• Hallo die Damen und Herren,

    ich bin nun der Neue hier, werde nicht täglich da sein, aber so oft es geht.

    Erstmal zu mir.

    Ich bin der Christian, 32 Jahre alt und Schrauben ist mein Beruf und Hobby.

    Da die Garage noch nicht voll genug ist mit Projekten, habe ich mir noch einen Trabant P601S Universal gekauft aus 1978 und genau da ist das Problem oder auch nicht.

    Geboren wurde mein 601er als P60K im September 1963.

    Nach unterlagen wurde in einem VEB Betrieb das Auto 1978 auf einen P601S Universal umgebaut durch Ersatzteilkarosse, Motor usw.

    Alle Unterlagen, der Erste Fahrzeugbrief und die Abmeldebescheinigung von 1992 dazu sind vorhanden.

    Nun würde ich gern Wissen ob sowas üblich gewesen ist und was nun das Baujahr vom Fahrzeug ist für die Neuzulassung.

    Es muss natürlich eine Vollabnahme gemacht werden.

    Flüssigkeiten und Radbremszylinder werden noch erneuert.

    Ach und lohnt bei einem Trabant die Zulassung als Oldtimer?

    Ich hoffe Ihr könnt diese Fragen erstmal nach besten Wissen und Gewissen beantworten, da kommen sicher noch mehr :).

    Paar Bilder sind auch dabei :).

  • Quote

    Nun würde ich gern Wissen ob sowas üblich gewesen ist und was nun das Baujahr vom Fahrzeug ist für die Neuzulassung.

    Ja. Alle 4000 teile zusammen machten ein Trabant und wenn da eben das größte Teil, die Karosse, durch war, könnte das genau so ersetzt werden wie die Reifen oder der Motor. In ein Mangelwirtschaft wie der DDR lohnt es sich eben, alles aus zu bauen und auf eine neue Karosse umzuschrauben. Das wurde auch im Brief eingetragen, die neue Karosse bekam ein Fahrgestellnummer dass mit E- (von Ersatz) beginnt. Und das offizielle Baujahr blieb das ursprüngliche.

    Dies geschah oft bei Dienstfahrzeuge wie die Postkombis, die wurden alle 5 Jahren auf neuesten technischen Stand gebracht.

    Quote

    Flüssigkeiten und Radbremszylinder werden noch erneuert.

    Und Bremsschläche, Gummiteile, usw...


    Klar daß wir sehr gespannt auf Bilder sind, und wo etwa wir dich geographisch einordnen können.

    Übrigens wohnt der Rostteufel gerne im Übergangsbereich von Duroplast und Blech...

  • Okay,

    also müsste wenn alles richtig ist im Brief Baujahr 1963 stehen mit einem vermerk auf den Umbau von 1978.

    Ja da kannst du dir sicher sein, der Tralle wird schon ein Paar erneuerungen erfahren. Das meiste ist ja kein Hexenwerk.

    Vom Rost sieht er soweit was man sieht recht gut aus. Wird schonmal zu DDR zeiten eine Renovierung erlebt haben und nicht so schlecht gemacht.

    Damit das so bleibt würde ich gerne die bekannten Stellen mit Mike Sanders und Flurid Film behandeln, gibt es zum 601 sowas wie einen Konservierungsplan?

    Paar Stellen im Lack sind natürlich vorhanden, aber das soll auch so bleiben, ein langes Autoleben darf auch seine Spuren hinterlassen.

    Auf 12Volt wurde er auch schon umgebaut, leider gibt es die 6V Teile nicht mehr.

    Paar Kisten Ersatzteile, Motor und Getriebe gab es dazu, aber zum Zustand kann man nicht's sagen. Der Motor, welchen es dazu gab ist der Originale vom Umbau 1978, dass ist schonmal was gutes. Sonst ist es ein komplettes Stück und hat mich auch 30Km nach hause gefahren :).


    Der Trabant hat nun sein neues Zuhause im Kreis BÖ gefunden.

  • Börde ist ja Sachen-Anhalt, ein neues Bundesland, da müssten die doch Bescheid wissen.


    Vom VEB Transpress, Verlag für Verkehrswesen, Bln, gab es auch ein Büchlein Kfz-Konservierung. Ließe sich vielleicht noch antiquarisch auftreiben. Desweiteren ist http://trabitechnik.com bestimmt nützlich.


    Ich sehe jetzt die Bilder, das Fzg ist mal neu lackiert und dabei sind die Heckklappenscharniere mitgespritzt.

  • Also ich sag mal so,

    sicherlich gibt es hier mehr Kenner, oder Leute die glauben welche zu sein, aber so richtig in der Materie steckt kaum noch jemand.

    Man darf nicht vergessen das die Kollegen, wo Trabant zu DDR Zeiten gefahren sind min. 46 Jahre sind und die damals Ahnung durch Erfahrung hatten werden gut und gerne 10-20 Jahre älter sein und somit nicht in meinem Alter :).

    Kurz nach der Wende wurden die Autos im ganzen Teilweise in Container gestellt, neben Simson, MZ und vielen anderen Fahrzeugen und keiner hat sich mehr dafür Interessiert.


    Nicht nur die Scharniere sind lackiert, auch im Innenraum ist einiges in grün, was so nicht richtig ist :).

  • Hallo,

    ja genau.

    Die Kabel im Motorraum am Radlauf sind grün, der Halter Samt Schild für Heizung, Benzinhahn und Lüftung und sicher noch vieles mehr.

    Im großen und ganzen sind das aber Sachen mit denen ich Leben kann.

    Ich komme mehr aus der Mercedes Ecke und da ist eine gute Karosserie mehr wert als alles andere.

    Ich denke das wird bei Trabant und Co. nichts anderes sein.

    Am Tralle soll wie gesagt bis auf erhalt der Substanz erstmal nicht's weiter gemacht werden. Vorher gibt es noch genug zu tun.

    In der Garage wartet noch ein Duo und die KR51/2 auf etwas Liebe und Zuneigung :D.

    Heut mache ich erstmal in Ruhe eine Bestandaufnahme und wasche die Sitzbezüge mal durch :).

  • Ich würde die Karosse gut konservieren wenn nichts weiter dran ist. Den Dachinnenrahmen mal mit einem Endoskop anschauen (zur Not ausleihen). Die Technik soweit überholen wie nötig. Einzig den Motor würde ich nach der langen Standzeit komplett zerlegen und überprüfen/reinigen. Zweitaktmotoren vom Trabant nimmt man nach 26 Jahren Standzeit nicht ohne zerlegen wieder in Betrieb. Schon gleich garnicht wenn man nicht ausschließen kann, dass er zuletzt mit DDR Sprit und Öl gefahrten ist und nach de Wende nichts dran gemacht wurde.

    Zumindest nicht wenn man länger was davon haben möchte. Anspringen tun sie meist immer wenn sie noch drehen, aber frag nicht wie es innen drin aussieht. Du willst doch länger was davon haben und nicht innerhalb weniger Kilometer einen neuen Motor kaufen/aufbauen müssen? Die Preise dafür sind in letzter Zeit explodiert und die (Original)Teile davon werden rapide weniger.


    Und ich mache das seit etwa 1994..........


    Eine Oldtimerzulassung (H-Kennzeichen) ist grundsätzlich möglich und vom ersten äußeren Eindruck kein Problem. Praktisch ist sie aber meist teuer als eine normale Zulassung bzw. Saison und nur dann erforderlich wenn du an oder in einer Umweltzone wohnst und/oder öfter in eine rein fahren willst.


    EIn Rückbau auf 6V ist kein Problem, die Teile sind in Massen verfügbar und sehr preiswert (bis auf eine neue Batterie). Grund ist, der Trabant ist von 1957 bis 1983 auf 6V gelaufen und aus der Zeit sind noch massenhaft Ersatzteile verfügbar. Der größte Teil der heute noch aktiven Fahrzeuge hat 12V und viele Besitzer haben 6V Kram zu Hauff liegen.

  • Hallo TV P50,

    ja so in etwa ist der Plan.

    Der Motor wo drin ist läuft erstmal und so lange wie er das macht bleibt das auch so.

    Wie gesagt ich habe den Originalen Motor vom Umbau 1978 mitbekommen und diesen würde ich gerne in Ruhe überholen. Ich habe zwar keine Ahnung was damit ist, aber aus Erfahrung mit Simson Motoren wird erstmal Kurbelwelle und Zylinder-Kit erneuert oder aufgearbeitet werden müssen.

    Anleitungen dazu gibt es genug und ein Schnittmodell von einem Trabant Motor zum nachsehen habe ich hier auch noch stehen.

    Auf unserem Dachboden habe ich noch 3 Bücher zum Trabant gefunden und eine Tasche mit Schaltplänen somit liegt es nicht an der Literatur. :)

    Allerdings alles mit der Zeit.

    Die 12V werden auch erstmal bleiben solange alles läuft ist das gut so.

  • Quote

    Der Motor wo drin ist läuft erstmal und so lange wie er das macht bleibt das auch so.


    Tu was du nicht lassen kann! Möchtest du Bilder sehen von solchen Motoren, die nach langer Standzeit (kurzzeitig) gut liefen?



    Mi Glück geht dann nur die Kurbelwelle hops. Mit Pech schrottest du auch Gehäuse, Zylinder und Köpfe, alles Teile die nicht mehr produziert werden, auch keine Nachbauten (anders als bei Simson)!


    Es werden also nicht mehr.......

  • Na sehen wir mal, wie gesagt es soll ja definitiv wieder der andere Motor rein, also werde ich mich mit der Regeneration von diesem doch etwas beeilen müssen wenn ich das so sehe.


    Ich werde mal die Köpfe und Zylinder vom Motor ausbauen und mir das Laufbild ansehen... muss ja einen grund haben warum der getauscht wurde.

    Wieviel Kompression sollte ein gesunder Trabbi Motor in etwa bringen?

  • Ein schönes Autochen. :-)

    Die hinteren Felgen noch gegen ältere tauschen und ein Zweispeichenlenkrad einbauen. Dann geht der auf den ersten Blick schon recht stimmig als ein Anfangachtziger durch.

  • Naja, die eine sichtbare Stoßstangenhalterung sieht zumindest von oben gut aus. Aber an den Schwellern kommen bestimmt noch Überraschungen zu Tage. Gerade der Übergang an der A-Säule zum Radhaus und Geweih und dort gab es an meiner eigentlich ganz guten Karosserie dann dennoch eine böse Überraschung.


    Aber Du willst ja zum Glück nun doch die Kotflügel runter nehmen.


    Viel Erfolg bei dem Projekt. Die nötige Hilfe kannst Du hier definitiv bekommen, Du musst dich halt auch ein Stück darauf einlassen.


    Wenn es dich interessiert, findest Du in diesem Link das Thema zu meinem Projekt. Wie geschrieben gab es bei mir auch ein paar Überraschungen und wer weiß was ich noch finde.


    Viele Grüße


    Kai

  • Was mich ein wenig wundert sind die vorhandenen Gewindeplatten am Radkasten vorn rechts für den Geber vom Mäusekino. Sowas gabs 1978 noch nicht und würde für mich die Frage aufwerfen wie die da hin kommen. Karosse nochmal getauscht ohne Erwähnung oder eine Reparatur mit komplettem Radkasten.........

  • Hallo,

    ich merke schon, hier sind lauter Kenner :).

    Die Karosse ist seit 78 die gleiche, aber laut Frau des Vorbesitzers wurden 88 oder 89 neue Rafläufe, Einstiege und noch bissel mehr gemacht.

    @Kai, an den der Karosse mache ich erstmal nicht's, da geht es im mom. wirklich nur um erhalt der Substanz.

    Vorher habe ich noch andere Sachen zu tun.

    Im Moment mache ich eine Saab 900 Karosse von einen Freund und danach ist mein W126 dran. Ist dieser gemacht kommt der W460, dass Duo und ein Paar Simson warten auch noch auf Liebe.

    Haus haben wir auch noch gekauft, also bleibt er erstmal wie er ist.

    Es macht wenig Sinn jetzt etwas anzufangen wo der gute die nächsten Jahre zerlegt ist und jedes Jahr Teile verschwinden.

    Also nicht falsch verstehen, es liegt nicht daran das ich nicht möchte, nein es muss nur alles vernünftig ablaufen.

    Ich mag es nicht wenn alles angefangen wird und dann Jahre liegt.