Neuer Trabi - kein Schlüssel vorhanden - erster Start nach langer Standzeit

  • Hallo liebe Trabi Freunde,


    nachdem ich vor ein paar Monaten mein erstes Ostmobil, einen Robur LO 2002 erworben habe, wollte nun auch meine Freundin ins Hobby einsteigen. Also haben wir Ihr am Wochenende einen 601er erworben, welcher bis auf sämtliche Schlüssel vollständig ist

    Nach ersten Recherchen finde ich es erstaunlich, wie viele tolle Tips und Ratschläge in unterschiedlichen Foren zu finden sind.

    Leider ist ein Thema ungern oder gar nicht behandelt worden: Was tun bei Schlüsselverlust.

    Die Beifahrertür habe ich durch kräftiges drücken aufbekommen und bin nun im Innenraum.

    1. Lenkradschloss ist leider eingerastet.

    2. Kofferraum ist verschlossen.

    Ich würde gerne beide Schlösser wechseln, müsste aber erst einmal den Trabi in einen fahrbereiten, Lenkradsperren freien Zustand bringen. Ausbau der Lenksäule ist leider keine Option.

    Gibt es andere Möglichkeiten ? Aufbohren ? Starken "rucken" am Lenkrad ?


    ++

    Muss ich noch etwas vor dem ersten Starten nach langer Standzeit beachten ? Alten Sprit wollte ich ablassen und neues Gemisch mit hoher Octanzahl reingeben. Neue Batterie und Kerzen vorhanden. Neuer Riemen vorhanden.

    ++


    Anbei ein paar Bilder vom aktuellen Projektverlauf.


    Bild 1&2 bei Abholung - Bild 3&4 nach der ersten Fahrzeugwäsche noch während der Abholung.


    Viele Grüße aus dem Sauerland.

  • Türgriff von der Fahrerseite abbauen (Innenverkleidung raus und dann von innen die Muttern lösen) - innen im Griff ist die Nummer des Tür-Schlüssels eingeprägt, mit dieser kann ein Schlüssel nachgefertigt werden. Dieser Schlüssel passt dann vermutlich auch beim Kofferraumschloss


    evtl. kann die Nummer auch mit einem zwischen Türgriff und "Pappe" gehaltenen Spiegel abgelesen werden



    Zündschloss: ja, Lenksäule ausbauen ist DIE Option. Dann bekommt man mit etwas Geschick und ggf. Unterstützung durch eigentlich nicht passende Schlüssel (selbst beispielsweise alte VW-Schlüssel helfen da ggf.) das Zündschloss entsperrt und kann es wechseln.


    Zerstörung muss nicht sein, die Dinger wachsen auch nicht mehr im Garten am Baum und selbst ein Schloss ohne Schlüssel kann geöffnet und wieder fit gemacht werden für einen Schlüssel ohne Schloss

  • Meiner Ansicht nach solltest du den Motor, je nach Standzeit, zuvor demontieren und sämtliche Kurbelwellenlager prüfen. Sind diese augenscheinlich OK, ist die Kurbelwelle mit Verdünnung auszuwaschen und danach einzuölen. Nun alles neu abdichten und Motor zusammenbauen.

    Für den Vergaser gilt natürlich sinngemäß dasselbe, sowie für den Rest der Benzinversorgung.


    Zum Lenkradschloss: Ohne die Option der Demontage wirst du hier nicht weiterkommen. Das ist eine Voraussetzung, um das alte Lenkradschloss auszubauen und zu wechseln. Ohne Schlüssel wird der Ausbau auch nicht unbedingt zerstörungsfrei gehen, denke ich.

  • Die Nummer in der Klinke ist mit winzig kleinen Schlagzahlen gestempelt, mit flüchtigem Blick sieht man die nicht.

    Am Fanghaken des Kofferraumschlosses ist die auch eingeprägt, gucke mal ob es die gleiche ist. Oft sind Schlösser schon mal gewechselt worden.

    https://www.trabantwelt.de/Sch…ant-500-601-1-1::890.html

    Ganz wichtig, genau gucken. Sonst passt der nicht. Die Ziffer nach dem Bindestrich benennt das Profil, auch die muss stimmen.

  • Vielen Dank schon einmal - habe ich eine Möglichkeit den Kofferraum ohne Schlüssel zu öffnen ?
    Zum Beispiel über die Rücksitzbank ?

    Hat jemand noch eine Erfahrung wie "stabil" die Lenkradsperre ist ? ;)

  • Schwierig, denn die Lehne ist vom Kofferraum her angeschraubt.

    Nimm doch mal die Sitzfläche raus, vielleicht kommst du mit viel Verrenken an die Muttern oben in den Ecken.

    Die Fondablage ist eingeklebt, möglicherweise hat aber schon mal jemand die gelöst und du kannst von oben arbeiten.


    Alles Diebstahltipps hier... ;-)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Hegautrabi ()

  • zu den Stabil-Fragen:


    ja, die Lenkradsperre ist stabil. bei Gewalt kann es passieren, daß Du das Schloss knackst (Alu-Druckguss-Gehäuse), es kann aber auch sein dass die Lenksäulenbefestigung verbogen wird oder das Lenkrad selbst verbogen wird. alles schon gesehen


    Kofferraum: schau Dir mal bei einer anderen Limousine an, wie das Schloss funktioniert. da gibt's ein Plastik-Teil, welches die schwächste Stelle darstellt und im Zerstörungsfall auch leicht gewechselt werden kann. Dann erklärt sich auch, wie man die Klappe ggf. von außen aufbekommt ohne allzu grossen Schaden anzustellen. mehr dazu bei Bedarf lieber nicht mehr hier, da öffentlich einsehbar.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von André_B ()

  • Och, ich fände es ganz nett, wenn jemand, der meinen Kofferraum aufbrechen möchte, das möglichst elegant und zerstörungsfrei macht, statt mir den ganzen Kofferraumdeckel zu zerrammeln. ;-)

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Es reicht ja schon, ein Loch mittels Lochkreissäge in den Deckel nahe des Schlosses zu sägen und dadurch das Schloss zu demontieren. Anschließend den Ausschnitt wieder einkleben.


    :P



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love: 

  • Ich kenne hier auch solchen Fall.

    Die Autoknacker nahmen den Trabant nicht für voll und kamen trotz großer Zerstörung nicht ans Ziel.


    Wenn man im Fernsehen sieht,wie in nullkommanix ein modernes Auto geknackt,und durch kurzschliessen gestartet wird,

    kommt man wohl auf die Idee,daß der Trabant noch leichter zu knacken ist.


    Ich verstehe sowieso nicht,weshalb man uns im Fernsehen immer noch das Märchen mit den herausgerissenen Kabeln und fast

    sofortigem Start auftischt.

  • Meiner Ansicht nach solltest du den Motor, je nach Standzeit, zuvor demontieren und sämtliche Kurbelwellenlager prüfen. Sind diese augenscheinlich OK,...

    Ziemlich vage und meiner Meinung nach zu viel Aufwand und Risiko.

    Jeden Motor, der 5 Jahre oder gar länger gestanden hat, würde ich definitiv zerlegen. Die alte Ölkohle lässt nichts frisches an die Stellen, wo es hin muss. Die Kurbelwelle würde ich definitiv ersetzen. Ein Lagerschaden zieht meist andere Schäden nach sich. Bei der Gelegenheit den Verschleiß an Kolben und Laufbuchse prüfen. Sind diese Teile noch vertretbar, kann man die reinigen und vorerst weiterverwenden. Wenn Du etwas ist Forum liest, wirst Du sicher auch jemanden finden, der Dir nachhaltig hilft oder den Motor macht. In der Zwischenzeit kannst Du Dich mit Achsen und Bremsen beschäftigen. Da ist sicher einiges zu tun.

    Achja, die Lenkradsperre! Mir ist nicht bekannt, dass jemand diese ohne Zerstörung gelöst bekommen hat. Eine gestempelte Nummer gibt es nicht. Gern kannst Du eine Million Schlüssel probieren. Aber für wenig Geld bekommst Du Lenkrohr und Zündanlasslenkschloss mit wenigstens einem Schlüssel. Aus- und Einbau ist nicht schwer.

  • Hallo liebe Freunde - was für ein wundervoller, gestriger Abend. Die Schlüsselnummer für die Tür konnte dank eurer Hilfe erkannt werden. Nun Schlüssel bestellen und weiterschauen.



    Ich habe mich erst einmal an das Kraftstoffsystem gemacht. Der Tank istkomplett verrostet und es sind Metallsplitter und Schmock ohne Ende vorhanden. Leider hat dieser einen Tankgeber von dem zwei Kabel ( wofür auch immer ) ausgehen. Meiner hat keine Tankanzeige.



    Es ist die Überlegung einen neuen zu kaufen und die Arbeit einer Restaurierung des Tanks zu sparen. Wofür sind die abgebildeten Kabel ? 1f609.png


    Die Tankentlüftung ist wenn ich jetzt eine hatte auch wieder sinnvoll ?



    Gebt mir noch mal einen Profi Diebstahl Tip 1f609.png - Die letzten beiden Sicherungen überbrücken und die beiden Drähte 30 und 50 zusammenhalten lässt das Fahrzeug starten ?

  • Der Teil des Zündschlosses, der da aus schwarzem Hartplastik ist und an dem die Kabel stecken, ist einfach nur hinten dran geschraubt. Abschrauben und ganz normal wie ein Zündschloss benutzen.

  • Angeschraubt ist der elektrische Teil des Zündschlosses nicht, der ist mit 2 Halteklammern fixiert.

    Die Tankentlüftung ist in Wirklichkeit eine Schlauchentlüftung. Das T-Stück dafür sitzt an der höchsten Stelle der Benzinleitung vom Tank zum Geber der KMVA. (Kraftstoff-Momentan-Verbrauchs-Anzeige). Sie soll dafür sorgen, dass bei leergefahrenem Schlauch (vor dem Umschalten auf die Reservestellung des Kraftstoffhahns) schnell wieder Benzin nachfließen kann.

    Und der Geber im Tank schaltet bei etwa ab 8 Litern Inhalt eine kleine rote LED im KMVA-Instrument ein um zu signalisieren dass bald umgeschaltet werden muss. Das haben nur die besser ausgestatteten de-luxe-Fahrzeuge und der Versehrtenuni.

    Am Tage ist das Ding aber ziemlich nutzlos weil es nicht zu sehen ist. ;-)

  • Hmm bei meiner KMVA sieht man die LED auch am Tag ziemlich deutlich leuchten, es sei denn, die Sonne strahlt direkt drauf. Dann sind aber auch die restlichen Dioden nicht zu erkennen.


    Ist die LED bei dir evtl. altersschwach, Hegau? Die älteren Kaliber verlieren gerne mal deutlich an Leuchtkraft, wenn sie lange in Betrieb waren.



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love: