Scharniergelenkwelle ausbauen

  • Hallo,


    muss demnächst bei meinem Neuerwerb das Getriebe wechseln und evtl. die Scharniergelenke der Antriebswellen. Bei Meissners "Wie mach ichs mir selbst" steht dass man die Radnabe abziehen muss wenn die Welle raus soll. Das ist doch eher unnötig oder? Eigentlich müsste es doch reichen wenn ich auf der linken Seite den [lexicon]Querlenker[/lexicon] am Hilfsrahmen abschraube damit die Welle Luft kriegt zum Getriebeausbau. Dann halt die Welle aus der Nabe schlagen (mit bündiger Achsmutter und Aludorn) sollte doch reichen oder etwa nicht? Zur Zeit fehlen mir halt sämtliche Abzieher, deswegen wollt ich keine unnötigen Arbeiten machen.



    Für ne kurze Bestätigung meiner Meinung oder auch halt eben das Gegenteil wäre ich dankbar.



    gruß


    Steffen

    Matt ist das neue Hochglanz
    Zwei Zylinder, zwei Takte und ein Mikuni: da geht was! :thumbsup:

  • Willst Du nu nur das Getriebe raus nehmen, oder de Antriebe mit?
    Wenn de nur das Getriebe raus nehmen willst, brauchste nix an den Achsen und Antrieben ausbauen.... :zwinkerer:
    Achja...grad noch gesehn...de Scharniere sind nur mit je 2 Bolzen und Sprengringen befestigt...die machste ab und gut.

    2 Mal editiert, zuletzt von TOOM-76 ()

  • Naja die Wellen müssen mit raus weil die Scharniere ausgeschlagen sind. Und ohne Ausbauen der Wellen dürfte man nicht an den hinteren Bolzen kommt.
    Oder täusche ich mich da?


    gruß
    Steffen

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  • Welchen "hinteren Bolzen" meinst Du? Den getriebeseitigen, auf dem die Gleitsteine sitzen? - Dafür muß man ggf. nur den inneren Teil der Gel.welle rausnehmen - das geht recht problemlos (Manschette runter, Sprengring vom Bolzen am Scharn.gelenk abnehmen - und schon kann man die innere Welle rausnehmen, wenn die Lenkung voll eingeschlagen ist).
    Wenn Du den äußeren Sicherungsbolzen des Gelenkes meinst: da kommt man nicht ganz so problemlos ran. Entweder muß man die Radnabe abziehen und Achsstumpf nebst Gelenk herausschlagen - oder man schraubt die Fettkappe (wo die Manschette drauf sitzt) ab - je nach Bj. sind dort 2 oder 4 5er Bolzen drin (8er Steckschlüssel nötig). Wenn diese Kappe lose ist kann man sie so schwenken, daß man auch an die Sprengringe des äußeren Gel.bolzens ran - wenn auch etwas fummlig... :zwinkerer:

  • Ja den äußeren meine ich. Mir ist halt nicht unbedingt klar dass man für den Ausbau der Welle die Radnabe ziehen muss. Ist aber auch schon ne Weile her das ich das mal alles auseinander hatte.
    Aber wenns mit Verdrehen des Bechers oder wie auch immer sich das schimpft geht dann mach ich das so.


    Vielen Dank für die Tipps.


    gruß
    Steffen

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  • Bei Meissner wird die Äußere Gelenkwelle beschrieben, auch als Achswelle (wo die Nabe draufsitzt) bekannt. Die Innere meinst du, sprich die Antriebe. Die Schaniere sind mit 2 Bolzen mit Seegerring gesichert eine an der Antriebswelle und eine an der Achswelle. Die Schaniere sind meist weniger verschlissen, eher die Wellen, schau da mal nach. Am besten ist du hebst die [lexicon]VA[/lexicon] komplett aus, nachdem du die Blattfederschrauben (an den Laufbolzen) herausgedreht hast, dann fluppen die Antriebe von allein raus :top:

    Ohne Arbeit früh bis spät,
    wird dir nichts geraten,
    der Neider sieht das Blumenbeet,
    aber nicht den Spaten!

  • Ich nochmal,

    mal ne Frage an dich Marsiator, da du angegeben wirst mit dem Wohnort in Chemnitz, wirst du ja auch eine Garage für deinen Besten besitzen, oder? Ich suche nämlich auch noch eine neue als Ersatz, da mein jetzige demnächst bald dem Erdboden gleichgemacht werden soll. Kannst du mir da vielleich weiter helfen? Wäre Dir damit sehr verbunden.


    MfG.


    Konrad mit Pappe

  • Also wenn's jetzt wirklich nur um den äußeren Gelenkbolzen geht: den bekommt man doch vollkommen problemlos mit 'ner gebogenen Seegerringzange ab. Also ich zumindest, da muß ich weder die Nabe noch die Fettkappe anrühren. Dazu muß man nur das Gelenk so drehen, daß der Bolzen entlang der großen Halbachse der Fettkappe verläuft. Dann kann man den Bolzen exakt so weit rausziehen, daß man das Gelenk abnehmen kann.


    Aber: keine Billigzangen (z.B. bei ebay) kaufen, mit denen hat man absolut keine Freude (schlechter Griff, evtl. brechen sogar die Greifspitzen ab).


    Gruß
    Gunnar

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Danke für die Tipps, da werde ich dann mal schauen was nun ausgeschlagen ist. Festzustellen ist das die Lenkung sehr schwergängig ist obwohl die Vorderachse komplett spielfrei und neu abgeschmiert ist. Ausserdem haben beide Antriebswellen schon ein gewisses radiales Spiel. Den Grund werd ich ja sehen wenn ich alles auseinander hab. Entweder Wellen, Bolzen oder Gelenke. :traurig:

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  • Hallo hotwheelz


    Kleiner Tip,wenn Die Gelenke ausgeschlagen sind, dann sind auch die Wellen eingelaufen, also raus! Am Besten läßt sich das nämlich an der ausgebauten Welle prüfen. Vor allem prüfe die neuen Gelenke, ehe Du sie einbaust, denn ich hatte schon welche, die hatten mehr Spiel als die alten, die ich rausgeworfen hatte. Ich würde bei Verfügbarkeit sowieso volle nehmen und nicht die abgesetzten der letzten Fertigung. Etwas Spiel muß sein.
    Andererseits hat es keinen Einfluß auf die Leichtgängigkeit der Lenkung, wenn die Gelenke ausgeschlagen sind.da wird Dir das Lenkrad beim Anfahren flattern, aber schwer oder leicht geht die Lenkung trotzdem.Wenn das Lenkrad bem Anfahren ruhig bleibt, dann kannst Du mit ruhigem Gewissen die alten Gelenke drinlassen.
    Übrigens, auf Fernfahrten hatte ich zu Ost - Zeiten immer eine kurze Anriebswelle komplett und eine lange innere Welle nebst 36 - ger Ringschlüssel und Nabenabzieher im Kofferraum. Auch 2007 in der Schweiz und da hab sie gebraucht.


    Gruß Jürgen :winker:

  • Wellen eingelaufen? Sollte es nicht nach Maschinenbauersicht so sein dass das billigere Teil einläuft, also der Bolzen? Naja, dann muss ich mich vorsichtshalber schonmal nach nem Satz Wellen umschauen. Wie war das, aussen sind links und rechts gleich, die inneren Wellen sind unterschiedlich? Woran erkenne ich die von dir genannten unterschiedlichen Scharniergelenke? Wo bekommt man noch die besseren?



    gruß


    Steffen

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  • Hallo Steffen,


    Du mußt aber auch mal sehen, daß die Wellen schon über 20 Jahre alt sind. Die alte Ausführung der Scharniergelenke ist gleichmäßig dick, während die neue Ausführung sehr viel Materialsparsamer gefertigt wurde. die hat einen erhabenen Rand.
    Es stimmt schon, wenn Du eine gebogene Seegeringzange hast, dann kannst Du mit etwas Geschick das Gelenk wechseln, ohne die Achse weiter zu zerlegen. Ich hab mir da vor paar Jahren eine mehrfach verwendbare der Firma "LUX" im OBI- Baumarkt gekauft. Funktioniert immer noch tadellos und ist für alle Eventualitäten am Trabant einsetzbar.


    Gruß Jürgen :winker:

  • Na dann werd ich mal schauen, bis jetzt hab ich dann wahrscheinlich immer nur die neueren Gelenke gesehen.
    Jetzt ist bei mir auch der Groschen gefallen warum man die Nabe abziehen muss, schliesslich steckt da ja noch die blöde Passfeder drin.
    Ist halt kein neumodischer Kram mit schöner Verzahnung den man einfach durchschieben kann. :augendreh:

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  • Lang, lang ist´s her.


    Hab vor einiger Zeit nen Satz Wellen und Gelenke bekommen. Allerdings auch nicht neu, zumindestens die Wellen nicht unbedingt. Was mir beim Zerlegen auffiel, der Bolzen für die Gleitsteine saß extrem fest und wollte nur mit roher Gewalt in Form von Hammerschlägen aus der Welle. Normal muss das doch leicht gehen, oder? Wie verfahre ich da beim Zusammenbau? Neue Bolzen kaufen und hoffen, dass die leichtgängig sind?


    Der Rest, also Scharniergelenk und äußere Welle sind soweit zusammen. Es ist noch ein wenig Spiel zwischen den inneren Wellen und dem Gelenk. Ist das normal? Ich meine, irgendwie muss das Fett ja auch dazwischen und ohne Spiel ginge das ja nicht. Die Gelenke sind neu, allerdings eine alte und eine neue Ausführung, wobei die neuere wirklich merklich mehr Spiel hat als die alte Ausührung.


    Was sollte denn als Fett für die Wellen verwendet werden? Und befüllt wirklich jeder der Scharniergelenkwellen-Fahrer ne extra Fettpresse mit dem dafür vorgesehenen Fett? :hä:



    Sorry für die Fragen, aber so was kommt halt bei der Arbeit....


    grüße aus B


    Steffen

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  • Hallo,
    Habe meine Antriebe 2008 auch getauscht.
    Die Bolzen habe ich durch vorsichtiges erwärmen und einen Schraubstock in die Wellen bekommen .
    Ging aber trotzdem noch sehr schwer.


    Radantrieb Rechts wechseln


    Tschüß Heiko


    http://www.trabant601s.de/

  • mmh, also Gefriertruhe und Kochplatte zum Zusammenbau? Naja, das lässt sich machen. Wunderte mich bloß weil im [lexicon]WHIMS[/lexicon] nix so direkt dazu stand, oder ich hab es schlicht überlesen.


    Also werd ich mir noch neue Bolzen und Gleitsteine besorgen (oder notfalls die nehmen mit denen die Pappe derzeit läuft) und dann im Winter alles zusammensetzen. Den Rest der Saison werden die ausgeklapperten Wellen jetzt auch noch mitmachen. :verwirrt:



    gruß


    Steffen

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  • Warum den Bolzen für die Gleitsteine entfernen? Die Achsmanschetten kann man so drüberziehen ohne sie zu beschädigen. Die Gelenkwellen laufen in Drehrichtung ein und die Scharniergelenke (man sieht es erst richtig wenn man sie fettfrei auswäscht) haben am Gelenk dann ziemlich viel Spiel und sind dann auch diejenigen die wegbrechen beim schwungvollem anfahren mit eingeschlagenen Rädern. Mit der gebogenen Seegeringzange lassen sich die Scharniergelenke jedenfalls einzeln wechseln ohne den Achsstumpf rauszudrücken.
    Deine schwergängige Lenkung überprüfe mal indem du die Spurstangen abnimmst vom Schwenklager und dann deine Schwenklager drehst. Gehen die wirklich leicht zu bewegen? Bezweifle ich.

  • Die Bolzen hab ich rausgedrückt weil ich die Manschetten sonst echt nicht drüberbekommen hätte. Das war so schon ein Akt. :bäh:
    Schwenklagerbuchsen werden im Winter neu gemacht, da wird sich das dann offenbaren. Die Ursache dafür hatte ich halt fälschlicherweise den Gelenkwellen zugeordnet. Aber die gehen eher zu leicht als zu schwer. Mittlerweile, also rd. 3000km später, lenkt es sich auch schon leichter. Wahrscheinlich sind die Bolzen allesamt derb verrostet und schreien nach ner GR.


    An den inneren Wellen sind teilweise leichte Einlaufspuren zu erkennen, aber eher kaum zu erfühlen. Die alten, äußeren Wellen, die an den erworbenen Gelenkwellen dranhingen waren jedenfalls deutlich eingelaufen. Ich denke mal, die Kobination aus leicht gebrauchten inneren, neuen äußeren sowie neuen Gelenken sollte schon ein paar tausend km mitmachen. Wenn ich bedenke wie viel km die ausgeklapperten jetzt schon mindestens gelaufen sind. :grinser: Und schnelles Anfahren mit eingeschlagenen Rädern gibbet bei mir nicht. :dududu:


    Letzte Frage, was soll man nu für Fett nehmen? :hä:


    gruß
    Steffen

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  • Die Fettsorte ist m.E. eher untergeordnet.
    Rühr vorher richtig Graphitstaub drunter, 5:1 - Fett:Graphit.

  • Habe meine beiden schaniergelenkwellen ausgebaut und stehe vor der Entscheidung ob ich beide Wellen austauschen soll, da bei beiden sich Spuren vom Gelenk abzeichnen.

    Man spürt auf jedenfall eine Vertiefung an den blanken Stellen.

    Wie groß ist die tolleranz?

    Im Internet findet man zwar noch originale, aber die sind teils alle rostig, sodass der Rost ja auch wiederum Materialverlust in den belasteten Bereichen darstellt.


    Das Gelenk hat auch spiel. Doch wie viel spiel ist normal?