Was kostet eine komplette Restauration?

  • Weiß jemand was eine komplette Trabant Restauration kostet? Mit lackieren, alle schrauben auf Edelstahl umrüsten, Rahmen Pulvern, Chrom Teile neu verchromten lassen?
    Würdet ihr den Motor und Getriebe von einen Profi regenerieren lassen?

    Zwei Kerzen gegen den Rest :raser:

    Einmal editiert, zuletzt von Robse ()

  • Hi,
    wenn man alles machen lässt kannst du je nach Aufwand der Karosseriearbeiten wahrscheinlich ne gute 5-stellige Summe bereithalten.
    Den Motor würde ich immer von jemandem bauen lassen der es kann, mir wäre das Lehrgeld zu viel um es selbst zu probieren. Zumal, was spart man denn da, wenns hoch kommt 200€?

    Matt ist das neue Hochglanz
    Zwei Zylinder, zwei Takte und ein Mikuni: da geht was! :thumbsup:

  • Zitat

    alle schrauben auf Edelstahl umrüsten


    Vergiss das mal schnell wieder und informiere dich vorher über die erreichbare Festigkeit und Kontaktkorrosion.


    Wenn du heutzutage mit einer Restauration vorne mit dabei sein willst, müssen auch die Schraubenköpfe (Herstellerprägung, Schlüsselweite und "Prägeart" stimmen <-- zuletzt wurde die Prägung im Kopf immer tiefer, wohl um Material zu sparen).


    Viele sind sogar so genau, dass die Jahreszahlen in Guss, Plasteteilen, Felgen etc. stimmen muss.

  • Zitat

    ne gute 5-stellige Summe


    Nun, welche 5-stellige ist ne gute, welche ne schlechte? :D


    Fakt ist, das es wohl nicht 4 stellig zu machen ist. Und: je älter das Fahrzeug ist und so originaler es werden soll, um so höher wird der Preis...


    Nur mal als Vergleich: Die Reparaturkosten für Wünsch seinen Unfall sind schon über 7000€. Da ist aber die Technik erst 12 Tage alt...

    Wenn ich einen See seh, brauch ich kein Meer mehr. :winker:

  • Rechne mal, selbst wenn du fast alles Selbst machen kannst mit einem hohen 4 Stelligen Betrag nur für Material


    ABER:


    Du darfst auf keinen Fall alles auf Edelstahl tauschen! Edelstahl hat andere Festigkeitsklassen, da reißt dir schneller eine Schraube als dir lieb ist!

  • hallo @ robse,
    von welchem Fahrzeug willst du eigentlich ausgehen?
    Wenn du wirklich nen Trabant "restaurieren" willst, sind die Teile, die du als Rahmen bezeichnen würdest wirklich an ein paar Fingern abzuzählen. Die Orginalteile waren lackiert, pulvern willst du ja nur, weils günstiger ist, ob das dann "Restaurieren" ist, muss der entscheiden, der das Fahrzeug später vorfindet.Warum und weshalb sollen denn Edelstahlschrauben verbaut werden ? Willst du die Berechnung der Konstruktion neu machen?
    Chromteile waren nur (ich glaube) Sonderwunsch oder mehr, und der Anteil der Teile ist Überschaubar. Der DDR Chrom war ALU "poliert", wie willst du denn damit umgehen?
    Also schreib erst mal was werden soll. Die Summe ist sowieso ohne " Eigenanteil" nach oben offen
    Macha

  • Chromteile waren nur (ich glaube) Sonderwunsch oder mehr, und der Anteil der Teile ist Überschaubar. Der DDR Chrom war ALU "poliert", wie willst du denn damit umgehen?


    Stimmt beides nicht so ganz...
    Der einzige Chrom, den es beim Trabant 601 ab Werk gab, waren die Stoßstagen beim 601 de luxe bzw. 601S de luxe. Ausnahmen bestätigen die Regel - es gab vereinzelt auch mal einen Sonderwunsch damit.
    Alles andere verchromte Trabantzeugs (Lampenringe, Rückleuchten usw.) war nur Zubehör aus dem Laden.


    Türgriffe und Radkappen gab es in gleicher Bauart sowohl in Alu als auch in Stahl verchromt - aber beim Trabant wurde ab Werk nur Alu verbaut. Die Chromvarianten waren dem Wartburg 353 vorbehalten.


    Ansonsten :
    Die Eingangsfrage kann man so pauschal nicht beantworten, weil das alles abhängig ist vom Zustand und von Baujahr des Fahrzeuges sowie von der individuellen Zielstellung.


    Bei einem frühen 601 ist das ggf. ganz anders als bei einem späten. Bei einer originalgetreuen Restaurierung ist es etwas ganz anderes als bei einfacher "Wiederflottmachung".
    Aber falls Dir ein gewerblicher Anbieter sowas als Paketleistung für 5000€ oder noch weniger anbietet, kannst Du getrost von Betrug und/oder von Pfusch ausgehen. Ganz sicher. ;)


    Realistisch bei komplettem Fremdauftrag sind 10.000€ und mehr - incl. Mehrwertsteuer, also legal und ohne Schwarzarbeit.

  • Ich habe zwei Sonderwunsch, der eine von 89, den fahre ich momentan(Profilbild) und von 85. Ich will ihn nicht so restaurieren das er wie vom Werk ist sondern, und das ist mir besonders wichtig, wetterbeständig, deshalb dachte ich an Edelstahl und Pulvern will ich den Rahmen,Felgen und Teile die oft rosten. Ich will ihn aber so weit wie möglich Original belassen, also auch keine alten Türgriffe oder so was. Das einzige was ich grob verändern will, und was nicht passt, ist die Farbe( Panama und Weiß) und eine Trabitronik.
    Selber machen kann ich alles außer lackieren, verchromen und den Motor. sandstrahlen, schweißen kann ich.

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  • Ganz einfach, unter 10T wird's einfach nicht. Rechne mal mit 15T je nach grundzustand der Karosse, Anbaureile und Innenausstattung.
    Damit dürfte man gut hinkommen wenn man viel machen lässt.

  • Die Frage wird man nie individuell beantworten können. Jeder hat andere Vorstellungen von einer Restauration und jeder hat auch andere Möglichkeiten des Selbermachens und bei der Fremdvergabe.


    Die Frage müßte eher lauten, was hab ihr so bei euren ("Richtigen") Restaurationen ausgegeben.


    Ich habe gerade meinen Kübel fertig. Mein Vorteil, ich kann auch so gut wie alles allein machen, außer Galvanik, Pulvern, Lackieren und Komplettsandstrahlen.


    Ein weiterer Vorteil, ich habe ein über gut 20 Jahre angesammeltes gut gefülltes Teillager und müßte dennoch hier und da etwas dazukaufen. Das war aber nur dem Anspruch geschuldet, dass ich nur neue Teile verbauen wollte. Im Normalfall kann man vieles aufarbeiten bzw. regenerieren.


    Grundsätzlich ist der kostenintensivste Posten die Lackierung. Und genau wenn die geschafft ist, dann ist man meiner Ansicht nach über den Berg. Da fängt es dann auch an richtig Spaß zu machen, wenn man Stück für Stück sehen kann wie wieder ein Auto daraus wird. Bei mir zog sich das gut 3 Jahre hin bis der Lack drauf war. Danach waren es nur gut 3 Wochen bis er über die Abnahme gerollt ist.


    Fazit ist: Zuallerst mußt du dir genau überlegen, was will ich haben und wie weit will ich es treiben.


    Eine gute halbwegs vernüftige Restauration hat in etwa folgenden Ablauf:


    -Fahrzeug vollständig zerlegen inklusive aller Pappteile demontieren bis nur noch die Rohkarosse steht
    -Schrauben und andere Stahlanbauteile sammeln und in die Galvanik zum verzinken geben (bei älteren Baujahren eher schwarzchromatieren bzw. brünieren)
    -Karosse schweißen und entlacken (per Hand oder sandstrahlen)
    -Unterboden versiegeln durch grundieren, lackieren, U-Schutz
    -restliche Karosse grundieren und die später verdeckten Blechpartitionen lackieren (z.B. unter den Kotflügeln, Dachinnenrahmen usw.
    -Karosse mit Pappteilen kompletieren und lackieren
    -alle Anbauteile aufarbeiten bzw. durch neue Teile ersetzen
    -Karosse konservieren (wobei man das auch im Anschluss machen kann, was aber wieder eine Teildemontage bedeutet)
    -Fahrzeug wieder zusammenbauen


    Du kannst dir nun selber aussuchen wie weit du gehst und dir Gedanken machen wo du was allein machst und was du fremvergeben mußt, sowie was muß ich an Teilen dazukaufen.
    Am Ende können da 5000€ oder auch 15000€ stehen.


    Ich konnte bei meinem Kübel deutlich unter 5000€ bleiben. Aber auch nur, weil ich das gut gefüllte Lager habe und teure Posten wie z.B. die Lackiererei zwar in einem Fachbetrieb, aber von einem einem dort Beschäftigten nach Feierabend am WE machen lassen konnte (und weil beim Kübel nicht soviel an Anbauteilen zum Lacken ist.....Türen, Kofferklappe Innenraum etc. pp). Im Ergebnis war die Lackierung für einen dreistelligen Betrag fertig.

  • Mein 66er-Kombi-Projekt hat mich gestreckt über etwa 7 Jahre (Kauf bis Wiederzulassung 2005-2012) alles in allem um die 8000€ gekostet.


    Fremdauftrag war "nur" das Blech (davon aber jede Menge), Alu-Polierarbeiten, Strahlarbeiten und Kaufteile wie regenerierte Kurbelwelle, Kurbelgehäuse schleifen, Pulverbeschichtung von Fahrwerksteilen usw. - eben Dinge, die man auch in besser ausgestatteten Hobbywerkstätten nicht unbedingt selber machen kann.
    Vorteil: dank guter Vernetzung fielen beim Lackieren nur Materialkosten und Kabinennutzungsgebühr an. Aber auch das Material für den Komplettlack schlug mit etwa 1000€ zu Buche.
    Dazu einige Kaufteile, weil das Lager vorrangig mit Zeug aus den 80er Jahren gefüllt ist und man für originalgetreues Arbeiten manchmal eben irgendwas braucht, was an den frühen Baujahren noch ganz anders war.


    Im Ergebnis liegt der Marktwert laut Gutachten etwa 2000€ unter der investierten Summe und der Wiederherstellungswert knapp beim doppelten.

  • Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, eine Restaurierung ist sehr individuell. Zum einen hat jeder hat andere Vorstellungen, wie das Ergenis sein soll, dann ist natürlich der Urzustand des Objektes ausschlaggebend, und dann die Eigenleistung die Kosten senken kann. Wichtig ist als erstes eine Werkstatt oder Halle/Garage, die einem sicher ist. Denn nix ist schlimmer als mitten in der Restaurierung mit dem ganzen Geraffel umzuziehen. Da geht hier und da was verloren oder man verliert die Lust und den Überblick, wo welche Teile hin sind.


    Ich habe als erstes die Pappen angenommen, damit man das Ausmaß der Arbeiten sehen kann und wo es noch versteckte Stellen gibt, die man im Vorfeld nicht erkennen konnte. Und auch mir als KFZ Sachverständiger passiert es, dass Stellen im Vorfeld nicht erkannt werden.


    Da die Frage schon älter ist, hast du denn schon angefangen, oder ist das Thema vom Tisch?


    Weiterhin ist die Frage, was stellst du dir unter einer Restaurierung vor? Wie soll das Ergebnis sein? Ein Nutzbares Fahrzeug, mit guter Substanz und Zeitgenössisch aufgebaut? Oder eine sterile "besser als Neu Restaurierung"? Gerade die besser als neu ist seit einigen Jahren nicht mehr so gefragt, ein Fahrzeug darf man sein alter ansehen. Wobei gerade beim Trabant es oft heißt der hat einen guten Zustand, ist aber nichts wert, weil er hier und da Spuren seines Lebens zeigt. Daher ist der Grad zwischen Pfusch und Überrestaurierung oft sehr schmal. Aber dies ändert sich im Bewusstsein der Oldtimerliebhaber zur Zeit.


    Ralph

    wenn's gekracht hat.... RS Sachverständigenbüro Göttingen


    ...wir bringen ihr Auto ins rollen... RS Automobile Göttingen

  • Der 85ziger ist vom Tisch, dafür aber ein neuer, 89.
    Wie soll es sein, ja am liebsten eine besser als neu den ich nur manchmal bewege, habe ja noch ein Alltagstrabi. Problem, bin noch in der Lehre und da wird das eher nichts. Also eher ein Zustand, besser als nur gut aber auch nicht neu. Meine Tabis die ich jetzt habe sind alle so goldene Mitte...