssigkeit, bei DOT4 zum Bsp. von 260°C auf 150°C bei 5% Wasseranteil. Es handelt sich also im Wesentlichen um Bremsflüssigkeitsdampf.

    Man kann theoretisch die Blasen durch Pumpen am Pedal wieder zu Flüssigkeit komprimieren. Sie entstehen auch erst, wenn man das Pedal löst. Solange man bremst entstehen keine Dampfblasen und Du hast Recht, nach Abkühlung 'verschwinden' sie wieder. Luft würde bleiben.

  • Als Luftblasen würde ich es nicht bezeichnen sonder als Wasserdampfblasen. Ich denke auch das es auch nur eine kurzzeitige Erscheinung ist. Sobald die Bremsflüssigkeit wieder abgekühlt ist, wird es wieder zu Wasser und dürfte dann wieder normal Bremsen sofern es sich nicht erneut erhitzt.

    So habe ich das noch gar nicht gesehen.

    Man lernt nie aus!
    Lehrbeispiel ist meistens: Urlaubsfahrt im Sommer (Alpen, Brenner etc). Trabi voll bepackt, mit Anhänger. Kurvige, langezogene Abfahrt, die es erfordert, viel zu Bremsen.

    Bremse wird heiß, alte, nie gewechselte Bremsflüssigkeit kocht auf, kein Bremsdruck.
    Aber da der Fahrer jetzt weiß, dass es sich nicht um Luft handelt und dieser Zustand reversibel ist, wenn er eine Zeit lang nicht mehr bremst, ist alles gut!

    Ich wusste immer, dass dieser ganze Wartungsquatsch, wie Öl-, Bremsflüsssigkeits-, ggf. Kühlwasserwechsel und regelmäßig Luft prüfen etc, reine Geldmacherei ist......

  • Aber da der Fahrer jetzt weiß, dass es sich nicht um Luft handelt und dieser Zustand reversibel ist, wenn er eine Zeit lang nicht mehr bremst, ist alles gut!

    Ich wusste immer, dass dieser ganze Wartungsquatsch, wie Öl-, Bremsflüsssigkeits-, ggf. Kühlwasserwechsel und regelmäßig Luft prüfen etc, reine Geldmacherei ist......

    Ich hoffe das du das wirklich nicht so meinst. Gehe davon aus das über Google komplett Ahnungslose hier herkommen, deinen Beitrag lesen und den tatsächlich Ernst nehmen.

  • Du vergisst den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt.

    Ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber diese Abhandlungen sind viel zu abstrakt. Genau so kann man es tausendfach im Internet nachlesen und es wird nicht besser, wenn man die Oberflächlichkeiten in schlechterem Deutsch noch einmal hierher übertragt.

    Es führt nur dazu, dass immer mehr Leute der Meinung sind, jetzt wüssten sie genau Bescheid. Und das sehe ich als eher gefährlich an. Stichwort: gefährliches Halbwissen

  • Bei der Trommelbremse muss man es aber auch erstmal schaffen, alles soweit zu erhitzen, dass die Hydraulik kocht. Mit Scheibenbremse ist das "einfacher". Habe ich mal vom Beifahrersitz aus im Lada mit Wohnwagen im Schlepptau mit erlebt. Auf der Abfahrt von Reitzenhain nach Komotau. Zum Glück reagierte der Fahrer (mein Vater) besonnen. Bremse loslassen, 1x runterschalten war auch noch möglich (was die damals noch sehr "scharfe" Anhängerbremse schonmal ein bissel arbeiten ließ), und am Eingang der nächsten Kurve war alles wieder ausreichend abgekühlt, dass ein Bremsen wieder möglich war.

  • Wer denn ganz und gar geizig ist und meint das wäre alles nur Geldmacherei der kann ja seine Bremsflüssigkeit wieder aufarbeiten. Erhitzen damit der Wasserdampf entweicht und filtern zum entfernen von Verunreinigungen.

    Es gibt ja auch so einige Betriebsstoffe die solche Recyclingprodukte sind.

    Ob das sinnvoll ist sowas selbst zu machen bezweifle ich.

  • "Bei der Trommelbremse muss man es aber auch erstmal schaffen, alles soweit zu erhitzen, dass die Hydraulik kocht."


    Das "geht" bei der Trommelbremse relativ einfach....


    1988 von Zinnwald nach CZ runter waren die letzten Kurven dann Handbremskurven mit stark reduzierter Geschwindigkeit - ziemlich sicher mit der 85er Erstbefüllung Karipol grün.

  • Ich hoffe das du das wirklich nicht so meinst. Gehe davon aus das über Google komplett Ahnungslose hier herkommen, deinen Beitrag lesen und den tatsächlich Ernst nehmen.

    Meintest du jetzt mich, oder die, die die sinnfreien Kommentare nach meinem ersten Kommentar (siehe ganz weit oben) geschrieben haben?

    Wie meintest du das "...über Google komplett Ahnungslose hier herkommen..."? Ich habe den Eindruck, die sind schon alle hier ;-P

  • Das "geht" bei der Trommelbremse relativ einfach....


    1988 von Zinnwald nach CZ runter waren die letzten Kurven dann Handbremskurven mit stark reduzierter Geschwindigkeit

    Ah, das hätte ich nicht gedacht. Brennt dann nicht schon langsam der Lack an den Ankerplatten? Karipol grün war damals im Shiguli übrigens auch drin . ;-)

  • GuidosGarage

    da hier zwar scheinbar jeder Schrauben kann, aber anscheinend kaum jemand Ahnung von dem hat, was er da macht


    Die Meinung das alle Ahnungslosen schon hier sind darfst du gern haben, damit können wir umgehen ;-)


    Wenn du aber solche Sätze schreibst:

    Aber da der Fahrer jetzt weiß, dass es sich nicht um Luft handelt und dieser Zustand reversibel ist, wenn er eine Zeit lang nicht mehr bremst, ist alles gut!

    Ich wusste immer, dass dieser ganze Wartungsquatsch, wie Öl-, Bremsflüsssigkeits-, ggf. Kühlwasserwechsel und regelmäßig Luft prüfen etc, reine Geldmacherei ist......

    dann bitte mit Smiley. Das Internet ist voll von Leuten die ihre falsche Meinung bestätigt haben wollen, genau auf solche Aussagen stoßen und das auch noch ernst nehmen. Und ja, du bist gemeint.

  • Meintest du jetzt mich, oder die, die die sinnfreien Kommentare nach meinem ersten Kommentar (siehe ganz weit oben) geschrieben haben?

    Wie meintest du das "...über Google komplett Ahnungslose hier herkommen..."? Ich habe den Eindruck, die sind schon alle hier ;-P

    Warum beantwortest du die Fragen nicht die ich an deine Adresse gerichtet habe?

    Oder gehören die Fragen zu den aus deiner Sicht sinnfreien Kommentaren?