Motorengehäuse

  • Vor ein paar Tagen zerlegte ich einen Motor dessen Gehäuse mir, jetzt wo es sauber ist, Rätsel aufgibt.

    Das Oberteil scheint von 1970/71 zu sein, ganz normal.

    Aber das Unterteil könnte gar nicht dazu gehören.

    Es hat unterhalb des Vergaserflansches 2 Verrippungen die ich so noch nicht gesehen habe, die Fläche für den Simmerringhalter hinter der Schwungscheibe ist ganz anders gegossen und es sind auch keine Gussmarken dran, am Oberteil aber schon. Auch ist die Oberfläche insgesamt bei beiden Hälften unterschiedlich.

    Hat jemand von euch solch ein Unterteil schon mal gesehen und kann das zeitlich einordnen?

    Im Zweifelsfall säge ich ein paar Teile ab und entsorge beide Hälften.

  • Hast du mal bitte Bilder vom gesamten Unterteil (oben, unten, rechts, links).

    Der sehr glatte Guss deutet auf was sehr frühres, oder Sonderguss/Motorsport.

  • Sonderguß fürn Motorsport würde Ich auch tippen, die zusätzlichen Rippen könnten der Kühlung dienen.


    Bitte nicht zerschneiden, wenn du es nicht aufheben möchtest, Ich hätte dafür noch einen Platz.

  • Wenn die Teile nicht zusammengehören, wovon ich derzeit ausgehe, brauche ich die nicht. Oder wurden für bestimmte Verwendungen nur die Unterteile durch verstärkte ersetzt und das ist doch ein richtiges Ehepaar?

    Interessant was da manchmal so auftaucht. :-)

  • Wie sehen den Lagergasse und Drechschieberflächen aus, wenn die beiden Hälften zusammen sind?

  • Der oberflächliche Eindruck war normal, schließlich lief der ja auch so.

    Wie gesagt, so richtig gründlich habe ich das noch nicht untersucht.

  • Dann werden die beiden Hälften wohl auch so zusammen gehören.


    Mir wurde auch schon ein Gehäuse angeboten, das noch komplett unbearbeitet war, ist möglich, das evtl. Gehäuse für Motorsportzwecke aus unterschiedlichen Güßen stammten, war das nicht auch bei Aßmann seinen Motoren so?

  • Anhand der Markierungen kann man jedenfalls von einer Industriellen Fertigung ausgehen.

  • Serien oder Vorserienfertigung nix Motorsport

    Biete Serienmotoren, Sportmotoren, Rennmotoren, Sport-VSD, Vergaserumbauten, Regenerierung Drehschieberflächen, Gehäusereparaturen, Aluschweißen, Sandstrahlen mit verschied.Material auf Anfrage

  • Du hast recht....ich habs nach langem Suchen im Lager nach Gehäusen und anschließendem Studium der SRI´s gefunden.....warum kann ich wie so oft nicht abschließend sagen. Die Nummern auf der Unterseite stimmen aber mit der SRI (im Folgenden rot markiert) überein. Und es bestätigt sich....ein "Sonderguss".


    Das Unterteil ist von 1970. Nur die Motornummer vom Oberteil passt nicht mit den in der SRI 299 veröffentlichten Nummern überein. (Was aber wie so oft nicht unbedingt was heißen muss)


    Es wird in der SRI 297 beschrieben:


    Kurbelgehäuse-Unterteil für Motor P 63/P 64

    Ein Teil der 1970 gefertigten Motore wird mit einem Druckguß-Unterteil

    ausgestattet. Die Kennzeichnung für das Druckguß-Unterteil befindet

    sich an der glatten Oberfläche mit der Nr. 4160 R 82500, die

    in der Nähe der Anlasserbefestigung eingegossen ist.


    Achtung ! Die Befestigung des Lichtmaschinenhalters darf bei

    diesen Druckguß-Unterteilen nur mit Stiftschrauben

    B M8 x 20 TGL 835-8G erfolgen.


    Und in der folgenden SRI 299 heißt es:


    Kurbelgehäuse-Unterteil in Druckguß für Motor P 63

    In Ergänzung des Informationsdienstes Tr. 297 J - 159 A geben wir

    Ihnen die Motor-Nr. bekannt, in deren Motoren Kurbelgehäuse-Unterteile

    in Druckguß-Ausführung eingebaut wurden:

    Motor-Nr.

    63-151 547 bis 63-152 501 (954 Einheiten)

    63-154 328 bis 63-155 864 (1536 Einheiten)

    63-156 206 bis 63-156 584 (378 Einheiten)


    Wird man also nicht so oft finden so ein Teil und sollte unbedingt nicht auf den Müll! Schicks zu Mario oder wenn nicht zu mir :)



  • Das wäre auch was für Trabant-Original.de. :-)

    Vielleicht findet ja doch mal jemand von den Betreuern die Zeit, ein paar inzwischen noch aufgetauchte Änderungen einzupflegen. Oder sie wenigstens vor dem Wiedervergessen zu bewahren.

  • Das steht bei Trabant-Original.de schon drin mit Verweis auf entsprechende SRI.

    Nur hat bei der Fülle von Änderungen kaum jemand alles im Kopf, selbst die Macher nicht ;)

  • Na bei 1970.....

    allerdings ist da ein Tipfehler erste Zeile bei den Motornummeraufzählungen.


    Wenn man draufklickt kommt der Verweis auf SRI 299.

  • Nur das Referenzbild fehlt noch. ;-)

    Da fehlt noch so einiges....aber wie immer die liebe Zeit ;)

    Mossi hat letztens schon gesagt wir wollen mal die ganze (anfängliche) 600er Motorengeschichte fotographisch festhalten, jetzt wo ein bisseln an Material aufgetaucht ist.

    Von 62-1970 gabs 5 verschiedene Kurbelwellen und von den ersten 3 Varianten gibts praktisch keine mehr.