Prüflampe selber bauen

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    • Prüflampe selber bauen

      Moin,

      zum Einstellen des EBZA-Gebers aber auch für andere Arbeiten an der Elektrik möchte ich in Zukunft gern eine Prüflampe verwenden. Ein Modell mit klassischer Glühbirne würde den Geber zerstören - da zu viel Strom fließt, nicht jedoch eine mit LED. Sowas gibt es für wenig Geld zu kaufen, aber diese gefallen mir alle nicht. Sie sind unnötig groß, man muss sie zumeist mit mindestens einer Hand an einen Kontakt halten, da sie nur für Masse eine Krokodilklemme haben und sie haben auch keinen Magnethalter. Genau sowas wüsche ich mir aber, um die Prüflampe zum Beispiel am EBZA Geber anzuklemmen, die Prüflampe am Tank anzubappen und die Hände zum Einstellen frei zu haben. Daher entstand der Plan mir eine solche Prüflampe selbst zu fertigen. Vielleicht interessiert das ja den einen oder anderen und regt zum Nachbauen an. Wer meint mir den Unsinn dieses Projektes erklären zu müssen, der kann sich das getrost sparen. Mir ist klar, dass man Prüflampen für 5 Euro bei eBay bekommt - die gefallen mir halt nicht. Hier also mein kurzer Bericht dazu.

      Zunächst: Ich bin kein Elektronikingenieur. Ich mache das nur amateurhaft und will von vornherein gar nicht behaupten, dass meine Schaltung besonders toll ist. So wie ich mir das aber ausgerechnet habe, dürfte es trotzdem ganz gut funktionieren. Mal sehen, was am Ende die Praxis sagt. Folgenden Schaltplan habe ich mir ausgeknobelt:



      Die Suppressordiode schützt vor Überspannungen und Verpolung. Kurze hohe Spannungsimpulse wie sie im Bordnetz bei laufendem Motor auftreten können, sollten davon effektiv in Wärme umgewandelt werden. Auch vor längere Überspannungen - so sie denn nicht all zu hoch sind wird die LED durch diese Beschaltung geschützt. Den Stromfluss durch die Suppressordiode begrenzt der Vorwiderstand R1. Über der LED und R2 liegen so nie mehr als 15V an. R2 ist der Vorwiderstand für die LED. Durch diese Beschaltung dürfte die LED bei ca. 7V anfangen zu glimmen. Man kann sich bis ca. 30V recht bedenkenlos dauerhaft einsetzen und auch verpolt angeschlossen verträgt sie dauerhaft knapp 20V. Das sind aber nur theoretische Werte die ich mir vorher anhand der Belastbarkeit der Bauteile ausgerechnet habe. Ob das in Praxis stimmt, sei noch dahin gestellt.

      Natürlich sollte so eine kleine Schaltung auch robust verpackt sein. Dafür habe ich mir diese kleine technische Zeichnung gemacht.



      Als Gehäuse dient ein gebräuchliches PVC-Rohr. Da drin verschwindet die Platine. Oben wird das ganze durch einen kleinen Reflektor begrenzt. Dieser ist beim Abstrahlwinkel von LEDs eigentlich Nonsens, aber es gibt sie günstig zu kaufen. Für den unteren Abschluss drehe ich mir eine kleine Abschlusskappe aus POM (Kunststoff). Dort werde ich einen Neodymmagneten einpressen. Durch das Kunststoff ist der Lack an meinem Tank geschützt, wenn ich da die Prüflampe anbappe.

      Hier eine mögliche Einkaufsliste für alle benötigten Teile:

      reichelt.de/LEDs-5-mm/LED-5MM-…3019&artnr=LED+5MM+2MA+RT
      reichelt.de/Zubehoer-fuer-LEDs…=3044&artnr=REFLEKTOR+5MM
      amazon.de/Druckrohr-Grau-Außen…ar-Qualität/dp/B00CWF8OPE
      amazon.de/gp/product/B0187JGP1I
      reichelt.de/Ueberspannungs-sch…ID=3000&artnr=1%2C5KE+15A
      reichelt.de/1-4W-5-1-0-k-Ohm-9…%2F4W+1%2C0K&SEARCH=%252A
      reichelt.de/1-4W-5-1-0-k-Ohm-9…%2F4W+1%2C5K&SEARCH=%252A
      conrad.de/de/miniatur-abgreifk…ann-ma-1-1-st-736278.html
      conrad.de/de/miniatur-abgreifk…ann-ma-1-1-st-736266.html
      conrad.de/de/litze-flexi-e-1-x…121-meterware-606761.html

      Man braucht noch ein bisschen Material für die Abschlusskappe - da hatte ich halt noch etwas Abfall. Zwei Abschlusskappen sind dann auch schon gefertigt. Platinen habe ich auch schon geätzt. Spätestens am Wochenende will ich die Platinen bohren und bestücken. Dann muss eigentlich nur noch das Rohr auf Länge gebracht werden und alles zusammengeklebt und verkabelt werden. Ich werde berichten.

      Gruß, Felix
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    • Dann sag mal, was ich beim Bemaßen falsch gemacht habe - bin auch kein Konstrukteur. Lerne aber gern dazu. :)

      Das war tatsächlich erst meine zweite Ätzübung. Daher auch die Versuchsplatine wo ich rausfinden wollte welche Strukturgrößen man in der Küche so schaffen kann. Stehe da noch am Anfang - aber es klappt schon ganz gut.

      Gruß, Felix

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FelixBRB ()

    • FelixBRB schrieb:

      Dann sag mal, was ich beim Bemaßen falsch gemacht habe

      Hier mal an Hand eines Beispiel Bildes:



      Vertikale Maßangaben (wie hier die 30, 26 und 10) werden immer so eingetragen da sie 90° gedreht sind und somit von Rechts lesbar sind.

      Bemaßungslinien gehen immer durch das Werkstück durch zu der Stelle die bemaßt werden soll, nicht wie bei dir am Werkstück außen aufhören, das ist bei deinem Teil jetzt nicht so dramatisch aber bei größeren komplexeren Zeichnung muss man ja die richtige Stelle ja sofort sehen können die bemaßt werden soll ;) Was man jedenfalls unbedingt meiden sollte (was nicht immer geht), dass sich Bemaßungslinien schneiden, das ist bei dir zwar nicht der Fall aber nur so als Hinweis.

      Einfach mal andere Technische Zeichnungen anschauen wie es gemacht wurde und daran orientieren :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von olixon ()

    • FelixBRB schrieb:


      ...dürfte die LED bei ca. 7V anfangen zu glimmen.

      Die fängt bei 2...3 V an, abhängig von der Farbe. Oberhalb dessen ist dann die Helligkeit proportional von der Spannung abhängig.
      Du solltest den Maximalstrom der LED voll ausreizen, damit die auch beim Arbeiten im Freien an einem hellen Tag noch gut zu sehen ist. Deine Widerstände wären dann jeweils 300 Ohm.
      Ich hab sowas ähnliches auch schon mal gemacht. Deshalb schreib ich hier noch zwei Überlegungen hin. Und es ist wirklich nicht meine Absicht, Deine Arbeit in irgend einer Form mies machen zu wollen.
      Die Probierlampe sollte unabhängig von der Polarität sein. Genau so, wie es die Glühbirnen-Variante ist. Dafür empfiehlt sich ein Brückengleichrichter.
      Wenn die Lampe irgendwo baumelt, dann strahlt sie immer in die falsche Richtung. Das ist ein Naturgesetz. Deshalb muss ein Gehäuse her, was ringsum leuchtet. Und weil ich offensichtlich sowieso nicht der begnadete Gehäusebauer bin, habe ich den Kram einfach in einen Plastesektkorken gestopft.

      MfG
      hjs
    • Moin,

      danke für deine Hinweise. :) Damit die Prüflampe eben nicht irgendwo rumbaumelt habe ich ja den Magnethalter vorgesehen. Daher denke ich, dass ich mit einer LED in eine Abstrahlrichtung durchaus hinkomme.

      Die LED selbst fängt bei 2-3V an zu leuchten, richtig. Aber schau dir mal meine relativ großen Vorwiderstände an. Bis an der LED 2-3V anliegen muss an der Gesamtschaltung schon deutlich mehr Spannung anliegen, damit durch diese Vorwiderstände der passende Strom für die LED fließt. Die Werte habe ich so gewählt, damit dauerhafte und kurzzeitige Überspannungen die Prüflampe nicht kaputt machen. Man könnte sie durchaus etwas kleiner wählen, aber ich will damit nur an meinem 12V Fahrzeug arbeiten - dafür sollte es so reichen.

      Im Überspannungsfall liegen durch die Suppressordiode max. 15 V über LED und R2 an. Ich habe R2 so ausgelegt, dass es gut zu den Daten für den Dauerbetrieb der LED aus ihrem Datenblatt passt. Ich kann das gerade nicht vorrechnen - mein Sohn muss gefüttert werden. :D Später vielleicht ...

      Gruß, Felix
    • FelixBRB schrieb:


      Bis an der LED 2-3V anliegen muss an der Gesamtschaltung schon deutlich mehr Spannung anliegen, damit durch diese Vorwiderstände der passende Strom für die LED fließt.

      Das hast Du falsch verstanden. Ob Strom fließt oder nicht, das entscheidet die LED anhand der Spannung. Unterhalb dieser Schwelle wirken die Widerstände nicht. Bitte nicht vorrechnen.
      Ich wollte Dich aber nicht dazu provozieren, Deine Version zu verteidigen. Es waren einfach meine Überlegungen dazu.
      Was mir noch einfällt: Wenn jemand so eine Schaltung kreiert, dann nimmt der oftmals Teile dafür, die er gerade in der Schublade hat. Und die meisten Leute, die das nachbauen wollen, denken dann, dass sie ganz genau dasselbe Zeug dazu brauchen.

      MfG
      hjs
    • Hallo,

      ich kann die Überlegungen von @hjs schon ganz gut nachvollziehen, vor allem, was die Helligkeit und damit die Sichtbarkeit bei hellem Tageslicht im Freien angeht.

      @FelixBRB: Hast du das schonmal getestet? Das würde ich unbedingt empfehlen, bevor du die Schaltung final aufbaust. Ist ja schnell gemacht. Praktisch wäre dafür ein Steckbrett. Notfalls kann man die 3 Teile auch mal freitragend zusammenlöten, bevor man eine Experimentierplatine "bekleckert" ;)

      Gemäß deiner Stückliste verwendest du eine Low-Current-LED. Das erklärt natürlich die relativ hohen Vorwiderstände (darüber habe ich mich nämlich zuerst auch gewundert). Bei 12V Betriebsspannung müsste sich ein LED-Strom von grob angenähert 4mA einstellen. Laut Datenblatt wäre das zwar schon über dem Nennstrom von 2mA, aber trotzdem erreicht sie dabei nur einen Bruchteil der Lichtstärke einer Standard-LED bei Nennstrom (laut Datenblatt). Ob das bei Tageslicht im Freien ausreicht, würde ich auf jeden Fall experimentell ermitteln. Wenn die Low-Current-LED genau so hell leuchten soll, wie eine Standard-LED, dann muss man auch den selben Strom durch jagen. Zumindest sagt das das Datenblatt.

      Gruß Steffen
    • Wurde ja nun schon alles gesagt. Ich empfehle, wenn du öfters so etwas machen willst, dir den Hoischen anzuschaffen. Der ist sehr hilfreich was das angeht.

      Und nicht jede Zeichnung für bare Münze nehmen,die sind auch nicht perfekt.
      Am Beispiel wüßte ich zB nicht warum da der Kern ○ angegeben ist? Unnötig, Gewinde ist angegeben. Max. den Gewindeauslauf könnte man noch angeben.
      Nun,genug von tech. Zeichnen.

      Noch eine Frage: wie hast du das Negativ auf die Platine bekommen? Die ist doch nicht photobeschichtet?!
    • Moin,

      zunächst vielen Dank für eure Anmerkungen und Anregungen. Ich freue mich darüber sehr. Ich habe das hier ja nicht gepostet um dann keine Rückmeldung zu bekommen - im Gegenteil, ich freue mich, wenn ich etwas dazu lernen kann. Dazu gehört natürlich auch auf Fehler aufmerksam gemacht zu werden. Ich fühle mich auch nicht provoziert meinen Ansatz zu verteidigen - ich fühle mich eher dazu animiert meinen Ansatz zu überdenken. Es ist toll dass hier ein paar Elektroniktüftler darauf eingestiegen sind und Feedback geben - ganz im Sinne eines Forums. :)

      Ich war gerade kurz in meinem Bastelkeller und habe den Aufbau auf einem Steckbrett zusammengesteckt. Tatsächlich beginnt die LED bei ~2V zu glimmen. Die Kennlinie beginnt im Datenblatt bei knapp 1,7V und verläuft dann zunächst ziemlich flach. Ich nahm an, ich könnte diesen Verlauf unterhalb von 1,7V fortsetzen - dem ist wohl nicht so. Da fehlte mir die Erfahrung eines Elektronikers. Danke für den Hinweis. Gehe ich richtig in der Annahme, dass wenn ich bei meinem Aufbau die Spannung langsam erhöhe, sich bis 1,7V nur die Spannung über der LED aufbaut, da sie bis dahin keinen Strom durchlässt und dadurch über den Widerständen auch keine Spannung abfallen kann? Erhöhe ich die Spannung an der Gesamtschaltung über 1,7V fallen zunächst auch weiterhin nur 1,7V über der LED ab bis auch für die Widerstände genug Spannung übrig ist, dass sie den Sättigungsstrom der LED durchlassen? Erst darüber hinaus würde sich auch an der LED die Spannung signifikant erhöhen? Ich habe das sicher nicht ganz professionell ausgedrückt. Ich bitte ausdrücklich um Korrektur! :)

      Die Vermutung, dass ich Bauteile benutzt habe, die ich noch so rumliegen hatte war ganz richtig. Natürlich kann man die Prüflampe auch mit anderen Bauteilen aufbauen. Es führen bekanntlich viele Wege nach Rom. Die Schaltung kann ja jeder modifizieren wie er mag, aber Leute die sich gar nicht auskennen, können so einfach 1:1 nachbauen. Man muss ja auch keine Platine ätzen - das wurde auch schon ganz richtig angemerkt. In meinem "Gehäuse" hätte auch ein fliegender Aufbau zum Beispiel mit Heißkleber fixiert werden können. Aber ich hatte Lust auf das Ätzen und ich wollte auch mal wieder was auf meiner Drehbank basteln. Daher mein etwas aufwändiger Ansatz.

      Der letzte Hinweis betraf die Helligkeit der LED. Da möchte ich noch mal auf meine eingangs genannte Anforderung hinweisen, dass ich mit der Schaltung auch den Geber der EBZA einstellen möchte. Der Ausgang des Hall-Sensors (B461 / B462) darf laut Datenblatt mit maximal 16mA belastet werden. Stecke ich meine Prüflampe nun zum Beispiel zwischen Klemme 15 und Klemme 7 des Gebers und will dabei Klemme 7 zur EBZA nicht abziehen, so fließt bei einem Low-Signal durch den Geberausgang sowohl der Strom meiner Prüflampe als auch der Strom des EBZA-PullUp-Widerstandes (1k). Bei 12V fließen da also schon mal 12mA PullUp-Strom. Meine Prüflampe sollte also jederzeit weniger als 4mA verbrauchen. Daher habe ich mich für eine Low-Current-LED entschieden. Klar sind die nicht so schön hell. Aber im Motorraum findet sich doch meist ein schattiges Eckchen wo man die Prüflampe platzieren kann. Tatsächlich hatte ich die Schaltung aber vorher noch nicht aufgebaut und mal getestet wie hell das dann ist. Das habe ich ja jetzt nachgeholt und auch gleich ein Foto gemacht. Das Controllerboard da in der Mitte auf dem Steckbrett einfach ignorieren - ich war zu faul das abzuziehen. Links noch ein Multimeter, welches die Spannung über der LED misst. Die Schaltung wird über das Labornetzteil gerade mit 12V versogt. Damit konnte ich die Schaltung nur bis 31V testen. Das hält sie aber problemlos aus und die LED wird dabei auch nicht signifikant heller. Ich bin eigentlich zufrieden. Ja es ist nicht super hell, aber mein Keller ist sehr gut beleuchtet und da kam mir die LED trotzdem ausreichend hell vor. Bei Tageslicht kann ich die Displaybeleuchtung von dem Multimeter links gerade noch erkennen - nur so zum Vergleich. Wie die LED bei Tageslicht dann tatsächlich wirkt bleibt natürlich abzuwarten. Mein Ziel war es halt, dass ich so wenig Strom verbrauche, dass ich den EBZA Geber unter keinen Umständen beschädigen kann. Ebenfalls sollte die Prüflampe selbst sehr robust und winzig klein sein.

      Bitte teilt weiter eure Gedanken mit, wenn ihr es anders seht. Es ist ja auch interessant was man alles anders machen kann. Auch ein Foto von der Sektkorkenprüflampe wäre toll. Klingt sehr originell. :)

      Gruß, Felix

      Edit:

      P60W schrieb:

      Wurde ja nun schon alles gesagt. Ich empfehle, wenn du öfters so etwas machen willst, dir den Hoischen anzuschaffen. Der ist sehr hilfreich was das angeht.

      Und nicht jede Zeichnung für bare Münze nehmen,die sind auch nicht perfekt.
      Am Beispiel wüßte ich zB nicht warum da der Kern ○ angegeben ist? Unnötig, Gewinde ist angegeben. Max. den Gewindeauslauf könnte man noch angeben.
      Nun,genug von tech. Zeichnen.

      Noch eine Frage: wie hast du das Negativ auf die Platine bekommen? Die ist doch nicht photobeschichtet?!
      Hoischen - hab ich mir gleich mal auf meine Liste beschaffenswerter Literatur gesetzt. Danke für den Tipp. :) Tatsächlich mache ich sowas eher selten. Ich bin nur Softwareentwickler. Aber ich bastel leidenschaftlich gern und da ist eine gute Skizze oft von Vorteil. Gern mache ich es dann auch gleich richtig.

      Das Negativ habe ich tatsächlich nicht durch Belichtung da drauf bekommen. Das ist mir zu aufwändig. Ich habe mich für die kalte Toner-Transfer-Methode entschieden. Dabei wird der Toner auf dem Ausdruck mit Aceton angelöst und dabei auf das Kupfer gepresst. Wenn das Aceton verdampft ist klebt Papier, Toner und Kupfer zusammen und im Wasserbad kann man das Papier wieder ablösen. So klebt am Ende nur noch Toner auf Kupfer. Wenn dich das interessiert:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von FelixBRB ()

    • FelixBRB schrieb:

      Gehe ich richtig in der Annahme, dass wenn ich bei meinem Aufbau die Spannung langsam erhöhe, sich bis 1,7V nur die Spannung über der LED aufbaut, da sie bis dahin keinen Strom durchlässt und dadurch über den Widerständen auch keine Spannung abfallen kann?
      Ja.

      FelixBRB schrieb:

      Erhöhe ich die Spannung an der Gesamtschaltung über 1,7V fallen zunächst auch weiterhin nur 1,7V über der LED ab bis auch für die Widerstände genug Spannung übrig ist, dass sie den Sättigungsstrom der LED durchlassen?
      äh, wie?

      Also sobald sich über einer Reihenschaltung aus Diode und Widerstand die Spannung auf mehr als die Flussspannung der Diode erhöht, dann beginnt ein Strom zu fließen. Für den Widerstand gilt dann das Ohmsche Gesetz. Je höher der Strom, um so mehr Spannung fällt über ihm ab. Und umso weniger Spannung bleibt für die Diode übrig. Im Prinzip ist das eine Gegenkopplung in gewissen Grenzen

      Und so funktioniert auch die einfache "Strombegrenzung" einer LED per Vorwiderstand.

      Sorry für den Belehrungsmodus. Hoffentlich habe ich nicht gerade selbst irgendwas komplett missverstanden. Musste deinen Beitrag auch erstmal mehrfach lesen. Und obiger Satz ist völlig unverständlich. Was ist beispielsweise der Sättigungsstrom einer LED?
    • Hallo Fridl,

      alles gut, ich bat ja um Korrektur. Ja, ich habs auch grad noch mal gelesen, das habe ich nicht schön formuliert und Sättigungsstrom stimmt tatsächlich nicht. Ich meinte den Strom, der in Durchlassrichtung bei Flussspannung durch die Diode laut Kennlinie fließt. Laut Wikipedia nennt sich das Diffusionsstrom. Manchmal lernt man an so kleinen Dingen wie LEDs noch viel. :)

      Wie habe ich denn nun aber das Datenblatt der Diode zu interpretieren? Dort ist eine Kennlinie (U-I) eingezeichnet, diese zeigt ja, dass es nicht eine konstante Flussspannung für diese Diode gibt, sondern dass diese sich durchaus erhöht, wenn man den Stromfluss erhöht. Ich habe diese Kennlinien immer als Ersatz für das ohmsche Gesetz an diesem Bauteil interpretiert - also als gegebenen Zusammenhang zwischen U und I. Sorry für die unkonventionelle Ausdrucksweise - ich habe das halt nicht richtig gelernt, sondern mir nur als Hobby angeeignet. Da hapert es dann auch schon mal an den Grundlagen. Wie auch immer. Wenn ich nun die Spannung an der Gesamtschaltung so weit erhöht habe, dass die Flussspannung an der Diode anliegt und der dazu passende Strom fließt und ich dann die Spannung weiter erhöhe, wird ja mehr Spannung über den Widerständen abfallen. In der Folge lassen sie mehr Strom durch und die Flussspannung der Diode wird sich gemäß Datenblatt auch weiter erhöhen. Ist das so richtig? Danke schon mal für die hoffentlich erhellende Antwort. :)

      Gruß, Felix
    • FelixBRB schrieb:

      mehr Spannung über den Widerständen abfallen. In der Folge lassen sie mehr Strom durch und die Flussspannung der Diode wird sich gemäß Datenblatt auch weiter erhöhen. Ist das so richtig?

      Nö, aber egal. Ich versuch's mal anders zu erklären: In der Theorie ist die ideale LED-Kennlinie wie ein horizontal gespiegeltes 'L'. Vor dem Erreichen der Flussspannung ist die Leitung dicht. Oberhalb der Schwelle wird der Strom durch den Widerstand bestimmt. Dann ergibt sich die Spannung am Widerstand als Differenz von Versorgungsspannung und LED-Flussspannung.
      In der Praxis ist es einfach so, dass die Flussspannung bei Stromerhöhung geringfügig ansteigt. Darum kümmert man sich aber normalerweise nicht. In den Datenblättern ist Flussspannung bei Nennstrom angegeben.
      Es gibt dann außerdem noch das Verhältnis zwischen Strom und Licht. In den Anfangsjahren war das nicht linear, sodass irgendwo im Bereich dieser Kennlinie bei Verdoppelung des Stroms lediglich die anderthalbfache Menge an Licht entstand. Beim Versuch die Effizienz zu optimieren ist man auf 2 mA gekommen. Das war dann die energetisch günstigste Funzel.
      Heutzutage hat sich dieses Thema komplett erledigt. Die Lichtausbeute liegt um viele Größenordnungen höher und ist im interessanten Bereich auch ziemlich linear. Für eine diffuse weiße 5 mm LED nennt der Hersteller um die 3500 mcd bei 20 mA. Allerdings sind immer noch Restbestände dieser 2 mA-Dinger am Markt.
      Übrigens sieht der Hallgeber zwei Kiloohm vom Steuergerät und geht auch nicht kaputt, solange die Grenzwerte eingehalten werden.
      Sektkorken gibt's hier: hjs.lima-city.de/Trabant/Lampe.htm

      MfG
      hjs
    • Danke für deine Erklärung. :) Soweit war mir das im Grunde schon klar. Nur ist es in der Praxis dann ja doch so, dass die Kennlinie kein gespiegeltes ideales 'L' ist, daher wüsste ich nicht, was an meiner Aussage so ganz grundsätzlich falsch ist. Aber natürlich kann man (und sollte man vermutlich auch) der Einfachheit halber diese idealisierte Kennlinie annehmen. Macht ja tatsächlich keinen großen Unterschied bei der Berechnung der Vorwiderstände, da die tatsächliche Kennlinie sehr steil ist. Also besten dank noch mal für die Erklärung - werde ich in Zukunft so rechnen. :)

      Tatsächlich war mir aber vorher gar nicht richtig bewusst wie sich die Schaltung bei kleinen Spannungen verhält. Das ist eine neue Erkenntnis für mich. Vielen Dank! Wenn man es sich mal durchdenkt, ist es natürlich auch logisch, aber manchmal denkt man halt nicht immer zuende. ;)

      Ich habe gerade noch mal nachgeschaut, du hast recht, die EBZA hat 2k PullUp-Widerstand. Das hatte ich anders in Erinnerung. Bei der Auslegung der Schaltung hatte ich das aber auch so gerechnet, hier nur falsch wiedergegeben. Sorry! Der PullUpStrom der EBZA ist also nicht 12mA, sondern nur 6mA und für die Prüflampe stehen nicht 4mA, sondern 10mA zur Verfügung. Über der LED und R2 fallen dank Supressordiode maximal 15V ab, wobei bei 10mA ca. 2V auf die LED anfallen (übrigens die maximal zulässige Spannung dieser LED). Wenn ich also die restlichen 13V über R2 durch 10 mA teile komme ich auf 1,3kOhm. Gut, ich habe auf 1,5k (nächster in der E12 Reihe) aufgerundet. Ist doch richtig gerechnet soweit, oder?

      Tatsächlich ist noch anzumerken, dass durch den weiteren Vorwiderstand R1, an der Gesamtschaltung schon eine ziemlich hohe Spannung anliegen müsste, damit über LED und R2 diese 15V abfallen könnten. Der Fall wird beim statischen Zündung einstellen aber wohl eher nicht eintreten.

      Besonderen Dank auch für den Tipp, dass meine LED eine schlechte Wahl ist. Viele andere LEDs würde laut Datenblatt bei den genannten 10mA deutlich heller sein. Da lohnt es sich noch mal mit dem Zusammenbau zu warten und eine sollche LED zu beschaffen. Da habe ich mich vorher von dem LowCurrent-Versprechen "blenden" lassen. Diese hier zum Beispiel:

      reichelt.de/LEDs-5-mm/LED-5-03…D+5-03500+BL&SEARCH=%252A

      ist blau ok - aber sie hat bei 10mA immer noch ~1750mcd. Die 10mA gönnt sie sich bei 3,4V. Der Maximalstrom liegt sogar bei 34mA. Ich könnte den Gesamtvorwiderstand also gefahrlos auf 1k reduzieren und jegliche weitere Beschaltung weglassen. Beim statischen Einstellen der Zündung sind nicht mehr als 13V zu erwarten und somit fließen auch nie mehr als 10mA - der Geber ist geschützt. Schaden wird die LED auch erst bei Spannungen über der Gesamtschaltung jenseits der 30V nehmen - das reicht völlig aus. Nur gegen Verpolung wäre sie so nicht geschützt. Da macht jetzt der Tipp mit dem Brückengleichrichter für mich auch mehr Sinn. Hmmmm ... das bringt mich zum Nachdenken. Meine Schaltung funktioniert ja eigentlich ausreichend im Sinne meiner Anforderungen und ich bin fast fertig. Aber ihr habt auch recht und es ginge deutlich komfortabler mit vergleichbarem Aufwand.

      Coole Sektkorkenlampe! :)

      Gruß, Felix

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FelixBRB ()

    • FelixBRB schrieb:


      Ich könnte den Gesamtvorwiderstand also gefahrlos auf 1k reduzieren und jegliche weitere Beschaltung weglassen.

      Wenn Du Dich mit der Z-Diode besser fühlst, dann lass die drin und nimm 2 x 470R. Immerhin könnte ein Verpolschutz mal nützlich sein, solange Du keinen Gleichrichter drin hast.
      Zur LED will ich mal noch was loswerden: Die Helligkeit wird punktförmig gemessen. Wenn man also aus einem bestimmten Chip viel rausholen will, dann verpasst man ihm eine entsprechend starke Linse, damit er alles auf den Punkt bringt. Die Datenblattangabe 'viewing angle' hat dann einen ziemlich kleinen Wert.

      MfG
      hjs
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