Kurbelwelle überholen die Diskussion

  • ich bin ja einer der "glücklichen" die den Schumann persönlich kennen. Knapp 20 Jahre fahre ich da mehrmals im Jahr hin, habe da sehr viel sehen und lernen dürfen was das Thema Kurbelwelle betrifft. Die letzten 5 Jahre hat sich mein Beschluss keine Wellen zu machen nach jedem Besuch immer weiter gefestigt. Das Thema lernt man nicht nebenbei und auch nicht in einem Jahr ohne permanent dran zu bleiben, die Zahl derer die das gut machen unterstreit diese These.Wenn du das nebenbei machst, bleibst du nur ein unwissender der mit etwas Glück ein paar brauchbare wieder zusammen bekommt.

    Wenn du alle Teile einer Welle wieder verwenden kannst, hast Du gute Chancen was brauchbares hin zu bekommen. Würfelst du mehrere Wellen durch einander hast Du kaum eine Chance. Ich habe es nicht mehr im Kopf, aber es gibt zig verschiedene Ausführungen der Hubscheiben die man nicht einfach miteinander kombinieren kann, bzw darf.


    Steffen , du hast die Wellen aber nicht direkt beim Schumann gekauft, das ist dann wieder so eine Sache:hmm:

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  • Wisst Ihr, was das schoene an unseren alten Sachen ist?


    Man kann damit so manchen Manager der deutschen Automobilindustrie so richtig vorfuehern, wenn es mal wieder um das Thema "Fit for 4.0" geht (in der DDR nannte sich "4.0" uebrigens noch "CadCam"). Ich habe damit neulich erst den Produktionsleiter von einem Zulieferbetrieb eines "unbedeutenden", "rueckschrittlichen", sueddeutschen Automobilassemblers :thumbsup: zum Gruebeln gebracht.


    Fakt ist: Mit ein paar 'ollen Werkzeugmaschinen ist es nicht getan. Und mit dem, was uns derzeit als "modern" angepriessen wird, ebenfalls nicht. Ich kann Frank verstehen, wenn er die Sache nicht anfassen will. Aber vielleicht bekommen wir ja in der Zukunft tatsaechlich die Technik, um komplexe Teile mit wenigen Fertigungsschritten, hochautomatisiert in kleinster Losgroesse herzustellen. In der Elektronik kann man dass bereits in trabantschrauberfreundlichen Dimensionen. Sonst gaebe es bspw. die Trabitronic nicht in einer zeitgerechten Qualitaet. Die Metallbearbeitung hat da m.E. noch einen gewissen Nachholbedarf...aber solange dort mehr auf Masse wie auf Klasse gesetzt wird, bleibt es so, wie es derzeit ist. Ich musste mir deshalb auch 'ne 'olle Werkzeugmaschine in den Keller stellen.

  • Wenn es eines schönen Tages wirklich nichts mehr gibt und die letzte Welle komplett verschlissen ist, so sehe ich schon mit den technologischen Möglichkeiten von heute kein Problem darin, die Einzelteile der KW aus dem Vollen herzustellen. Nur reden wird dann eben nicht mehr über lustige 400€ für eine Welle.

  • Wenn es eines schönen Tages wirklich nichts mehr gibt und die letzte Welle komplett verschlissen ist, so sehe ich schon mit den technologischen Möglichkeiten von heute kein Problem darin, die Einzelteile der KW aus dem Vollen herzustellen. Nur reden wird dann eben nicht mehr über lustige 400€ für eine Welle.

    Genau das, Ich hatte mal eine Kleinserie (100 Stück) angefragt, der Preis pro Stück lag bei 2500€.

  • Bekommt man da nur Top-Wellen wenn man den Herren selber kennt und die persönlich abholt?

    Das wäre sehr schade.

    Ist Schumannwelle nicht gleich Schumannwelle? Das würde mich auch mal interessieren.

  • Wenn ich sie nicht direkt aus Schuhmann seiner Hand habe, woher weiss ich den das es eine von ihm ist? Haben die eine unverkennbare, unfälschbare Signatur?

  • Genau das, Ich hatte mal eine Kleinserie (100 Stück) angefragt, der Preis pro Stück lag bei 2500€.

    2,5k sind natürlich saftig.

    Von mir als Laie aus dem Bauch heraus geschossen:

    Wenn mit einer neu konstruierten Welle die Laufleistung des Motorrumpfes auf evtl. "2 Zylinderkits" verlängert werden könnte und die Welle an sich nahezu x-beliebig (oder sagen wir 5 mal) regenerierbar wäre, dann wäre ich bereit ordentlich Knete auf den Tisch zu legen.


    Gibt es Möglichkeiten mit modernen Lagern und Materialien die Laufleistung zu verbessern? Ich denke, wenn man schon den Aufwand betreibt und in Richtung einer Neufertigung schielt, dann sollte man es direkt richtig machen.

    Kann aber auch sein, dass ich mich hier gerade in eine Utopie verliere...


    Mario, ist bin gespannt, was aus deinem Projekt wird. Versuch macht kluch und wer nicht kämpft, hat schon verloren. Ich wünsche alles Gute.

  • Genau das ging mir auch durch den Kopf. Eine Welle (irgendwann...) aus Neuteilen, die mit um Größenordnungen höherer Wahrscheinlichkeit eine um Größenordnungen höhere Grenznutzungsdauer erreicht ... dafür wird eben auch ein um Größenordnungen höherer Preis fällig. Immerhin würde so eine langlebige Welle auch viel Arbeit sparen, weil man den Motor seltener generalüberholen müßte.

    Reizvoller Gedanke... Allein, ich fürchte, Wälzlager werden mit der vorhandenen Mischungsschmierung nicht so furchtbar viel länger halten als jetzt.


    Aber spannend finde ich das Thema definitiv. Staßfurt ist ja gar nicht so weit weg, da würde ich mir ja fast mal gern alles aus der Nähe ansehen.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • So einfach ist es nicht.

    Konstruktion geht sicher zügig aber allein die gegeben räumlichen Grenzen limitieren ungemein. Sei es der Durchmesser der Hubscheiben, der Hub selbst oder der Zylindermittenabstand der die Verwendung größerer Lager (somit weniger Belastung des Lagers bei gleichbleibender äußerer Belastung) ausschließt.


    Sicher ist mit heutigen Fertigungsmöglichkeiten eine höhere Qualität machbar. Auch bessere Obf.


    Und da finde ich 2,5t für Neu nicht viel! MaschinenStunden kosten und bei der Menge und Anspruch ist sehr viel Handarbeit dabei!


    Eine Verpressung hat nicht das unendliche Leben. Somit ist die Lebensdauer schon vorgegeben...

  • 2,5k sind natürlich saftig.

    Von mir als Laie aus dem Bauch heraus geschossen:

    Wenn mit einer neu konstruierten Welle die Laufleistung des Motorrumpfes auf evtl. "2 Zylinderkits" verlängert werden könnte und die Welle an sich nahezu x-beliebig (oder sagen wir 5 mal) regenerierbar wäre, dann wäre ich bereit ordentlich Knete auf den Tisch zu legen.


    Du verlierst dich tatsächlich in einer Utopie. Konstruktionsbedingt wird der Trabant-Zweitakter mit Kugellagern wohl niemals länger halten als bisher. Wie angesprochen sind er Mischungsschmierung und Kugellagerung Grenzen gesetzt. Bevor man das Kurbelhaus nicht grundlegend mit verändert und die Lagerung vom Vorverdichungsraum trennt und Gleitlagert sowie permanent schmiert (was beim Pleuel nie gehen wird) wird es so bleiben wie es ist.


    Und wenn man von zwei Garnituren auf einer Welle ausgeht, so sind das angenommen min. 120 bis 160tkm. Der Trabant ist ein Oldtimer und wer damit soviel fahren will, dass er sich darüber Gedanken machen muss, der sollte und muss sich das auch leisten können. Wie lange braucht man mit einem Oldtimer um auf solche Laufleistungen zu kommen? Wenn ich mich unter den Trabantfahrern umhöre, die ihn auch als Oldtimer, Hobby, Dritt-, Viert oder noch mehr Wagen fahren, so reden wir von 3-5tkm im Jahr, was bei manch einem schon hoch gegriffen ist. Und gehe ich von 5tkm aus und das ich mit Glück und ohne Ausfälle auf die 120 bis 150tkm komme, so reden wir von einer Zeitspanne von 25-30 Jahren oder noch länger. Und selbst bei 10tkm im Jahr sind wir immernoch deutlich über 10 Jahre. Wenn ich mir da 20€ im Monat weglege, dann kann ich mir auch ohne Zinsen nach 10 Jahren die neu gebaute Welle kaufen ;)


    Und gehen wir davon aus, dass man das viel früher, also schon nach den 10 Jahre machen und dann 2500€ für eine neue Welle bezahlen muß. Wem das zuviel ist, der sollte vielleicht darüber nachdenken das Hobby aufzugeben, oder sich eine andere Marke mit einem Motor suchen der nach einer Überholung auch 300tkm schafft. :)


    Der Trabant Zweitakt wird ein Fahrzeug bleiben, bei dem man im Normalfall alle 60-80tkm an den Motor ran muß. Das sollte man beim Kauf beachten bzw. von Anfang an mit einkalkulieren. Und das die Luft für gute Originalteile fast 30 Jahre nach der Wende mehr als dünn ist sollte auch klar sein.


    Ich denke auch wir sollten das hier garnicht weiter vertiefen, denn das Thema hatten wir ja erst neulich als es um die Nachfertigung div. Teile ging. Hier soll es ja darum gehen die originale Welle zu überholen.


    Und zum Thema, wenn ich eine neue Welle aus dem Vollen baue würde, so würde ich sie wie früher mit käfiglosen Walzenlagern in der Mitte und auf der Keilriemenseite bauen. Dazu würde ich dem Schwunglager einen Kunststoffkäfig verpassen, der im Schadenfall nicht gleich die Zylinder und ggf. das Gehäuse zur Sau macht.

    Meine Erfahrungen aus gut 25 Jahren Trabant sind, die alten Wellen sind und bleiben haltbarer und erreichen im Mittel höhere Gesamtlaufleistungen bevor sie reg. werden müssen. Das ist für mich Fakt.

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  • Zu den Schumann Wellen:


    Lt. eigener Aussage von Klaus hat er zwischen 1990 und 2000 ca. 1000 Serien-Wellen gemacht, danach gingen ihm kurzzeitig die Lager aus und er musste nach einer Alternative schauen, was man dann auch im Preis gemerkt hat. Er wollte sich 1989 eigentlich selbstständig machen mit der Kurbelwellenregeneration.....


    Wenn man mal hochrechnet bis heute, dürften ca. 2800 Nachwendeserienkurbelwellen von Klaus gemacht wurden sein, wobei auf Grund seines Alters, wohl die Zahl eher abgenommen haben dürfte.


    Seine Motoren kennzeichnet er und kann sie idendifizieren, bei den Kurbelwellen nicht.

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren!

  • Im deutschen Straßenverkehr so um 1990 rum hatte ich einen sehr interessanten Artikel gelesen, wo es vom Sachsenring Werk konzeptionell um einen neuen Trabant zweitakt Motor ging. Er sollte mit Druckumlaufschmierung, keramischen Zylindern und Einspritzung sein.

    Den Artikel muß ich noch mal raussuchen.

    Ich glaube wenn so ein Motor auf die Beine gestellt worden wäre plus modernisierte Karosse wäre der Trabant heute noch wettbewerbsfähig. Der Zeitalter hat 2 grosse Vorteile gegenüber dem 4takter :

    Höherer Wirkungsgrad (1 Arbeitstag pro Umdrehung, weniger Mechanik)

    Besseres Masse - Leistungsverhältnis

    Hauptproblem die Schmierung, was vielleicht mit dem Motorkonzept zur Wendezeit gelöst worden wäre, wenn es die Politischen Probleme nicht gegeben hätte.

  • Das Zeitalter der Zeitalter hat aber eines gezeigt: die unpräzise Steuerung und die Verluste sind nur aufwendig in den Griff zu bekommen.....

  • Du hast aber den wichtigsten und entscheidesten Nachteil vergessen... Du schaffst keine heutige Abgasnorm auf der Welt....

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren!