frage zur wartburg 353 scheibenbremse

  • moin,


    meine freundin hat sich ja jetzt einen warti geholt. der hat ne weile rumgestanden.nu hab ich vorne den bremssattel auseinandergebaut um ihn zu regenerieren. habe auch die kolben aus dem sattel rausgemacht. dann hab ich in dem bremssattel da wo der kolben drinsteckt, (praktisch auf der rückseite des kolbens) ne art knetmasse gefunden. nu meine frage:


    muss die da rein oder ist das nur dreck?


    gruß

  • Hi, dieses Thema ist zwar schon recht alt ... aber das einzige was ich zum Thema Wartburg Bremssattel fand ... und bevor ich jetzt ein neues Thema aufmache ...


    Also: Habe den Verdacht, dass einer der Kolben im Bremssattel fest ist (Bremse zieht leicht einseitig) (Auto stand 2 Jahre). Der Kolben lies sich nicht bewegen, als ich die Beläge draussen hatte (wobei es ein schneller, erster Test war).

    Wie sind Eure Erfahrungen mit richten von Bremssätteln?

    Wenn ich beim Trabi ein Radbremszylinder fest ist, dann sind die Dichtflächen ja auch meis keimig / rostig und es bringt meist wenig hier mit schleifen und neuem Gummi den langfristig wieder gangbar und dicht zu bekommen.

    Was sagt ihr? Aufmachen, probieren, und evtl. Stunden umsonst in der Garage zu verbringen? Gleich neuen / regenerierten holen? Wo holt ihr neue / regenerierte Bremssättel für den Warti? Gibt es Qualitätsunterschiede?

    Wie lange sind die Bremssättel beim Wartburg wartungsfrei? Hoffe ja schon länger als bei der Trommelbremse?!?

  • Servus,

    oft sind die Sättel selbst noch zu retten. Wenn nur ein Kolben steckt ist das schon ein gutes Zeichen. Blockiere die zwei freien Kolben und drück den einen festen mit Hilfe des Bremspedals raus. Erst dann den Sattel ausbauen.

    Wenn du es ordentlich haben willst orderst du dir einen kompletten Satz neuer Kolben mit Manschetten.


    Schau dir aber vorher mal alle deine Kolben an, womöglich ist der Gammel gar nicht so schlimm und du kannst sie wiederverwenden.


    Viel Erfolg!

  • Hi. Danke für die Info. Habe den Kolben wieder in Bewegung bekommen. Nach Enpfehlung eines Skoda - Mechanikers (hatten dieselbe Bremse) Belag raus .. kolben raus drücken (nicht zu weit - nur ein bisschen) ... Bremsflüssigkeit zw. Kolben und Zylinder bringen ... und durch Bewegung wieder gangbar bringen (also x-Mal ums Auto springen, Bremse betätigen, Kolben wieder reinschieben, wieder Bremspedal drücken, usw.)
    Wagen bremst wieder gerade, TÜV hat er auch bekommen. Aber im Winter steht da eine Regeneration an!

    Übrigens bekommt man die Bremsflüsssigkeit am Besten mit einer Spritze (stumpf) hinter die Gimmidichtung gespritzt.

  • Hi. Nun ist Winter und die Geschichte wird ordentlich gemacht. Bin soweit, dass ich die neuen Kolben und die neuen Dichtringe einbauen kann ... Nun sagt der Herr in diesem (ansonsten sehr coolen) Video, dass die Dichtringe so eingebaut werden sollen, dass die breitere Seite nach oben schaut :!: :?:


    Man kann sich bei den neuen Ringen zwar einbilden, dass es eine schmalere und eine breitere Seite gibt (ist kaum zu erfühlen / erkennen). Aber sollte die breitere Seite nicht Richtung Druck schauen, sonst pfeift die Bremsflüssigkeit doch vorbei???


    Also Frage hier: Wie rum werden die konischen (wenn sie es wirklich sind) Dichtringe eingebaut? Bräuchte nur eine kleine Bestätigung von euch 8)

  • Das ist völlig egal, da die einfach nur viereckig sind. Die Nut im Zylinder, in der der Ring liegt, drückt diesen in die richtige Richtung.

    „Die Zensur ist das lebendige Zeugnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.“

    (Johann Nestroy)


  • Super. Danke. Hätte nach Einbau der Gummiringe nicht anders sein können. Habe es in beide Richtungen probiert und das Ergebnis ist immer, dass die Dichtung nach unten etwas absteht ... so wie es Sinn macht.


    Hier das Video, das ich oben vergessen habe rein zu kopieren (Kann man denn seinen eigenen Senf nicht mehr bearbeiten, oder finde ich den button nicht???)

    Im Teil 2 kommt das mit den Dichtringen. Vielleicht ist der Videomaker ja hier im Forum und kann den Teil bearbeiten.

  • Der große Spezi ist der Verfasser des Videos wohl nicht !


    Einige Verfahrensweisen bei der Aufarbeitung sind schon sehr speziell.

    Galvanische Verzinkung wird als "Eloxierung" bezeichnet,die Staubmanschette wird

    Simmerring genannt,ein Phasenprüfer dient als Schraubenzieher, und der Rostlöser mit

    Blitzwirkung ist auch toll.

    Ich will nicht alles kaputtreden,aber etwas mehr Sorgfalt sollte schon sein.

  • Den meisten ist der Begriff Eloxal in seiner Bedeutung nicht bekannt....

  • Den Tipp, Silikonspray als Gleitmittel zur Montage von Dichtungen, die später mit Bremsflüssigkeit in Berührung kommen, zu verwenden, würde ich ebenfalls als sehr fragwürdig bezeichnen...

  • Als Vorspeise vor dem Zerlegen fand ich es echt gut. Klar ... mit eigener Erfahrung. Für einen Totalanfänger vielleicht etwas vage das Video. Sagt er aber auch ... oder so ähnlich :-)

  • Das ist das Problem mit solchen Laienpredigern und selbernannten "ich will ja nur helfen" Menschen. Jeder kann (fast) alles auf youtube hochladen, ohne das es fachlich fundiert sein muß und es irgendjemand mit entsprechendem Sachverstand geprüft hat.

    Jegliche "wie helfe ich mir selbst" Videos sind immer mit sehr viel Vorsicht zu genießen.

  • Hallo,


    um auf den Geschmack zu kommen, was einen in etwa erwartet, dafür finde ich solche Videos gut geeignet. Man muss ja nicht jeden Schritt genauso nachmachen, bzw. sollte alles kritisch betrachten. Eine Fachliteratur ist immer eine gute Ergänzung zu sowas.


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love: 

  • Kann man so oder so sehen.

    Welcher Aufwand tatsächlich hinter einer geschriebenen Erklärung steckt, merkt man allerdings beim ersten Mal oft erst, wenn man es tatsächlich ausführt. Solche Videos geben ein anschaulicheres Bild. Wie gesagt, ersetzt wird die Literatur dadurch auf keinen Fall.



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love: 

  • Das Problem bleibt aber bestehen, weil sich der Amateur heute nicht zuerst das Buch nimmt, sondern sein Smartphone zückt und auf youtube nach dem passenden Video sucht. Dann möglicher Weise seine Bremse nicht fachgerecht instand setzt und so sich und andere gefährdet.

    Die Wenigsten schauen sich sowas an, um zu sehen was einen erwartet, vielmehr wird sowas als Anleitung und für bare Münze genommen.


    Deshalb ist m.M. nach so ein Video auch nur für den Profi geeignet um sich ein Bild zu machen, da der Laie garnicht einschätzen kann, was der Darsteller richtig oder falsch macht.

    Ich hab mir auch schon div. Videos angesehen und in 80% der Fälle nur mit dem Kopf geschüttelt. Gerade auch im Trabantbereich sind da div. inkompetente Selbstdarsteller unterwegs. Ich erinnere nur an den "Kolbenstopper" :D

  • Mit Buch ist es halt da nicht getan. Das Werkstatthandbuch zum 353W weist ausdrücklich darauf hin, daß man die Sättel nicht auseinanderbauen soll. Das war ein Fall für den Regenerierungsbetrieb, deswegen steht da auch nichts weiter zu drin. Wenn man also wissen will, was einen erwartet, wenn man so ein Ding trotzdem auseinanderbaut, kann einem ein Video helfen. Aber der sorglose Umgang mit allerlei scharfkantigem Werkzeug, fragwürdigen Chemikalien und Sandpapier am Bremssattel ist schon bedenklich. Da muß man sich halt sein eigenes Bild machen. Gibt auch nen schönen Faden dazu im Wartburgforum, wobei da auch MoS2 verwendet wird, was ich für keine gute Idee halte. Rauspressen lassen sich die Kolben auch mit Druckluft (Verletzungsgefahr) oder Fettpresse (muß nachher gründlichst gereinigt werden). Dann werden sie wenigstens nicht vergrießknaddelt, wie mit der Wasserpumpenzange.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.