Dreieckslenker: Entlacken / Entrosten / Grundieren / Konservieren

  • Kennt jemand eine Stelle, wo man chemisches Entlacken vornehmen lassen kann?


    Ich habe mal im TV gesehen, wie eine gesamte Karosse in ein Tauchbad gesteckt worden ist und danach komplett nackig war :-)


    Ich selber wollte Dreieckslenker behandeln lassen. Die kann ich zwar sandtrahlen lassen, aber das bringt nichts dort, wo es wichtig ist. Nämlich innen. Ich wollte den Rost dort entfernen lassen (geht nur chemisch) und dann in eine Verzinkerei geben. Aber ich kenne keinen Betrieb hier in der Nähe von Marienburg (SA) oder Düsseldorf (NRW) und auch im Internet werde ich nicht richtig fündig. Weiss jemand da näheres?


    Ich habe vor langer Zeit mal einen Beitrag von Wartburg Peter gelesen. Der hatte so ein schönes Mittel zum Streichen, ich glaube es hies Pur15 oder so ähnlich. Eine 2-Komponentige teure Farbe. Kennt jemand diese Beschichtungsmethode? Soll geeignet für PKW sein und auch bei verwindungen nicht reissen. Ich sehe gerade, es heißt POR15 und soll krebserzeugend sein :-( http://www.por15.com/POR-15/productinfo/1GB/ Weiss jemand da näheres?


    Die Firma
    http://rostdoc.de



    vertreibt das wohl - neben anderen Rostschutzmitteln ( Ich habe über 10 Jahre Fertan genommen und kann sagen, es ist sein Geld nicht wert), da gibt es auch Reiniger - wol auch von POR, kennt die jemand? Erfahrungen?


    Interessant finde ich diese beiden Produkte:




  • Ich kann mir nicht recht vorstellen, daß man einen Dreieckslenker durch die winzigen Löcher, die da den Zugang gewähren, sicher von innen verzinken kann.


    Es mag sein, daß chemische Entlackung vielleicht funktioniert - aber da man ja nur die Bohrungen für den Stoßdämpferhaltebock hat (wenn man den Lenker nicht noch anbohren will), wird die Mischung aus aggressiver Chemie, Farbe und Dreck mit Sicherheit nicht vollständig wieder 'rauskommen. Die Folge ist dann noch schnellere Korrosion. Wenn die Chemikalien einmal drin sind, sind sie drin - ich habe in der Umgebung gerade ein Beispiel. Wartburg 353, nigelnagelneue Türen bei der Restaurierung verwendet und alles chemisch entlackt. Neu lackiert und sehr gründlich konserviert.
    In Nähten und Überlappungen waren aber wohl noch Reste der chemischen Entlackungsmittel drin. Es gammelt wieder...


    Daher bevorzuge ich für Achsen einfach eine großzügige Füllung mit Korrosionsschutzfett. Da kann man sehr reichlich 'reinpumpen und es wird vorhandenen Rost stoppen, solange der sich in einem gewissen Rahmen hält.


    Gegen richtig verfaulte, blattrostige und demnächst zerbrechende Dreieckslenker hilft aber weder die chemische Entlackung noch Verzinkung noch die Konservierung. Denn wenn das Material und die Wandstärke einmal weggerostet ist, dann ist sie weg und kommt nicht wieder.

  • Deswegen werde ich bei meinem Kombi auch neue Dreieckslenker nehmen, diese werden dann gestrahlt, bekommen einen ordentlichen Lackaufbau und kein Pulverzeugs und von Innen werden die richtig vollgejaucht. Dann habe ich auch ein gutes Gewissen :thumbsup: Die alten rostigen Dinger sind eher was zum Musik machen wenn man sie schüttelt. :thumbup:

  • Ich habe meine neuen auch von Innen ausgeschwenkt, erst mit 2K Grund und dann 2K Lack. wichtig ist das auslüften dazwischen, da sollte man sich Zeit lassen, es trocknet sehr langsam durch. Danach wird dann wie gewohnt Hohlraum konserviert.

  • das ist ein goldener Kompromiß seit Jahrzehnten. Schönen Abend ! Wie bereits gesagt: Chemie bleibt in den Ritzen hängen und wirkt heimlich im Untergrund, auch nach langer Zeit. Gruß!

  • Ich muss das Thema mal wieder aktivieren.


    Ich habe vor einen Satz Dreieckslenker Baujahr 1989 zu regenerieren und wollte ihn eigentlich Sandstrahlen und Pulvern lassen.
    Durchrostungen sind keine erkennbar nach der Entfernung des Oberflächenrostes (Drahtigel).
    Nur habe ich Geräusche beim schütteln. Da wird schon etwas loser Rost im inneren sein, ich hoffe mal dass es noch nicht extrem ist.
    Nun habe ich folgendes gefunden:

    Informationsdienst VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau TR.609 wird unter 1.5 Konservierung Dreieckslenker Hinterachse sogar beschrieben (mit Skizze) wie die Dreieckslenker nachträglich angebohrt werden können um sie zu konservieren!
    Es sollen sogar Dreieckslenker Original so ausgeliefert/verbaut worden sein (habe selber aber noch keinen gesehen).
    Meine Frage was haltet ihr von der nachträglichen Bohrung, wie kann ich dem Rost im inneren am besten bekämpfen?

  • Erst strahlen , dann pulvern oder lacken , dann Loch bohren . Reinfüllen ; Fett in Benzin gelöst , oder dickes Öl , oder Penetriermittel , oder Hohlraumkonservierungsmittel mit Kriecheigenschaften , einfacherweise aus Spraydosen mit Schnorchel wie etwa "Fluidfilm" oder ähnliches . Gruß!

  • Danke Tüftler für die schnelle Antwort.
    Ich dachte eher erst das 10mm Loch nach TR.609 bohren, wenn möglich innen Sandstrahlen.
    Leider habe ich keine Ahnung ob das bei einer 10 mm Bohrung überhaupt geht.
    Sandstrahlprofis was sagt ihr dazu?
    Wenn das nicht möglich ist bräuchte man ein anderes Verfahren den Rost innen zu bekämpfen.
    Danach strahlen und im Anschluss pulvern, danach Innenraum des Dreieckslenkers Hohlraumkonservieren.
    Danach die Bohrung mit einem Blindstopfen verschließen.
    Korrigiert mich wenn ich mit meinem Lösungsansatz daneben liege.

  • Mit Benzin gemischtes Fett schonmal gar nicht...aggressive Bestandteile des Kraftstoffs (der zieht heutzutage Wasser durch den Ethanolanteil) machen die Sache eher schlimmer...


    Bei den späten Jahrgängen waren die Bohrungen an der Unterseite des Lenkerarms teilweise schon ab Werk vorhanden - sehr bequem zum Konservieren bei montiertem Fahrzeug. Es geht aber auch ohne die Löcher, indem man durch die Gewindelöcher des Stoßdämpferbocks konserviert.
    Geht natürlich nur mit der entsprechenden, abgewinkelten Düse - die muß man haben. Dann reicht auch ein 8mm Loch.
    Wenn die Lenker bei der Konservierung noch nicht im Fahrzeug verbaut sind, würde ich die Variante ohne ZUsatzbohrung immer bevorzugen. Man spart dadurch einen zusätzlichen potentiellen Rostherd und Wasserzugang. Wenngleich man sagen muß, daß sowieso reichlich Wasser in die Querlenker dringt - am Auge sind die ja alle nicht durchgeschweißt. Ich habe schon oft die Dämpfer ausgebaut und die Achsen so konserviert, ohne sie nochmal anzubohren - gerade auch bei Kundenaufträgen vor Ort, wo man keine Hebebühne verfügbar hat.


    Wenn man die Löcher bohrt, dann vor dem Strahlen und Lackieren/Pulvern. Strahlgut dringt so oder so ein - egal ob das neue Loch schon da ist oder nicht. Aber wenn man vorher bohrt, macht man die Beschichtung nicht nochmal kaputt.


    Ich konserviere Dreieckslenker immer nur mit üppigst Fett - verdünnen würde ich es nicht. Und die Bohrung - wenn man sie anbringt - bleibt einfach offen, damit eingedrungenes Wasser auch wieder ablaufen kann.


  • Moin! Deluxe : alles richtig . Nur ob irgendwelches Fett , unverdünnt , in alle Ritzen kriecht ? Verdünnen mit Benzin : ist nicht die feine Art , aber es verdunstet und ob dann noch ein evt Ethanolrestanteil im Fett alles wieder zum Rosten bringt ?
    Zum nachträglich Bohren : richtig ,die Oberflächenbeschichtung wird zerstört , aber zB beim Konservieren mit FF kriecht dieses auch an der Öffnung nach außen . Innenstrahlen : kann ich mir nur schwer vostellen, dass da alles blitzblank wird .
    Zum Pulverbeschichten : was sagen die Langzeiterfahrungen dazu , platzt da gelegentlich etwas ab ? Die Schraubenfedern meiner Alltagsgurke sind werkseitig bepulvert , meine eigene , primitive " Technologie " mit Rostpassevierung o.ä. und gewöhnlichem Alkydharzlack drüber hält besser und länger . Und keine unsichtbaren Rostunterwanderung bei unsichtbar abgeplatzter Plastik .
    Versuch macht klug ! Gruß!

  • ob irgendwelches Fett , unverdünnt , in alle Ritzen kriecht ?


    Irgendwelches Fett sicher nicht...
    Das richtige Fett schon...definitiv...und nachgewiesenermaßen... ;)
    Und die bewiesene langfristige Dauer-Wirksamkeit der lösemittelfreien Fette wird man doch wohl nicht gefährden wollen, indem man wieder irgendwelche Lösemittel beimischt...


    Welche und wieviele Ritzen gibt es denn überhaupt im hohlen Rohr der Hinterachse, in die irgendwas hineinkriechen müßte? ;)

  • Was spricht eigentlich gegen das Befüllen mit Graphit-Öl durch die Schraubenöffnung der Stoßdämpferhalterungen ?

  • Mmh das wirft mich nun wieder aus dem Konzept, denn ich wollte es genau so machen. ;(


    Dann muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, Sonden und dergleichen besitze ich nämlich nicht.

  • Ah nun musst du etwas konkreter werden. ;)


    Ich meine noch bin ich nicht so weit, aber den Kopf zerbreche ich mir schon länger über die Konservierung einiger Teile und Fahrzeuge.


    Ich weiß das du es gut machst aber deswegen nach Annab**** zu fahren ?( erscheint mir doch etwas aufwendig, zumal ja dann noch das Auto zerlegt werden müsste. Und es wären ja auch gleich zwei Fahrzeuge also schwierig schwierig.

  • Warum in die ferne schweifen..? Allein in HRO gibt es genug Leute, die vernünftig Sandern können. Im schlimmsten Fall nehm ich deine Lenker mal ein We mit oder du kommst die 80km mal selbst vorbei. :)

  • Danke, ja Google spuckt immer sehr wenig aus wenn ich hohlraumkonservierung in Verbindung mit Rostock einticker.