so durch den Tüv?

  • @Mario-P50K :
    Es gibt mit Sicherheit Leute, die nichts von der Materie verstehen. Wenn diejenigen dann auch noch Trabant fahren, sollten sie zumindest bereit sein, von der Materie ein wenig dazu zu lernen und ein paar Tips von erfahrenen Leuten anzunehmen. Denn sonst fahren sie ganz einfach das falsche Auto. Früher oder später kommt der Moment, andem auch ein Null-Ahnung-Haber mal Hand an seinen eigenen Trabant legen muss.

  • Also wieso Fragen, wie kann Ich was machen, wenn man jeden Vorschlag kritisiert sollte man lieber sein Auto gleich zur Werkstatt bringen, viel sinnloses Geld rauswerfen und am Ende noch immer nix von der Materie verstehen

    Wer hier wen kritisiert, das ist die Frage. Wenn ich ein Beispiel Tüv-konformer Schweißarbeit präsentiere und alle hacken nur drauf rum, was das für ein Pfusch sei. :whistling:
    Wen ich mir selber Ahlen kaufe, damit nicht umgehen kann und mir meine Buchsen zermehre, dann ist DAS rausgeschmissenes Geld.


    @Chris79:
    Na zum Glück bin ich kein Null-Ahnung-Haber. Jeder hat mal klein angefangen.

    Edited once, last by Der_Ingenieur ().

  • Genau das ist es ja, wenn man aber an jeden gut gemeinten Tip gleich rumnörgelt, bei Sachen von denen man selber scheinbar nicht die Ahnung hat und sich dann nur auf 30 Jahre alte "Fachliteratur" beruft, aber egal, muss man scheinbar noch mehr abwägen, wen man bei was unterstützen möchte, oder wer am besten mit seinen Fahrzeug in einer Werkstatt aufgehoben ist.


    Ich schraube jetzt auch schon seit über 24 Jahren und musste auch einiges lernen, Ich hatte damals nicht das Glück eine Frage im Forum stellen zu können, wo man mir schnell und unkompliziert geholfen hat.


    @Der_Ingenieur, wenn du dir die Buchsen zermehrst ist das kein rausgeschmissenes Geld, sondern du lernst daraus, wie man es besser macht und hier haben mit sicherheit schon viele Lehrgeld bezahlt, auch Ich.


    Zu deiner TÜV-konformen Schweißarbeit, wenn die so wie im Video aussehen soll, na dann alle Achtung und zu deiner Lochschweißung, es hat keiner auf dich rumgehackt, es wurden die Ratschläge gegeben von mehreren Leuten, die gesagt haben wie es eigentlich sinnvoller ist und glaube mir, diese Leute und Ich auch, haben genügend Fahrzeuge geschweißt und ohne Anstand durch den Tüv gebracht.

  • @Ingenieur:
    So kann man es sich natürlich auch hindrehen... Nochwas zur Schweißarbeit: TÜv-Konformes Schweissen ist meistens Murks. Erstens weil es schnell gehen muss und zweitens weil es für den Kunden billig sein soll. Mit Restaurieren hat das absolut nichts zu tun, das sind zweierlei Dinge.

    Edited once, last by Chris79 ().

  • Man muss nicht alles haben, aber wenn ich was nicht habe oder nur als Hobbybastler agiere, greife ich lieber auf die Profis zurück. Das ist nur Murks. Und was Murks bedeutet, hat Vater an einigen Projekten schon kennengelernt. Dass dann wieder richtig zu biegen und zu retten ist aufwändiger als wenn man es gleich richtig anstellt.


    Bsp.: P70: Den Vorbau haben sie laienhaft entzogen. Nun gammelte es und es jetzt zu retten ohne Maße - sehr aufwändig.


    P70 - 2: Das Heck wurde mit Blechen und Kleber gerettet, aber dafür aufwändige Maßnnahme vor Deomontage - dank top Stellmacher und einem KfZ Schlosser aus DDR Zeiten grade noch rettbar ...


    Mir kommt bei solchen gefrieckel immer nur das Kotzen. Ich kann auch nicht alles, aber ich lasse es dann die Profis machen.

  • Unterboden sieht man nicht. Für mich ist so ne nietähnliche Verbindung optimal - geht schnell und hält, es verzieht sich nix und abgedichtet wird eh. Aber ich seh schon, mein Bekannter wird die Azetylenflasche rankarren und dann wird's autogen schön verzogen. :D Theorie und Praxis...

  • Niete doch einfach ein Blech über den gammel drüber wenn mans "eh nicht sieht" :whistling: . Dann noch 1-2cm dick UBS und man sieht sowieso von gar nichts mehr was. :S

    Biete feines Glasperlstrahlen. Zylinderköpfe, Riemenscheiben, Vergaser, Schrauben etc.
    Bei Interesse bitte PN.

    Edited once, last by Tüftel ().

  • Aus den Augen - aus dem Sinn. Bravo Tüftel :thumbsup:


    Ich glaube es lohnt sich nicht.....und Tschüss.

  • Oder besser: Murks bleibt Murks. Manche müssen erst aus Murks lernen und wenn es beim Crash ist und dann heißt: Wer hat das denn geschweißt ...

  • Von den Paar Achsen die ich je ausgebuchst habe,
    hab ich keine noch ein zweites mal neu machen müssen.
    Deshalb würde ich eher zur Anschaffung einer vernünftigen Fettpresse, (wenn noch nicht vorhanden),
    als zweier verst.Reibahlen raten.
    Such dir jemanden, der dir die Achsschenkel neu ausbuchst und dann, regelmäßiges Abschmieren nicht vergessen.
    In diesem Sinne :prost: GUTEN RUTSCH!

  • So, habe lange gehadert, hierzu etwas zu schreiben, aber es geht nicht anders...
    Das Gerede von "30 Jahre alter Literatur" kann man, sofern diese Aussage von Leuten kommt, denen ich aufgrund langjähriger Forumsmitgliedschaft ganz einfach diesbezügl. Sachkenntnis unterstellen muss, nicht wirklich ernstnehmen (gaanz vorsichtig formuliert), denn..


    ...besagtes Buch beschreibt nichts anderes, als was unter wissenschaftlich gesicherten Festigkeitsaspekten als einzig zu tolerierende Instandsetzungsoption bei einer selbsttragenden Karosserie in Frage kommt. Mithin die gleiche Methode, die -bis auf wenige ganz geringfügige Ausnahmen- eben auch bei der Produktion angewandt wird, nämlich das Zusammennfügen vorgeformter Bleche mittels Punktschweißung. Nur bei dieser Methode, und eben nur so, ist im Reparaturfall davon auszugehen, dass der instandgesetzte Bereich hinsichtlich der technischen Parameter (Stichwort "freies Verwölben") dem Werksprodukt annähernd entspricht. Das war vor 50 und vor 30 Jahren so, ist heute so und wird sich, gleiche Produktionsmethode beim Bau einer selbsttragenden Karosserie vorausgesetzt, auch in 20 Jahren nicht geändert haben.


    ... so, und jetzt kommen wir als Fahrzeugliebhaber unseres alten Schmückstücks ins Spiel, welche z. B. einen Schweller zu schweißen haben. Uns wir sehen natürlich, dass eine durchgeschweißte Naht unserem Anliegen, ein Eindringen von Feuchtigkeit im Reparaturbereich zu verhindern, eigentlich viel eher entspricht als eine wie auch immer nachträglich abgedichtete Punktnaht. Deswegen schweißen wir (inkl. meiner Person (!)) durch. Trotzdem sollte man sich, o. a. Sachkenntnis vorausgesetzt, darüber im Klaren sein, dass werksvorgegebene Parameter in Bezug auf Festigkeit nicht mehr annähernd an der Reparaturstelle vorhanden sein können. Uns stört es aber nicht, da wir ja nicht das ganze Auto in dieser Weise instandsetzen, sondern i. d. Regel nur Teilbereiche. Uns außerdem ist uns, wie gesagt, die Dichtigkeit lieber. Aus Sicht eines Ingenieurs/Statikers, und darüber darf es keinen Zweifel geben, ist es jedoch eine unzulängliche Reparatur, um nicht zu sagen Pfusch, welcher im Extrem(Crash-)fall, falls man z. B. ein komplettes Auto mit durchgeschweißten Nähten zusammenfügen würde, unweigerlich zu sicherheitsrelevanten Festigkeitsverlusten führen würde (durch entspr. durchgeführte Versuchsreihen belegbar!) . Und dabei halten wir doch die allein festigkeitsgewährende Methode der Punktschweißung genau dafür (für Pfusch) und verkennen dabei, dass jedes selbsttragende Kfz ab Werk eben genau so zusammen"gepfuscht" wurde und der Hersteller bei der Reparatur -zu Recht- auf dem gleichen Verfahren besteht. Insoweit stehen wir immer vor einem -eigentlich unlösbaren- Zielkonflikt, den jeder für sich gewichten muss.
    Guten Rutsch!
    Gruß Lutz

    Jawohl, Sie haben richtig gehört! Wir machen Hausbesuche! Selbstverständlich ohne langwierige vorherige Terminabsprache! Wir kommen auch zu Ihnen! Stets zu Diensten...Ihre Steuerfahndung! :grinsi:

  • @Hycomatheizer Unter diesem Aspekt - danke ... aber wie du sagtest: andere Aspekte sprechen auch dagegen.

  • @Hycomatheizer, dazu muss Ich aber sagen, das hier die Rede von "Lochschweißung" war die mit der Festigkeit von Industrieller "Punktschweißung" nicht viel gemeinsam hat.


    Der Vorteil der Lochschweißung liegt größtenteils darin, Schneller, einfacher und kaum Materialverzug durch geringere Wärmeeinbringung in das Material.

  • @Mario
    lt. Herstellerrichtlinien, welche von den Prüforganisationen übernommen wurden, erfüllen diese lochpunktgeschweißten Bleche (sofern sie nach eben diesen Richtlinien, was Punktgröße und Punktabstand betrifft, verarbeitet wurden) aber genau die Festigkeits- u. Elastizitätsvoraussetzungen, welche durch die Punktschweißung im Werk vorgegeben wurden ("freies Verwölben"). Man muss kein Metallurg mit Doktortitel sein, um zu erkennen, dass genau dieses Ziel durch durchgeschweißte Nähte komplett zunichte gemacht wird.
    Kurz OT: Es war so um ca. 1988, meine damalige Lebenspartnerin (und heutige Ehefrau) hatte einen Renault 14, welcher der hinteren Radkästen korrosionsbedingt nahezu komplett verlustig gegangen war. So fertigte ich Rep.-bleche an und schweißte sie -na klar!- stumpf mit durchgehender Naht ein. Bei der anstehenden HU sah das der Tüv natürlich sofort. Der Prüfingenieur nahm mich daraufhin zu Seite und bat mich in sein Kabuff. Er schmiss sei Videogerät (Bandnorm Betamax (!)) an , erzählte von einer kürzlich erhaltenen Schulung zu Reparaturschweißungen und startete das in diesem Zusammenhang als Lehrmaterial erhaltene Video. Da wurde demonstriert, wie ein mit durchgeschweißter Schutzgasnaht geschweißter Golf II im Vergleich mit einem gleichen punktgeschweißten Fahrzeug gecrasht wurde. Das Ergebnis war ernüchternd: Im Gegensatz zum punktgeschweißten Kfz fiel der Vorbau des durchgeschweißten Golfs wie ein Kartenhaus zusammen! Bemerkenswert war, dass die durchgezogenen Nähte komplett, quasi "als ganzes" aus den Blechen herausgebrochen waren. Mit denen (nur mit den Schweißnähten!!!) hätte man Degenfechten können! Dies nur zur Untermauerung meines vorhin gesagtem...
    Meine Plakette hatte ich aber trotzdem (ausnahmsweise?) bekommen...


    Gruß und immer noch Guten Rutsch!
    Lutz

    Jawohl, Sie haben richtig gehört! Wir machen Hausbesuche! Selbstverständlich ohne langwierige vorherige Terminabsprache! Wir kommen auch zu Ihnen! Stets zu Diensten...Ihre Steuerfahndung! :grinsi:

  • @Hycomatheizer naja so was musste man haben um es den Älteren mal zu zeigen. Ich war ja tw. unwissend. Habe nur das Lachen gesehen usw.


    Aber bis jetzt hat Vater am Trabant nichts geschweißt. ein kleines Loch am Schweller, aber das hat er ja zugezinnt. Beim P70 ist es Stellmacherarbeit gewesen und beim Krad am Rahmen da geht es nicht anders als durchgehend Streben zu ersetzen oder den Lenkanschlag anzuschweißen. Bei Seitendeckeln aus ALU muss man auch durchgehen sonst kömmt Öl ja durch...


    Ach gesundes neues Jahr

  • Hycomatheizer:
    Danke für die interessanten ausführlichen Infos. Ich hoffe, damit wird einigen klar, welche Auswirkungen unzulässige Schweißverbindungen haben können.


    Das Tüv-Buch kann sich jeder anschauen, dazu einfach bei Google nach
    korrosionsreparaturen an pkw pdf
    suchen.

    Edited once, last by Der_Ingenieur ().

  • "Danke für die interessanten ausführlichen Infos. Ich hoffe, damit wird einigen klar, welche Auswirkungen unzulässige Schweißverbindungen haben können."


    Das ist mir bewußt. Aber warum wird in dem Video dann derart popelig ein Außenschweller zusammengeklebt??? Genau dort wäre eine vernünftige Veschweißung wichtig ! Aber an deiner Stelle des Geweihs vollkommen! unwichtig. Das ist nicht weniger stabil als gepunktet. Belastungs-/Kraftverläufe im Blech bewußt machen. Natürlich verpunkte ich komplette! Blechteile wie ab Werk, und verschweiße die nicht durchgängig, das wäre ja auch quatsch. Und das meint Lutz sicherlich auch.


    Aber gut. Du hast gefragt, hast Antworten bekommen und schießt sie in den Wind.
    Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, daß meine so geschweißten Autos instabiler sind als deins. Die haben keine Löcher im Geweih. :P

  • Also Ich bin hier aus dem Thema raus...


    Aber trotzdem allen ein gesundes neues Jahr...

  • Aber warum wird in dem Video dann derart popelig ein Außenschweller zusammengeklebt??? Genau dort wäre eine vernünftige Veschweißung wichtig ! Aber an deiner Stelle des Geweihs vollkommen! unwichtig. Das ist nicht weniger stabil als gepunktet. Belastungs-/Kraftverläufe im Blech bewußt machen. Natürlich verpunkte ich komplette! Blechteile wie ab Werk, und verschweiße die nicht durchgängig, das wäre ja auch quatsch. Und das meint Lutz sicherlich auch.

    Das Video habe nicht ich eingestellt. Finde es natürlich auch totaler Pfusch.


    Das Geweih ist jedenfalls tragendes Element, wie auch jedes andere Teil der selbsttragenden Karosse. Ich würde also nicht behaupten, diese oder jene Stelle ist unwichtig oder muß keine Kräfte aufnehmen. Spätestens beim Unfall wird sich zeigen, wie sich die Schweißverbindung tatsächlich verhält.