Ich und "meine DDR"

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  • Da wir im Autokauf in der [lexicon]DDR[/lexicon] so weit abgeschweift sind nun ein neues Thema.


    Hier kann jeder alle seine Erfahrungen, egal ob eigene oder überlieferte kund tun. Diskussionen rund um das Thema [lexicon]DDR[/lexicon] sind erwünscht, egal ob Politische oder Zwischenmenschliche.


    Ich als 1977er Jahrgang, kann noch sehr gut von damals berichten. Es ist sicher richtig, das man mit 12 zur Wende keineswegs erwachsen war, aber mit eigenem Interesse an Land, Politik und vor allem Autos, doch auch heute von damals berichten kann und dies auch mit dem heutigen Wissen objektiv beurteilen kann.


    Was damals komisch war, ist heute erklärbar. Und vor allem oder gerade wenn man, z.B. seine Stasi-Akte gelesen hat.


    Wer behauptet, das in der [lexicon]DDR[/lexicon] alles schlecht war, zeugt keinesfalls von objektver Beurteilung.


    Ich habe positive als auch negative Erfahrungen gemacht........aber nun erstmal ihr :top:

  • TV P50 da haste recht dem spricht auch keiner entgegen als Kind hat man weit bessere möglichkeiten gehabt als manchmal heute,man wurde von sehr vielem Abgeschirmt,


    da hast du recht auch ich habe viele positive erfahrungengemacht.. nur mit dem Erwachsen werden kammen auch mehr und mehr die Probleme und Einschränkungen.


    mal sehen welche Erfahrungen noch so kommen ein interesantes Thema

  • Naja - ich bin trotzdem der Meinung, daß man auch mit 14 Jahren noch nicht SO gräßlichen Repressalien ausgesetzt war, wie mancher Glauben machen möchte...


    Egal ob 10, 12 oder 14:
    Wir waren zur Wende Kinder. Und Kinder haben den Erwachsenen gegenüber einen riesigen Vorteil: sie müssen keinen Alltag organisieren. Und genau deshalb haben Kinder oftmals den Kopf frei für die Details, für die Feinheiten, die Erwachsene gerade in so unruhigen Zeiten schnell übersehen und vergessen.
    Und genau deswegen warne ich davor, Erfahrungen von Kindern geringzuschätzen oder als zweitklassig zu behandeln...wenn ich manchmal vergleiche, bin ich nicht sicher, ob meine Vorväter oder ich selbst die besseren Erinnerungen an bestimmte Vorgänge haben...


    Man merkt sich aber auch die wildesten Details...z.B., daß mein Vater nach Erwerb seines Trabant Kombi im April 1987 von seinen Schwiegereltern einen nagelneuen 5l-Reservekanister, das Anfänger-A und das DDR-Nationalitätenschild als "Osterei" bekam...das [lexicon]A[/lexicon] wurde dann beflissen mit Heftpflaster an der Heckscheibe befestigt und nach 2 Wochen entfernt. Danach blieben die riskanten Überholmanöver der anderen weitestgehend aus... :grinser:
    Ich hatte auch damals einen exakten Überblick, wo im Viertel ein neuer Trabant vorm Haus stand und wo man die richtig alten Modelle sehen konnte...eckige Tachos und glatte C-Säulen waren mir damals schon als Kriterien bekannt. Auch die unterschiedlichen Haubenscharniere der Murmeln hatte ich mal entdeckt... :grinser:
    Oder wie mir mein Großvater im September 1985 (!!!), also kurz vor meinem 6. geburtstag auf dem Touristenparkplatz am Fröbelturm im Thüringer Wald anhand eines zerschossen herumliegenden Exemplars die Funktionsweise des Krümelglases in Autos erklärt hat...spannend, spannend...


    Solches Zeug merkt sich kein Erwachsener auf Dauer, aber Kindern prägt es sich ein - sofern sie sich dafür interessieren... :zwinkerer:

  • Deluxe dem stimme ich voll zu.. meinte ich auch so in der Art.......als Kinder war man wohl behütet... waren auch Sachen bei wo heute jeder aufschreien würde wie kann man nur und würde ich meinen Kinder heute auch nicht mehr zumuten wollen....aber es hatte in der Tat gutes gegeben

  • Schön, daß Ihr das Thema aufgemacht habt,
    Ich kann von mir behaupten, aktiv in der [lexicon]DDR[/lexicon] gelebt zu haben. Ich hatte keine schlechte Kindheit und wenn ich das Gegenteil behaupten würde, dann würde mein Vater in den "Bau" wandern, denn für eine solche Lüge würde er mich erschlagen. Das hat er mal gesagt, weil gerade im Fernsehen einer seine Straftaten auf seine schlechte Kindheit in der [lexicon]DDR[/lexicon] geschoben hatte. Wir genossen eine bessere Allgemeinbildung in der Schule als unsere westdeutschen Brüder und Schwestern und die Finnen übernahmen in den siebzigern das Schulsystem der [lexicon]DDR[/lexicon] (natürlich ohne Staatsbürgerkunde). In der Regierung der Bundesrepublik Deutschland wird jetzt daran gedacht, das finnische Schulsystem versuchsweise einzuführen. (Ein Schelm, der Böses dabei denkt!) :doh:
    Ich war nicht in der SED und hatte deshalb (vielleicht) nicht so die Karrierechancen. Außerdem hab ich immer und ich betone immer meine Meinung offen und zu jedem gesagt! Beispiel: Als wir 1980 in Berlin - Karlshorst zur Tagung der FDJ - Sekretäre des Grenzkommandos Mitte zusammen saßen wurde ich gemahnt, daß wir doch die letzten im sozialistischen Wettbewerb seien und nach den Gründen befragt. Ich sagte nur "Im Gegensatz zu anderen rechnen wir ehrlich ab." Daraufhin war ich meine Posten als FDJ - Sekretär los. Ja, ich habe noch bei richtigem Militär und nicht bei so einem Faschingsverein, der sich in der eigenen Kaserne die Autos anzünden läßt, gedient. Und das 3 Jahre und als Leutnant entlassen. :top:
    Zum Thema Handel und Versorgung gab es einen guten Witz. Breshnew und Honecker treffen sich. "Du Erich, ich habe Probleme mit der Verteilung. Die Kühlschränke landen im hohen Norden und die Gasheizungen in der Wüste. Was soll ich tun und wie macht Ihr das?" Erich darauf. "Wir haben die Probleme nicht. Wir schaffen alles nach Berlin, die Leute holen es sich schon."
    Ich habe 1986 angefangen Haus zu bauen und von meinem Betrieb sehr viel Unterstützung erhalten. Das erste Baumaterial, was kam, war der Dachstuhl und die Dachschalung! Da war der Keller noch nicht mal ausgebaggert. 1986 habe ich beim zuständigen Rat des Kreises Annaberg - Buchholz den Antrag auf eine Zentralheizung gestellt. Das Projekt war für den Neubau mit Ofenheizung und Kohlebadeofen! 1988 bekam ich den Bescheid, daß mir keine Heizung zustünde und ich für 1993 mit einem Kachelofen eingeplant wäre!1990 wollte ich einziehen und das hat geklappt.
    Es gab auch Versorgungsengpässe und öfter stand im Konsum ein Schild auf Waren "Bitte nur ein Stück nehmen". Einmal stand das Schild auf "Spee gekörnt" (Waschmittel), da hat es ein kleiner Frechdachs einfach mal auf das "ATA" gestellt und siehe da, alle haben "ATA" gekauft! Es wurde eben gekauft, wenn es was gab, vielleicht brauchte man es ja später oder zum Tauschen. Andererseits, soviel Chemie, wie jetzt war nicht bei uns im Essen. Da war die Wurst eben nach 3 Tagen grau und nicht 4 Wochen schön und Obst und Gemüse gab es nur, was gerade zu der Zeit in der Gegend gewachsen war. Spargel oder so gab es eben erst in Karl - Marx - Stadt zu kaufen. Eventuell mal in Annaberg. Wenn Du 1/2 4 Feierabend hattest, dann konnte es schon mal passieren, daß es beim Bäcker kein Brot mehr gab, aber verhungert ist keiner. Wir hatten ja ein Auto. Als mein "kleines" Kind voriges Jahr die erste Wochenkarte für den Bus Scheibenberg - Chemnitz kaufte, rutschte mir nur raus "Wir wollten eigentlich nur eine Fahrkarte und nicht den Bus kaufen." Für das Geld (ermäßigt!), was die Woche kostet, wäre er zu [lexicon]DDR[/lexicon] - Zeiten ein viertel Jahr gefahren.
    Fazit, man sollte nicht alles durch die Rosarote Brille sehen, aber auch nicht immer nur von der schlechten Zeit in der [lexicon]DDR[/lexicon] reden. Wir waren auch glücklich und haben vielleicht mehr gelacht, als jetzt.
    Übrigens finde ich es affig, wenn Jugendliche mit Uniformteilen der [lexicon]NVA[/lexicon] oder Sowjetarmee und dann möglichst noch sternhagelvoll, durch die Kante rennen. Wenn sie schon bei Treffen eine solche Uniform tragen wollen, dann komplett und in Würde!
    Gruß Jürgen :winker:

  • Ich kann mich nur anschließen, war zur Wende 19 Jahre und auch ich hatte eine super tolle Zeit als Kind. Sicherlich gab es einige Dinge die nicht so schön waren. Kann mich erinnern als ich eine Jeanshose brauchte und 2 Tage rumgereist bin um eine zu bekommen. Zu guter letzt kaufte mir sie mein Papa im Intershop für 65,00 DM. Er hatte das Geld kurz vorher 1:6 getauscht. Aber sind teure Klamotten lebensnotwendig? Im Bezug auf Lebensmittel kann ich mich nicht beschweren. Ich habe als Koch in einem Hotel gearbeitet und mein Onkel arbeitete auch im Hotel International in Leipzig.
    Aber zurück zur Kindheit, es war vieles geregelter und ganz ganz wichtig wir durften und konnten uns mehr erlauben. Auch wenn es keine Erdbeeren gab,nur in Nachbars Garten und diese von uns geerntet wurden, so wurde nicht gleich ein Anwalt eingeschaltet.
    die Physik Stunde am Freitag von 12.00 Uhr bis 12.45 Uhr ab der 9. Klasse war zum Brot kaufen für meine und die die familie des Lehrers bestimmt und ich habe meine Schriftliche Prüfung trotzdem mit 3 bestanden. Vielleicht lag es auch daran das der Lehrer gleichzeitig mein Klassenlehrer war und beim elternbesuch eine Flasche Wilthner geleert wurde. Aber bestanden ist bestanden.
    Man sollte das Leben etwas lockerer sehen und die Kinder und Jugendlichen einfach Kinder sein lassen.

    Gruß


    Rico


    Lebe heute, morgen kann es zu spät sein!

  • Quote

    ...wir durften und konnten uns mehr erlauben


    Nunja, so würd ichs nicht unbedingt sagen, sondern eher das die Konsequenzen andere waren. :zwinkerer:


    Aber geregelter war es sicher :top: Ich beobachte die Entwicklung mancher junger Menschen heute mit Besorgnis. Unverständnis habe ich z.B. für Gruppen von jungen Schulklassen, die sich vor Kaufhallen oder anderen Konsumtempeln sammeln, um für irgendwelche Klassenfeiern oder Fahrten, Geld zu erbetteln. :verwirrt: Ich kann mich an Zeiten erinnern, da sowas selbst organisiert wurde und z.B. durch das sammeln von Altstoffen finanziert wurde.
    Aber das Batteln scheint ja einfacher zu sein. Ich sag denen auch immer, das es von mir nichts gibt und sie sich ihr Geld für sowas verdienen sollen, z.B. durch ARBEIT!!!

  • Nunja...an sich haste damit schon recht...ABER:


    Früher waren Klassenfahrten vergleichsweise bezahlbar, heute laufen ausnahmslos dreistellige Beträge auf, sogar für Jugendherbergsfahrten in die nähere Umgebung. Wenn man beim Elternabend Kritik übt, wird man von verbeamteten Eltern und gut bezahlten Lehrern zurechtgewiesen...(mein "Leihkind" ist Klasse 6 am Gymnasium, es gibt da Erfahrungswerte).
    Von Eltern wird erwartet, daß dieses Geld verfügbar ist. Wer aber bei geringem Einkommen arbeiten geht, der hat es nicht eben mal locker...der HIV-Empfänger hat's besser, der reicht die Kosten einfach ans Arbeitsamt weiter und bekommt 1x jährlich eine Klassenreise pro Kind voll bezahlt... :zwinkerer:


    Und da es fürs Kilo Altpapier nur noch 3 Cent gibt, ist diese Finanzierungsmöglichkeit auch eher symbolisch zu verstehen...1€-Stücke zu erbetteln ist da deutlich lukrativer. Auch wenn's meiner Meinung nach sittenwidrig ist und man Kindern so etwas gar nicht erst beibringen sollte...


    Wieder einmal ist die Ursache das Problem, und weniger die Wirkung... :zwinkerer:

  • Ich war 7 zur Wende. Als Ich eingeschult wurde, erinnere ich mih an eine Situation. Wir hatten Werkunterricht. Unsere Lehrerin fragte uns was Mama und Papa arbeiten und machte sich Notizen. Dann zur Krönung fragte uns die nette Frau in einem netten Spiel wie denn eigentlich so das Testbild im Fernsehen aussieht. Zum Glück hatte mein Dad mir damals eingebläut was ich zu sagen hatte. Wie vorher schon erwähnt, wird beim lesen der Stasiakten alles klarer. So auch im Falle meines Vaters. Ihm/uns wurde klar warum diverse Nachbarn ab und an so aufdringlich waren und bei Saufgelagen bis zum Schluss blieben. Um vielleicht böse Worte über den Staat zuhören. Oder witzig war auch die Bedingung in seinem Falle: " Wenn du Meister in deinem Beruf werden willst, musst du in die Partei eintreten."
    Aber ansonsten, vermiss ich mein Barkas-Spielzeugauto sehr, oder die Colagummibären und das Vanilleeis, was zur Hälfte mit Schoko überzogen war.

    loves green rims
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    I cried because i had no 3 Vergaser, til i met a man who had no Wartburgmotor...

  • Das Problem ist wohl häufig auch, das vielen die differenzierte Betrachtung abgeht..... es läuft meist nach dem Schema: ganz oder gar nicht.


    Ich betrachte es als Privileg, beide Systeme miteinander vergleichen zu können und nicht auf das massenverblödende BlaBla um mich herum allein angeweisen zu sein. Die meisten Medien kauen ja genug vor, damit der mittelharte Informationsbrei auch beim kleinsten geminsamen intelektuellen Nenner, dem eher schlecht gebildeten und relativ einfach zu manipulierenden "Bürger" (ich verunglimpfe den mal pauschal als nur-WILD-Leser) in den Kopf passt.


    Wer mit etwas wachen Augen durch die Welt geht, wird feststellen, das ein Großteil dessen, was unter [lexicon]DDR[/lexicon] assoziiert wird, objektiv nicht so "schlecht" war und vieles der jetzigen Welt bei weitem nicht so schön ist, wie es im Westfernsehen immer herübergeschimmert ist.


    Und wenn ich mir den Grat des Lebens, auf dem wir wandeln, so ansehe, der auf der einen Seite ein normales Leben, mit der Arbeit adäquat angemessener Bezahlung, den entsprechenden Möglichkeiten (Heimatverbundenheit, familiere, soziale, wirtschaftliche Zwänge etc.) und auf der anderen Seite einem möglicherweise recht zügig passierenden Absturz (Erkrankung, H(artz)IV, Schulden etc) darstellen kann, frage ich mich, ob die ganzen Systemoptimisten die kraft ihrer Wassersuppe die Vorteile so herausposaunen (meist ohne die Nachteile des damaligen wie auch jetzigen Systems kenne gelernt zu haben) die Welt auch noch so wahrnehmen würden, wenn sie durch kumuliernde negative Umstände rumpeldipumpel auf der nicht so schönen Seite aufwachen würden.....


    Ich habe schon viel gesehen..... manchmal mehr als mir lieb sein kann...... deswegen: die allgemine Existenz (und davon besonders die glückliche) ist eine fragile Sache..... fragiler als sich die meisten vorstellen können.


    Und das schliest den Kreis: inwieweit kann man innerhalb seines Lebens (und des Systems) abrutschen? Meist tiefer und unangenehmer als es sich viele vorstellen können.... das war mal anders...... Meher Chancen und Möglichkeiten haben heißt nämlich auch mehr Chancen zu haben daneben zu greifen..... und ich meine mit sowas nicht den teuren Handyvertrag, die 20,- € zu teuere Privathaftpflicht oder den 20 ct/l zu teueren Sprit fürs Hobby......


    PS: ich bin selbstverständlich vorbelastet: obwohl meine Eltern lediglich einige akademische Grade mit sich herumschleppen, wir nur Trabantfahrer waren und wie alle anderen in einer zwo-zwohalbe Neubauwohnung gewohnt haben war immerhin soweit privilegiert, sportbedingt im Sommer meherer Sonnabende frei zu haben........ aber auch dieses stand jedem frei...

    Wozu Ventile? 0,6 EDS Hemi


    Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".


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  • na hoffentlich kommt jetzt nicht noch einer und will die [lexicon]DDR[/lexicon] wieder haben wie sie war usw. :lach: :lach: :lach:


    ich denk jeder hat es ein wenig anders erlebt.. als kind hat man es schon in einen gewissen Rahmen gut gehabt...aber ich denk besser leben wir alle jetzt man kann selbst bestimmen was man tut was man werden will kann all seinen Zeile Wünsche sich erfüllen... die Grenze setzt man da sich nur selbst...



    und wenn die Wende nicht gekommen wäre hätten wir jetzt nicht unser Hobby...


    und nach dem mehr oder minder Staatsbankrott 1982 und ohne den grossen Kredit vom Klassen Feind der BRD wäre es wohl früher gekommen.. vielleicht aber nciht so friedlich..


    die Weltanschaung die teils gelehrt wurde und die verdrehung der Geschicht teils war auch nicht ohne :freude: wo die Aufmärsche teils an andere Zeiten erinnert haben...


    und das unter dem NAmen Antifaschismus.. man kann heute doch über vieles lachen was zu der Zeit einen das leben teisl sehr schwer gemacht hat.. zu mindest meinen Verwandten Elter usw. all denen die Über das 18Lebensjahr hinaus die [lexicon]DDR[/lexicon] erleben durften oder mussten.



    Grüsse Andy

  • na hoffentlich kommt jetzt nicht noch einer und will die [lexicon]DDR[/lexicon] wieder haben wie sie war usw. :lach: :lach: :lach:


    ich denk jeder hat es ein wenig anders erlebt.. als kind hat man es schon in einen gewissen Rahmen gut gehabt...aber ich denk besser leben wir alle jetzt man kann selbst bestimmen was man tut was man werden will kann all seinen Zeile Wünsche sich erfüllen... die Grenze setzt man da sich nur selbst...

    Siehste - genau DAS ist das Problem: wenn man heutzutage wagt, mehr als auch nur 1 gutes Haar an der [lexicon]DDR[/lexicon] zu lassen, kommen solch markige Sprüche, wie Dein 1.Satz... :hmm:
    KEINER will die [lexicon]DDR[/lexicon] wiederhaben, wie wir sie hatten/erlebt haben - daß diese so (diletantisch organisiert, wie sie nunmal leider großenteils war) nicht funktioniert hat auf die Dauer, hat mittlerweile jeder begreifen müssen, denke ich.
    ABER: das schließt eben nicht aus, daß es damals auch viele sehr positive Aspekte gab (Bildungs,- Gesundheitswesen, sichere Jobs - damit verbunden: soziale Sicherheit, dieses gewisse "Wir-Gefühl", welches heute beinahe völlig den Bach runtergegangen ist) - und es schließt schon gar nicht aus, daß man diese als positiv erlebten/empfundenen Aspekte auch heute noch benennen darf.


    Und ob "wir heute ALLE (!) besser leben", wage ich auch arg anzuzweifeln. Auf die meisten von uns hier im Forum mag das u.U. evtl. sogar weitgehend zutreffen (ich schließe mich da - zumindest materiell und z.Zt.- gerne mit ein). - Aber es gibt eben auch genug Leute heutzutage, die auf der weit weniger bunten und - prickelnden Seite dieser "neuen" Gesellschaft stehen - ohne jede reelle Chance, jemals wieder auf die sonnige Seite rüberzukommen. (und für die anderen, priveligierten steigt das Risiko eher, auch auf diese unschöne Seite abzurutschen. In Krisenzeiten kann das ganz, ganz fix gehen.
    Fraglich, ob man sich dann wirklich "die Grenzen nur selber" setzt... :winker:


    Die [lexicon]DDR[/lexicon] stand für ein System mit guten wie schlechten Eigenschaften - als Kind und Jugendlicher hat man m.E. definitiv bessere Karten gehabt - weniger materiell wohlgemerkt - nur war das eben seinerzeit auch gar nicht so wichtig (weil man sich auch noch an kleinen Dingen freuen konnte z.B.).
    Keine Lehrstelle nach der Schule? - Damals undenkbar!
    Angst um den Job/vor einem bösen Vermieter/vor sozialem Abstieg - war kein Thema (solange man sich mit dem Staat nicht ernsthaft anlegte wohlgemerkt - was man m.E. auch nicht unbedingt mußte - OHNE dabei nur auf Knien rumzurutschen oder die Klappe zu halten. Auf Arbeit z.B. konnte man den Schnabel früher oftmals sogar weiter aufreißen, als heutzutage... :zwinkerer: )
    Mit dem Erwachsenwerden stieg auch in der [lexicon]DDR[/lexicon] das gewisse, alltägliche Konfliktpotential - überwiegend durch diverse Versorgungsengpässe bedingt (die vorher nur die Altvorderen zu meistern hatten).
    Ansonsten erinnere ich mich (zur Wende 24) an ein weitaus entspannteres, ja: sorgenfreieres Leben. Sorgenfrei im Sinne existentieller Sorgen...
    Was mich an der [lexicon]DDR[/lexicon] wirklich sehr gestört hat, war die übergroße Militarisierung - bis hinein in die Schulen und Betriebe. Und genau dieser wahnsinnige Militärapparat war - meiner festen Überzeugung nach - auch der größte Sargnagel dieses Staates, auf die Dauer ganz einfach nicht finanzierbar (Z.B.: 1km Westgrenze kostete etwa 1 Million Mark - PLUS Unterhaltung/laufende Kosten. Und es waren VIELE km... :staun: ).
    Somit sehe ich meine 1,5 Jahre Armee - genau bis kurz vor der Wende (leider) noch abgeleistet - auch als meine einigst wirklich "schlimme" (besser: verlorene) Zeit in der [lexicon]DDR[/lexicon] an.
    Ansonsten habe ich meinen Frieden mit meinem (ehem. ?) Heimatland gemacht - sonstige schlechte Erinnerungen verblassen eh im Laufe der Jahre und Jahrzehnte... :zwinkerer:

  • Ja nu....


    Kurz zur Erklärung: Bin Wessi, war zur Zeit der Wende knapp über 20 Jahre alt, mein Bezug zur [lexicon]DDR[/lexicon] sind nen paar Verwandte, ua 2 meiner 3 Halbbrüder.


    Allein an meiner persönlichen Familienkostelation wird klar was heute oft vergessen wird: Deutschland war mal eins, wurde dann von außen geteilt und schließlich wieder zusammengewürfelt. Geteilt war "nur" 40Jahre und es gab ne Zeit, da war es reiner Zufall wer nu Ossi oder Wessi wurde. Und es blieb reiner Zufall - je nachdem wer nu wo geboren wurde. Also sooo anders sind wir alle garnich :zwinkerer:


    Dann zum Thema Sicherheit: Was zB ne Lehrstelle nach der Schule angeht, ich hab meine 1982 begonnen. Nicht eine einzige Bewerbung geschrieben sonder einfach hingegangen und schon hatte ich den Job. Glück gehabt? Es gab damals unbeliebte Jobs wie zB Dachdecker. Damit diese Firmen überhaupt Lehrlinge bekamen, hat jeder Bewerber nen nagelneues Moped samt Führerschein bekommen nur damit er überhaupt die Lehre anfängt - so war das im Westen :zwinkerer:


    Oft lese ich bei solchen Themen das sich das zwischenmenschliche zum negativen verändert hätte. Mag ja sein, aber wenns doch alle stört, warum ändert ihr nix? Das ist doch nu wirklich nich der Job unserer Regierung - so gut oder schlecht sie auch sein mag. Also ich hab da kein Problem mit, kenn ganz viele nette Leute und auf ne ganze Menge kann ich mich verlassen. Wie man in den Wald hineinruft... :zwinkerer:
    Na sicher gibts reichlich Dummköpfe, aber die darf ich doch links liegen lassen. Und wenn das aufgrund der Umstände mal nich geht - Kompromissbereitschaft und auch mal fünfe gerade sein lassen können gehört zum Leben dazu. Abgesehen davon weiß ich aus eigener Erfahrung das manch "Freundschaft" in der [lexicon]DDR[/lexicon] auch an Qualität gewann wenn der eine was hatte was der andere gebrauchen konnte :lach:


    Was mich an dem System [lexicon]DDR[/lexicon] (also nicht den Bürgern, das ist ein Unterschied) besonders gestört hat war der fahle Beigeschmack den so manche grundsätzlich gute Errungenschaft hatte. Nehmen wir das wirklich großzügige Angebot für Kinder und Jugendliche:
    Eigentlich nur Bestandteil einer politischen Früherziehung im Sinne der Partei, allerdings so schlau gemacht das es den Kiddies Spass gemacht hat. Das gabs im dritten Reich auch schon in ähnlicher Form (nich aufregen, ich meine den Mechanismus und NICHT die Inhalte die vermittelt wurden) und hat auch dort sehr effektiv funktioniert. Ich finde es ist schon ein Fortschritt, das es diese Gleichmachung - egal ob nach guten oder schlechten Idealen (und wer bestimmt das eigentlich) - inkl der Benachteiligung derer die nicht mitspielen wollten so nicht mehr möglich ist. Negative Begleiterscheinungen hin oder her.


    War die [lexicon]DDR[/lexicon] meiner Meinung nach von vorne bis hinten schlecht? Was die Staatsführung angeht ja, aber so ein Staat besteht ja in erster Linie aus seinen Bürgern. Und genau denen ist es zu verdanken das unterm Strich eben nicht alles einfach nur schlecht war!
    Und genau das ist der Punkt den ich heute bei vielen so vermisse. Jammern und schimpfen anstatt einfach das beste draus zu machen. Sicher ist das alles nicht einfach, das hab ich nie behauptet. Aber auf den Boden werfen, mit Händen und Füßen trommeln und heulen nützt mal so garnix.
    Und sind wir doch mal ehrlich, mit der Einstellung die heute bei vielen so vorherrscht wäre die [lexicon]DDR[/lexicon] nen echter Miststaat ohne wenn und aber gewesen :zwinkerer:


    Chrom

  • Oft lese ich bei solchen Themen das sich das zwischenmenschliche zum negativen verändert hätte. Mag ja sein, aber wenns doch alle stört, warum ändert ihr nix?


    Weil der Grund für diese Änderung im zwischenmenschlichen Verhalten nicht beim Individuum, sondern bei der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung liegt. Heute muß man um der eigenen Existenz Willen den Konkurrenten, den Mitbewerber verdrängen.
    Als Extrembeispiel:
    Ob ich will oder nicht - wenn mein bester Freund und ich, weil wir das selbe gelernt haben und gemeinsam in unserer Heimatstadt geblieben sind, den gleichen Job haben wollen, ja haben MÜSSEN, weil wir sonst unsere Familien nicht mehr ernähren können, werden wir es dem jeweils anderen so schwer wie nur möglich machen. Freundschaft hin oder her.


    Daran kann der Bürger nix ändern - denn daß seine Existenz viel häufiger als früher auf dem Spiele steht und er auf gedeih und Verderb zusehen muß, mit dem Ar... an die Wand zu kommen (kloste es, was es wolle), ist ein gesellschaftliches Problem, kein individuell lösbares.

  • Nur gut das ich in meiner Jugend schon nen recht rebellisches Kerlchen war und mir davon bis heute was bewahrt hab :lach:
    Ich schwimme nich mit dem Strom, spiele Spiele die ich doof finde nich mit - und das ist in unserem Staat durchaus möglich.
    Ich hab meinen Kopf nie in irgendeinem Hintern gehabt und mich auch nie mit Ellenbogen durchs Leben gewurschtelt. Ich mach meinen Job ganz ordentlich, bin zuverlässig und pünktlich (heute ja keine Selbstverständlichkeit), meine Auftraggeber wissen was sie an mir haben und so hab ich nen recht sicheres Auskommen.
    Sicher wird man so kein Multimillionär - will ich aber auch garnich. Mir isses wichtiger morgens in den Spiegel schauen zu können - auch wenn ich den komischen Kerl manchmal noch nie gesehen hab :augendreh:


    Na und das man berufsbedingt umziehen muß hats in der [lexicon]DDR[/lexicon] nich gegeben? Wie haben die blos die ganzen Plattenbauten voll bekommen? Und wo kamen die ganzen Arbeiter der großen VEB's auf der ehemals grünen Wiese her?
    Von verstaatlichung mach über Generationen aufgebauter Familienbetriebe und Landwirtschaften sammt allem Hab und Gut garnich zu reden....


    Chrom

  • Wie haben die blos die ganzen Plattenbauten voll bekommen?


    Nach meinem Wissen sind Plattenbauten nicht wegen irgendwelchen großen VEB´s entstanden, sondern weil es günstig war und schnell gehen musste, wegen Wohungsmangel nach dem Krieg! Aus meinem Bekanntenkreis ist keiner wegen Arbeit umgezogen! Nur die, die studiert haben!
    Aber so krass wie heute, das es einfach keine Lehrstellen gibt und man deswegen weit weg muss, gab es nicht!


    Wissen hat eine wunderbare Eigenschaft: Es verdoppelt sich, wenn man es teilt.

  • Daß es sowas wie arbeitsbedingte Umzüge nicht gab, hat hier nie jemand baheuptet...
    ...aber das Zigeunerleben, das heutzutage vom Arbeit"nehmer" (der meiner Meinung nach seine Arbeit GIBT - und keine NIMMT :zwinkerer: ) erwartet und von der Politik nach Kräften gefördert wird, das gab es so nicht.

  • Einfache Frage - komplexe Antwort


    Die Plattenbauten voll kiregen? Ein kurzer Blick in die demografisch-statistische Tabelle zwischen 1950 und 1990 zeigt, das die Reproduktionsrate im Westen seit dem Pillenknick im Mors ist..... wie in der [lexicon]DDR[/lexicon] kurzzeitig auch. Was macht man also wenn man nachfolgende Staatsbürger braucht aber Kontrazeptiva nicht verbieten kann? Genau, man schafft gesellschaftlich-soziale Anreize (Kindergarten, Elternkredite, Wohnraum etc.) umd dies auszugleichen.... was auch relativ gut gelungen ist (der Einbruch 1991 spricht Bände.....)


    Bodenreform/Enteignung...... mal ganz provokativ gefragt: was oder wer wurde denn enteignet? Bzw. welcher Sachgüterstand ist geflossen? Genau, nach kurzer Überlegung wird man feststellen, das es primär außer Bodenfläche um eher wenigerging und sekundär dieses mit industrieller Landwirtschaft deutlich ergibiger und auch sozialer bewirtschaftet werden konnt..... (das stellen einige Agrargenossenschaften seit einiger Zeit auch fest)
    Bei den Kleinbetrieben ist das etwas komplizierter..... Planwirtschaft duldet nur wenige Nischen..... udn darin liegt definitiv einer der größten Fehler.


    Und um noch etwas Nachzureichen: Die damalige Regelung Rückgabe vor Entschädigung (wo eben meist nicht 40 Jahre alte, völlig sich selbst überlassene Objekte sondern eher die Rosinen zurückgefordert wurden) erzeugt bei mir ebenfalls einen schalen Beigeschmack..... Siegerjustiz ist auch so ein Schlagwort was da so in meinem Hinterkopf fällt.


    Es gibt eben kein schwarz und weiß..... und das Leben läßt sich eben nicht in ein paar Latrinenparolen ausdrücken......



    Zu deiner persönlichen Ellenbogenfreiheit: du bist aber nur eine Facette..... quasi ein in-etwa-80stel-Milliönchen und so ähnlich wie versuche ich es auch zu halten. Nur ist eben der allgemein-gesellschaftliche Trend ein deutlich anderer.......

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    Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".


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  • Naja, ein Großteil der Plattenbauten entstanden in den 70ern, also "etwas" nach Kriegsende. Und die entstanden nich da wo ganz viele Obdachlose "wohnten", sondern da wo grad Platz und oft eben auch Bedarf an Arbeitskräften war.
    Wie auch immer, Kleinigkeiten :zwinkerer:


    Auf jeden Fall hat sich das nicht nur in den neuen Bundesländern geändert, sondern ist eben mal so. Und da wären wir wieder beim "das Beste draus machen".
    Ich bin gebürtiger Bielefelder und will auch nirgens anders hin. Auch hier haben wir eine relativ hohe Arbeitslosenquote, ich war selbst schon ohne Job, hab mich irgendwann selbstständig gemacht. War für mich der richtige Weg, gerade am Anfang aber recht steinig. Da muss man halt durch...


    Chrom