Kurbelwellen überholen

  • Ich habe schon gesucht aber keine Angaben gefunden. Wie hoch ist die Toleranz beim Rundlauf?

    Was wäre zu akzeptieren?

  • Das hat doch nichts mit an die Karre fahren zu tun. Wenn die Welle so in einen drehfreudigen Motor gelandet wäre, wäre das sicher ein kurzlebigerer Motor geworden. Ich hoffe nur das der Käufer noch Ansprüche erheben kann, denn einige regenerieren ja in ihrer "Freizeit" die Wellen und dann soll man ohne Gewährleistung 350 bis 400 € bezahlen.


    Danke für das Bildmaterial.

  • Genau weiß ich es auch nicht Tim, je weniger je besser, ich habe aber noch Wellen zum vergleichen da. Aus den Erfahrungen vom Schwungscheiben abdrehen würde ich max.3/100 sagen.

    Wenn die Welle so in einen drehfreudigen Motor gelandet wäre, wäre das sicher ein kurzlebigerer Motor geworden.

    Die hält auch in der Serie nicht lange. Der Verkäufer gibt sich auf jeden Fall erst mal kulant, warten wir mal ab ob er noch was besseres hat.

    Was mich richtig stutzig macht, warum eiert die Hubscheibe von Z1 so gewaltig,da scheint die ganze Bohrung nicht zu stimmen.

    Biete Serienmotoren, Sportmotoren, Rennmotoren, Sport-VSD, Vergaserumbauten, Regenerierung Drehschieberflächen, Gehäusereparaturen, Aluschweißen, Sandstrahlen mit verschied.Material auf Anfrage

  • Die Messuhr zeigt sicher 1/10 mm? Nur für mein Verständnis.


    Und klar wäre auch ein Serienmotor kein Dauerläufer.

  • Mit 3/100 bist du schon recht gut bei einen Standardmotor, bei einen Sportmotor würde Ich schon versuchen unter 2/100 zu kommen, bei Standard nicht grösser als 5/100.


    Das alles so eiert kommt daher, das nicht nur der Rundlauf nicht passt, auch der Planlauf der Scheiben untereinander passt nicht, die inneren Scheiben sind unkritisch vom Planlauf, wenn sie sauber auf Block gepresst sind, da musst du nur mit den Versatz aufpassen.


    Die äußeren Scheiben müssen für einen guten Rundlauf exakt ausgerichtet werden und können dann mittels Kupferhammer in gewissen Maße nachgerichtet werden, für den Planlauf musst du gegenüber des Hubzapfens die Scheiben entweder Spreizen oder zusammenpressen.

  • ich habe heute Morgen das gleiche Spiel an einer neuen Rollen gelagerten Welle durch exerziert. Rundlauf Fehler max 1/100, die Messlatte liegt also sehr hoch.

    Was zulässig ist,weiß ich trotzdem noch nicht.

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  • Ich denke aber doch, dass ein eher "grobmotorisch" motorisiertes Auto, wie der Trabant, diesbezüglich mehr Toleranzen wegsteckt, als hier befürchtet wird. Noch dazu bei den marginalen Jahres-km "Leistungen", die die allermeisten von uns unterm Strich nur erzielen (nicht selten unterhalb der 1000km). ;)

  • Achso, bevor jemand erschreckt: meine Messuhr hat eine 2-tausendstel Teilung, die von Frank zeigt bei einem Teilstrich einen hundertstel Millimeter an.

  • ich hätte das gern ohne Lager gesehen Steffen, aber so schlimm wie bei mir wird es nicht sein.

    @Fa, kannst du dir vorstellen wenn 5Kg unrund laufen wie das schwingt?

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    Edited once, last by Fg601 ().

  • Die Lager mache ich nicht ab, kann die Wellen aber mal mit den inneren Lagern auf Prismen legen und dann noch mal messen.

    Die muss ich mir aber erst besorgen.

  • kann die Wellen aber mal mit den inneren Lagern auf Prismen legen und dann noch mal messen

    Die muß auch auf den inneren Lagern liegen zum messen.


    fahrgast dann Fahr mal mit einer Welle, die 2/10 schlag hat, da fährst du freiwillig nicht lange mit, eine S51 Welle mit 5/100 lässt dir schon die Füße kribbeln. Bei einer Trabant oder Wabu Welle ist bedingt durch die geringere Drehzahl die Rundlaufabweichung bis 5/100 zu verkraften, Ziel ist natürlich immer 0.


    Fg601 frag doch mal Schumann, der kann dir genau sagen, was für eine Abweichung max. für welche Welle.

  • Micha, genau das sind dann die, die bei 20tkm(+-) aussteigen ;)

    Das Rollenlager Zündseite kann das vielleicht länger ab, aber die käfiggeführten Kugellager knallen dann vorzeitig weg.

    Insofern, wegstecken ja, aber eben mit vorzeitigem Ausfall.


    Aber gut das wir hier drüber reden. Man lernt auch nach 25 Jahren dazu.

    Steffen ich mach mir ein Gehäuse zum testen zurecht, bei dem ich die Schwungseite abtrenne, also so, dass das Lager freihängt.

    Mal sehen vielleicht auch die Zündseite, damit man bei alten Wellen hinterher nicht puzzeln muss.


    Meine 64er Welle ist auch gerade da.......

  • das mach ich auch Mario,ich muss mich da eh mal wieder melden.

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  • Angestachelt von Frank :thumbsup: hab ich ein altes Gehäuse das für den Schrott bestimmt war auf der Schwungseite grob von seinem Lagersitz befreit.


    Reingelegt habe ich eine von Sachsenring (also von Barkas) regenerierte Welle. Sieht zwar aus wie neu ist aber ganz denzent abgedreht und mit blauem Punkt.

    Ich war selbst überrascht. Zwischen den Spitzen auf der Drehbank waren 3/100.

    Nur auf der Mittellagergasse drehend praktisch....NULL


  • Eine vierte Welle mit Nadelpleuellagern ist mir letzte Woche nach 400km ausgestiegen. Sehr ärgerlich. Hatte noch keine Zeit reinzugucken, was alles Schaden genommen hat, daher momentan nur Glaskugel.


    Nur 400 Kilometer? Das klingt nach Winkelfehler des Pleuels.


    Winkelfehler möchte ich eigentlich ausschließen, hab ich bei der Montage sehr drauf geachtet. Aber mal sehen, was mich im Motor erwartet.

    Hab heute mal Zeit gefunden, den Motor auszubauen und zu öffnen. Das schwungradseitige Lager ist total zerflogen.

    An Aufschriften fand ich noch "Daewoo" und "014010". Nach Vergleich mit einem DKF-014010 stellte sich allerdings heraus, daß das hier kein 014010 sein kann; allein schon zu viele Kugeln.

  • Die Qualität der Neulager scheint nicht immer neuwertig/-würdig zu sein, wurde auch hier ja schon öfter thematisiert. X/

    Was die relative Duldsamkeit des Trabant-Triebwerkes gg.über gewissen Toleranzabweichungen angeht, so stütze ich diese Meinung auf all das, was man im Laufe der Jahrzehnte schon so alles gesehen, zerlegt und dabei vorgefunden hat, z.B.:

    - Vollschaft- und Teilschaftkolben

    - 23 und 26 PS- Zylinder

    - deutlich verschiedene Schleifmaße

    in ein und demselben Motoren. Alle über viele Jahre und 10000e km problemlos gelaufen...;)

    Ich selber habe vor Jahren einen Motor zus.gebaut, bei dem wegen eines irreparablen Gewindeschadens notgedrungen auch 2 verschiedene Schleifmaße (2. + 3.) zum Einsatz kamen (der Motor wurde dringenst benötigt, ein Alternativsatz stand nicht zur Verfügung).

    Dieser Motor ist seither in einem tagtäglich genutzten Alltagstrabant im Einsatz und hat dort bereits über 50tkm locker und problemlos abgespult. :)


    Um nicht falsch verstanden zu werden:

    ich finde es gut und sehr lobenswert, wenn sich ausgewiesene Experten wie FG, Steffen oder Tim mit solchen Details beschäftigen. 8) - Ob aber die Auswirkung von 2 oder 3 Hundertstel (!) im Rundlauf wirklich kritisches Potential hat, wage ich zumindest leicht zu bezweifeln. ;)

    @Tim: selbst nur 20tkm ( die ich aus besagter minimaler Tol.abweichung für unwahrscheinlich halte) sind für einen Großteil der Hobbypiloten locker 20 Jahre und mehr.;)

    (und in 20 Jahren fährt eh kein 2-Takter mehr, davon bin ich inzw. fester überzeugt, denn je - aber das ist ein ganz anderes, zunehmend "Fahrt aufnehmendes", Thema...:rolleyes:)

  • Das die Standzeit auch bei nicht optimaler Paarung von Toleranzen durchaus "normale" Laufleistungen erzielen kann ist unbestritten.


    Das Bestreben geht aber auch dahin, dass (noch) vorhandene Material so weit wie möglich optimal einzusetzen.

    Oft sind nämlich auch die suboptimal gepaarten Teile die, die sich dann (z.B. im Bezug auf die Welle) nicht mehr oder nur mit erheblichen Aufwand regenerieren lassen. Siehe das Bild mit dem deutlich eingelaufenen Hubscheibenzapfen für Pleuellager.

    Oder das Bild der Lara mit dem ausgewaschenen Mittellagertunnel.


    Das ist wieder das Thema...lauffähig zusammenstecken kann so einen Motor fast jeder...... ;)

  • Die Qualität der Neulager scheint nicht immer neuwertig/-würdig zu sein, wurde auch hier ja schon öfter thematisiert.

    In diesen Fall ist es schon ein Qualitativ hochwertiges Lager, jedoch ist es nicht für eine Kurbelwelle sondern für ein Getriebe und das macht dann schon wieder den Unterschied.


    Ich verwende an dieser Stelle das 6009N auch bei den neuen Wellen, dort jedoch mit Hülse, dieses Lager ist in guter Qualität, Preisgünstig verfügbar.