89er P 601 L soll wieder auf die Straße

  • Dabei ist das weniger eine Sache des Geldes, sondern viel mehr eine Sache des Fleißes. Man muß halt ackern, teilweise in unbequemer Position. Und es braucht Zeit - man muß Trocknungsphasen einplanen usw.

    Teuer wird das nur, wenn man es den Lackierer machen läßt - aber das ist unnötig, da es nicht aufs perfekte Finish ankommt und man diese Partien auch mit einer billigen Spritzpistole aus dem Baumarkt selber anpusten kann.


    Das Material, das man für diesen Arbeitsablauf braucht, kostet kaum mehr als einen niedrigen dreistelligen Betrag. Viel mehr macht es nicht aus - insbesondere dann, wenn man die Karosse sowieso macht, ist der finanzielle Anteil dieser Maßnahmen doch sehr gering.

  • Zu dem Thema optimale Befestigung der Pappen gibt es ja schon mehr als genug Beiträge hier im Forum die man sich dann einfach mal durchlesen könnte.

    Ich bin zwar nicht der fleißigste im posten, lese aber regelmäßig mit, gerade bei Themen, die mich auch irgendwann mal treffen. So toll das Forum auch ist, ich stoße immer wieder bei der Suche an Grenzen, weil Themen nicht ausdiskutiert werden oder nicht immer die beste Lösung gefunden wurde. Und da es hier gerade passt frage ich nochmal nach.


    Vielen Dank für eure Antworten. Es handelt sich bei diesem Fahrzeug um ein "Familienmitglied", welches wir viele Jahre nutzen und erhalten wollen. Da ich gerade eh alles demontiert habe möchte ich die Restaurierung gründlich machen, denn das Ergebnis soll so gut wie möglich werden.


    Den Aufbau:

    1. entrosten
    2. grundieren
    3. Nähte abdichten
    4. Steinschlagschutz auftragen
    5. lackieren

    klingt gut. Warum wird der Steinschlagschutz vor dem letzten Lackieren aufgetragen? Ich würde den vom Gefühl her als letzten Schritt machen.

    Und dann am Ende noch die Hohlraumkonservierung.


    Trotzdem habe ich noch Bauchschmerzen wegen der Verschraubung/Vernietung. Da bringt man in den perfekten Korrosionsschutz gleich eine Schwachstelle ein. Haben diese Verbindungen einen Sinn außer der Positionierung/Fixierung nach dem Kleben der Beplankung?

  • Das Zeug welches ich verwendet habe nennt sich "überlackierbarer Steinschlagschutz". Deshalb und der Optik wegen, habe ich den am Unterboden als vorletzte Schicht aufgetragen. Ich bin noch einen Schritt weiter gegangen, und habe eine 2K-Lackschicht zwischen Nahtabdichtung und Steinschlagschutz eingefügt. Die ist im Gegensatz zum Rest ziemlich dunkel und würde anzeigen wenn ein Schaden am Lackaufbau entstanden ist.


    Die Verschraubungen sind natürlich wieder eine Verletzung des Oberflächenschutzes, aber von oben ist bei bei meinem mit Sikaflex abgedichtet und unten lauert Sandersfett.

  • Ist der Steinschlagschutz auch noch einmal mit Lack überzogen, versprödet der Steinschlagschutz auch nicht so schnell, da er vor Umwelteinflüsse (Sauerstoff, Feuchtigkeit) geschützt wird, somit länger hält als nur als letzte Schicht aufgetragen.

  • Quote

    Die Verschraubungen sind natürlich wieder eine Verletzung des Oberflächenschutzes, aber von oben ist bei bei meinem mit Sikaflex abgedichtet und unten lauert Sandersfett.

    Wenn das dauerhaft dicht ist und kein Sauerstoff ran kommt könnte das reichen. Bleibt denn das Sandersfett wo es sein soll oder fängt das in der Sommerhitze an zu kriechen?


    Da fallen mir gleich wieder einige Fragen ein:


    Nahtabdichtung:

    1. Was nehmt ihr denn zur Nahtabdichtung?


    Lackierung und Kleben:

    Mir ist bei der Demontage aufgefallen, dass das Heck stark an Stabilität verliert wenn die Seitenteile ab sind.


    Sikaflex zum Kleben habe ich schon oft gelesen, haben ja viele gute Erfahrungfen mit gemacht. Da ich beruflich ab und zu mit Kleb- und Dichtstoffen zu tun habe, hatte ich auch schon Kontakt zu Klebstoffherstellern wie Sika, Henkel usw. und deren Produkte. Die Produktpalette bietet da ja so einiges.


    2. Welche Eigenschaften sollte denn meine Verklebung optimalerweise haben? Eher Festigkeit oder brauche ich noch Restelastizität? Oder ein Mix aus beidem, z.B. vertikale Verklebung mit hoher Festigkeit, horizontale flexibel wie vom Werk?


    3. Gibt es bei den Lacken was zu beachten? Risse oder ähnliches sehen am Ende nicht so toll aus?

  • Nahtabdichtung: da habe ich auch Sikaflex221 wie bei den Kotflügeln und dem Dach verwendet.

    Ja, bei der Limousine hängt der Arsch an den Kotflügeln, deshalb sind zu schwere Anhänger und Dachzelte auch ein Problem für den Serienzustand mit losem Klebstoff und ausgehärtetem Kitt.

  • Bleibt denn das Sandersfett wo es sein soll oder fängt das in der Sommerhitze an zu kriechen?

    Das wird im Sommer wie Butter, läuft nicht aber kriecht über die Jahre. Damit könnte man sogar seinen Unterboden behandeln. Befrage mal eine Suchmaschine deiner Wahl mit "Mike Sanders Korrosionsschutzfett".

  • Zum Abdichten nehme ich nach einigen Negativerfahrungen (Risse in der Überlackierung) mit Sikaflex221 nur noch spritzbare Nahtabdichtung und verarbeite die mit dem Pinsel.

    Sikaflex221 verwende ich ausschließlich als Kleber.

  • Die Verträglichkeit ist wohl nicht bei allen Lacken gegeben, bei meinem 2K-Lack sieht das nicht schlecht aus. Die überbrückten Spalten im Türausschnitt z.B. sollten allerdings nicht zu breit sein, der Lack ist härter als die Karosseriedichtmasse und kann eventuelle Bewegungen nicht so gut mitmachen.


    mad-mx: Ich finde es sehr gut, dass du dich eingehend mit dem Thema beschäftigst ohne schon begonnen zu haben. Beim 2. Trabi im vergangenen Winter habe ich auch ein paar Dinge anders gemacht als beim ersten vor 10 Jahren.

  • Quote


    mad-mx: Ich finde es sehr gut, dass du dich eingehend mit dem Thema beschäftigst ohne schon begonnen zu haben. Beim 2. Trabi im vergangenen Winter habe ich auch ein paar Dinge anders gemacht als beim ersten vor 10 Jahren.

    Das glaube ich gern. Ohne das Sammeln von Erfahrungen kann man auch nichts optimieren. Daher finde ich die Möglichkeit, die dieses Forum bietet, so toll. Man kann von vielen Erfahrungen lernen, muss nur fleißig lesen und die richtigen Sachen finden.


    Vielen Dank an alle für eure Antworten. Bevor es zum Lackieren geht steh ich aber noch vor einer großen Entscheidung, was die Bremsen angeht. Der Wagen bekommt alte, runde Stoßstangen, eine dezente Tieferlegung und 4x100er Alufelgen. Jetzt stehe ich vor der Entscheidung:

    1. Trabant Bremse Standard mit Lochkreisadapter
    2. VW Scheibenbremse vorne und hinten
    3. VW Scheibenbremse vorne und VW Trommelbremse hinten
    4. VW Scheibenbremse vorne und Trabant Trommelbremse hinten

    Ich tendiere zur VW Bremse, weiß aber noch nicht ob es mit der Eintragung Probleme gibt und wo ich die besten Adapter bekomme. Der passenden Thread wirft mehr Fragen als Antworten auf.

  • Jetzt stehe ich vor der Entscheidung:
    1. Trabant Bremse Standard mit Lochkreisadapter
    2. VW Scheibenbremse vorne und hinten
    3. VW Scheibenbremse vorne und VW Trommelbremse hinten
    4. VW Scheibenbremse vorne und Trabant Trommelbremse hinten

    Die VW Scheibenbremse vorn ist mein Favorit.

    Und die Trabant Trommelbremse ist an der HA ausreichend und benötigt keine Eintragung.


    Bitte frage Deinen Prüfer vorher, ob er das einträgt.

    Hast Du bereits die Anleitung von Hegautrabi für die Scheibenbremse vorn?

  • Bei mir kommt nach dem Grundieren erstmal Lack. Denn nur Lack schließt hermetisch ab.

    Dann Nahtabdichtung, Steinschlagschutz und nochmal Lack.

    Lack (egal ob 1K oder 2K) schließt eben nicht hermetisch ab.

    Durch Nasslack kann immernoch Wasser hindurchdiffudieren.


    Im Lackaufbau kann man versuchen dieses zu verlangsamen, aber nicht gänzlich aufhalten.

    Die Füllerschicht trägt nicht nur zum glätten des Untergrunds bei, sondern fungiert auch als ''Schwamm''.

    Der Füller nimmt die Feuchtigkeit auf und gibt sie im Laufe der Zeit auch wieder ab.


    Produkte auf EP-Basis sind recht ''dicht'', daher sollte bei ner Karosse ohne ersichtlichen Restrost nach Möglichkeit EP zum Einsatz kommen.




    Zu hohe Schichtstärken auf Nahtabdichtung führt unweigerlich zur Rissbildung. Daher sollte man dort Vorsicht walten lassen und eher ''weniger draufknallen''.

    Der Dichtstoff verträgt auch keine allzugroßen Spalten die zu überbrücken sind. Das führt dann oft zu Schwundrissen im Material.



    Lackieren ist halt doch weitaus mehr als irgendwelche Farbe auf nen Blechteil zu nebeln...

  • Quote
    Bitte frage Deinen Prüfer vorher, ob er das einträgt.Hast Du bereits die Anleitung von Hegautrabi für die Scheibenbremse vorn?

    Die Anleitung habe ich schon durchgeackert, ist toll gemacht. Das mit dem Prüfer ist leider schwieriger, die Dekra in Schwerin möchte keine Bremse eintragen. Der Rest wäre wohl kein Problem.

  • Das Eintragen ist kein Problem, da es ein anerkanntes Gutachten eines deutschen Pruefzentrums für die Schweiz gibt und das von Feller

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren!

  • TVP50 und TH601 sollten es von Feller haben und das Schweizer Gutachten bekommst du gegen eine Gebühr über Phi (leitet es weiter)

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren!