Reparaturberatung nach Neukauf

  • Allgemein magst du durchaus recht haben. Aber alle 601 sind min. 28 Jahre alt und da gibt es kaum noch welche die nicht der Behandlung bedürfen nach der bei jedem Krümel gerufen wird, vor allem wenn sie nach der Wende bzw. seit dem Bau keiner irgendwie Hand angelegt hat, sprich die Karosse noch original und unberührt ist. Aber wie schon erwähnt, kann das jeder halten wie er will.

    Einen älteren aus den Sechszigern, mit dickem Blech und augenscheinlich ohne Rost (nicht wie hier wo man ihn an den Kanten schon sieht), der in Zukubft nur bei Sonne 500km im Jahr fährt, kann man auch abwägen runter ja/nein. Die Frage hier beim Endachziger sollte sich kaum stellen.



    Nochdazu wo hier im konkreten Fall sowas wie 36 PS Motor usw. steht und es demnach kaum um Geld gehen dürfte. Bevor man sich kostenintensivere Motoren kauft, sollte die Karosse dran sein.

  • Hier haben sich wohl schon ein paar Leute das Auto angeschaut und erstmal keine Rostbude vorgefunden.

    Auf solche Aussagen gebe Ich rein gar nix mehr, es sei denn Ich kenne diese Personen Persönlich und weis das sie wirklich Ahnung haben. Voriges Jahr hatte Ich im Freundeskreis erst den Fall, das sich jemand ein Fahrzeug für viel Geld gekauft hat, wo mehrere Leute gesagt haben, es sei Top, mir reichten schon die Fotos um die Mängel zu sehen und Ihn abzuraten. Ende vom Lied, er hat das Fahrzeug zum Gutachter gebracht wegen H-Zulassung und ist hinterher in Tränen ausgebrochen! 20000 Euro bezahlt und das Fahrzeug war laut Gutachten nur Zustand 4 und max. 6000 Euro wert.

  • Rost am Unterboden siehst du eh erst wenn du den Unterbodenschutz komplett entfernt hast.


    Genauso hinter den Kotflügeln.





    Geschweißt werden muss deine Karosse eh.

    Man sieht auf deinem Bild (Schweller Radkasten) schon deutlich um dem

    Karosseriestopfen herum Durchrostungen.




    Es muss ja Gründe geben weswegen du dich strickt dagegen entschiedest die Kotflügel zu entfernen.

    Das geht auch in einer kleinen Garage ohne viel Ausstattung.

  • Quote

    Es muss ja Gründe geben weswegen du dich strickt dagegen entschiedest die Kotflügel zu entfernen.

    Das geht auch in einer kleinen Garage ohne viel Ausstattung.

    Also um das erst mal Vorweg zu nehmen wehre ich mich ja nicht strickt dagegen. Ich höre mir mehrere Meinungen an und bin dann in der unangenehmen Situation dort meine Schlüsse raus zu ziehen.


    1. Meine größte Sorge ist einfach das bei der Demontage der Pappen der Lack abplatzt oder sogar eine Pappe bricht. Gerade das Entfernen der Dachpappe soll ja kein leichtes Unterfangen sein. Und wenn eines davon passieren sollte wird es teuer und meistens bekommt man den nach lackierten Teil nie so 100% gleich wie den originalen ausgeblichenen.


    2. Im Anschluss müssen die Pappen so wieder exakt festgeschraubt bzw. sogar angeklebt werden, das es genau so aussieht wie vorher.


    Im schlimmsten Fall müsste ich die Lackierarbeiten teuer bezahlen und es sieht nachher dennoch beschissener aus als vorher.


    3. Gestern hatte sich noch eine weiterer Trabantfahrer Meinen angeschaut und auch gesagt, dass er auf keinen Fall die Pappen abnehmen würde. Dafür sei der Zustand zu gut.


    4. Die Leute mit den ich gesprochen hatte, haben gesagt das die beim nächsten Mal die Pappen nicht mehr abnehmen würden. Deren Fahrzeug-Zustand war deutlich schlechter als meiner und auch bei denen soll es sich nicht wirklich gelohnt haben.


    5. Hoffe ich mit der Hohlraumkonservierung einen Großteil der eventuelle Roststellen unter den Pappen soweit zu "versorgen" das sie zumindest nicht weiter gammeln.( Fluid Film Liquid A mit hoher Kriechfähigkeit und feiner Zerstäubung)


    6. Wird es ein Schönwetter-Fahrzeug , dass vielleicht mal 2000km im Sommer bewegt wird. Wenn es so die nächsten 10 Jahre ohne Durchrostung überstehen würde, bin ich mehr als zufrieden.


    Damit ihr mich nicht falsch versteht. Ihr habt zu großen Teilen damit recht. Pappen runter und man weis wo man dran ist. Und selbst wenn es nicht viel auszubessern gibt, dann hat man halt Gewissheit das alles Okay ist. Für mich steht der Aufwand und das Risiko aber in keinem Verhältnis.


    Grundsätzlich ist ja auch noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden.

    Ich werde die Tage noch mal ein paar Fotos mit einer Endoskop-Kamera aus den Hohlräumen machen.


    Parallel hatte ich mit dem Korrosionsschutz-Depot Kontakt aufgenommen für die Bearbeitung des Unterboden wurde folgendes, für 2 Fahrzeuge Empfohlen :


    1 x 5 Liter Brantho Korrux nitrofest 

    1 x 5 Liter Brantho Korrux 3in1 (eventuell 2-3 Dosen 750ml für das zweite Fahrzeug)

    2 x 1 Liter Oxyblock

    3 x 1 kg Deox Gel

    6 x 1 Liter Kline permanent Wachs

    8 x 1 Liter Fluid Film Liq A

    4 x Schleifscheiben entweder CSD oder SVS

    2 x Kartusche Korroflex (hier lässt es sich die Menge recht schwer einschätzen)


    Das sind für Material und ein paar Kleinteile mal eben 350€ pro Fahrzeug und werden ja bestimmt noch weitere Sachen dazu kommen. Ich hab mit da auf jeden Fall jetzt schon ordentlich was vorgenommen.



    Gruß Moritz


  • Musst dich nicht rechtfertigen. Dein Trabant - deine Entscheidung. Es findet sich immer jemand (und sei es ein anderer Trabantfahrer), der die einem zusagende Meinung hat. Leider steht nichts in deinem Profil (finde ich persönlich immer etwas unhöflich, zumal wenn man Hilfe haben will) wo du herkommst. Vielleicht würde sich jemand aus dem Forum finden, der sich das Modell mal anschaut.

    Ich würde auch nicht 350€ + x auf Rost schmieren ...

  • Also wenn die Pappen noch original verklebt sind, bekommt man die eigentlich gut. Hab ich letztes Jahr erst gemacht und hat sich gelohnt, obwohl von außen nix Wesentliches zu erkennen war. Das sollte an ein Wunder grenzen, wenn dir mehrere Trabantfahrer glaubhaft versichern wollen, daß sich das nicht lohnt und sie nix gefunden haben hinter den Pappen. Höchst merkwürdig...


    Wie man allerdings neu (mit Sika o.ä.) verklebte Pappen schadfrei runter bekommt, würde mich auch mal interessieren. Das würde mir auch Sorgen bereiten.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Das sind für Material und ein paar Kleinteile mal eben 350€ pro Fahrzeug und werden ja bestimmt noch weitere Sachen dazu kommen. Ich hab mit da auf jeden Fall jetzt schon ordentlich was vorgenommen.



    Gerade fuer irgendwelche "Wundermittel" gibt man schnell sehr viel Geld aus und das Ergebnis ist dennoch Bescheiden. Und im Nachgang sieht man dann die Preise eines Fachbetriebes ploetzlich mit anderen Augen.


    Mein ganz ehrlicher Tip: Suche Die einen vernuenftigen Karosseriebauer mit Erfahrung im Bereich Trabant. Lasse dort das Blech klempnern und das Fahhrzeug lackieren. Ich schaetze, mit 3-4 TEuro bist Du dabei. Geld kann man sparen, wenn man bei den Dingen, die kein hohes Fachwissen erfordern, selbst mit Hand anlegt (gute Betriebe haben da nicht wirklich ein Problem mit). Also Fahrschemel ausbauen, Anbauteile und Pappen entfernen, spaeter die Anbauteile wieder montieren, Hohlraumkonservierung. Mit der Technik hast Du noch genug zu tun, keine Sorge.


    Ich habe mir inzwischen angewoehnt, bei handwerklichen Arbeiten, fuer die mir die Erfahrung fehlt, die Dienstleistung von Fachleuten in Ansppruch zu nehmen, und mich dabei als "Hilfsknecht" zu verdingen. Vorteile:

    - die Ausfuehrung ist fehlerarm

    - man spart ordentlich Geld

    - man lernt etwas (so man will)

    - der Fachmann traut sich weniger zu pfuschen, weil "Chef" mitmacht

    - man lernt nette Menschen kennen


    Meinen Ratschlag must Du natuerlich nicht annehmen. Aber glaube mir, ich habe schon so einige "Sparversuche" hinter mir. Und dabei nichts gespart.

  • Mal ein paar Worte zu der angedachten Hohlraumkamera. Wenn du dir die Bilder in den von mir oben verlinkten Seiten anguckst wirst du sehen, dass der Rost hauptsächlich unter dem Klebstoff wohnt. Also dort wo die Teile aufeinander liegen. Mit welcher Kamera kann man das sehen?

  • Viel kann ich nicht Beiträgen außer:

    Die fragilste Stelle der Pappen ist an der Seitenwand oben etwa in der Mitte.

    Da habe ich nämlich eine zerbrochen beim demontieren.

    Und: den meisten Rost hätte ich an meiner Kiste nicht mit einer Kamera gesehen da er zwischen Blech und Pappe liegt. Also unter dem Kleber.

  • Mal andersherum gefragt: was wäre (neben dem Risiko des Kotflügelbruchs (den man mit etwas Geschick auch hinterlaminieren könnte)) der beste Fall?


    Flächen, die bereits braun sind, zu konservieren? Da der Keim der Vernichtung bereits ab Herstellung integriert wurde, und die klassischen Stellen (bspw. Klebefläche Heckleuchte) meistens auch nicht mehr wirklich kraftschlüssig verbunden sind, kann man da dauerhaft für Ruhe und ein gutes Gewissen sorgen.


    Im Rahmen einer preislichen Bewertung wird sich dies in Form einer Dokumentation im Zweifelsfall auch werterhöhend niederschlagen.



    PS: ich traue erfahrenen Trabantschraubern mehr - ich habe mit Trabantfahrern schon viele eher.... seltsame und Kopfschütteln verursachende Dinge erlebt......

    Wozu Ventile? 0,6 EDS Hemi


    Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".


    www.trabant-original.de

  • So, ich war die letzte Woche vom DKW-Motorrad-Club auf der Techno-Classica Messe in Essen und komme daher erst jetzt dazu zu antworten.


    Vorweg möchte ich erst mal Sagen, das ich mich über derart viele schnelle und vor allem Kompetente Antworten sehr gefreut habe. Vielen Dank an der Stelle!

    Leider steht nichts in deinem Profil (finde ich persönlich immer etwas unhöflich, zumal wenn man Hilfe haben will) wo du herkommst. Vielleicht würde sich jemand aus dem Forum finden, der sich das Modell mal anschaut.

    Ich würde auch nicht 350€ + x auf Rost schmieren ...

    Da hast du natürlich Recht, habe da gar nicht mehr dran gedacht. An der Stelle sei auch noch mal gesagt, dass ich mich über Jeden freue, der auf einen Kaffee, Bier, eine Pizza oder ein Stück Kuchen vorbei kommt. Es sind alle herzlich eingeladen.


    Und zu dem Zweiten: Mit den aufgeführten Materialien für 350€ würde der Unterboden komplett blank gelegt und komplett neu gemacht.



    Quote

    Hallo Moritz,

    hast du hier mal rein geguckt?:

    601 LX aus Wuppertal

    Das ist in meinen Augen die richtige Herangehensweise.

    Ja habe ich inzwischen gemacht und werde das ganze Projekt auch sehr genau weiter verfolgen. Danke für den Hinweis.


    Zu deinem Post weiter unten: Das ich mit der Hohlraum-Kamera höchstens bis vor die Klebestellen komme ist mir schon bewusst. Allerdings gibt der Zustand des umliegenden Bereichs zumindest eine grobe Tendenz ab. Soll heißen, wenn um die Klebestellen schon alles verrostet ist, würde ich die Pappen abnehmen. Zum Anderen wollte ich mit der Kamera auch Hauptsächlich die Hohlräume der Karosserie anschauen.

    Ich verstehe nicht, weswegen die brechen sollen?

    Hast du diese Arbeit schon einmal gemacht/gesehen?

    Eine Pappendemontage habe ich bisher weder gesehen noch gemacht. Hab das nur gehört bzw. gelesen. Bei juterwajen scheint das ja wohl leider auch passiert zu sein.



    Nebenbei, ich habe die Gelegenheit auf der Messe genutzt und mit dem dort vertretenden Trabantclub gesprochen und die Fotos gezeigt. Von denen würde auch keiner die Pappen abmachen und am Unterboden auch nur Schadhafte Stellen ausbessern.


    Naja wie dem auch sei. Ich kann mir da noch 100 Meinungen zu einholen, wie ihr das schon geschrieben habt am Ende muss ich die Entscheidung treffen. Da mein Urlaub gestern zu Ende gegangen ist und ich nächste Woche vermutlich auf eine Montage in Ausland fahre, wird sich das Projekt ohnehin nach hinten verzögern.


    Eine endgültige Entscheidung habe ich zu dem weiteren Vorgehen noch nicht getroffen. Wenn ich die Pappen runter nehme, würde ich jedoch höchstens die Roststellen selber versorgen. Eine komplett Aufarbeitung wie von Postkugel mag zwar durchaus sinnvoll sein, sprengt für mich aber völlig den finanziellen Rahmen und steht auch in keinem Verhältnis von Kosten/Aufwand zum Nutzen. Wobei das natürlich objektiv ist und jeder das Verhältnis anders betrachtet.


    Ich werde das weitere Vorgehen hier definitiv weiter dokumentieren.



    Gruß Moritz

  • Soll heißen, wenn um die Klebestellen schon alles verrostet ist, würde ich die Pappen abnehmen.

    In diesem Fall brauchst du dir um das Abnehmen der Pappen keine Sorgen zu machen, weil sie dir von selbst entgegen fallen, sobald die Schrauben und Niete (soweit noch vorhanden) raus sind. Wie weiter oben schon beschrieben: Als erstes unterrosten die Dopplungen, die du mit keiner Hohlraumkamera erreichst, bzw. die Klebungen selbst. Also wenn du schon an zugänglichen Stellen Rost siehst, wäre es höchste Zeit für das volle Programm.


    viele Grüße

    Steffen

  • Quote

    Allerdings gibt der Zustand des umliegenden Bereichs zumindest eine grobe Tendenz ab.

    Nein das ist ein Trugschluss. Wenn beispielsweie Elaskon vorn hinter dem Kotflügel verteilt wurde, dann kam es genau bis zur Klebestelle. Dann kam der Kleber und danach an der Kante der Rads hale selber konnte es dann fröhlich rosten.

  • Nebenbei, ich habe die Gelegenheit auf der Messe genutzt und mit dem dort vertretenden Trabantclub gesprochen und die Fotos gezeigt. Von denen würde auch keiner die Pappen abmachen und am Unterboden auch nur Schadhafte Stellen ausbessern.

    Und weil ein Trabantclub dir grünes Licht gegeben hat, ist natürlich alles ok :D:D:D


    Oft sind es Clubfahrzeuge, die in fragwürdigen Zustand sind, weil die meisten nur dazugehören und fahren wollen, irgendwie!


    Aber egal, wenn du alles in frage stellst, vom Leuten, die teilweise schon mehr als ein Fahrzeug zerlegt und wieder aufgebaut haben, die wissen was einen erwartet und wo es immer Probleme gibt, dann mach einfach dein Ding!

  • Trabantfahrer <-> Trabantschrauber (Komplettselbstüberholer)

    Wozu Ventile? 0,6 EDS Hemi


    Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".


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  • Hallo zusammen,


    ich melde mich nach einigen Wochen auf Montage wieder zurück.


    Es sieht jetzt tatsächlich so aus wie ihr es alle propagiert habt... Der Ripper ist mal rum gekommen (Großes Danke noch mal an der Stelle) und hat ganz fies mit einem Körner in den Ecken gebohrt. Dabei ist mindestens eine Durchrostung der Hinteraden Radschale aufgefallen.


    Somit kann ich feierlich verkünden, dass die Pappen runter kommen !


    Damit soll jetzt in den nächsten Tagen begonnen werden. Die Sorge, dass es dann dieses Jahr nicht mehr fertig wird bleibt dann zwar, aber hilft ja auch nichts.



    Gruß Moritz