Motor geht im Leerlauf aus

  • Hallo,


    ich habe seit der Rückfahrt vom ITT das Problem, dass der Motor im Stand Gas immer ausgeht.
    Eine Woche vor der Fahrt nach Zwickau wurde der Vergaser im Ultraschallbad ordentlich gereinigt. Nach dem Einbau wurde das Standgas vernünftig eigestellt und alles war gut. Wenn ich jetzt -seit dem der Motor im Standgas ausgeht- an der Leerlauschraube drehe tut sich garnichts mehr.
    Ob der Motor kalt oder warm ist, ist übrigens egal. Das Problem tritt immer auf. Der Vergaser ist ein 28H1-1.
    Woran könnte es liegen und was kann ich da machen?

  • Das einfachste wäre erstmal bei laufenden Motor Bremsreiniger an den Vergaserflansch zu sprühen. Wenn sich dann das Laufverhalten kurz ändert, ist er dort undicht und zieht Nebenluft.
    Oder nimmst halt den Vergaser ab, guckst ob die Flächen plan sind und baust in richtig wieder dran.


    Könnte auch Nebenluft von der Wellenabdichtung riemenseitig oder kupplungsseitig sein. Da bin ich mir aber nicht so sicher, da ich das selber noch nicht hatte.


    Läuft er über Standgas denn einigermaßen anständig?

  • Danke für die Antwort.
    Ja, über Standgas läuft er ganz normal. Er geht halt wirklich nur im Leerlauf aus, wenn ich nicht zusätzlich etwas Gas gebe oder, wenn ich im 4. Gang (Freilauf) rollen lasse. Während der Fahrt merkt man, dass er während des Schaltvorgangs fast ausgehen will - da ruckelt es immer einmal kurz, wenn ich wieder einkuppel, weil die Drehzahl da schon wieder so "abgerauscht" ist.

  • Vieleicht ist der Benziehnhahn undicht, dadurch ist meiner ständig im Leerlauf ausgegangen, bis ich den Wassersack verlohren hatte. Dan hab ich das Problem entdeckt.
    Braucht er mehrere Versuche um anzuspringen?

  • runa: Nein, er springt sofort beim ersten Mal an und der Benzinhahn ist dicht.


    @friesentrabi: Im Ratgeber Trabant stand drin, dass man an dieser Umgemischschraube die Leerlaufdrehzahl einstellen soll!? Aber vielleicht war das mit der Plombe das Problem.


    Habe eben mal geschaut und die Umgemischschraube war komplett eingedreht. Klar, dass er dann immer aus geht... Habe die Leerlaufdrehzahl dann einstellen wollen und gemerkt, dass die Schraube so gut wie keinen Widerstand hat und sich sofort wieder verstellen würde durch die Vibrationen des Motors. Habe mir jetzt mit einem Stück Draht eine Druckfeder zurecht gebogen, die genau über das Gewinde der Schraube passt. Durch den Druck der Feder kann sich die Schraube jetzt nicht mehr so leicht verstellen. Nun hoffe ich, dass das so auch hält.
    Vielen Dank für eure Tipps und Hinweise :-)


    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Oevi

  • O-Ring wechseln, schnellstens!

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Okay, wird gemacht ;-)
    Am Sonntag ist eine Ausfahrt geplant, bis dahin bekomme ich den Ring nicht mehr :-( Kann ich da auch erst so mitfahren (mit der Feder) oder ist das eher nicht zu empfehlen?

  • Erkläre mir bitte deinen Unterschied zwischen Leerlauf und Standgas?

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  • Da gibt es keinen Unterschied. Die Betonung lag auf ÜBER Standgas läuft er normal, nicht IM Standgas ;-)

  • Hallo Freunde.


    Hatte bei meiner 600, selber problem mit vergaser 2-3, da war wasser drin im tank, etwas vergassersprit drin und ich fuhr weiter.


    Beste wochenend grüsse


    Erling Dänemark.

  • Hast du vielleicht etwas Teflonband zur Hand, mit dem du den Schraubenkopf provisorisch etwas eindichten und schwergängiger machen könntest? Bei der Feder hätte ich Angst, daß ich mir damit das Gewinde im Druckguß versaue.

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  • Das Leerlaufprobleme vorwiegend im Sommer auftreten ist normal. Denn bei den momentanen Aussentemperaturen ist die Luftdichte recht gering und somit die Zylinderfuellung im Leerlauf noch schlechter, wie sonst. Und dass die BVF-Versager bezueglich der Leerlaufgemischbildung nicht gerade der Weissheit letzter Schluss sind, duerfte sich ebenfalls herumgesprochen haben.


    Hinzu kommt, dass viele verbaute H1-1 derart vergriesgnaddelt sind, das es schon wundert, wie die Fahrzeuge ueberhaupt laufen. Aber ein Trabimotor ist ja ein Vorbild in Sachen Toleranz und Weltoffenheit (hust).


    Mich wuerde es jedenfalls nicht wundern, wenn das Abdichten der UG-Schraube nicht den gewuenschten Erfolg bringt. Denn meist ist neben dem O-Ring noch mehr im Argen: Wellendichtring der Drosselklappenwelle undicht, Flansch verzogen, falsche Laenge des Verbindungsschlauches zwischen Kurbelkammer und Ansaugstutzen, O-Ring an der LG-Schraube verhaertet, LG-Duese zugegammelt, habe ich was vergessen?


    ALs "Bugfix" kann man das Leerlaufgemisch etwas fetter einstellen. Dazu die LG-Schraube ca. 1/4 bis 1/2 Umdrehung herausdrehen. Dennoch sollte der Versager eine gruendliche Ueberholung erfahren.