Kurbelwellen überholen regenerieren

  • Der Kilometerstand ist absolut glaubwürdig. Die Familie aus Leipzig von der ich den Trabant habe,sind Bekannte von uns und bei der Abholung wurde die Historie bei Kaffee und Kuchen ausführlich besprochen.😅 Der Mitte der 80er verstorbene Mann war Berufskraftfahrer,der seinen LKW immer zuhause hatte. Der Trabant wurde daher von 1972 bis 1984 höchstens mal am Wochenende für Familienausflüge benutzt,was die durchschnittliche Jahresfahrleistung von ca.500 km erklärt. Motor wurde auch nie gewechselt,der hat auch noch die 18er Zündkerzen. Auch der Rest vom Auto spricht vom optischen Verschleiß ( Polster,Pedale usw.) für die geringe Laufleistung.

    Ich mach mir schonmal ne Ecke in der Halle frei, stelle eine Werkbank hin und beginne mit der Zerlegung des Motors. Dann bin ich schlauer,was den Zustand angeht.

    Umbau auf Kugellager zog ich in Erwägung,weil Du sagtest daß es bei Rollenlagern schonmal bis zu nem Jahr dauern kann. ( Problem Teilebeschaffung?)

  • Wenn da nicht akute Rostschäden sind müssen die ja auch nicht gewechselt werden. Lässt sich bei diesen Lagern auch relativ einfach kontrollieren. Dann sollte man sich höchstens über die Hubzapfen Gedanken machen.

  • Eine eigene Welle wird schlicht und ergreifend in den Regenerierungsprozess eingetaktet und braucht daher länger, als eine Welle aus dem schon regenerierten Haufen.

  • Die Rollenlagerwellen sind nur aufweniger. Kugellager ziehst du ab und steckst neue rauf.

    Die Walzen haben zwei Außenringe und innen ist ein Teil.


    Schau mal in den Eröffnungsbeitrag von Mario. Genau so wie der Rostklumpen sollte die Bauform deiner verbauten Welle sein. Bei den zerlegten Einzelteilen liegt bei den Pleuel die Mittelachse. Die muss man ggf. bei Verschleiß oder Korrosion nachschleifen und mit Übermaßrollen versehen.

    Die Firma über André ist die einzige mir bekannte die das aktuell überhaupt noch macht.


    Man kann sich dafür ggf. auch eine andere neue/reg. Walzenlagerwelle besorgen und dann für deine ausschlachten. Also z.B. die Mittelachse einfach gegen eine andere (neue/überholte) tauschen.

    Dann dauert es nicht länger als bei der Kugelllagerwelle.


    Aber erstmal auseinander und dann weiter sehen. Mit ganz viel Glück reicht auch reinigen. Dabei bleibt aber immer das Restrisiko der im zusammengebauten Zustand nicht prüfbaren Pleullagerzapfen der Hubzapfenscheibe.

  • ...schlauer,was den Zustand angeht.

    Umbau auf Kugellager zog ich in Erwägung,weil Du sagtest daß es bei Rollenlagern schonmal bis zu nem Jahr dauern kann.

    Als Laie ist man eher geneigt, das eine oder andere zu übersehen oder falsch einzuschätzen.

    Bei den beiden Rollenlagern in der Mitte besteht das Problem darin, dass es keinen wechselbaren Innenring gibt. Man kann nur das komplette Mittelstück wechseln. Da es aber seit 1985 keine Neuteile mehr gibt, bleibt nur die Alternative, ein Teil aus ein anderen Welle zu gewinnen. Grundsätzlich gesehen, sind Zylinderrollenlager etwas solider.

    Ich würde Dir raten, die demontierte Welle mal von einem wirklich erfahrenen Schrauber begutachten zu lassen. Vielleicht ist mit einer Reinigung wirklich etwas erreichbar. Das eine Kugellager kann man mit leichtem Werkzeug tauschen. Wenn es sich dann lohnt.

    Wenn es der richtige in die Hand nimmt, wäre auch der Tausch gegen Pleuel mit Nadellager am Kolbenbolzen möglich.

  • Okay,sobald ich die Kurbelwelle ausgebaut habe,melde ich mich hier wieder mit Fotos

  • Die Welle hat aber neue Lager und sogar Nadellager in den Pleuelfuß, somit sehe Ich das als absolut unkritisch.

  • Ja, was aber grundsätzlich nicht schlimm wäre. Beim Alu (Mittelring und Kori) muss man dann aber immer Dichtmasse zum einkleben nehmen, da es da einen Abtrag gibt.


    Die zu sehende Welle ist sicher ein Beispielbild. Es ist eine Aufgedornte.

  • Beim Alu (Mittelring und Kori) muss man dann aber immer Dichtmasse zum einkleben nehmen, da es da einen Abtrag gibt.

    Sollte man so oder so und es gibt genug Gehäuse und Mittendichtungen die nicht "zusammen passen" auch ohne strahlen

    Biete Serienmotoren, Sportmotoren, Rennmotoren, Sport-VSD, Vergaserumbauten, Regenerierung Drehschieberflächen, Gehäusereparaturen, Aluschweißen, Sandstrahlen mit verschied.Material auf Anfrage

  • Nachtrag: ich meine hier insbesondere auch eine Dichtmasse wie man sie z.B. an der Ölwanne nimmt, also nicht die zur Flächenpressung bei den Gehäusehälften.

  • Mir stellt sich die Frage, warum man diese Sachen srahlt?

  • Ich würde sagen weil man sie so am schnellsten sauber bekommt und zwar bis in die letzte Ritze.


    Ich mache das auch, allerdings mit dem sehr schonenden Nussstrahlen.


    Vorher:



    Nachher:



    Das Ganze hat kaum 5 Minuten gedauert. Das alles mühsam von Hand mit Drahtbürste oder Chemie....dauert mir auch einfach zu lange.

  • Es gibt aber auch Wellen die schön rostig sind, da ist selbst Nuss nicht das Mittel. Das Alu Zeug braucht man trotzdem nicht mit Granulat strahlen.

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  • Bei den Wellen aus Ostzeiten wurden Mittelabdichtung und Koridichtung immer neu genommen.

    Die zu reinigen und wieder zu verwenden ist das was heute gemacht wird, weil es keine Neuen mehr gibt und aktuell keiner welche produziert.


    So ganz glücklich bin ich damit auch nicht. Der einteilige Ring der Standardlagerwelle ist ja nun kein besonderes Teil. Da könnte man sicher problemlos mal eine Charge neu herstellen lassen.

  • So,hier nun mal ein Update zu meiner Kurbelwelle. Kurz zur Erinnerung, Trabant ist von 1972,aus erster Hand,5700 km gelaufen und stand seit 1984 in der Garage.

    Ich habe gestern Abend den Motor ausgebaut und zerlegt. Klappte ohne Probleme und ohne irgendwo Gewalt anwenden zu müssen.😉

    Die Kurbelwelle macht auf mich einen guten Eindruck,hat wirklich keinerlei Rostspuren und war komplett ölig, als ob jemand vor dem Abstellen damals nochmal nen guten Schluck Öl in den Motor gekippt hat. Das Rollenlager auf der Zündungsseite hatte ich auseinander,auch keine Rost - oder Laufspuren. Die anderen Lager haben keine Rostspuren, insofern ich das äußerlich sehen kann. Sie haben auch kein Spiel,außer die unteren Pleuellager seitlich etwas. Wellendichtring ist hart,kommt aber sowieso neu. Drehschieber haben auf den Stiften auch keinerlei Spiel. Beim begutachten des Mittellagers ( heißt das so?) ist eine der Ausgleichscheiben gebrochen. Ich habe bei TW gesehen,dass es die im Satz gibt mit mehreren Stärken. Woran sehe ich,welche rein muss?

    Jedenfalls,so wie ich die Welle einschätze,würde ich sie nicht zum Regenerieren geben,sondern nur reinigen. Sollte man beim Zusammenbau die Lager gut einfetten,oder nicht? Hier mal paar Bilder :

  • Die Ausführung der Welle passt und ist dem Baujahr entsprechend richtig. Die Laufleistung kann tatsächlich stimmig sein.

    Wenn die Lagerlauffläche ohne Laufspuren und Korrosion sind, kann das Reinigen reichen.


    Es bleibt am Ende das Restrisko des Laufzapfens der Pleuel. Du kannst wie im Laufleistungsthread gezeigt an den Pleuelen den Kafig auf Risse prüfen.


    Ein leichter Fettfilm ist wohl nicht schädlich, aber auch nicht nötig. Gut geölt in Betrieb genommen ist vollkommen ausreichend.


    Die Kurbelwelle muss in den Block gelegt werden, und dann mit einer Fühlerlehre das Spiel zwischen Mittelring und Lageraußenring festgestellt werden und dann mittels der passenden Scheibe ausgeglichen werden.

    Insofern kann man erst wissen welche man braucht wenn man die Welle wieder montieren will.


    Da dir die alte noch vorliegt (?) kannst du diese ja einfach in der Dicke messen. Wobei ich das immer selber ermittle, im Werk wurde am Fließband der Motor montiert und da war keine Zeit für genaues arbeiten. ;)


    Also wäre es gut nach dem Reinigen aller Teile das Spiel neu zu ermitteln und dann entsprechende Scheiben zu besorgen. Die gibts eigentlich überall.


    Das Lager 6009N auf der Schwungscheibenseite würde ich in jedem Fall wechseln gegen ein Ungebrauchtes. Da kann man sich das Reinigen sparen.

  • Okay,das Set bei TW beinhaltet 0,2 0,3 und 0,5 mm. Dann messe ich mir aus,welche benötigt wird.

    Bisschen Sorgen machen mir die Kolben. Beide haben unterhalb der Kolbenbolzen beidseitig Laufspuren. Gerissen sind sie aber nicht.An der Zylinderlauffläche ist aber an den Stellen kaum was zu sehen,zumindest keine Riefen. Kann ich die Kolben an den Stellen leicht "beschleifen" und sie weiter verwenden?

    Ich hab gesehen,daß Nachbaukolben anders aussehen,an der Stelle abgeflacht..Meine sind dann wohl Vollschaftkolben.

  • Bei der geringen Laufleistung schwer nachzuvollziehen woher das kommt. Das kann einerseits nicht korrekt ausgewinkelte Pleuel sein, kann aber durchaus auch daran liegen, das der selten gefahren wurde und so immer abgelagerte Ölkohle die sich nach langer Standzeit gelößt hat die Kolben "markiert" haben. Das sieht nämlich nach mechanischem Schaden aus, nicht nach der klassischer "Freßspur"


    Sowas zu glätten ist ok und machbar.


    Ich würde Zylinder und Kolben nussstrahlen, dann sind sie sauber und im Anschluss die Kolben glätten. Vorher natürlich Ringe demontieren (Reihenfolge und Seite merken).

    Vor Montage der Kolben die Pleuel genau auswinkeln.

  • Walnussgranulat zum Strahlen hab ich mir bestellt. Damit kann ich die Zylinderlauffläche auch strahlen?

    Kurbelwelle ja auch,hab ich hier gelesen.😀