Spurstangenhebel gebrochen. Unglaublich...

  • Wo ist das andere Ende der Strebe befestigt?

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Moin , meines Wissens nach wurden in der Trabiproduktion solche Teile gefluxt , also vorm Einbau auf Risse geprüft .
    Vielleicht kennt einer aus dem Forum einen Fachbetrieb der sowas macht , könnte ich mir fürn Motorsport vorstellen .
    Gruß!

  • Hallo, mittels Farb-Eindringspray und Entwickler kann man das als Privatperson auch selbst machen.



    Gruß
    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Über 3 Millonen Fahrzeuge, über 6 Millonen Hebel und vermutlich nochmal 1-2 Millonen Hebel Ersatzteile. Zwei geschilderte Fälle in 7 Jahren.........ich mach mir das nicht wirklich Sorgen.

  • Vielleicht kennt einer aus dem Forum einen Fachbetrieb der sowas macht , könnte ich mir fürn Motorsport vorstellen .


    Wir machen das unter anderem an Eisenbahnschienen und -rädern.
    Wenn du mit den Teilen mal vorbeikommst (14774) kann man das mal privat machen.


    Aber @bepone hat völlig recht, das Farbeindringverfahren tut es auch, kann jeder selbst machen.

  • Hallo bepone , kannste das mal etwas genauer beschreiben , zB wo man das Spray kaufen kann . Oder gibt es bereits einen Forumsbeitrag zur Sache?
    Hallo masterofhardness , danke für die klare Ansage .
    Gruß!

  • zum Beispiel hier: http://www.risscheck.de/?content=risspruefung


    ob das auch mit Bremsenreiniger und normaler Farbe geht entzieht sich meiner Kenntnis, könnte ich mir aber vorstellen.

    Diese Signatur ist in der Bundesrepublik Deutschland leider nicht verfügbar, da sie möglicherweise Inhalte enthält, für die die erforderlichen Rechte von der Gesellschaft nicht eingeräumt wurden.
    Das tut uns leid.

  • Nee, normale Farbe geht da nicht. Die Prüffarbe ist extrem dünnflüssig, sie wird durch die Kapillarwirkung in den Riss gezogen. Der nächste Schritt entfernt die überschüssige Prüffarbe von der Oberfläche, nicht jedoch aus dem Riss. Der Entwickler ist sowas wie aufgeschlemmte Kreide oder ähnlich. Dieses Zeug zieht die in den Rissen befindliche Farbe wieder raus und färbt sich somit. Wenn man alles richtig gemacht hat, ist der Riss jetzt deutlich rot auf weiß sichtbar.


    Bremsenreiniger zum Säubern und Entfetten könnte funktionieren, kommt auf einen Versuch an.

  • Rissprüfmittel und Entwickler kannst du z.B. bei AMR Hydraulik in Zwickau kaufen/bestellen.
    Reinigen der Teile vor der Rissprüfung ist empfehlenswert, das Rissprüfmittel selbst aber wird mit Wasser abgewaschen. Mit Bremsenreiniger hatte ich da neagitve Erfahrungen, dass Risse nicht sichbar sind.
    Bei der ganzen prozedur sollte man alles rundherum gut abdecken, inkl sich selbst. Das Eindringmittel diffundiert überall hin und ist (zumindet auf Fußböden) sehr schwer bis garnicht entfernbar.


    Es gab zu DDR Zeiten schon Probleme, das die Spurstangenhebel gebrochen sind. Das wurde and der Ingenierusschule untersucht und heute noch dienen die Teile an der WHZ als Anschauungsmaterial.


    Grüße,
    Tom

    "Nicht alles Braune auf der Welt ist Schokoladeneis."

    (Computer Sam in Jonas-Der letzte Detektiv)

  • Über 3 Millonen Fahrzeuge, über 6 Millonen Hebel und vermutlich nochmal 1-2 Millonen Hebel Ersatzteile. Zwei geschilderte Fälle in 7 Jahren.........ich mach mir das nicht wirklich Sorgen.


    Ich stimme insofern zu, daß man selbst bei einer enormen Dunkelziffer gebrochener Hebel von 100 oder selbst 500 Stück noch nicht mal annähernd im einstelligen Promillebereich ist. Damit müssen wir tatsächlich keine Angst haben, demnächst reihenweise im Graben zu landen.


    Aber vielleicht ist die Botschaft auch eine ganz andere, nämlich daß wir uns langfristig bei der Überholung von Achsschenkeln umstellen sollten. Dem Alter der Teile Rechnung tragend auch unscheinbare Teile wie diese Hebel mal demontieren und auf Risse prüfen. Oder die Ankerplatten abnehmen, Rost entfernen, den Bereich konservieren und wieder anbauen.
    Also einfach nur mit steigendem Alter der Teile die Reparatur- und Instandhaltungsmethoden anpassen.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Ich habe vor Jahren (im Vorfeld des Einbaus der Scheibenbremse) von mehreren einschlägigen Teileverkäufern den Vogel gezeigt bekommen, als ich gern eine Adapterplatte mit direktem Anguss für eine Verstärkung, wie auf dem Bild zu sehen ist erstehen wollte. Mit den Worten: Da ist noch nie was passiert...

    Kacke auf dem Trabidach wird erst bei 180 flach. :hä:


    ifa-ig-sachsen

  • Das hat ja niemand behauptet :D

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Nunja, meiner bescheidenen Erfahrung nach, setzte ich die Höhe des Aufwandes in Abhängigkeit des Zustandes. Manch ein 89er Achsschenkel ist in einem deutlich schlechteren Zustand, als einer von 64 ;)
    Das Alter ist ist hier m. M. nach nur sekundär zu berücksichtigen. Primär sollte hier bei dem Hebel sicher die Laufleistung und wenn bekannt das Einsatzgebiet (Stadt mit viel Kurven oder nur geradeaus Autobahn) betrachtet werden.


    Auf den Hebel bezogen, kann eine De- und Montage schon die Ausfallquote deutlich erhöhen. Auf jeden Fall wird er davon nicht besser ihn raus und rein zu machen. Bei einer einfachen Schraub- Steckverbindung kein Thema, aber bei so einer Pressgeschichte schon eine andere Hausnummer.


    Ich würde an dieser Stelle die Kirche im Dorf lassen. Das ist ein Trabant,ein Auto.... kein Flugzeug oder Raumschiff. Wenn man diesen Hebel ausbaut um ihn NDT zu testen, dann muss man das auch mit jedem anderen Teil an der Achse tun....Federgabeln...Schwenklager....Radlagergehäuse usw. usw. müßte man alles einsprühen und auf Risse untersuchen.

  • Dann gibt es auch noch eine hoffentlich winzig kleine Gruppe von Schraubern, die keinen Spurstangenkopf-Abzieher benutzen, sondern so lange mit einem Hammer auf den Spurstangenhebel schlagen, bis der Spurstangenkopf herausspringt. So ein Typ wollte vor einigen Wochen von mir seine Vorspur einstellen lassen, nachdem er seine Achse ´´repariert´´ hatte. . . :ohnemich:
    Mfg H.

  • Wie, man baut die nicht mir den Hammer aus ?(:thumbsup:

  • Wie, man baut die nicht mir den Hammer aus ?


    Dochdoch. Man benötigt aber außerdem noch Zirkel und Ährenkranz.
    Alternativ - beim großen Bruder - eine Sichel. Aber wie das damit gehen soll, weiß ich nicht.


    MfG
    hjs