Unwissende Frage zur fehlenden Leistung

  • Hallo ins Forum,


    ich habe meinen 72er nach langer Zeit (alles in allem wohl über 15 Jahre - lange Geschichte) gestartet. Da der Vergaser abgeklemmt war vom Vorbesitzer, sprang der Wagen ohne weiteres an. Nur beim Auffahren auf Terrassenplatten (damit der Wagen nicht wieder einsinkt) hatte ich das Gefühl als tut sich das alte Mädchen mächtig schwer. Mein Grundgedanke war hierbei wohl weniger die mangelnde Kompression - wie gesagt - angesprungen ist der Wagen superschnell und läuft auch im Stand sehr ruhig - nur mit der Leistung - nun ja.


    Nun meine Frage ins Forum - liege ich richtig damit, daß wohl der Auspuff derjenige ist der mir die Leistung diebt, oder gibt es da noch weitere Verdächtige ?


    Allerdings habe ich da noch ein weiteres Anliegen an die Spezialisten hier: Der Wagen ist derzeit - nenne ich es mal himmelblau - ursprünglich muß es wohl mal pastellblau gewesen sein mit einem weißen Dach. Gab es diese Farbkombination beim 72er und wenn ja welche Farben waren es. Ich möchte den Wagen bis zum 16.06.14 fertig haben und bin da über jeden Tipp dankbar.


    Gruß vom Rheinkilometer 543


    heiko_p

  • Da ich den Wagen bei mir auf dem Hof fahren kann, sollten die Bremsen frei sein. Mehr als schwergängig können sie nicht sein. Mir fiel dabei eben nur auf, daß das Überwinden eine Steigung von 5 cm - eben auf die Terrassenplatten mit allen 4 Rädern zu fahren - für den Wagen fühlbar so schwer war.

  • Das hat damit nichts zu tun.
    War bei mir genauso. Schon als ich ihn raus geschoben habe aus der Scheune ging er schwer.
    Dann nach dem Starten habe ich ihn auf unsere Hebebühne gefahren. Mit Müh und Not kam er da rauf. (man muss dazu sagen: Alte DDR-Scheren Bühne)
    RBZ wechseln, gegebenfalls die Beläge (wobei nach 15 Jahren würde ich die auf jeden Fall wechseln)
    Bremsen entlüften und schon rollte er wie nie zuvor.


    Wenn er nicht genug Leistung hätte würde man das beim Auspuff hören, beim Motor allgemein schon beim Starten hören bzw. beim Gas geben.


    Edit sagt: Ich würde an deiner Stelle den Kleinen mal jeweils links und rechts aufbocken und an den Rädern drehen. Wenn es nur mit viel Kraftaufwand geht hast du schon des Rätsels Lösung: Bremsen

  • Luft in den Reifen ?

    Gruß Guido
    Stattlicher Satzverständiger für sprachliche Irritationen------------------------------------------------------------------------------- Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.
    Mercedes Achtzylinder V8 500SEC Coupe--
    Duo Dreirad--Ford Explorer-- Materia--
    Microcar Lyra Bj 1999 Lombardini-Diesel 500ccm,Ligier Ambra Diesel in Restauration,
    Trabant Universal Bj 1983 12Volt Drehstrom-Lima
    Velomobil go-one2

  • Danke @ Benziner95 - ich werde mich mal um die Bremsen kümmern - wollte ich ohnehin, weil ich mit dem Auto heiraten will und es auch regelmäßig dann fahren will.

  • Am Rande.. auch Bremsschläuche können zuquellen. Das sieht man von außen nicht. Die lassen dann den Bremsdruck allenfalls nur noch langsam absinken, wenn überhaupt. Die würde ich sowieso bei jedem 15-Jahre-Stehzeug wechseln.

    Gruß Guido
    Stattlicher Satzverständiger für sprachliche Irritationen------------------------------------------------------------------------------- Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.
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    Trabant Universal Bj 1983 12Volt Drehstrom-Lima
    Velomobil go-one2

  • Danke guidolenz123 - sicherlich werde ich auch die Bremsschläuche tauschen, wie bereits geschrieben werde ich den Wagen dann auch regelmäßig fahren. Grundsätzlich habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, zuerst mich schlau machen und dann erst loslegen, denn es ist immer schnell kaputtrepariert. Mir geht es bei meinen Fragen hier einfach darum, daß ich nicht die Fehler, die andere bereits bei ähnlichen Problemen gemacht haben, ein zweites Mal mache. Schließlich ist WIssen etwas, was sich verdoppelt wenn man es teilt.

  • Vielleicht läuft der auch einfach nur auf einen Topf. Da zieht man nicht mal die Wurst vom Brot.

    Hilfe mein Trabi läuft seit Monaten zuverlässig und störungsfrei. Was tun?

  • Danke @ TrabiJens - ich werde wohl doch mal die Kompression messen und mir die Kontakte und die Kerzen ansehen.


    Danke @ guidolenz123 - das mit den Bremsschläuchen macht im nachhinein betrachtet Sinn, da der Wagen, wenn ich ihn etwas mit laufendem Motor habe mit gezogener Handbremse stehen lassen, danach recht leicht fuhr, aber beim rangieren und öfterem Bremse treten danach recht viel Gas beanspruchte. Klar ist, daß ich die komplette Bremsanlage überhole/austausche und auch sonst lieber ein Teil mehr austausche als eines zuwenig.


    Nochmal danke und Gruß vom Rheinkilometer 543


    Heiko

  • Was deine anfängliche Frage angeht: Ja, die Abgasanlage kann für spürbaren Leistungsverlust verantwortlich sein. Wenn es sich aber schon beim Befahren des Hofes bemerkbar macht, müsste schon ne Kartoffel im Auspuff stecken... oder ne tote Ratte, was nicht undenkbar ist.


    Meiner Meinung nach sollte man einen Motor und die ganze zugehörige Technik wie Abgasanlage oder Kraftstoffsystem nach so langer Standzeit sowieso erst einmal gründlich überholen, bevor man ihn anlässt. Das Jucken in den Fingern bei solchen Aktionen ist sicher jedem bekannt dennoch ärgert man sich später unter Umständen, wenn man dadurch etwas beschädigt hat.

  • Danke @ Helmchen, aber das mit dem toten Tier oder ähnlichem könnte schon sein, denn es roch dann doch sehr komisch nach, als ich den Wagen danach abgestellt hatte, um genauer zu sein es stank nach altem Fett oder totem Tier, irgendwo so in dieser Mischung.


    Zur Info: Als ich den Wagen das erste Mal - zugegeben in einer Bierlaune - gestartet hatte, war das Mischungsverhältnis irgendwo bei geschätzten 1:25 oder so. Ich werde wohl mich jetzt mal ganz in Ruhe um die gesamte Technik kümmern.

  • Das Mischungsverhältnis ist das eine, die Alterung von Kraft- und Schmierstoffen in Motor und Kraftstoffsystem sowie der Technik selber das andere größere Problem. In 15 Jahren kann da gut (oder auch nicht gut) was passieren. ;)

  • Meiner Meinung nach sollte man einen Motor und die ganze zugehörige Technik wie Abgasanlage oder Kraftstoffsystem nach so langer Standzeit sowieso erst einmal gründlich überholen


    kann ich nur unterstreichen.
    nach 15 jahren stehen kannst du davon ausgehen das deine KW nicht mehr alzulange machen wird. im endeffekt gilt das für alle lager die all die jahre nicht bewegt wurden, den die mögen das lange stehen nicht.
    bremsanlage komplett überholen versteht sich von selbst, und kraftstoffanlage wenigstens einmal durchschauen, genauso wie zündanlage.


    abgasanlage würde ich nur checken wenn hinten nicht mehr so richtig was rauskommt, ansonsten kann man die denke ich auch so lassen.

  • Wie meinst Du das mit der Kurbelwelle, Grandpa ? Wenn ich den Vergleich sehe zwischen Zwei- und Viertakter, sollte der Zweitakter mit seinen Rollenlagern doch problemloser Standzeiten überbrücken können als der Viertakter mit seinen Schleiflagern, oder sehe ich das falsch ?

  • Die Weisheiten von gealterten Kurbelwellen, die ich in den letzten Tagen bewundern durfte, haben mich etwas erheitert. Da möchte ich schon gern mehr wissen!


    Lange Standzeiten können an unterschiedlicher Stelle unliebsame Spuren hinterlassen. Das fängt bei entmischtem Kraftstoff an, geht bei zugesetztem Kraftstoffsystem weiter, und und und...
    Schon am Geräusch, wie der Motor und Stand läuft oder an der Kupplung zerrt, hat man erste Anhaltspunkte, wo man mit der Suche beginnt.
    Mit einem Kraftstoff-Öl-Gemisch von 25 zu 1, gezogenem Choke und zu fett eingestelltem Vergaser sollte man (außer ausreichend Ölkohle) nicht viel erwarten.
    Beim Gasgeben mal schauen, wie der blaue Dunst das Rohr hinten verlässt. Da sollte auch im Stand ordentlich Schwung drauf sein.

  • V603 : Was ist unklar?
    Es ist definitiv so, dass speziell die Nadellager in den Pleuelfüßen (egal ob Pappe oder Warti) die langen Standzeiten (einige Jahre) absolut nicht mögen. Hängt natürlich auch immer davon ab, ob und wie der Motor beim Abstellen konserviert wurde, aber Fakt ist, sie stehen sich kaputt. Das Öl bleibt eben nicht ewig dort wo es sein soll und wo kein Öl aber Kondens- und Luftfeuchte da Gammel.


    heiko_p :
    Wenn du ihn das nächste Mal startest, oder fährst, fass' nach ein paar eigenständigen Umdrehungen des Motors einfach mal die Kerzenstecker an (Achtung, kannst schnell einen gewischt bekommen, also vorher abstellen). Sind beide Warm läuft er zumindest mal auf beiden Töpfen.


    Und ob nun 5L zu ölreiches Gemisch auf dem Hof zu vermehrter Ölkohlebildung führen wage ich zu bezweifeln.

  • Es geht ja auch darum das die ölkohle in den lagern im laufe der Jahre richtig hart geworden ist. Baue mal einen Motor auseinander der nen paar jahre steht, da kann man dann kein Lager mehr drehen. Und ob dem Lager das gefällt wenn es so belastet wird, das bezweifel ich. Ich hab mir dadurch zum mindestens schon nen paar Motoren verheizt. Seitdem werden gebrauchte Motoren immer zerlegt vor dem starten, und nicht selten sind die Wellen Schrott... Und sonst wird alles vernünftig von ölkohle befreit.

  • @ Grandpa - da ich einen ausgebauten P63 in meinem Teilefundus habe, werde ich den wohl mal in einer ruhigen Minute mal zerlegen. Danke für den Tipp.


    Darf ich Dich dann auch mal direkt belästigen, wenn ich dann dabei Fragen habe ?


    Gruß


    Heiko