DDR Autotransportanhänger Instandsetzung

  • Hi,


    ich hab mir heute einen DDR Autotransportanhänger angelacht, zu dem ich Interesse halber jede Info suche und vielleicht sogar Fotos, wo er im Einsatz ist.


    Was bekannt ist:
    - 2 Drehstabfederachsen mit Wartburg Diagonalbereifung
    - es ist ein Kipp-Lader, wo man zum aufladen die Ladefläche per DDR Wartburg Gewinde Wagenheber! die Ladefläche schräg stellen kann und so auffahren kann.
    - beide Achsen hydraulisch auflaufgebremst
    - laut Vorbesitzerin wurden darauf auch schon Melkus transportiert es passen auf jeden fall Trabant oder Wartburg gut drauf - könnte also sein.
    - laut AHK Typenschild max. 1300kg Anhänger Gesamtmasse



    Erstmal nur diese Fotos, mehr - wenn ich die Tage bei Licht bessere machen kann.


    Insgesamt ist der Angänger recht sauber gearbeitet und sieht durchdacht konstruiert aus. Laut Vorbesitzerin könnte es auch ein Einzelstück sein, ein Typenschild hat er nicht, aber eine FIN und einen West-Brief inkl. noch gültigem TÜV...
    Ich möchte ihn zum Heu fahren nutzen, als Abschlepper bei unseren Oldtimer Ausfahrten und eventuell auch mal an mir bekannte Personen verleihen.


    Jemand so n Ding schon mal gesehen? Fotos? Infos?

  • Mehr Bilder, wie versprochen:



    Fahrwerk:


    Bremsen:



    Vielleicht kann ja jemand was zu den verbauten Achsen sagen? Vielleicht vom Intercamp Wohnanhänger?


    Es ist laut Brief, den ich nun habe, ein DDR Eigenbau mit Einzelabnahme und Erstzulassung 15. Januar 1987. Für einen Eigenbau und Einzelstück find ich den nach wie vor, zu gut gebaut wenn man sich die Verstärkungsbleche ansieht usw. Eventuell ein Umbau basierend auf einem Wohnanhänger?

  • Moin , 1300-kg-Anhänger durften in der kleinen Republik , mit Freigabe vom Bezirkswirtschaftsrat , selbst gebaut werden , da keine gebaut wurden . Fast keine , ein K.-M-Städter Selbstständiger hat Kleinstmengen 2-to -Autotransporter hergestellt , aber der Rahmen war vorn völlig anders .
    Die Lage des eingeschweißten Verstärkungsbleches in Bild 3 ist für diesen Doppelachser sinnlos , ich tippe deshalb auch auf einen nachträglichen Umbau vom Ein- auf Zweiachser .
    Was wiegt der Hänger leer ?
    Zul. Gesamtgewicht einer KK82 sagt nichts über das zul. Gesamtgewicht des Hängers aus . Sollte aber alles in den Papieren stehen .
    Nachtrag : der KMStädter Hängerbauer hatte einen wichtigen Ratschlag : mindestens einmal im Monat die hydraulische Bremse aktivieren ; denn ein blockierendes Hängerrad wegen eines festgegammelten Hyd.-Zylinders bemerkt man meist erst , wenn der Reifen raucht . Oder auch platzt .


    Gruß!

  • Laut West-Brief: erste Westanmeldung Juni 1993 und nur 2 Vorbesitzer. Erster kommt aus Heideloh (bei Bitterfeld) und zweiter aus Zörbig (auch bei Bitterfeld).


    zGgw: 1000 kg
    Achslasten: je 500 kg
    Nutzlast: 680 kg
    Eigengewicht: 320 kg


    Länge: 5560 mm
    Breite: 2070 mm
    Höhe: 670 mm


    Fahrzeugart: ANH KFZ-Transporter
    Hersteller: EIGENBAU
    Ausführung: ZSB


    Bereifung 6.00-13 (Wartburg?)


    Er hat eine KTA Nummer mit Vermerk "DDR-Einzelbetriebserlaubnis" vom 14.1.1987.


    Das Versteifungsblech ist dort offen, wegen der im Rahmen verlegten Bremsleitungen der hydraulischen Auflaufbremsen. Die Vorderachse ist zusätzlich mechanisch als Feststellbremse genutzt.
    Risse hab ich noch keine finden können - speziell im Zugdeichselbereich und bei der Achsaufnahme extra eben noch mal geschaut, so daß ich mal davon ausgehe, das die Konstruktion hält.


    Um den wieder schick zu machen wüsste ich halt gern welche Achsen verbaut wurden. Zwecks eventueller Ersatzteilbeschaffung. Aktuell ist er zwar abgemeldet, hat aber noch TÜV bis 09/2017.


    Nachtrag : der KMStädter Hängerbauer hatte einen wichtigen Ratschlag : mindestens einmal im Monat die hydraulische Bremse aktivieren ; denn ein blockierendes Hängerrad wegen eines festgegammelten Hyd.-Zylinders bemerkt man meist erst , wenn der Reifen raucht . Oder auch platzt .

    Ich hab nen LKW Schein und schon deshalb die Angewohnheit bei jeder Fahrpause mal kurz an die Felgen zu fassen um zu sehen ob alles ok ist. Bei Kurzstrecke freilich erst am Ziel, aber bei längeren Strecken direkt an der ersten Haltemöglichkeit und erst dann gehts weiter... Von daher mach ich mir darüber zumindest eher weniger Sorgen. Aber danke für den Hinweis.

  • Wenn ich die Achsen so betrachte und meine am WoWa vergleiche, sind deine wie beim Intercamp, also nach meiner Erfahrung Teile/Bremsen vom 311fer Wartburg. Die Achsen gut fetten und des öfteren die Bremszylinder bewegen. Haben die Angewohnheit schnell fest zu werden, sind halt die Erfahrung die ich seit Jahren mit meinen WoWa habe.Gruß

    Wer ein Rechschreibfehler findet,kann ihn behalten.......habe eine andere Sammlung. 8)


    ;( Hat der Schlosser gefuscht, wird`s mit Farbe übertuscht 8o

  • Hallo Joachim, da hast du ja ein absolutes Unikat erworben! Der Erbauer könnte die Fa.Georgi in K.-M.-Stadt sein, die haben zu DDR-Zeiten schon solche Doppelachshänger gebaut, auch als Autotransporter. Das Design ist am KARO-Autotransporter angelehnt.
    Tip von mir (da ich selbst einen QEK325 mit Seilzugbremse habe): prüf doch mal die Möglichkeit eines Komplettumbaus auf Seilzugbremse. Es gibt heutzutage Edelstahlbremsseile, die gammeln nicht mehr fest. Die hydr.Hängerbremse macht doch immer Ärger.


    Gruß Stubi

    Dieses Dokument ist auf elektronischem Weg erstellt und ohne Unterschrift gültig.


    Wir die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben so viel mit so wenig so lange versucht daß wir jetzt qualifiziert genug sind fast alles mit nichts zu bewerkstelligen!

  • Hab mal eben versucht zu messen, die Befestigung der Achsen am Rahmen ist ca. 1380-1390 mm auseinander, was somit jeweils Mitte Längsrahmen sein sollte. Die Spur ist etwas breiter als mein Zugfahrzeug (VW T4).
    Falls das bei der Achsbestimmung hilft. ?(


    Also da die Vorderachse ja schon über Seilzug als Handbremse fungiert, sollte ein Umbau auf komplette Seilzugbremse machbar sein, sprech ich heute direkt mal bei der Dekra an, die muss ich eh wegen der Bereifung fragen da er neue brauch und 6.00-13 scheint relativ teuer zu sein, außerdem sollten das wohl eh gleich M+S Reifen sein um ihn im Notfall Ganzjährig einsetzen zu können (überlege noch, ob Saison sinnvoll ist, glaub aber eher nicht).


    Morgen will ich den dann erst einmal wieder zulassen und dann weiter sehen. Würde ihn am liebsten original belassen, aber bei den Bremsen geb ich dir Recht, weniger Ärger auf Dauer verspricht die Seilzugbremse, gerade bei nur gelegentlicher Nutzung. Dafür müsste dann jedoch wohl die Zugdeichsel getauscht werden, oder geht das die vorhandene für Seilzug umzurüsten?


    Edit:
    Meinst du die Firma von Dr. Ing. Gerd Georgi ( Auberggrund 35, 09116 Chemnitz ) ? Google sagt: "geschlossen" also existiert da wohl nichts und niemand mehr. Hm...

  • Ok, gut zu wissen - das vergrößert die Reifenauswahl. Dachte da gehören Ganzjahresreifen drauf... :whistling:


    Felgen sind 4 1/2 x 13 J45 LK 160 denke es werden 165/70R13 oder 175/70R13 werden. Mal sehen was die Dekra nachher zu sagt.

  • Mit den 165er Reifen wirds wohl nichts, es ist jetzt schon bei den 6 Zoll Reifen zum Rahmen hin kaum noch Luft, der Dekra Mann sagt 1cm will er mindestens sehen. Also werden es 155er Asphaltschneider als Radial Reifen zu 35 Euro das Stück oder wieder die original Bereifung mit 75 Euro je Reifen... Kacke. Sorry. :(


    Der Wiederzulassung steht das alles aber morgen nicht im Weg, der fehlende TÜV Bericht wurde vom GTÜ direkt an die Zulassungsstelle gefaxt, coole Sache. :)


    Bei den Achsen hab ich mich heute mal ans abschmieren gemacht und musste dazu erst einmal die alten Flachkopfnippel gegen aktuelle tauschen. Dabei fiel mir auf, das Vorder und Hinterachse nicht identisch sind:


    Vorderachse:


    Hinterachse:


    Kein Typenschild weit und breit zu finden, jetzt wäre es schön, wenn jemand mit ähnlichen Achsen mal bei seinem Hänger genauer schaut, damit man so vielleicht noch heraus bekommt was es für welche sind. Auf jeden fall sind noch die alten 50mm breiten Wartburg Bremstrommeln verbaut.


    (Die Schmiernippel werden noch gegen besser passende gerade getauscht, aber so konnte erstmal frisches Fett in die Drehstablager.)

  • Bei einer Tonne zgg könnte man auf Trabanträder umrüsten, die haen ET35 und nicht ET45 wie Wartburg, sind zudem schmaler, machen aber die Spur etwas breiter

    „Die Zensur ist das lebendige Zeugnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.“

    (Johann Nestroy)


  • Hallo , zuviele Fakten auf eimal . Trotzdem :
    -Dr. Georgi hatte einen begnadeten Konstrukteur , ich glaube nicht das diese Fehl-Konstruktion von dort stammt : 320kg Leermasse um nur 680kg zu tragen ! Mein Leer-270kg-Trailer trägt 1080 kg , also zul. Gesamtgewicht 1350kg ; übrigens Einachser ;
    -Dr.Georgi-2to-Trailer hatten Rohrprofilrahmen , ich war damals mehrfach in der Firma in KMStadt , um über Rahmenkonstruktionen und Festigkeiten zu "tüfteln" ;
    _ Umbau auf Seilzugbremse : die Unterschiede der Bremsmimiken (Seilzug zu hydraulisch) an den Achsen sind bedeutend ; ein Zugdeichseltausch dagegen sollte nicht zwingend sein , das wäre auch der Gau , denn Zugdeichsel und Rahmen sind doch "eins" ;
    - meine "Nichtedelstahlseilzüge " haben Jahrzehnte auf dem Buckel , allerdings zwischendurch auch mal "durchgeölt" ;
    - ein Reifen muß nur 250 kg tragen : die kleinsten gehandelten 13-Zöller sind da schon zu groß ;
    - in Kleinstproduktions-Handarbeit zusammengeschraubte Anhänger egal ob aus Ost oder West können unmöglich gegen eine Groß-Serienproduktion bestehen , deshalb ist auch das Ende einer Firma ala Anhängerbau Dr. Georgi folgerichtig ;
    - ZSB bedeutet Zusammenbau -
    Gruß!
    Nachtrag : alles aus Erinnerung , ohne Nachrecherchen geschrieben , Besserwisserei erwünscht.


    -

  • Trabant hat wie Wartburg 4 x 160, das passt
    Wartburg: 4,5Jx13 ET45
    Trabant: 4Jx13 ET35

    „Die Zensur ist das lebendige Zeugnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.“

    (Johann Nestroy)


  • Die Achse war in der Form augenscheinlich am Wittenberger HP 500 verbaut....

  • Hallo Joachim,
    das hier ist die Nachfolgefirma (zumindest in der Betriebsstätte):
    http://web2.cylex.de/firma-hom…weisstechnik-9152573.html
    Vielleicht ist es möglich dort eine Auskunft zu bekommen.


    Wie immer: alle Angaben ohne Gewähr..............

    Dieses Dokument ist auf elektronischem Weg erstellt und ohne Unterschrift gültig.


    Wir die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben so viel mit so wenig so lange versucht daß wir jetzt qualifiziert genug sind fast alles mit nichts zu bewerkstelligen!

  • Was hat das bitte mit Fehlkonstruktion zu tun, bleib doch locker - hat ja auch keiner was von einer Super genialen Konstruktion geschrieben, oder?
    - wir wissen noch gar nicht welche Achsen nun tatsächlich drunter stecken (oder weißt du es? ich nicht) und 1987 musste her halten was greifbar war, oder nicht?
    - ich vermute die niedrige Nutzlast bzw. das auf 1000kg begrenzte Gesamtgewicht könnte auch dem Zugfahrzeug geschuldet sein (ich hab auch schon Anhänger abgelastet) denn wie viele Fahrzeuge durften denn zu DDR-Zeiten 1000 kg am Haken haben und wie viele sogar noch mehr? Da gabs sooo viele wohl nicht, wenn ich so die Liste der Zugfahrzeuge in Erinnerung habe. Die 680kg nehm ich noch nicht als das letzte Wort.
    - ob der von Georgi ist oder nicht ist mir persönlich Jacke wie Hose, da ich zu der Firma null Beziehung hab weil schlicht unbekannt für mich und wenn es ein Georgi wäre, wäre sicher auch ein Typenschild dran gewesen.
    - das der Trailer nicht gegen was aktuelles aus Alu besteht oder was aus dem gleichen Zeitalter aus den alten Bundesländern wo man Zugriff auf alles hatte was bezahlbar ist - ist doch klar


    Das mit der Seilzugbremse hab ich mir vorhin draußen auch noch mal angesehen und auch die hydraulische noch mal. Der Anhänger wird öfter laufen als mein Trabant, und dessen Bremse hat bei sträflich vernachlässigter Pflege (Wechselintervall) 12 Jahre ohne murren funktioniert. Das wird der Anhänger (hoffentlich) auch schaffen. :thumbup:


    Bei den Edelstahlseilzügen bin ich auch skeptisch - ich hab unsere immer mit nem zähen Stahlseilfett beschmiert und hab damit mehr als gute Standzeiten erzielt. Noch dazu ist so ein Stahlseil auch mal fix gewechselt. :thumbup:


    Die Reifenfrage ist geklärt - es werden 155/80R13 79T oder 83T drauf kommen, weils einfach ne Geldfrage ist im Vergleich zu den Diagonal-Schlappen. :thumbup:


    ZSB - Zusammenbau
    Ok, wieder was dazu gelernt, danke. :thumbup:


    Unter dem Strich soll er ab und an am T4 den Trabant tragen (und nicht umgekehrt :D;) ) und wie beschrieben Heu Rollen befördern. Dafür ist er mehr als gut genug für mich. Alles ok. :thumbsup:


    Edit:
    @Stubi
    Schau ich mir an - danke. :)


    @Mossi
    Hast du von dessen Achse zufällig Bilder, vom Wittenberger? Ich hab nur HP 500 mit anderen Achsen gefunden, aber unter "HP 500" lief ja auch so einiges.

  • Diese Art Drehstabachse gab es in verschiedenen Breiten,und mit unterschiedlichen Drehstäben.


    Wie Mossi schon richtig sagte,waren die verschiedenen Anhängertypen vom Anhängerbau
    Wittenberge allesamt mit Drehstabachsen dieser Bauart ausgestattet.
    Die Achsen selbst kamen aber von einem externen Hersteller.
    Wer der Hersteller war,ist mir leider entfallen - kann ich evtl. aber noch erfragen.
    Die Drehstabachsen hatten auch stets ein eigenes Typenschild.was aber meist nicht mehr
    vorhanden ist.
    Auch der WoWa " Bastei " hatte mMn. so eine Drehstabachse.


    Mir ist eigentlich nicht bekannt,dass es in der DDR einen offiziellen Hersteller für Trailer gegeben hätte.
    Somit habe ich in Deinem Fall sofort " Eigenbau " vermutet.

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  • Zusatzfrage:
    Wie verhält es sich bei der Zugvorrichtung mit dem rückwärts schieben? Ein Sperrhebel seh ich nicht, also nicht nötig oder fehlt da was? Die Zeichnungen die ich von der Intercamp oder Bastei Bremse gesehen habe, hatten alle eine komplett andere Zugvorrichtung dran - mit Sperrhebel für rückwärts schieben.


    Wer kann aufklären? ?(

  • Per Bolzen, durch das Loch im Zugrohr?

    Herr gib Regen und Sonnenschein, für Reuß - Greiz, Schleiz und Lobenstein,
    und woll'n die annern auch was haam, so soll'n 'se es dir selber saa'n!