Ultimate 100 tanken?

  • In meinen 1.1er kommt nur Total Excellium (Super Plus 98) rein. Dieser Kraftstoff hat kein Bio-Ethanolanteil drin (Ultimate 102 auch nicht, aber 102 Oktan... na ja). Alle anderen Sorten haben min. 5% Bio-Ethanol. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass der heutige Sprit extrem die Vergaserdüsen und Vergaserwannen angreift, wenn man das Fahrzeug im Winter ruhen lässt und der normale Sprit im Vergaser bleibt. Das führt unweigerlich zu verstopften Düsen und gammligen Vergaserwannen. 1-2 Monate reichen schon aus. Ich habe keine Lust, bei jedem Fahrzeug nach dem Winter die Vergaser zu zerlegen und zu reinigen. Daher Total Excellium.


    MfG. Stephan

  • Ich tanke Super und hatte bisher weder angegriffene Vergasergehäuse noch -düsen. Im Winter stehen die Fahrzeuge mit Vergaser ein paar Monate.


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Ich wüsste auch keinen Grund, weshalb die Metallteile und Düsen am Trabant-Vergaser durch Alkohol angegriffen werden sollten. Im Übrigen ist der Alkoholanteil im Ottokraftstoff maximal 5%, nicht "min. 5%". Lediglich "Super E10" enthält (ebenfalls maximal) 10%. </klugsch...-Modus aus>


    Mich erinnert das an die Legenden, die sich nach der Währungsunion um das bleifreie Benzin rankten. Es würde Messing angreifen und den Schwimmer undicht machen. In der Tat war zu beobachten, dass die graue Patina, die das verbleite Benzin auf der Oberfläche hinterließ, durch das bleifreie Benzin nach und nach wieder abgetragen wurde. Ich selbst habe das damals sogar geglaubt. Nach 2 Jahren Betrieb mit dem (tatsächlich recht üblen) 91er Klingelwasser, was damals üblicherweise an den Gemischsäulen ausgeschenkt wurde, ist mir tatsächlich ein Schwimmer abgesoffen. Ein kausaler Zusammenhang zur Verwendung bleifreien Benzins ist natürlich nicht belegbar.


    Inzwischen gibt es an normalen Tankstellen seit über 10 (15 oder gar schon 20?) Jahren überhaupt kein verbleites Benzin mehr zu kaufen, und trotzdem spricht kein Mensch mehr von der Geschichte, weil alles zu funktionieren scheint. Und ich glaube nicht, dass alle Trabantfahrer, die keine Probleme mit dem Vergaser haben, mit AvGas fahren ;-)


    Gruß Steffen

  • Ach ja, bleifrei. Das Bleiersatz das man damals in den Neunzigern kaufen konnte war auf Kaliumbasis. Nur nicht in Deutschland, den Blei dürfte man da nicht durch ein anderes Metall ersetzen, und chemisch gesehen ist Kalium ein Metall.

    Ich weiß nicht mit was für Murks ihr euch damals deswegen behelfen musstet, aber als wir nach dem ITT in Zwickau auf der Heimfahrt Aral Bleiersatz mit reingekippt haben, hatte der Motor total keine Leistung mehr. Seltsam beschissen hat der P60 gefahren. Als der Tank halb leer war, haben wir Superbenzin 1:50 nachgefüllt und dann ging es wieder akzeptabel. Der Rest des Bleiersatzes habe ich ein Volvofahrer geschenkt. Der hat sich darüber nicht beschwert.

  • Bleiersatz habe ich nie im Trabant verwendet. Wüsste auch nicht, wozu. In meinem letzten Beitrag ging es auch überhaupt nicht um Bleiersatz. Vermutlich hast du da etwas falsch verstanden.

  • Wenn man es direkt verbraucht spricht auch wenig dagegen. Aber füll mal etwas in ein Glas, durchsteche den Deckel das es dicht ist wie ein Tank und lass es stehen und beobachte und rieche.

    Das Zeug wir u.U. grün, stinkt wie die Höhle und vor allem wird es zündunwillig.

    Mein japanisches Zweitaktmoped sprang damit (ansonst vollkommen technisch i.O.) nicht mehr an. Erst nach Entleerung, Reinigung und mit frischem Benzin kam es beim ersten Tritt. Ich schreibe das dem Benzin und sein "verfaulendem" Bioanteil zu. Wissenschaftlich belegen kann ich es nicht und hab auch nicht danach geforscht.

  • Genau so sehe ich das auch. Sofern bei moderneren Fahrzeugen keine Ressentiments seitens des Herstellers bestehen. Und beim Oldie wird man höchstwahrscheinlich subjektiv keinen Unterschied zwischen E5 und E10 bemerken.


    Selbst habe ich allerdings noch nie E10 getankt, da ich stark am zweifeln bin, ob die Herstellung des ganzen sogenannten Bio-Alkohols in einer ökologisch verträglichen Art und Weise stattfindet, bzw. überhaupt möglich ist. Für mein Benzin soll möglichst kein Regenwald gerodet werden.


    Viele Grüße

    Steffen


    Edit: Ich beziehe mich auf den Beitrag von Deluxe  

  • Sehr schöne Benzin-Diskussion! ;-)


    Ich tanke ebenfalls kein E10, aber aus folgenden Gründen:


    - Meine Stammtankstelle vom Globus Supermarkt liegt auf dem Arbeitsweg, ist die Günstigste im Umfeld und ich bekomme noch 4 Cent Rabat pro Liter durch Umsatz im Globus. Und an dieser Tankstelle kostet das Super seltsamerweise nur einen Cent pro Liter mehr als E10.


    - Irgendwie hab ich bei E10 beim Trabi ein mulmiges Gefühl wegen der Benzinschläuche und dem Simmerring im 28H1-1. Wird aber wohl unbegründet sein.



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • an dieser Tankstelle kostet das Super seltsamerweise nur einen Cent pro Liter mehr als E10.

    Die Preisgestaltung ist wahrlich seltsam. Bei Shell sinds dafür meistens (nicht immer) 4 ct Unterschied. :staun:


    Im Trabant tanke ich das gelegentlich, weil sich bei dem Preisunterschied auch der niedrigere Brennwert des Alkohols theoretisch rechnet (bei 2 ct Differenz eher nicht). Keine negativen Erfahrungen. Fürs 6-monatige Winterlager mache ich lieber keine Experimente und tanke E5 voll.


    OT: Beim Westblech (Polo 6N2, 1,0) habe ich das seltsame Phänomen, daß die Motorkontrolllampe wg. AGR-Ventil mit E5 manchmal leuchtet - sobald ich Polen-Sprit ohne Alkohol tanke, ist die sofort aus, um dann daheim bei der nächsten Tankfüllung wieder zu leuchten.


    Kann mir das jemand erklären? Reagiert das AGR-Ventil bei anderen auch so empfindlich auf Alkohol?


    (Mein Getränk hat auch öfters 5 % Alkohol und ich reagiere nicht so empfindlich... :grinser:)

    Früher gab's Sex, Drugs & Rock'n'Roll -

    jetzt gibts Veganer, Laktoseintoleranz und Helene Fischer

  • da ich stark am zweifeln bin, ob die Herstellung des ganzen sogenannten Bio-Alkohols in einer ökologisch verträglichen Art und Weise stattfindet, bzw. überhaupt möglich ist. Für mein Benzin soll möglichst kein Regenwald gerodet werden.

    offtopic:

    ich persönlich glaube, daß das allermeiste, was uns im Rahmen der Energiewende als besonders ökologisch verkauft wird, in der Gesamtbilanz mindestens gar nix bringt oder evtl. sogar kontraproduktiv ist. Fängt an bei der monokulturellen Verrapsung ganzer Landstriche und hört - ganz aktuell - auf mit der Frage, warum man Wald nicht zur Kohleförderung, sehr wohl aber zur Windradaufstellung roden darf ;)


    Zum Thema:

    daß der Biosprit irgendwann kippt, ist ja mittlerweile bekannt. Aber gibt es diesbezüglich Erfahrungen mit Benzinstabilisator? Nützt das Zeug was?

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Ich hab Benzinstabilisator ab und zu mal über Winter in Tanks und Kanistern beigemischt. Zumindest roch die Brühe auch nach Monaten noch nach Benzin und nicht wie Umgekipptes. Am Brennverhalten habe ich im Fahrbetrieb keinen Unterschied zu frischem Sprit festgestellt. Es scheint also zu helfen. Oder zumindest die Lagerzeit deutlich zu verlängern.


    tim :
    Die von Dir beschriebenen Vergammelphänomene sind mir nicht unbekannt.

  • Über den Winter kommt in alle Stehzeuge VPower oder was ohne E. Vor allem die japanischen Vergaserbänke mögen kein langes Stehen mit Alkohol. Sonst fahre ich E5. In alle Motorgeräte kommt nur noch Motorgerätesprit.

  • Weil der Sprit in den NL höllisch überteurert ist, tanke ich eigentlich nur noch in Belgien. Mit ein Unterschied von etwa 20ct/L lohnt sich die Mitnahme einige Kanister. Da es das Euro95 seit diesem Jahr in Belgien nur noch als E10 gibt, bin ich jetzt ganz umgestiegen auf super98, und die Trabis (auf Kanisterbenzin) sind damit sehr zufrieden. Der Honda Vtec aus 1998 zeigte sogar deutlich spürbare Besserung.

    Bleiersatz habe ich nie im Trabant verwendet. Wüsste auch nicht, wozu. In meinem letzten Beitrag ging es auch überhaupt nicht um Bleiersatz. Vermutlich hast du da etwas falsch verstanden.

    Es hat wohl was geklingelt... ;)

  • Die von Dir beschriebenen Vergammelphänomene sind mir nicht unbekannt

    Aber mir, ich habe dieses Jahr 3 komplett unterschiedliche Geräte zur Reparatur gehabt die ein Vergaserproblem hatten welches auf den Benzin zurück zu führen ist. Bei allen 3 Vergasern waren die Inntenteile der Schwimmerkammer komplett grün. Ein 4T Außenborder dessen SNV nicht schloss, eine DT125 dessen SNV nicht öffnete und eine Kehrmaschine dessen Drosselklappe regelrecht fest gegammelt war.

    Und er Sprit aus der DT riecht jetzt noch überall ,völlig abartig.

    Biete Serienmotoren, Sportmotoren, Rennmotoren, Sport-VSD, Vergaserumbauten, Regenerierung Drehschieberflächen, Gehäusereparaturen, Aluschweißen, Sandstrahlen mit verschied.Material auf Anfrage

    Edited once, last by Fg601 ().

  • Er schrieb: sind mir nicht unbekannt.......

    Also weiss er doch um den Umstand des "Umkippens"....

  • wer lesen kann........... :saint:

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  • Tscha, echtes Problem fuer'n echten Chemiker.


    In Leuna findet sich bestimmt einer, der den Sachvehalt erklaeren kann. Vor Jahren hatte ich mal wegen einer aehnlichen Problemstellung bei Addinol angerufen. Und wurde mit einem Chemiker verbunden, der mir dann gaaanz viiiel von Acetylen (Sauerstoff+Atze knallt Klasse!) und irgendwelchen OH-Gruppen erzaehlt hat, das es mir mit meinen Peneler- und Knallfroschbauerchemiewissen ganz schmummerich wurde.


    Wen's wirklich interessiert, der sucht einen Fachmenschen und befragt diesen.

  • Das ist doch aber schon mal eine wertvolle Erfahrung von Deluxe, daß der Stabilisator was zu bringen scheint. Somit haben alle, bei denen der Sprit lange steht (in Kehrmaschine, Motorboot, Sonntagstrabant usw usf) schon 3 Optionen: leer machen, Premiumsprit tanken, Stabilisator zusetzen. Eines davon ist sicherlich für jeden praktikabel.

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    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")