Mutter der Radnabe vorn fest

  • Moin,


    tja, ich hatte das Auto aufgebockt und die Räder abmontiert, um den Unterboden zu bearbeiten. Und ja, so richtig begeistert ist er wirklich nicht von meinem Trabanten. Aber da muss ich durch ;-) Ansonsten ist er schon ein kluger Kopf, nur muss immer alles nach eben diesem gehen...


    Ich habe gestern die Räder wieder montiert und werde es heute mal in diesem Zustand mit dem Ringschlüssel versuchen. Sollte das auch nicht klappen, bleibt wohl echt nichts weiter übrig, als die Mutter zu zerstören.


    gruß, Andreas

  • wenn die Räder nicht drauf waren, dann kannst du nicht genug Kraft aufbringen.


    ich habe mit folgender Methode bisher alle Achsmuttern geöffnet ( die nicht schon rund waren):


    Also Rad ist drauf und fest, Trabi steht auf dem Boden,


    mehrmals Kriechöl an die richtigen Stellen. Über Nacht einwirken lassen.


    Ringschlüssel, Nuss mit starrem Hebel direkt an der Nuss also ohne jegliche Verlängerung, am besten das 3/4 zollFormat.


    darauf langen Hebel (Rohr 2 Meter!)


    jemand setzt sich auf den Kotflügel


    vorsichtig federnd die Verlängerung nach OBEN anheben. Hebt der Trabi trotzdem aus und die Mutter löst sich nicht, dann alles ab, nur Mutter warmmachen und das ganze schnell noch mal.


    Wenn das dann immer noch nicht geht, was ich nicht glaube, dann aufbohren oder sprengen ...oder gucken, ob das nicht doch jemand verschweißt hat ;)

  • Danke für den Tipp. Ich versuche es mal mit der 2m Verlängerung. Hoffe nur, die anderen drei Räder machen nicht den gleichen Ärger.


    Gruß, Andreas

  • vorsichtig federnd die Verlängerung nach OBEN anheben. Hebt der Trabi trotzdem aus und die Mutter löst sich nicht,


    Beim ´´nach oben anheben´´
    wird das Rad aber entlastet und gerade zum durchdrehen neigen.


    Beim ´´nach oben anheben´´mit aufgestecktem Rohr, hat sich schon mancher, wenns´ dann geknallt hat und sich die Schraubverbindung gelöst hat, auch gleich noch ein-zwei Rippen gebrochen.
    Rohr immer nach unten drücken/drauftreten.
    Mfg H.

  • ich habs einfach nach oben gemacht, weil man


    1. bei 2 meter schnell auf dem Boden ist....


    2. das enorme Drehmoment gut dosieren kann.


    Wenn die kraftschlüssige Verbindung gegeben ist (also Schlüssel und Mutter in Ordnung sind) , kann nichts von der Mutter abrutschen. Ist mir nie passiert. Wie soll man sich da die Rippen brechen? Möchte wissen , was ihr treibt. Wenn ihr z.B. die Radmuttern festmacht, seid ihr da schon mal abgerutscht? So was kann nur passieren, wenn man mit "Piepen" arbeitet oder lustig auf dem Radmutternschlüssel rumspringt. ( oder eben Achsmutternschlüssel )


    Mit meiner Methode wird/kann so ein hohes Drehmoment bei wenigen Grad Bewegung übertragen, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder löst sich die Mutter oder irgendwas gibt nach....und das merkt man, oder sollte man merken.


    Das Hebelgesetz sollte allen bekannt sein, wenn ihr wollt könnt ihr ja mal kurz rechnen...


    ein normaler Schlüssel wird um die 30cm sein, wenn ich also dort ein Drehmoment von 200nm ( per Hand) anlege, habe ich bei 2metern ungefähr das 7fache.....1400nm


    ....jedoch nur wenig Bewegung und die sollte beherrschbar sein.

  • Daß man entspannter (und damit sicherer) arbeitet, weil man weniger Kraft braucht, seh ich ein aber wieso nur wenig Bewegung? Das versteh ich grad nicht. Der Drehwinkel zum Lösen der Mutter bleibt doch gleich, also wird bei längerem Hebel ein längerer Kreisbogen beschrieben.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Mann o Mann... mir scheint, die Hälfte hier sind Physik-Profs und der Rest Studniks im ersten Semester.
    Zum schrauben braucht man Werkzeug. Wer keines hat, besorgt sich erst welches und fängt dann an!
    Eine Achsmutter, die mit 200Nm oder mehr angezogen wurde, wollt Ihr mit einem Ringschlüssel lösen? Mit Hammer und Meißel? Da bekomme ich einen Herzkasper!
    Ein Gleitgriff für 3/4Zoll-Nüsse, sowie 32'er und 36'er Nuss kosten wenige Euro und braucht man immer wieder. Für den Notfall ein Stück Rohr zum Verlängern beim lösen und alles Muttern gehen unbeschädigt ab.

  • @Gunnar,
    Weil nun mal Lösen und Abschrauben 2 verschiedene Dinge sind . Man soll , wenn die Mutter gelöst ist, die 2 METER abmachen....aber zum Lösen braucht es nur wenige Grad.
    @V603
    Lesen.....


    Probiert.es.doch einfach mal....manchmal scheint es als wenn einige noch nie wirklich über nen Hebel nachgedacht haben.

  • V603 :top:

    Wenn die kraftschlüssige Verbindung gegeben ist (also Schlüssel und Mutter in Ordnung sind) , kann nichts von der Mutter abrutschen.



    ´´wenns´ dann geknallt hat und sich die Schraubverbindung gelöst hat,´´
    Sehr feste/zu feste Schraubverbindungen lösen sich doch oft mit einem heftigen Geräusch/Knall. Hat nichts mit abrutschen zu tun, hab ich auch nicht geschrieben.
    :schulterzuck:


    Wie soll man sich da die Rippen brechen? Möchte wissen , was ihr treibt. Wenn ihr z.B. die Radmuttern festmacht, seid ihr da schon mal abgerutscht?


    Geht nicht um das festmachen von Muttern sondern ums´ lösen von selbigen und nix mit abrutschen. :augendreh:
    Kraftfahrer steckt ein Rohr auf ein Radkreutz, um die Radmuttern von seinem LKW zu lösen. Zieht kräftig am Rohr, Mutter löst sich, haut sich das Rohr vor den Brustkorb, zwei Rippen gebrochen.
    Erst vor 3 Wochen ums Eck im Gewerbegebiet passiert.
    Ich bleib dabei,
    Rohr immer nach unten drücken/drauftreten.
    Mfg H.

  • von mir aus könnt ihr auch nach unten drücken, wegen der verschiedenen Drehrichtungen (Rad links oder rechts), ist das ja auch ohne weiteres sinnvoll. Ich hab die Verlängerung aber gern weit weg vom Lack, Wenn man mit kurzen Verlängerungen arbeitet, und das Abspringen da nun auch mal wahrscheinlicher ist, hat man dann schnell den Lack am Radlauf beschädigt.


    Und ja, wir reden von Drehmomenten welche nicht nur beim Lösen einer Mutter auftreten, sondern auch beim Anziehen wirken. Das ist dem Hebel egal.


    Über nichts anderes habe ich geschrieben.


    Trotzdem solltet ihr bedenken, dass die (längeren)Hebelgesetze auch in die andere Richtung wirken. Genau so, wie man weniger Kraft aufwenden muss, kommt bei einer spontanen Lösung der Mutter auch nicht so viel Kraft an der "Handseite" an. Es handelt sich bei dem Lösemoment nicht um einen Aktive spontane Kraftabgabe durch die Mutter, sondern um die eigene erzeugte nicht mehr benötigte Kraft, des eigenen Körpers....bei langem Hebel man sich keine Rippen brechen kann, weil die Kraft gar nicht ausreichen kann. ( es sei denn, man fliegt über die eigenen Schuhe) Noch dazu ist, wie bei dem Unfall mit dem Radkreuz, kein abgewinkelter Hebel, bei welchem Dreh- und Kippkräfte auftreten im Spiel. Die Kraft wirkt radial direkt auf die Mutter und nicht 20 bis 30 cm weg von der Mutter....


    Wer den kleinen Ruck nicht festhalten kann, muss eben ein zwei Butterbrote mehr essen.


    Ich habe meine Erfahrungen im Maschinenbau mit großen Verlängerungen gemacht . Und eigentlich nie schlechte. Aber jeder wie er Lust hat.


    Ihr könnt es akzeptieren, ausprobieren oder eben lassen. Viele Wege führen nach Rom.


    Jeder, der es mit der richtigen Gerätschaft probiert hat, wird verstehen was ich meine...


    ach was mir noch einfällt. Ich bin auch ein Freund von wenigen gut überlegten und gezielten Hammerschlägen....

  • Langer Hebel ist beim Lösen immer gut.


    Zum Anziehen reicht für die Achsmuttern der Baumarkt-Drehmomentschlüssel, wenn man nicht grade ein halbes Hemd ist.
    Die Lösemomente sind oft in ganz anderen Regionen.



    Gruß
    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Aaaahhhh, jetzt dämmerts mir, wie @Darkfish das mit dem "weniger Weg" gemeint hat.


    Die Drehwinkel zum Lösen der Mutter sind natürlich unabhängig vom verwendeten Hebel, aber:


    habe ich einen kurzen Hebel, muß ich mich wie ein Bulle dagegen stemmen und wenn die Mutter sich dann löst, kann ich nicht mehr rechtzeitig stoppen und mach gleich ne halbe Umdrehung (alternativ so weit, bis die Fingerknöchel irgendwo gegen schrammen).


    Beim langen Hebel kann ich die beginnende Bewegung besser abfangen, weil ich von Anfang an nur schwach gedrückt hab.


    Gemeint war mit Bewegung also nicht die Länge des Weges, den die Hand am Hebelende zurücklegt, sondern das Vermögen, die eigene Körperbewegung im Falle des plötzlichen Lösens der Mutter unter Kontrolle zu behalten.


    P.S.: nach u.a. 9 Semestern Physik glaube ich schon, daß ich prinzipiell genug über Hebel nachgedacht habe :thumbsup:

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    Edited once, last by Gunnar ().

  • Was für eine Diskusion, wegen einer Mutter :-D

  • Über Mütter lässt sich immer trefflich diskutieren.


    Gruß
    Benjamin

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  • Entweder löst sich die Mutter oder irgendwas gibt nach....und das merkt man, oder sollte man merken.


    Hallo,
    mein größtes Problem an der Sache war, dass das Rad einfach nicht zu halten war. Sollte man auch bedenken, dass das gar nicht so einfach geht. Da war nicht das Aufbringen der Kraft das Problem.


    LG
    Marius

  • Früher als ich auch noch diese Probleme hatte habe ich die Muttern auf die Radbolzen geschraubt und einen 4 kant Hebel als Stütze genommen. Hat immer funktioniert ohne die Radbolzen zu beschädigen. Heute würde ich aber einen Schlagschrauber vorziehen den es damals Anfang der 90er noch nicht so günstig gab.

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  • Also selbst mit einen einfachen Zugrigschlüssel, habe Ich bis jetzt jede Achszapfenmutter lose bekommen, selbst alleine ohne Helfer.


    Einfach Lenkung etwas nach links einschlagen wegen der Kotflügelkante, 1. Gang rein, Handbremse gezogen und wenn möglich noch ein Bremsschuh in Drehrichtung vors Rad, Schlüssel waggerecht linksseitig auf die Mutter und sich mal kurz wippend draufgestellt.


  • Nochmal: Da half auch kein noch so langer Hebel, der war groß genug. Damit wurde der Motor einfach nur über das Rad durchgedreht, Rad war natürlich auch blockiert. Weil ich schon öfters gelesen habe, dass Leute doch gefälligst VOR Radabbau die Mutter lösen sollten. Das geht eben auch nicht immer, es gibt halt doch fest und weniger fest. Siehe Beitrag von Fg601.


    Liebe Grüße und viel Erfolg
    Marius