Verständnisfrage Blockvergaser

  • Hallo liebe Community,

    bin derzeit dabei meinen Blockvergaser richtig einzustellen.


    Im oberen Teillastbereich sowie bei Volllast läuft er deutlich zu fett.

    Da man den Schwimmer ja nur begrenzt biegen kann, könnte man doch eigentlich auch einfach nur die HD tauschen, oder? Der Effekt müsste ja derselbe sein.


    Die zweite Frage bezieht sich auf die Leerlaufgemischschraube. An der Schraube kommt ja nach Bauplan bereits fertiges Leerlaufgemisch an. Ich gehe mal davon aus, dass dieses wesentlich magerer als das von der HD bereitgestellte Gemisch ist. Wie soll diese am besten eingestellt werden? Manche schreiben was davon, dass sie so eingestellt werden soll, dass der Motor die höchste Drehzahl erreichen soll. Allerdings erschließt sich mir das nicht ganz, denn je weiter sie auf ist, desto mehr Gemisch wird angesaugt und desto schneller läuft doch der Motor?

  • Zunächst empfehle ich für Vergaserfragen den Ratgeber Zweitaktmotoren:

    http://trabitechnik.com/index.php?page=47&lang=de

    Alsdann würde ich weder wild an der Schwimmerlagerung rumbiegen noch andere als die originalen Düsen einbauen. Übliche Verdächtige sind der Schwimmer selbst (undicht und daher zu schwer, weil teilweise mit Kraftstoff gefüllt, hört man beim Schütteln) und das Schwimmernadelventil (undicht), sieht man bei der Schnapsglasmethode, siehe obigen Ratgeber. Ebenfalls zur Überfettung trägt ein undichter Startvergaser bei.

    Und letztlich ist Blockvergaser nicht gleich Blockvergaser, da gabs viele: Welchen hast Du denn? Woran machst Du eigentlich fest, daß der Vergaser gerade im Teil- und Vollastbereich zu fett läuft?

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

    Einmal editiert, zuletzt von Marlene ()

  • Erst mal danke für deine Antwort. :)

    Die Antworten auf meine Fragen hab ich aber bisher in keiner Literatur gefunden.

    Der Schwimmer ist neu und auch nicht der erste Schwimmer, den ich probiert habe. Daran wird es also nicht liegen. Das Nadelventil müsste auch schließen, den anderenfalls müsste der Vergaser im Stand bei geöffnetem Benzinhahn überlaufen und das tut er nicht.

    Den Startvergaser könnte ich mal genauer untersuchen, das hab ich noch nicht gemacht. Gibt's da ne bestimmte Methode um die Dichtheit zu überprüfen?

    Ich habe den HB2-7.

    Kerzen sind schwarz, Zylinderköpfe verkokt, es fehlt Leistung nach dem Umstieg von Spar- auf Blockvergaser.

  • Dann würde ich, sofern Baujahrmäßig passend, wieder den H1-1 einbauen. Wenn er funktioniert hat, wieso wurde er dann ersetzt?


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Um die eigentlichen 2 Fragen zu beantworten:

    Die HD arbeitet über den gesamten Last- und Drehzahlbereich, d.h. eine Verkleinerung würde zahlreiche weitere Betriebszustände verändern. Die Sache ist etwas komplexer und man müßte auch am Mischrohr was ändern.


    Der Motor bekommt seine Luft im Leerlauf über den Drosselklappenspalt, dadurch regelt sich die Drehzahl. Für dieses Luftvolumen braucht man die passende Spritmenge, zu wenig und zu viel Sprit führt also zu schlechterem Leerlauf, also geringerer Drehzahl.


    Hast du den Schwimmer- bzw. Kraftstoffstand auch tatsächlich überprüft oder immer nur den Schwimmer gewechselt?

    Stimmen die tatsächlichen Düsengrößen mit der aufgestempelten Zahl überein? Düse aus vertrauenswürdiger Quelle oder Gebrauchtteil?

    Wurde der Vergaser grundgereinigt?

    Ist das Mischrohr intakt?

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Der Schwimmer ist neu und auch nicht der erste Schwimmer, den ich probiert habe. Daran wird es also nicht liegen. Das Nadelventil müsste auch schließen, den anderenfalls müsste der Vergaser im Stand bei geöffnetem Benzinhahn überlaufen und das tut er nicht.

    Ich lese da recht viele Konjunktive. Wenn der Vergaser nicht überläuft, ist ableitbar, dass das Schwimmernadelventil irgendwann schließt, bevor das Kraftstoffniveau den Überlauf erreicht hat. Soweit also richtig. Das heißt aber noch lange nicht, dass im Umkehrschluss der Schwimmer korrekt eingestellt ist. Mit welcher Methode hast du den Schwimmerstand überprüft?


    Gruß Steffen

  • Habe auch nicht behauptet, dass der Schwimmerstand korrekt eingestellt ist.

    Hatte vorher nen anderen Schwimmer drinne mit Originaldüse. Er lief immer zu fett, deshalb habe ich angefangen den Schwimmer zu verbiegen. Das Problem dabei war, dass die Schwimmerkammer bei den Blockmvergasern ziemlich klein ist, dadurch verkantet er irgendwann.

    Zuletzt hatte ich ne 110er Düse drin.

    Hab jetzt schon mehrere Sachen ausprobiert. Irgendwas stimmt da nicht.


    Danke Gunnar für die Beantwortung meiner Fragen. :)

    Allerdings sind mir deine Ausführungen nicht ganz schlüssig. Der Motor bekommt nicht nur über die Drosselklappe Luft, sondern auch über die dahinter sitzende Leerlaufgemischöffnung, welche über die große Schraube gesteuert wird.

    Die anderen Sachen verstehe ich.


    Habe heute Nachmittag meinen H1-1 mal komplett neu abgedichtet. Den bau ich morgen ein, ist sowieso die bessere Lösung.

  • Hast du bei dem 1-1 auch die mechanischen Grundeinstellungen überprüft?

    Die Flächen geplant und die Drosselklappenwelle auf Spiel im Gehäuse kontrolliert? Den Wellendichtring ersetzt? Das Schwimmerkammerniveau eingestellt?

  • Hallo FM,


    Es drängt sich ein deutlicher Verdacht auf, dass deine Vorgehensweise nicht besonders systematisch ist. Daher ist es auch nicht ganz einfach, auf Grund deiner Aussagen eine zielgerichtete Hilfestellung zu geben.

    Habe auch nicht behauptet, dass der Schwimmerstand korrekt eingestellt ist.

    Dann würde ich vorschlagen, dieses als erstes (bzw. als zweites nach der gründlichen Reinigung) zu tun. Wenn du dabei Hilfe brauchst, frag einfach nochmal.

    Er lief immer zu fett, deshalb habe ich angefangen den Schwimmer zu verbiegen. Das Problem dabei war, dass die Schwimmerkammer bei den Blockmvergasern ziemlich klein ist, dadurch verkantet er irgendwann.

    Nach welchen Kriterien hast du den Schwimmer wohin verbogen? Was wolltest du damit erreichen, wenn du offensichtlich nichtmal weißt, ob die vorherige Einstellung halbwegs richtig, oder zu hoch oder zu tief war? Ist dir bekannt, dass man auch durch die Dicke der Dichtung am Schwimmernadelventil das Kraftstoffniveau beeinflussen kann?

    Habe heute Nachmittag meinen H1-1 mal komplett neu abgedichtet.

    Weil der vom Vorbesitzer auch nicht richtig eingestellt wurde. Den müsste ich erst mal neu einstellen.

    Mit Abdichten alleine wird der nicht richtig eingestellte 1-1er Versager vermutlich auch nicht richtig funktionieren.

    Danke Gunnar für die Beantwortung meiner Fragen. :)

    Allerdings sind mir deine Ausführungen nicht ganz schlüssig. Der Motor bekommt nicht nur über die Drosselklappe Luft, sondern auch über die dahinter sitzende Leerlaufgemischöffnung, welche über die große Schraube gesteuert wird.

    Du hast auch nicht angegeben, um welchen genauen Typ des Blockvergasers es geht. Die Funktionsweise des Leerlaufsystems unterscheidet sich etwas zwischen HB 2-x vs. HB 3 und später. Siehe auch http://www.trabitechnik.com/in…=43&lang=de&page_number=4


    Ich versuche mal eine primitive Erklärung, die für die Vergaser bis 28 HB 2-x passen könnte:


    Gehen wir zunächst von Vollgas (Drosselklappe voll geöffnet) aus: Hier ist das Hauptdüsensystem mit allen nachfolgenden Teilen bis zum Zerstäuber ausschlaggebend für die Gemischzusammensetzung. Das Leerlaufsystem ist nahezu ohne Einfluss.


    Nun nehmen wir langsam den Fuß vom Gas. Je weiter sich die Drosselklappe schließt, umso mehr steigt der Unterdruck hinter der Drosselklappe, und umso mehr steigt der Einfluss des Leerlaufsystems (da ja die LG- Austrittsbohrung genau in diesem Unterdruck-Bereich liegt).


    Nun nehmen wir den Fuß ganz vom Gas und die Drosselklappe verschließt sich bis zum eingestellten Anschlag auf einen winzigen Spalt. Am Zerstäuber liegt damit keine nennenswerte Strömung mehr an, und damit kann dieser auch kaum noch Kraftstoff zumischen. D.h. durch den Spalt der Drosselklappe kommt fast nur noch Luft. Diese wird dann durch das Leerlaufsystem mit der notwendigen (ebenfalls vorgemischten, aber etwas fetteren) Kraftstoffmenge angereichert.


    Viele Grüße

    Steffen


    Edit: Verflixt, ich war zu langsam. Während ich mir hier die Finger wund schrieb, Scheint sich die Geschichte doch ganz woanders hin zu entwickeln... Ich werde es beobachten.

  • Und was ist mit dem Schwimmerdeckel

    Welche Flächen? Gibt doch nur die zu Motor hin?

  • Merke gerade, dass ich meine Ausgangsfrage ein bisschen blöd formuliert habe bzw. ein bisschen wirr geatwortet habe. :)

    Ich war gerade bei den nach außen sichtbaren, aber ja, die habe ich auch gemacht, Krapproter .

    Mir ist klar, dass er vom Abdichten und Reinigen alleine nicht läuft. Das Einstellen gehört logischerweise dazu. :)
    Woran ich erkannt habe, dass er zu fett läuft, steht weiter oben. Es ist ein HB 2-7.
    Der lief auf jeden Fall zu fett, das hat mir ein Kumpel auch bestätigt.
    Danke Fridl , das deckt sich mit meiner Theorie. :)
    Darum ging es mir auch eigentlich in diesem Post nur. :)

  • Es ist ein HB 2-7.

    Sorry, Ja, das hattest du tatsächlich bereits weiter oben erwähnt. Das habe ich dann wohl vorher aufgrund der Vielzahl an zu hinterfragenden Punkten übersehen.


    Ja, dann mach mal. Hoffe, du berichtest auch hier, wenn alles geklappt hat.


    Und ich hoffe auch, dass dir klar ist, dass du auch am H1-1 Vergaser den Schwimmerstand prüfen und ggf. auch einstellen musst.


    In diesem Sinne: Viel Erfolg

    Gruß

    Steffen

  • Woran ich erkannt habe, dass er zu fett läuft, steht weiter oben. Es ist ein HB 2-7.
    Der lief auf jeden Fall zu fett, das hat mir ein Kumpel auch bestätigt.

    Diese Annahme, dass er, "nur" weil die Kerzen schwarz sind, auf jeden Fall zu fett läuft und der Vergaser falsch eingestellt sein muss, ist mit größter Vorsicht zu genießen.


    Denn auch eine falsch eingestellte Zündung (Spätzündung) verursacht - gerade beim Zweitaktet - derartige Symptome wie ein zu fett eingestellter Vergaser. Ebenso kann dies auch ein verstopfter Auspuff so erscheinen lassen.


    Was ich sagen will: Nachdem du den Vergaser vorschriftsmäßig geprüft hast (Grundreinigung, Schwimmerstand einstellen, Düsengrößen prüfen, ggf. durch nachmessen) vergiss bitte das ganze Drum und dran nicht.


    Zum Leerlaufsystem: Wenn alle Vorarbeiten korrekt aufgeführt wurden, drehst du nun die Gemischschraube ganz rein und erhöhst die Leerlaufdrehzahl mit der Anschlagschraube gerade soweit, dass der Motor einigermaßen stabil läuft. Danach drehst du, wie oben auch schon beschrieben. die Gemsichschraube langsam heraus. Das solange, bis der Motor die höchste Drehzahl erreicht hat und rund klingt. Ggf. danach ein minimales (!) Stück zurück. Dies ist die Einstellung für das beste Leerlaufgemisch. Erst danach wird die LL-Drehzahl einreguliert, und zwar so, dass der Motor bei eingeschaltetem Licht gerade noch an bleibt und rund läuft. Das ganze geht aber nur bei betriebswarmem Motor.

  • Hallo,


    wollte jetzt nicht nen neues Thema anfangen und da meine Frage mit dem Blockvergaser zu tun hat stelle ich diese mal gleich hier.


    Habe mir nen Vergaser gekauft und es ist keine Kennzeichnung zu finden was das für einer ist.

    Vielleicht erkennt jemand ja anhand der Bilder was das für einer ist.

  • Je nach Bedüsung ist das ein 28 HB 2-1 oder 2-2. Mit Hauptdüse 110 ist es ein 2-1 für den P50 und mit HD 115 ein 2-2 für den ersten 600er.

  • Nur der Schwimmerdeckel ist neuer. (mit 3 Schrauben)