Erich Honecker als Bild im Büro- Geht das?

  • Verdammt. Da hat sich doch der olle Friedrich in meine gefühlte wilhelminische Ära geschlichen.......


    Ne der Willi wars nicht... ;)


    Wobei: war der eigentlich auch ein Diktator? Oder der Leiter der Kongregation für die Glaubenslehre? Ein Posten mit klaren Aufstiegschancen.... ;)

  • Mossi


    Aus heutiger Zeit war er sicher ein Diktator. Du könntest diese Frage ja man an Herrn Knopp weiterdelegieren, der wird uns dann sicher aufklären... ;)


    An meiner (Wohnzimmer)Wand hängt der alte Fritz, der zweite Wilhelm, Bismarck und der letzte Sachsenkönig. Gestört hat sich daran noch niemand, im Gegenteil. Falls es jemand stört, sollte bei meiner kleinen Wohnung der Ausgang ja auch schnell gefunden sein. Hier gilt das Gleiche wie beim Honni-Bild, nämlich:"„Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“. ;)


    PS.: Wer fragt uns "Bürger" eigentlich in den Wahlperioden, ob unsere Psyche den Anblick der jeweiligen "Kandidaten" in Riesenformat aushält? ?(

    Trabant.... man gönnt sich ja sonst nichts!

  • Nun, ob der Erich von allem was in "seinem" Land gelaufen ist? Sicher wußte er von Opfern an der Mauer. Aber an anderer stelle wußte er sicher nicht wie es in der DDR so war.
    Ich habe dafür ein Beispiel.
    Jemand aus meiner Familie war bei der Deligation dabei, die dem Genossen Honecker die x-tausendste(ich weiß nicht mehr welche aber halt ne runde Zahl) in Berlin Hohenschönhausen vorgestellt hat. Ein verdiente Familie des Volkes durfte sie beziehen.
    Der Haken war, dass diese Wohnung nichts mit den sonst üblichen Plattenbauwohnungen zu tun hatte.
    Hier wurde dem Erich geziegt wie sein Volk lebt. Man hätte ihm nur die Wohnung nebenan zeigen müssen, den dort hätte er die nackte Realität gesehen.


    Ich will nur sagen, dass der Staatsratsvorsitzende mit Sicherheit nicht um alle Dinge genau wußte die im Land geschehen sind und das an vielen Stellen ihm etwas vorgegaukelt wurde und er in den Glauben versetzt wurde dem Volk gehe es gut. Vermutlich war das auch ein Grund wieso er sicher nur schwer verstehen konnt, dass das Volk so nicht mehr leben wollte. Die hatten doch alles was sie brauchen........
    Gelenkt haben das ganze Andere. Das es nur eine Frage der Zeit war bis der Schwindel auffliegt war auch klar.

  • Ich würde das mit dem Erich-Konterfei lassen. Aber nicht aus geschichtlichem Grund sondern aus einem ganz anderen. Ich greife natürlich niemanden persönlich an aber der ein oder andere sollte sich vieleicht mal an die eigene Nase fassen.


    Wie sieht es denn derzeit aus? Die Gewerkschaften leiden unter Mitgliederschwund. Die Leute regen sich den lieben langen Tag über die aktuellen Zustände auf und setzen sich dann nach Feierabend gemütlich mit dem Bier vor den Fernseher um Supertalent zu schauen. Parallel dazu wurde noch die Kündigung der Gewerkschaftsmitgliedschaft abgeschickt. Die 20,-€ im Monat sind ja auch zuviel. Die kann man doch viel besser im vorweihnachtlichen Konsumrausch für irgendwelchen Plunder verprassen. Andererseits wird sich darüber aufgeregt das es wieder irgendwelche Lohnkürzungen und "keiner" was dagegen gemacht hat. So sieht die Realität aus. Die Leute wollen alles haben aber nichts dafür geben.


    Und wenn durch fehlende Mitglieder kein Geld in den Kassen ist, kann man auch keinen längerfristigen Streik durchboxen. Mir ist ist es persönlich ganz egal ob ich nun einen Gerwerkschaftkugelschreiber, Brotdose oder Kalender mehr oder weniger hab. Hauptsache die Jungs vertreten meine Rechte bei Tarifverhandlungen etc. Dafür sollte das Geld ausgegeben werden.

  • Das ist jetzt aber eine sehr naive Idee...Die Fisch stinkt am Kopp zuerst! Und dass fanatisch vertretene Ideologie den Sinn vernebelt, ist auch bekannt. Also gehen wir ruhig mal davon aus, er hat gewusst wie das Volk lebt – dann war ihm das im Grunde genommen sch***egal. Der Fehler liegt darin, dass wir in Politikern, zumal in den führenden, genau die Spur Menschlichkeit gerne sehen WOLLEN, die diese aufgrund ihrer Position gar nicht haben DÜRFEN. Bei Papa Ulbricht war's doch genauso: Dem netten Onkel mit der Wachsstimme hätte doch nie jemand was Böses zugetraut...


    Skandalös finde ich nur, dass die Margot immer noch über 2000 € Rente pro Monat kriegt. Und damit lebt die in Chile wirklich nicht schlecht. Und ihre Verbrechen als Familienbeauftragte (oder wie das hieß) sind dabei auch nicht zu verachten!


    Gruß,
    Freddy

  • Deluxe Na klar doch. Kein Problem. ^^ Die Erklärung findet sich direkt im ersten Post des Erstellers selbst indem er den "Geiz" der Gewerkschaften angeprangert hat. Gut. Im Nachinein betrachtet bin ich vieleicht etwas übers Ziel hinausgeschossen aber mal soll doch das Problem als ganzes betrachten. :thumbsup:


    Liebe Freunde,
    nachdem keine unserer konkurrierenden Gewerkschaften in der Lage war, einen Wand-Kalender zu spendieren, habe ich als kleine Protest-Aktion ein Bild des Genossen Staatsratsvorsitzenden der DDR, Erich Honecker, hingehängt.
    So gewissermaßen als Antwort auf den Geiz der Gewerkschaften, von welchen zumindest eine einen Mitgliedsbeitrag bekommt.

  • Ah - jetzt wird mir das klar, das mit dem Gewerkschaftskalender hatte ich schon wieder vergessen...


    FREDDY:
    Sie war Ministerin für Volksbildung der Deutschen Demokratischen Republik.


    Im Volksmund gern auch "Miß Bildung" genannt - oder "Der lila Drache"... ^^

  • "Skandalös finde ich nur, dass die Margot immer noch über 2000 € Rente pro Monat kriegt. Und damit lebt die in Chile wirklich nicht schlecht. Und ihre Verbrechen als Familienbeauftragte (oder wie das hieß) sind dabei auch nicht zu verachten!"


    Mich (als Mitglied der Betroffengruppe) würde jetzt mal interessieren, welche Verbrechen damit konkret gemeint sind.


    PS: was die Renten angeht: solange wir es noch schaffen, alten Afrikanern, die damals als Helfer für kaiserliche Expansionsbestrebungen angeheuert wurden zu bezahlen, oder auch der eine oder andere Ex-Nazi eine Zahlung von der BRD erhält, solange tut es mir um Geld für die Ex-Ministerin nicht wirklich leid..... ;)

  • Ja genau, das meinte ich, und als solche eben auch für inhaftierte und misshandelte Minderjährige und andere anheimelnde Dinge verantwortlich^^

  • Wie gut oder schlecht das Bildungssystem der DDR war muß jeder für sich selbst entscheiden. Vergleiche zwischen einem selbst und heutigen Schulabgängern sollten nicht schwer fallen. Übrigens hat die DDR ihr Schulsystem damals auch nach Finnland exportiert. Schaut mal die aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie an... :thumbsup:


    FREDDY natürlich kann man das nicht für gut befinden obwohl einem schon manchmal der Gedanke kommt daß es bei einigen auch heute noch angebracht wäre.... :peitsch:

  • Stimmt, was inhaftierte und drangsalierte Schutzbefohlene angeht, hätte das Bildungsministerium bei ensprechenden kirchlichen Aufbewahrungsstätten noch dazulernen können...... :rolleyes:


    Mitarbeitermotivation durch Unangreifbarkeit.... ;):thumbup:


    Und ansonsten ist die aus meiner Sicht ein typischer "Stasi-Einwurf", nicht sonderlich fundiert, schwierig zu fassen und dadurch eine wunderbare Diskussionsgrundlage.....

  • Jepp - wehalb ich den Kollegen aus Ludwigshafen freundlich bitten möchte, das mit den "Verbrechen" mal zu konkretisieren.


    Sicher - Jugendwerkhof war keine feine Sache.
    ABER:
    Das pädagogische Konzept, nach dem dort verfahren wurde, stammte nicht von den "Roten", sondern war schon viel älter - u.a. ein gewisser Moritz Schreber (der Erfinder gleichnamiger Gärten und Hobby-Kinderquäler) hatte es schon im 19. Jahrhundert begründet:
    Bei Unfähigkeit zum kollektiven, sozialen Verhalten, wird zuerst der Wille gebrochen - und dann neu begonnen. Das ist alte preußische Erziehung und keineswegs auf dem Mist der SED gewachsen.


    Ob das vernünftig war, steht auf einem anderen Blatt. Und daß die Partei allein darüber befand, welches Verhalten normal und angemessen war und welches nicht, ist sicher zu diskutieren.


    Jedoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß der eine oder andere Wille in dieser unserer Spaßgesellschaft vielleicht auch erstmal gebrochen werden müßte, bevor aus der mittlerweile meterdicken Schicht von sozial völlig befähigungslosen Individuen mal wieder Menschen werden...
    Und damit meine ich gewiß nicht zwingend irgendwelche Unterschichten - denn a-soziales verhalten im Wortsinne fiondet man "oben" viel häufiger als "unten"... ;)

  • Dann will ich aus meiner Sicht die Frage mal beantworten ohne zu politisieren :zwinkerer:
    Nein ins Büro nicht, nicht einmal wenn die Miete von der Linken bezahlt wird, denn auch die wollen mit dem Erich nichts mehr zu tun haben :grinser:


    Aber hinter den Tresen im Clubraum kannst du ihn hängen, einfach Nagel in die Wand und hingehängt.
    Da hing er ja früher auch, wurde deshalb auch heimlich der größte Säufer der Republik genannt, und hat aufgepaßt, dass keiner die Zeche prellte.


    Bin ich jetzt ein linksextremer Kommunist :schock:


    P.S.: Man sollte es sich mit dem Vergleiche zwischen den beiden totalitären Systhemen zwischen 1933 und 1989 nicht ganz so einfach machen und alles in einen Topf werfen.
    SED und NSDAP, HJ und FDJ, Pioniere und Pimpfe, Stasi und Gestapo - das ist mir etwas zu flach.


    Nun war`s wohl doch ein wenig politisch :zwinkerer:

    Mehr Auto braucht kein Mensch :tuev:

  • Der Herr Honecker gehört zu unserer Geschichte. Zu meiner auf jeden Fall. Aufhängen im Sinne von Zustimmung, würde ich ihn nicht (auch sehe ich den Zusammenhang zum Kalender nicht). Der erreichte Bildungsstand der Lernenden in der DDR, hat nur bedingt mit der Einflussnahme der Ministerin zu tun, eher mit den meiner Meinung nach zielführenden Lehrplänen. Über die Gleichschaltung von Kindern und Jugendlichen in der DDR, kann man geteilter Meinung sein. Die Erziehung zur "ganzheitlichen sozialistischen Persönlichkeit" hat Vor undf Nachteile. Durch Bildungsstand und Intelligenz verselbständigte sich diese oft im Erwachsenenalter. Wer nicht blöd war, wusste schon was los war...
    Ich sehs locker, anscheinend haben mir 26 Jahre (außerfamiliäre) sozialistische Erziehung nichts angetan...oft glaube ich sogar, dass sie mir heute nutzen. Siehe auch letzter Absatz von "Deluxe" :thumbup:


    Ich wähle sorgfältig, welche Symbole oder welches Material der DDR ich verwende.


    Der Trabant jedenfalls ist kein schlechtes Beispiel.

  • Als schnöseliger Vollwessi klinke ich mich hiermit mal aus der Diskussion aus. Es ist doch ganz einfach: Jeder, der im real existierenden Sozialismus der DDR was wurde, hatte Dreck am Stecken. Entweder direkt oder indirekt, indem er sich mitschuldig machte. Das gilt für den Stasi-Offizier genauso wie insbesondere für die Margot. Und deswegen muss ich hier gar nichts konkretisieren, nur damit Frau Honecker besser da steht, als sie es verdient hat.


    http://einestages.spiegel.de/s…t_dem_schluesselbund.html


    Gruß,
    Freddy

  • Ich hatte niemals gedacht, eine derart umfangreiche, aber auch gleichzeitig interessante Diskussion anzuregen.
    Dennoch noch eine kleine Klarstellung: Ich hätte einen der Kalender auch gerne käuflich erworben, wenn es ihn gegeben hätte, aber die Aussage:
    "Hamma nich, krieg´wa nich, is halt wie damals, beim Erich"
    hat mich gerade in diesem Querbezug eigentlich erst auf die Idee dazu gebracht, genau dessen Konterfei aufzuhängen.
    Als Querdenker bin ich ohnehin schon verrufen, angepasste Mitarbeiter und "Ja-Sager" wurden bei geringerer Qualifikation schneller befördert, aber da halte ich durch, gerade meine konsequente Geradlinigkeit ist eben auch mein Profil.
    Auch im demokratischen "Freistaat Bayern" war in den 1980ern die Demokratie de facto nicht ganz ernst zu nehmen; der selbsternannte König namens Franz-Josef S., ein sehr guter Freund des Erich H., hatte es auch geschafft, Propaganda-Mittel massenhaft zu verteilen und kritische Gegenmeinungen zu unterdrücken. Das ging beim Schulausschluß für "linke Ratten und sonstige Schmeißfliegen" schon da los , wenn man die Bayern-Hymne nicht sang und endete damit, daß der baierische Staatsfunk bei kritischen Sendungen abschaltete und auch in der ARD, gemeinsames erstes Programm, anstatt der Satiresendung "Scheibenwischer" eine Jodel-Sendung mit Maria Hellwig ausstrahlte, wohlgemerkt, mit damals terrestrischer Sendung, also, keine Fluchtmöglichkeit aus dem Jodel-Gejaule, insofern war also auch Bayern ein "Tal der Ahnungslosen".
    Nur, das Konterfei dieses "ehrenhaften Staatsmannes" darf eben auch überall herumhängen, nach diesem Herrn werden sogar Flughäfen und Straßen benannt.
    Ich mußte meinen schulischen Werdegang damals auch in neue Bahnen leiten, eben genau deshalb, weil ich aufmüpfig war und nicht akzeptieren wollte, daß nur die Aufkleber der "baierisch-königlichen Staatspartei" nicht unter die politische Neutralität fielen, während ein "Atomkraft-Nein Danke!"- Button eine eindeutige linke, nicht statskonforme Gesinnung bescheinigte.
    Nur mal so als kleiner Hinweis, wie Demokratie in Bayern damals aussah....

  • @ freddy: und was ist jetzt anders o. deiner meinung nach besser???
    p.s. für die warheit gibts auf die fresse,und darann hat sich nichts geänderdt!